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Globalisierung und Migration - Globale Prozesse und ihre Auswirkungen auf Wanderungsbewegungen

Seminararbeit 2003 26 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was versteht man unter Globalisierung?
2.1 Wohlstandsunterschiede und Chancenungleichheit durch Globalisierung

3. Migration
3.1 Migration als Teil von Mobilitätsprozessen
3.2 Typologien von Migration
3.3 Ursachen von Migration
3.3.1 Druck- und Sogfaktoren
3.3.2 Motivation von Migration

4. Globalisierung und Folgen für die Migration

5. Fazit

6. Literaturnachweis

7. Anhang

1. Einleitung

Beim Lesen der Wochenzeitung „Die Zeit“ wurde ich auf einen Artikel über Globalisierung aufmerksam. Hierin wurde ebenfalls das Problem der Zuwanderung thematisiert, worauf ich folgenden Abschnitt aus der Zeitung heraustrennte. Leider gingen mit dabei Angaben zum Autor und der Ausgabe verloren.

„Globalisierung, Migration und die sich verbreitende Kluft zwischen arm und reich stellt weltreichende Herausforderungen an die globale soziale Gerechtigkeit. Migration ist eine Art sozialer Bewegung für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit, sie erlaubt Menschen ihre Ansprüche dort zu stellen, wo sich Wohlstand und Sicherheit konzentrieren.“

Diese Aussage verdeutlicht die Präsenz von Wanderungsbewegungen in unserer heutigen Zeit und veranschaulicht die Wirkung der Globalisierung auf die Migration.

In wie weit ein Zusammenhang zwischen Globalisierung und Wanderung besteht und welche Auswirkungen Globalisierung auf Migration haben kann, möchte ich in meiner Hausarbeit zeigen.

Die Diskussion im Jahr 2002 um den Gesetzesentwurf „zur Steuerung und Begrenzung der Zuwanderung“ der rot- grünen Regierung, welcher letztendlich nicht durchgesetzt wurde, zeigte, dass die Zuwanderung ein ernst zunehmendes Thema ist, da Einwanderung nach Deutschland seit vielen Jahren zur Realität gehört. So migrierten im Jahr 2000 mehr als 800.000 Menschen in die Bundesrepublik.[1]

In meiner Arbeit werde ich im Allgemeinen auf das Phänomen der Migration, dass heißt, auf die Aus- und Zuwanderung gleichermaßen, eingehen.

Folglich beziehe ich mich nicht auf ein konkretes Beispiel für Zuwanderung, sondern ich möchte hingegen einen generellen Überblick über die Ursachen und Folgen der Globalisierung am Beispiel der Migration geben.

Die Ausführung von speziellen Zuwanderungsbestimmungen und die Probleme von Zuwanderung, welche sich in einem Land ergeben, wie beispielsweise Integration oder kulturelle Unterschiede, werden nicht Gegenstand dieser Arbeit sein.

Der Schwerpunkt dieser Arbeit wird bei der Betrachtung der internationalen Migration liegen.

Zuerst möchte ich auf die Folgen der Globalisierung im Allgemeinen eingehen.

Die Hausarbeit ist daher in folgende Punkte untergliedert:

Punkt 2.dient als Einleitung in das Thema. Es wird eine Definition des Begriffes „Globalisierung“ gegeben.

Kapitel 2.1 befasst sich mit möglichen Folgen der Globalisierung auf die Bevölkerung. Anhand des Begriffes „Standortwettbewerb“ sollen die Merkmale Wohlstandsunterschiede und Chancenungleichheit als Folgen der Globalisierung erläutert werden, welche auch Ursachen für Wanderungen sein können. Dieses Kapitel soll als Vertiefung des ersten Punktes dienen.

Weiterer Gegenstand meiner Arbeit die ist die Betrachtung von Migration unter Kapitel 3.

Der Punkt 3.1 wird zunächst der Zusammenhang zwischen Migration und Mobilität verdeutlicht. Weiterhin werden in Kapitel 3.2 verschiedene Formen von Migration benannt und erläutert.

3.3 befasst sich mit den Ursachen von Migration. Hierbei wird hervorgehoben, welche Gründe Menschen dazu veranlassen, ihre Heimat zu verlassen und welche Umstände dieses begünstigen. Dieses soll vor allen Dingen anhand des sogenannten „push- pull- Modells“ unter 3.3.1 verdeutlicht werden.

