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Der Gesundheitstag im Bildungszentrum für Land- und Hauswirtschaft Bad Dürrenberg e.V. als Instrument der Gesundheitsförderung

Projektarbeit 2011 40 Seiten

Gesundheitswissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis

II. Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffe
2.1 Gesundheit
2.2 Salutogenesemodell
2.3 Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention

3. Jugend und Gesundheit
3.1 Lebensphase Jugendalter
3.2 Gesundheitsverhalten Jugendlicher

4. Einfluss des Sozialen Status auf die Gesundheit
4.1 Lernbehinderung und Sozialer Status
4.2 Gesundheit und Sozialer Status
4.3 Sozialer Status und Gesundheitsverhalten

5. Gesundheitsbezogene Maßnahmen im BLH
5.1 Gesundheitsberatung in Gruppenstunden
5.2 Entspannung
5.3 Freizeit- und Gesundheitssport

6. Projekt Gesundheitstag als Instrument der Gesundheitsförderung und zur Unterstützung der allgemeinen Maßnahmen.
6.1 Hintergrund und Ziele.
6.2 Begründung der Themenwahl und Tendenzen
6.3 Die Arbeit mit den Jugendlichen im Internat an den Projekten für den für den Gesundheitstag 6.3.1 Pädagogischer Hintergrund und Zielstellung 6.3.2. Vorstellung der Projekte

7. Fazit

III. Literaturverzeichnis

IV. Anlagenverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Wirkgrößen der Beeinflussung individueller Gesundheit

Abb. 2: Das Salutogenesemodell

Abb. 3: Gesundheitsförderung und Prävention: Strategien und Methoden

II. Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Abgrenzung von Prävention und Gesundheitsförderung

Tab. 2: Lebenserwartung bei Geburt und ab einem Alter von 65 Jahren nach Einkommen

Tab. 3: Risiko für Tabakkonsum, sportliche Inaktivität und Adipositas in der niedrigen und mittleren im Verhältnis zur hohen Einkommensgruppe bei 18-jährigen und älteren Frauen und Männern

Tab. 4: Verbreitung von Übergewicht und Adipositas nach Schulbildung und Geschlecht

1. Einleitung

Gesundheit ist ein wichtiges Thema in unserer Gesellschaft geworden. Durch schwierig gewordene Aufwachsbedingungen in der modernen Gesellschaft, ist besonders die Jugend vielen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Lange Zeit wurde dem Thema Jugendgesundheit wenig Beachtung geschenkt, da Jugend immer mit Gesundheit assoziiert wurde. In den letzten Jahren hat sich jedoch gezeigt, dass diese Formel nicht mehr gilt. Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung sind daher zunehmend wichtiger geworden.

Das Bildungszentrum für Land- und Hauswirtschaft (BLH), Bad Dürrenberg, führt jedes Jahr einen Gesundheitstag durch. Die Einrichtung wurde 1990 gegründet und ist ein gemeinnütziger Träger der freien Jungendhilfe. Das BLH versteht sich als soziales Dienstleistungsunternehmen und wurde für Jugendliche aufgebaut, die hier ihre Erstausbildung erhalten, oder sich auf eine solche vorbereiten. Unsere Zielgruppe sind Lernbeeinträchtigte und benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene. Unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten, sowie die Art und Schwere der Behinderung können auch körperbehinderte Jugendliche ausgebildet werden. Im Rahmen meiner Praxisphase werde ich mich mit den Vorbereitungen für den Gesundheitstag 2011 beschäftigen. Dies werde ich anhand dieser Praxisarbeit aufzeigen. Zunächst werde ich auf die Begriffe Gesundheit, Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention eingehen. Anschließend folgt eine Auseinandersetzung mit dem Thema Jugend und Gesundheit. In diesem Zusammenhang wird auf die Lebensphase des Jugendalters und auch auf das Gesundheitsverhalten von Jugendlichen eingegangen. Danach wird die These, dass der soziale Status Einfluss auf die Gesundheit hat, genauer untersucht. Hier werden Zahlen und Fakten angebracht, die diese These bestätigen. Im fünften Gliederungspunkt wird geschildert, wie wir im BLH dem Thema Gesundheit begegnen. Es folgen Ausführungen über verschiedene Maßnahmen, die wir zur Gesundheitsförderung und Prävention umsetzen. Schlussendlich wird der Gesundheitstag im Bildungszentrum für Land- und Hauswirtschaft e.V. vorgestellt. Hier wird der Schwerpunkt auf den Hintergrund, die Zielstellung, auf einen Teil der Organisation und dessen pädagogischen Hintergrund, gelegt. Abschließend folgt eine kurze Zusammenfassung des Themas Gesundheit und Gesundheitsförderung sowie ein Fazit dessen.

