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Der Futurismus: Entstehung, Manifest, Künstler, Einflüsse, Auswirkungen, Politik

Hausarbeit 2008 9 Seiten

Kulturwissenschaften - Europa

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. der Futurismus
2.2. Fillippo Tommasso Marinetti
2.2.1. Einfluss
2.2.3. Manifest
2.3. begrifflicher Verortungen
2.4. die Vorstellung des Futurismus

3. Futurismus & Faschismus
3.1. der italienische Futurismus & der 1. Weltkrieg
3.2. Futurismus & Faschismus

4. Einflüsse
4.1. Einflüsse außerhalb Italiens
4.1.1. Russland
4.1.2. England
4.1.3. Deutschland

5. Fazit

6. Literaturnachweiß

Die Kunst der Zukunft - der Futurismus!

1. Einleitung

Ziel dieser Arbeit ist es den italienischen Futurismus, und dessen Begründer Fillippo Tommaso Marinetti in deren Gründzügen zu beschreiben. In weiterer Folge sollen das Gründungsmanifest sowie die Auswirkungen des Futurismus, welcher in Italien entstand, auf den europäischen Raum, sowie auf Russland geklärt werden.

2. Hauptteil

2.2 Der Futurismus

Der Futurismus ist eine aus Italien kommende, Avantgardebewegung, die 1909 in Italien entstand und bis 1944 dauerte. (Seifert S. 106) Um die Jahrhundertwende, beeinflusst durch allerlei technische Entwicklungen war der Futurismus, „dem eigenen Anspruch nach die Avantgarde des beginnenden 20. Jahrhunderts, eine …. künstlerische Bewegung, die sich auf Technik, Industrie und Wissenschaft stützte und in die Politik eingreifen wollte. Mit ihren ästhetischen und politischen Überbietungsstrategien stellte sich die Futuristen an die Spitze einer Bewegung, die auf die Modernisierungsschübe, welche die Metropolen erfaßt [sic] hatten, mit der Revolutionierung der Künste reagierte.“ (Schmidt-Bergmann 1993: S.17) Durch die rasante Entwicklung der Technik in Form von Maschinen, Autos, Flugzeugen, Elektrizitätswerken usw. die in das Bild der ‚modernen‘ Stadt eindrangen, fühlten sich junge italienische Künstler, ihnen allen voran Filippo Tommasso Marinetti, angesprochen, eine neue Ideologie, die der technischen Beherrschung der Natur, zu entwickeln. Die Futuristen wenden sich von der Vergangenheit und fordern einen optimistischen Blick in die technisierte Zukunft. (ebd. ff)

Somit wenden sich die Futuristen gegen alle Formen der künstlerischen und politischen Vergangenheit Italiens, gegen „Museen, Ruinen und Denkmäler“, gegen jede, vor davor in Italien praktizierte Kunst in Form des Ästhetizismus, der Politik, Monarchie, des Vatikans. Die Futuristen fordern mit ihrem Programm eine totale Umwälzung von Staat und Gesellschaft. (vgl. ebd. S.18)

2.2. Fillippo Tommaso Marinetti

Emilio Filippo Tommaso Marinetti (geb. 1876 in Alexandria, gest. 1944 in Bellagio, Italien) war ein italienischer Schriftsteller, Politiker und wichtigster Vertreter, Fanat und Begründer des Futurismus. (vgl.1 )

2.2.1. Einfluss

Mit 17 Jahren geht der junge Millionärssohn unbegleitet nach Paris und begegnet dort wichtigen Literaten der Zeit wie Apollinaire und Mallarme, die ihn ihrer Sympathie zu Krieg und Gewalt, ferner durch ihre Auflehnung gegen die herrschende Ordnung wegen starken Einfluss und Faszination, für Selbige Ideen, bei Marinetti bewirken, die er zu seinen Grundideen naturalisiert (vgl. Benesch/Brugger 2003: S.14) wie sich später in Theorie und Praxis des Futurismus offenbaren sollte.