In Punkt 3.3.2 werde ich den Aspekt der in dem Modell veranschaulichten Gründe für Migration aufgreifen und ihn anhand des Aspektes „Motivation von Migration“ noch einmal verdeutlichen.

Der vierte Punkt bildet den Schwerpunkt meiner Arbeit.

Hierin werde ich die unter 1. genannten Aspekte der Globalisierung aufgreifen und an ihnen die Folgen der Globalisierung für die Migration verdeutlichen.

Kapitel 5 enthält das Resümee meiner Arbeit.

2. Was versteht man unter Globalisierung?

Globalisierung gilt nicht als ein neues Phänomen der heutigen Zeit, jedoch wird der Begriff erst seit den 1970 er Jahren verwendet. Sie bezeichnet „einen Prozeß, durch den Märkte und Produktion in verschiedenen Ländern immer mehr voneinander abhängig werden- dank der Dynamik des Handels mit Gütern und Dienstleistungen und durch die Bewegungen von Kapital und Technologie.“[2] und im nach hinein durch die Regierungen von Staaten kontrolliert werden.

Die Bezeichnung Globalisierung unterliegt vielen verschiedenen Definitionen. So bedeutet Globalisierung unter anderem

- die Expansion des Welthandels
- Zusammenwachsen der Wirtschaftsmärkte durch die Liberalisierung der Handelspolitik
- Deregulierung und Integration der Güter- und Finanzmärkte.
- Internationalisierung des Kapital-, Waren-, Dienstleistungs- und Personenverkehrs
- Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung.

2.1 Wohlstandsunterschiede und Chancenungleichheit durch Globalisierung

Unter diesem Punkt sollen Gründe für die Wohlstandsunterschiede zwischen den sogenannten Industrienationen und den Entwicklungsländern näher beleuchtet werden.

Zu Verdeutlichung befinden sich im Anhang, auf Seite 24 der Arbeit, verschiedene Statistiken.

Durch die Globalisierung hervorgerufene Vernetzung wirtschaftlichen Handelns entsteht gleichzeitig auch eine Verschärfung der Konkurrenz der Staaten untereinander auf dem Arbeits- und Kapitalmarkt: Dieses wird aus wirtschaftlicher Sicht auch als Standortwettbewerb bezeichnet.

Der Standortwettbewerb zeichnet sich durch zwei wichtige Faktoren aus, welche den Handel bestimmen und die in einem Abhängigkeitsverhältnis zueinander stehen: die sogenannten harten und weichen Standortfaktoren.

Harte Standortfaktoren sind beispielsweise die Arbeitsmarktsituation, wie die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, oder vorhandene Ressourcen, Infrastruktur und die finanzielle Situation des Landes.

Weiche Faktoren hingegen sind beispielsweise die Bereitschaft des Landes, vielmehr deren Regierung, zur Kooperation mit anderen Staaten, Organisationen und Behörden. Sie beschreiben demnach die persönlichen Verhältnisse der Staaten zueinander.

Kennzeichnend ist hierbei, dass gerade Industriestaaten, vor allem bedingt durch den Prozess der Globalisierung, über diese Standortfaktoren verfügen, hingegen Entwicklungsländer diese nur selten vorweisen können. Gründe dafür liegen in der in vielen Fällen vorhandener Verschuldung der Entwicklungsstaaten. So verfügte Brasilien 1998 über eine Schuldenlast von 157,6 Milliarden Dollar.[3]

Dadurch das der Staat verschuldet ist, kann zum einem Arbeitskräften kein oder nur geringen Lohn gezahlt werden. Ebenfalls verfügt der Staat über keine oder selten ausreichenden Beschäftigungsmöglichleiten. Folglich ist das Leben vieler Menschen in den Entwicklungsstaaten gerade hierdurch von großer Armut und Elend gekennzeichnet.

Aufgrund dieses Aspektes entsteht somit ein Gefälle zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern. Diese wird durch ein bestehendes Ungleichgewicht in der Beteiligung an der Wirtschaft zunehmend begünstigt. Gerade durch eine Bildung von Wirtschaftsnationen, wie Nordamerika, Westeuropa und Südostasien, die den Verlauf des Handelsmarktes bestimmen, haben andere Staaten, welche nicht über solch wirtschaftliches Potential verfügen, keine Chance am Weltmarkt „mitzumischen“.