2. Begriffe

2.1 Gesundheit

Definition von Gesundheit nach der WHO 1946:

„Gesundheit ist ein Zustand des völligen körperlichen, seelisch-geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen“ (Mathe 2003, S.87).

Zu dieser Definition der WHO gibt es jedoch einige Kritikpunkte:

- Eine zu einseitige, subjektive Sichtweise von Gesundheit und Krankheit
- Eine unrealistische Zielvorstellung des „völligen Wohlbefindens“
- Ungenauigkeiten in der Mehrdimensionalität der Bestimmung von Gesundheit und Krankheit - Zu statisches Denken in den beiden Extrempolen der Zustände

Gesundheit und Krankheit

Die Definition, ist trotz nochmaliger Überarbeitung, für die wissenschaftliche Arbeit nicht mehr aktuell (vgl. Hurrelmann 2006 S.118f).

Hurrelmann (2006) definierte Gesundheit wie folgt:

„Gesundheit bezeichnet den Zustand des Wohlbefindens einer Person, der gegeben ist, wenn diese Person sich körperlich, psychisch und sozial in Einklang mit den jeweils gegebenen inneren und äußeren Lebensbedingungen befindet. Gesundheit ist nach diesem Verständnis ein angenehmes und durchaus nicht selbstverständliches Gleichgewichtsstadium von Risiko- und Schutzfaktoren, das zu jedem lebensgeschichtlichen Zeitpunkt immer erneut her gestellt [sic] werden muss. Gelingt das Gleichgewicht, dann kann dem Leben Freude und Sinn abgewonnen werden, ist eine produktive Entfaltung der eigenen Kompetenzen und Leistungspotentiale möglich und steigt die Bereitschaft, sich gesellschaftlich zu integrieren und engagieren“ (Hurrelmann 2006, S.7).

Es gibt mehrere Wirkgrößen, die die Gesundheit eines Menschen beeinflussen. Deswegen muss auch die Definition von Gesundheit die Mehrperspektivität berücksichtigen. Einseitige und idealisierte Vorstellungen von Gesundheit und daraus resultierende Definitionen, sind längst überholt.

Die folgende Abbildung soll noch einmal die Vielzahl der Wirkgrößen veranschaulichen, die die Gesundheit beeinflussen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Wirkgrößen der Beeinflussung individueller Gesundheit (Quelle: Mathe 2003, S.88)

2.2 Salutogenesemodell

Der Soziologe Antonovsky hat eine Theorie von Gesundheit und Krankheit vorgelegt, die er Salutogenese bezeichnet. Salutogenese heißt übersetzt soviel wie „Gesundheitsentstehung“ oder „Gesundheitsdynamik“. Die zentrale Frage dieses Modells ist, warum Menschen trotz einer Vielzahl von gefährdenden und belastenden Faktoren gesund bleiben und die Störungen ihrer Gesundheit ausgleichen können. Die Salutogenese bildet mit dieser zentralen Fragestellung das Gegenstück zur Pathogenese, in der sich mit der Entstehung von Krankheiten befasst wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Das Salutogenesemodell

(Quelle: Hurrelmann 2006, S. 125)

Wie in der Abbildung zu sehen ist bilden die Stressoren, im psychosozialen, physischen und biochemischen Bereich, den Ausgangspunkt. Sie sind eine Herausforderung der körperlichen, psychischen und sozialen Bewältigungskapazitäten. Ihnen entgegen treten die Widerstandsressourcen.

