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Suchmaschinenoptimierung – Analyse der Rankingfaktoren von Internet-Suchmaschinen und Erstellung eines Analyse-Tools

Wissenschaftliche Studie 2010 33 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Kriterien für die Positionierung
Einleitung
on-page-Faktoren
Seitentitel
URL
h1-Überschrift
h2-h6-Überschriften
Fett-markierte Wörter
Bilder
Keyworddichte
off-page-Faktoren
Verlinkung
Google Pagerank
Meta-Tags

Erstellung eines Analyse-Tools
Einleitung
Benutzeroberfläche
Ranking
Codebeispiel: Ermittlung der Rankingposition
Keywords
Codebeispiel: Analyse des Seitentitels
Codebeispiel: Keyworddichte und Top-Keywords
Suchmaschinenoptimierung
Konkurrenz
Spider-View
Linkanalyse

Literaturverzeichnis

KRITERIEN FÜR DIE POSITIONIERUNG

Einleitung

Internet-Suchmaschinen versuchen, mit komplexen Algorithmen, möglichst jene Seiten in den Ergebnislisten ganz oben zu positionieren, welche die höchste inhaltliche Relevanz hinsichtlich der eingegeben Suchbegriffe (Keywords) besitzen.

Beim Marktführer Google wird die Reihenfolge der Suchergebnisse von etwa 200 Kriterien1 bestimmt. Allerdings wird nicht kommuniziert, um welche Kriterien es sich genau handelt - die Informationen über die Rankingalgorithmen werden möglichst unter Verschluß gehalten und immer wieder verändert.

Alle wichtigen Suchmaschinen setzen heute einen Ranking-Algorithmus ein, der hauptsächlich aus zwei Teilen besteht2:

1. Analyse des Seiteninhalts (Textanalyse, „ on-page-Faktoren “)
2. Analyse der Verlinkung (Graphenanalyse, „ off-page-Faktoren “)

Zur Identifikation der wichtigsten Faktoren, die das Ranking bestimmen, haben wir eine umfassende Analyse von über 400 Suchanfragen mit zufälligen Suchwörtern durchgeführt und die ersten 50 Ergebnisse auf gewisse Merkmale hin untersucht (insgesamt ca. 20.000 Webseiten). Dabei wurden ausschließlich die Ergebnisse der Suchmaschine Google ausgewertet.

Die folgenden Auswertungen und Folgerungen erheben nicht den Anspruch, in jeder Hinsicht korrekt und vollständig zu sein, eine Wechselwirkung der einzelnen Faktoren und Seiteneffekte wurde nicht berücksichtigt. Vielmehr sollen die Statistiken als Basis für eine Diskussion der möglichen Google-Rankingfaktoren und deren Gewichtigkeit dienen.

Die Webseite Wikipedia wurde aus der Datenbasis ausgeschlossen, da sie bei den meisten Suchanfragen unter den Top-Ergebnissen zu finden ist und die Auswertung beträchtlich verzerrt hätte.

on-page-Faktoren

Zu den on-page-Faktoren gehören alle Inhalte einer Webseite, wie etwa den Seitentitel, die Ü- berschriften, den Text oder die URL. Diese Inhalte sind vom Autor der Webseite direkt beeinflussbar und daher für die Optimierung des Rankings besonders interessant.

Seitentitel

Jede Webseite trägt einen Titel, welcher bei Aufruf der Seite in der Titelleiste des Browserfensters angezeigt wird:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zudem wird der Seitentitel in der Suchergebnisliste besonders hervorgehoben - was auf eine hohe Relevanz schließen lässt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Suchergebnis bei Google: Seitentitel (blau) am prominentesten

Wie wichtig das Vorkommen der Keywords im Seitentitel ist, zeigt die folgende Grafik:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diagramm: durchschnittliche Keywordnennung im Seitentitel je nach Ranking (schwarze Linie: Trendli- nie)

Bei nahezu allen 50 Suchergebnissen tauchen die Keywords durchschnittlich jeweils ca. einmal im Seitentitel auf - bei den ersten Ergebnissen tendenziell sogar öfter. Es scheint also fast ein Muss-Kriterium zu sein, dass die Keywords im Titel auftauchen.