Dementsprechend nehmen sie nicht ausreichend am weltwirtschaftlichen Geschehen teil. Durch geringen oder gar keinen Export entstehen wiederum Handelsdefizite, die den Staat in noch eine größere Verschuldenskrise treiben.

Dieses wird auch durch die Höhe des Bruttoinlandsprodukts sichtbar. So umfasst nach einer Statistik von 1994 das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner in Deutschland mehr als 8.956 $, in afrikanischen Ländern, wie beispielsweise Äthiopien oder Somalia lediglich eine Höhe von bis zu 725 $.[4]

Gleichzeitig geraten diese Staaten durch ihre Verschuldung in die Abhängigkeit von Industrieländern, wodurch die Industriestaaten wiederum ihren Einfluss auf die Entwicklungsländer vergrößern können.

So produzieren Unternehmen reicher Wirtschaftsnationen, wie beispielshalber Adidas, auf billige Weise in ökonomisch schwächeren Gebieten, wie Südamerika, und zahlen hingegen den ansässigen Arbeitskräften einen so niedrigen Lohn, der kaum zum Überleben reicht.

Dies wird vor allen Dingen durch den Abbau zwischenstaatlicher Barrieren begünstigt, wonach die Unternehmen sich hohen Steuern, umweltpolitischen Auflagen und hohen Sicherheitssystemen entziehen können. Ebenfalls sparen sie Exportkosten aus ihrem Heimatland, da sie vor Ort produzieren können. Finanzkräftige Unternehmen nutzen diese Situation, wie schon genannt, um dadurch ihre Standortbedingungen zu verbessern und mit anderen Unternehmen auf dem Handelsmarkt konkurrieren zu können.

Somit kann man sagen, dass der Wohlstand der Industrienationen unter anderem zu Lasten der Entwicklungsländer geht.

Dieses Gefälle verstärkt zum einen die Teilung in „Verlierer“ und „Gewinner“ und begünstigt zum anderen den immer weiter voranschreitenden Prozess der Verschlechterung der Lage der „Dritte Welt Länder“. Dieses stellt letztendlich auch ein wichtiger Faktor für die Migration dar.

Dennoch sind nicht nur die harten Standortfaktoren für die Benachteiligung der Entwicklungsländer für den Ausschluss am Weltmarkt bestimmend. Die weichen Standortfaktoren tragen ebenfalls ein großes Maß dazu bei, dass Entwicklungsstaaten nicht auf der Gewinnerseite der Globalisierung stehen.

Gerade die politischen Systeme von Entwicklungsländern beruhen nicht auf demokratischen Grundsätzen, sondern hingegen auf autoritären Regimes, begleitet von staatlicher Gewaltanwendung, Korruption und Unterdrückung. Hierdurch wird ebenfalls eine große Distanz zu den demokratischen Industrienationen geschaffen wird. Als Beispiel wäre hierbei der Irak unter der diktatorischen Herrschaft des mittlerweile gestürzten Regierungschefs Saddam Hussein zu nennen.

Die Verelendung der Bevölkerung wird demnach auch durch politische Faktoren vorangetrieben. Wiederum trägt die hohe Verschuldung vieler Entwicklungsländer auch zur Erschwerung einer Etablierung demokratischer Grundsätze.

Aufgrund eines fehlenden demokratischen Systems und fehlender politischer Kontrolle, können Staatschefs von wirtschaftlich armen Ländern unbehelligt zu korrupten Methoden greifen, um sich letztendlich selbst in die eigene Tasche zu wirtschaften. Hierdurch leidet die Bevölkerung noch mehr.

[...]


[1] Aus www.integrationsbeauftragte.de/publikationen/ migration2001.pdf, Seite 87.

[2] Informationen zur politischen Bildung, „Globalisierung“, Heft 263, 2. Quartal 1999, Seite 3.

[3] Vergleich Informationen zur politischen Bildung, „Globalisierung“, Heft 263, 2. Quartal 1999, Seite 27.

[4] Vergleich Informationen zur politischen Bildung, „Globalisierung“, Heft 263, 2. Quartal 1999, Seite 30.

Details

Seiten
26
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638216685
Dateigröße
806 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v16977
Institution / Hochschule
Universität Erfurt – Staatswissenschaftliche Fakultät
Note
1,3
Schlagworte
Globalisierung Migration Globale Prozesse Auswirkungen Wanderungsbewegungen Ursachen Folgen

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Titel: Globalisierung und Migration -  Globale Prozesse und ihre Auswirkungen auf Wanderungsbewegungen