Diese können in drei große Gruppen eingeteilt werden:

Körperlich- konstitutionelle Widerstandsressourcen

In dieser Gruppe werden die Funktionen des Organismus zusammengefasst, die einen positiven Einfluss auf die Gesundheitsdynamik haben. Dazu gehören z.B. das Immun- und Abwehrsystem.

Personal- psychische Widerstandsressourcen

Darunter werden Persönlichkeitsmerkmale, wie Kontroll- und Selbstwirksamkeitsüberzeugungen und eine positive Lebenseinstellung, zusammengefasst.

Soziale Widerstandsressourcen

Damit werden Impulse, die aus der kulturellen und physischen Umwelt kommen, zusammengefasst. Dazu gehören z.B. eine gute Qualität der Beziehungen und Bindungen, Vertrauenskontakte, stabile Netzwerke und der Zugriff auf materielle Ressourcen.

(vgl. insg. Hurrelmann 2006, S.121 f)

Die Konstellation dieser Widerstandsressourcen entscheidet darüber, ob die bedrohliche Wirkung der Stressoren angemessen verarbeitet werden kann (vgl. Hurrelmann 2006, S.123).

Der entscheidende Faktor ist schließlich das Kohärenzgefühl eines Menschen. Menschen mit einem starken Kohärenzgefühl haben die Eigenschaft, in Belastungssituationen diejenigen Ressourcen zu mobilisieren, die am besten geeignet sind, um mit einem Stressor wirksam umzugehen (vgl. Hurrelmann 2006, S.122).

2.3 Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention

Gesundheitsförderung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierte 1997 in der „Jakarta Erklärung“ den Begriff Gesundheitsförderung folgendermaßen:

„Gesundheitsförderung ist ein Prozess, der Menschen befähigen soll, mehr Kontrolle über ihre Gesundheit zu erlangen und diese durch Beeinflussung aller individuellen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Determinanten für Gesundheit zu verbessern“ (Franzkowiak zitiert nach der WHO 2006, S.17).

Die Gesundheitsförderung legt ihren Fokus auf gesundheitliche und soziale Ungleichheiten und die Herstellung von gesundheitlicher Chancengleichheit und Gerechtigkeit. Durch diese Basisorientierung, steht dieses Programm der Ethik und der Sozialen Arbeit sehr nahe (vgl. Franzkowiak 2006, S.18). Der Kern von Gesundheitsförderung liegt in der Analyse und Stärkung von Gesundheitsressourcen, gesundheitlichen Potenzialen von Menschen, ihren Lebenswelten und gesellschaftliche Strukturen. Die Gesundheitsförderung orientiert sich an der salutogenetischen Perspektive.

Zwei wesentliche Ziele beziehungsweise Handlungsschwerpunkte werden von der Gesundheitsförderung verfolgt:

- Risiken reduzieren
- Ressourcen aufbauen

Die Reduzierung von Risiken erfolgt auf der Verhaltensebene durch die Vermeidung gesundheitsriskanter Lebensweisen und den Verzicht auf ein risikoreiches Bewältigungsverhalten. Auf der Verhältnisebene erfolgt die Risikoreduzierung durch die Verringerung von gesundheitsschädigenden Umwelteinflüssen und den Abbau sozialer Konflikte und Belastungen.

Der Aufbau von Ressourcen erfolgt in der Verhaltensebene durch die Wahl gesundheitsfördernder Lebensweisen, sowie dem Erlernen gesundheitsgerechter Bewältigungsformen. Die Herstellung einer gesunden Lebens- und Arbeitswelt, sowie der Aufbau gesundheitsfördernder Institutionen und sozialer Netzwerke, erfolgt in der Verhältnisebene (vgl. Franzkowiak 2006, S.18).