Eine echte Differenzierung der Seitentitel hinsichtlich des Rankings ergibt sich, wenn man die Anzahl der Wörter im Titel mit einbezieht.

Diagramm: durchschnittliche Anzahl der W ö rter im Seitentitel je nach Ranking

Unter den Top-5-Suchergebnissen finden sich hauptsächlich Webseiten mit insgesamt weniger Wörtern im Seitentitel. Die ersten beiden Suchergebnisse haben nur eine durchschnittliche Wortanzahl von etwa 4 oder 5, während ab den ersten 10 Ergebnissen der Durchschnitt bei etwa 8 bis 9 liegt.

Man kann nun die sogenannte Keyworddichte (englisch: keyword-density) bestimmen, indem man die Anzahl der Keywords in das Verhältnis zu den Wörtern im Element (hier: Seitentitel) setzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diagramm: durchschnittliche Keyworddichte im Seitentitel je nach Ranking

Es lässt sich also zusammenfassen, dass folgende Werte für den Seitentitel offenbar zu guten Rankings führen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabele: Zielwerte Seitentitel einer Webseite f ü r Top-Platzierung

Der Seitentitel ist also ein Kriterium, welches ziemlich wichtig für die Platzierung zu sein scheint. Daher sollten Autoren von Webseiten unbedingt die Titel für jede einzelne Seite individuell und sorgfältig bestimmen um ein gutes Ranking zu erhalten. Eine zusätzliche Optimierung ist möglich, indem man die Keywords in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit sortiert3. Zudem sollte der Seitentitel den Inhalt der Webseite genau beschreiben4, d.h. jedes Text im Seitentitel sollte auch im Seiteninhalt wieder auftauchen.

URL

Die URL (Uniform Resource Locator) enthält Informationen über Domain, Pfad und eventuell angehängte Parameter.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die URL kann ebenso untersucht werden, ob Keywords in der Domain oder im Pfad positioniert sind.

In der folgenden Grafik erkennt man, welche Auswirkung das Vorhandensein eines Keywords im Domainnamen auf das Ranking hat:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diagramm: durchschnittliche Keywordnennung im Domainnamen je nach Ranking

Es ist festzustellen, dass zwar eine kleine Tendenz zu erkennen ist, insgesamt der Einfluss aber nicht zu hoch einzuschätzen ist.

Etwas anders scheint die Auswirkung des Keywordvorkommens im Pfad zu sein:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diagramm: durchschnittliche Keywordnennung im Pfad je nach Ranking

Es ist zu erkennen, dass gerade bei den ersten drei Platzierungen, die Keywords überdurchschnittlich oft (rund 0,65 mal) im Pfad vorkommen. Der Pfad kann also sehr gut eingesetzt werden, um eine höhere Bewertung der vorkommenden Keywords zu erreichen.

Allerdings ist davon abzuraten, zu viele Keywords im Pfad unter zu bringen, Google etwa bevorzugt eine kurze URL5.

Entgegen in der Literatur weit verbreiteten Meinungen, dass dynamische URLs negative Auswirkungen auf das Ranking haben, kommuniziert Google, dass dies nicht so ist6.

Bei der Wahl der Domain, sollte möglichst eine Domain gewählt werden, deren Länderkürzel mit der Sprache des Inhalts übereinstimmt7 (etwa .de für Deutschland). Allerdings ist es für neu registrierte Domains zunächst schwieriger, gute Platzierungen bei Google zu erreichen - Google setzt neue Domains in eine sogenannte Sandbox8. Der Name Sandbox steht dabei da für, „dass die neue Seite erst einmal mit den kleinen Seiten im Sandkasten spielen soll, bevor Sie mit den großen Seiten um die vorderen Plätze kämpfen kann“9.

h1-Überschrift

Ähnlich wie der Seitentitel spielt die h1-Überschrift (die Überschrift mit höchster Hierarchieebene) eine zentrale Rolle bei der Suchmaschinenoptimierung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Webseiten unter den Top-5 der Stichprobe verwenden durchschnittlich (nur) 1.26 h1-Ü- berschriften pro Webseite und jedes Keyword taucht durchschnittlich 0.66 mal auf.