2.2.2. Manifest

Mit dem am 04. Februar 1909 in Mailand durch Fillippo Tommasso Marinetti, dem wichtigsten Vertreter des Futurismus, allein entworfenen und verfassten Grüdungsmanifest, legitimierte Marinetti elf Thesen die zu Bezug und Grundlage des Futurismus werden sollten. Unter dem Titel „Manifeste du Futurisme“ wurde die Erklärung am 20. Februar 1909 in der französischen Morgenzeitung „le figaro“, welche als das Sprachrohr des konservativen, französischen Bürgertums galt, als Leitartikel unter der Überschrift „le Futurisme“, unterschrieben von Marinetti selbst, veröffentlicht. (vgl. ebd. S.27/28) Das Manifest gliedert sich in drei Teile: eine Einleitung, elf Thesen und einen Ausblick, meist findet man jedoch lediglich die elf Thesen zitiert.

Das Manifest beginnt mit den Worten:

„ Wir haben die ganze Nacht gewacht - meine Freunde und ich - unter den Moscheeampeln mit ihren durchbrochenen Kupferschalen, sternen ü bersät wie unsere Seelen und wie diese bestrahlt vom eingefangenen Glanz eines elektrischen Herzens. Lange haben wir [ … ] unsere atavistische Tätigkeit hin und her getragen, bis zu denäu ß ersten Grenzen der Logik diskutiert und viel Papier mit irren Schreibereien geschwärzt. Ein ungeheurer Stolz schwellte unsere Brust, denn wir f ü hlten, in dieser Stunde die einzigen Wachen und Aufrechten zu sein, wie stolze Leuchtt ü rme oder vorgeschobene Wachtposten vor dem Heer der feindlichen Sterne, die aus ihren himmlischen Feldlagern herunterblickten [...] (ebd. S.28) www. kunstwissen.de: http://www.kunstwissen.de/fach/f-kuns/o_mod/marin0.htm am 23. Dezember 2008

Bereits im Präludium des Manifests spiegeln sich die Grundzüge des Selbigen wieder: die Verschmelzung von Mensch und Maschine, der Fortschrittsgedanke sowie die Radikalität und Populärität feindlicher Ordnungen, die sich noch radikaler in den elf Thesen des Manifests niederschlägt:

Wir wollen die Liebe zur Gefahr besingen, die Vertrautheit mit Energie und Verwegenheit. Mut, K ü hnheit und Auflehnung werden die Wesenselemente unserer Dichtung sein. Bis heute hat die Literatur die gedankenschwere Unbeweglichkeit, die Ekstase und den Schlaf gepriesen. Wir wollen preisen die angriffslustige Bewegung, die fiebrige Schlaflosigkeit, den Laufschritt, den Salto mortale, die Ohrfeige und den Faustschlag. Wir erklären, da ß sich die Herrlichkeit der Welt um eine neue Schönheit bereichert hat: die Schönheit der Geschwindigkeit. Ein Rennwagen, dessen Karosserie gro ß e Rohre schm ü cken, die Schlangen mit explosivem Atem gleichen... ein aufheulendes Auto, das auf Kartätschen zu laufen scheint, ist schöner als die Nike von Samothrake.

Wir wollen den Mann besingen, der das Steuer hält, dessen Idealachse die Erde durchquert, die selbst auf ihrer Bahn dahinjagt.

Der Dichter mu ß sich gl ü hend, glanzvoll und freigebig verschwenden, um die leidenschaftliche Inbrunst der Urelemente zu vermehren.

Schönheit gibt es nur noch im Kampf. Ein Werk ohne aggressiven Charakter kann kein Meisterwerk sein. Die Dichtung mu ß aufgefasst werden als ein heftiger Angriff auf die unbekannten Kräfte, um sie zu zwingen, sich vor den Menschen zu beugen. Wir stehen auf demäu ß ersten Vorgebirge der Jahrhunderte!... Warum sollten wir zur ü ckblicken, wenn wir die geheimnisvollen Tore des Unmöglichen aufbrechen wollen? Zeit und Raum sind gestern gestorben. Wir leben bereits im Absoluten, denn wir haben schon die ewige, allgegenwärtige Geschwindigkeit erschaffen.