Der Ansatz der Gesundheitsförderung ist sehr komplex. Darunter zählen die individuelle und soziale Aktivierung, die Stärkung von persönlichen und sozialen Gesundheitskompetenzen sowie strukturelle Eingriffe. Eine systematische Politik soll die Gesundheitsdeterminanten verbessern und die soziale Ungleichheit abbauen (vgl. Franzkowiak 2006, S.18f). Die Schlüsselkonzepte von Gesundheitsförderung bilden die Kontextsteuerung, die Systemintervention („Setting-Ansatz“) und die Salutogenese.

Die strategischen Schlüsselpunkte sind Empowerment und Intersektoralität. Die Ottawa Charta benannte drei wichtige Aktionsstrategien der Gesundheitsförderung: Die Anwaltschaft für Gesundheit, Befähigung und Ermöglichung sowie Vermitteln und Vernetzen.

Weiterhin wurden auch fünf Kern-Handlungsfelder benannt: Entwicklung persönlicher Kompetenzen, Unterstützung gesundheitsbezogener Gemeinschaftsaktionen, Neuorientierung der Gesundheitsdienste und Institutionen, Schaffung gesundheitsfördernder Lebenswelten und Entwicklung einer nachhaltigen, gesundheitsfördernden Gesamtpolitik. Zusammen bilden diese Handlungsfelder einen Mehrebenenansatz der Gesundheitsförderung (vgl. Franzkowiak 2006, S.19).

Krankheitsprävention

Krankheitsprävention ist der historisch ältere Begriff. Die Zielstellung der Prävention ist die Vermeidung des Auftretens von Krankheiten und damit die Verringerung ihrer Verbreitung, sowie die Verminderung ihrer Auswirkung auf die Morbidität und Mortalität der Bevölkerung. Die zentrale Strategie bildet die Zurückdrängung oder Ausschaltung der Auslösefaktoren von Krankheiten. Das Intervenieren besteht hierbei aus dem Verhindern und Abwenden von Ausgangsbedingungen und Risiken für Krankheiten. Die Voraussetzung hierfür ist die Kenntnis pathogenetischer Dynamiken, also die Dynamik der Entstehung von Krankheiten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Abgrenzung von Prävention und Gesundheitsförderung (Quelle: Schwarz et al. 2003, S.190)

Gesundheitsförderung und (Krankheits)-Prävention werden oft als Synonyme gebraucht. Für die praktische Tätigkeit ist eine scharfe Abgrenzung oft weder möglich noch notwendig.

In der Praxis ist die bewusste Kombination von Gesundheitsförderung und Prävention sinnvoll. Beide Formen sind in ihren Ansätzen und Strategien sehr unterschiedlich. Auf dem Weg zum gemeinsamen Ziel, der Verbesserung von Gesundheit und gesundheitlicher Chancengleichheit, ergänzen sie sich jedoch (vgl. Franzkowiak 2006, S.21).

In einer Abbildung machte Waller (2002) das Zusammenwirken von Gesundheitsförderung und Prävention deutlich:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Gesundheitsförderung und Prävention: Strategien und Methoden (Quelle: Franzkowiak 2006,S.21)

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Details

Seiten
40
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640883882
ISBN (Buch)
9783640883936
Dateigröße
549 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v169906
Institution / Hochschule
Duale Hochschule Gera-Eisenach (ehem. Berufsakademie Thürigen in Gera)
Note
Schlagworte
gesundheitstag bildungszentrum land- hauswirtschaft dürrenberg instrument gesundheitsförderung

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Titel: Der Gesundheitstag im Bildungszentrum für Land- und Hauswirtschaft Bad Dürrenberg e.V. als Instrument der Gesundheitsförderung