Die Anzahl der Keywords in h1 scheint allerdings keinen großen Einfluss auf das Suchergebnis zu haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diagramm: durchschnittliche Keywordnennung in h1- Ü berschrifen je nach Ranking

Anders sieht es aus, wenn man die Keyworddichte in den h1-Überschriften betrachtet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diagramm: durchschnittliche Keyworddichte in h1- Ü berschrifen je nach Ranking

Der Effekt ist noch stärker als beim Seitentitel. Die durchschnittliche Keyworddichte der erstplatzierten Webseite ist mit 0,57 fast vier mal so groß wie die der zehntplatzierten (0.16). Auch hier scheint zu gelten „keep it short and simple“. Auch Webseiten mit Keyworddichte 1 in h1 und Top-Platzierung sind sehr oft in der Stichprobe vertreten.

Folgende Werte für die h1-Überschriften führen offenbar zu guten Rankings:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabele: Zielwerte h1- Ü berschrifen einer Webseite f ü r Top-Platzierung

h2-h6-Überschriften

Es stellt sich die Frage, nachdem h1-Überschrift sehr hoch gewertet wird, wie es sich mit den untergeordneten Überschriften h2 bis h6 verhält.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die nachfolgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Merkmale der Top-5 Suchergebnisse. Die Spalte „Anzahl Vorkommen gesamt“ gibt an, wie of die Überschriften-Formatierung benutzt wird. So ist zu erkennen, dass die Überschriften h2-h5 durchaus mehrmals verwendet werden. Die Überschrift h6 wird allgemein nur sehr selten genutzt. Keywords tauchen signifikant nur in h2 und h3 auf und werden dort durchschnittlich 0,67 bzw. 0,52 mal erwähnt. Die Keyworddichte ist mit unter 10% eher gering.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabele: Durchschnittswerte der Top-5 Suchergebnisse

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diagramm: durchschnittliche Keywordnennung in h1- und h2- Ü berschrifen je nach Ranking

Die Erwähnung der Keywords in den h2/h3-Überschriften scheint Vorteile zu bringen. In diesen Überschriften kann die Keyworddichte aber geringer sein als in der h1-Überschrift und Keywords können mehrmals auftauchen. Sie eignen sich daher sehr gut um die Texte der Webseite sinnvoll in Abschnitte zu gliedern und diese zu beschreiben. Evtl. kann es sich auch lohnen, dort verwandte, weniger stark frequentierte Suchwörter einzubinden.

Allgemein wird empfohlen, die Hierarchie von 1 bis 6 der Überschriften einzuhalten10, d.h. h2 ist die „Unterüberschrift“ zu einer h1-Überschrift.

[...]


1 Vgl. http://www.irishtimes.com/newspaper/finance/2010/0528/1224271298960.html, Zugriff am 31.05.2010

2 Vgl. http://www.suchmaschinentricks.de/ranking/grundlagen, Zugriff am 31.05.2010

3 Vgl. Glöggler, Michael: Suchmaschinen im Internet, S. 136

4 Vgl. Erlhofer, Sebastian: Suchmaschinen-Optimierung, S. 397

5 Vgl. http://googlewebmastercentral.blogspot.com/2008/09/dynamic-urls-vs-static-urls.html, Zugriff am 01.06.2010

6 Vgl. ebd.

7 Vgl. http://googlewebmastercentral.blogspot.com/2007/08/server-location-cross-linking-and-web.html, Zugriff am 01.06.2010

8 Vgl. Koch, Daniel: Suchmaschinenoptimierung, S. 113

9 http://www.webmasterpro.de/management/article/seo-der-google-sandbox-effekt.html, Zugriff am 01.06.2010

10 Vgl. Erlhofer, Sebastian: Suchmaschinen-Optimierung, S. 242

Details

Seiten
33
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640878017
ISBN (Buch)
9783640878512
Dateigröße
2.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v169404
Institution / Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,0
Schlagworte
Suchmaschinenoptimierung

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