Wir wollen den Krieg verherrlichen - diese einzige Hygiene der Welt - den Militarismus, den Patriotismus, die Vernichtungstat der Anarchisten, die schönen Ideen, für die man stirbt, und die Verachtung des Weibes.

Wir wollen die Museen, die Bibliotheken und die Akademien jeder Art zerstören und gegen den Moralismus, den Feminismus und jede Feigheit kämpfen, die auf Zweckm äß igkeit und Eigennutz beruht.

Wir werden die gro ß en Menschenmengen besingen, die die Arbeit, das Vergn ü gen oder der Aufruhr erregt; besingen werden wir die vielfarbige, vielstimmige Flut der Revolution in den modernen Hauptstädten; besingen werden wir die nächtliche, vibrierende Glut der Arsenale und Werften, die von grellen elektrischen Monden erleuchtet werden; die gefr äß igen Bahnhöfe, die rauchende Schlangen verzehren; die Fabriken, die mit ihren sich hochwindenden Rauchfäden an den Wolken hängen; die Br ü cken, die wie gigantische Athleten Fl ü sse ü berspannen, die in der Sonne wie Messer aufblitzen; die abenteuersuchenden Dampfer, die den Horizont wittern; die breitbr ü stigen Lokomotiven, die auf den Schienen wie riesige, mit Rohren gezäumte Stahlrosse einherstampfen und den gleitenden Flug der Flugzeuge, deren Propeller wie eine Fahne im Winde knattert und Beifall zu klatschen scheint wie eine begeisterte Menge (Schmidt-Bergmann 1993: S.77/78)

Im Anschluss an die elf Forderungen die die Dynamik, Schnelligkeit, Jugend, Gewalt und den Krieg proklamieren, erklärt Marinetti die Gründe für die Veröffentlichung und wendet sich mit der Forderung nach Aggressivität des Kunstwerke und mit dem Anspruch die gesamte traditionelle Kunst anzünden, zerstören oder überfluten zu wollen, gegen alle akademischen, musealistischen Künste, gegen den Passatismus, die überlebte Kunst, um den Weg für eine neue futuristische Kunst und Kultur zu ebnen. (vgl. Demetz 1990: S. 176f)

2.3. begriffliche Verortung

Im Manifest werden erstmals die Begriffe Avantgarde und Futurismus genannt.

Der Begriff Futurismus leitet sich aus dem italienischen Wort für Zukunft, dem Wort „futuro“ ab. Dieses wiederum stammt vom lateinischen „futurum“ und meint Zukünftiges. Die Begriffswahl ist damit zu begründen, dass sich die Futuristen von allem Traditionellen, Einstigen und Vergangenen abgrenzen.

Der Begriff Avantgarde lässt sich zurückführen auf das französische Militär und meinte ursprünglich den ersten Teil der Truppen im Angriff die zuerst die Feinde berühren. (vgl. Van de Berg/Fähnders 2006: S. 95). Die Futuristen haben den Begriff ‚entwendet‘ um damit ihre Idee des Fortschritts, sowie Zanksucht und Fanatismus zu bekräftigen. (vgl. ebd.)

2.4. die Vorstellung des Futurismus

In Anbetracht des Strebens der Bekanntmachung des Futurismus und des Eifers Marinettis den Futurismus in durchgängig Europa zu naturalisieren, wurden zahlreich Manifeste die sämtlichen Lebensbereichen gewidmet wurde, zu zentralen Symbolen des Futurismus.

- Technisches Manifest der futuristischen Malerei (1910) (Boccini S.219)
- Technisches Manifest der futuristischen Literatur (1912) (Marinetti)
- Manifest der futuristischen Musiker (Bensch/Brugger 2003: S.101)
- Manifest der futuristischen Frau
- Manifest der futuristischen Küche

Mit der Forderung der Popularisierung des Futurismus reist Marinetti, ausgehend von Triest, Mailand, Turin und Neapel, durch ganz Europa und veranstaltete futuristische Abende die sogenannten „serate futuriste“ (vgl. Lacarti 2007: S.113) um die Aufmerksamkeit der Menschen und Medien zu erhalten.

[...]

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