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Facharbeit Wirtschaftsförderungsgesellschaft Arnsberg

Facharbeit (Schule) 2010 110 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Aufgaben einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft
2.1 Generell
2.2 Wirtschaftsförderangsgesellschaft Arnsberg

3. Bedeutung der WFA für den Wirtschafsstandort Arnsberg

4. Vertretung der Stadt in der WFA

5. Untersuchung der Bilanz und GuV-Rechnung der WFA

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Erklärung

9. Anhang

1 Vorwort

Diese Facharbeit beschäftigt sich mit dem Thema Wirtschaftsförderungsgesellschaft Arnsberg.

Im ersten Teil der Facharbeit wird allgemein erläutert, was die Aufgaben einer Wirtschaftsförderung sind. Danach gehe ich konkret auf die Aufgabenfelder der heimischen WFA ein und stelle 2 Projekte dieser vor. Diese sind zum einen die Ansiedlung des Unternehmens Eglo in Arnsberg, zum anderen die Renovierung und Verwendung des Kaiserhauses in Neheim. Ferner wird die Bedeutung der WFA für den Wirtschaftsstandort Arnsberg und Umgebung aus Sicht ihrer Arbeit erläutert.

In einem letzten Abschnitt werde ich noch einmal grob die Bilanz sowie Gewinn und Verlust Rechnung der WFA im Zeitraum von 2003 bis 2007 analysieren und wichtige Zahlenwerte nennen.

Ich entschied mich für dieses Thema, da die WFA eine der stützenden Säulen der heimischen Wirtschaft darstellt. Dies korrespondiert vorallem damit, dass das Facharbeitsthema einen örtlichen Bezug besitzen sollte.

Im Verlauf meiner Recherchearbeit verlagerte sich meine Informationssuche vorallem auf das Internet, da es kaum/keine Literatur über die WFA gibt. Ich fand vorallem auf der Homepage der Stadt Arnsberg genügend Material. Ebenso stand mir Herr Lepski, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, bei jeder Art von Problemstellung zur Seite und war stets ein sehr netter Ansprechpartner. Das mit ihm geführte Interview vertiefte dann den Wissensstand, den ich mir bereits durch Onlinequellen verschaffte.

2 Aufgaben einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Die Aufgaben einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft gliedern sich in viele verschiedene Bereiche, die sich oft auch überschneiden. In einem ersten Block, werde ich die Aufgaben einer Wirtschaftsförderung aus den Augen eines Existensgründers allgemein erläutern, um nachher konkret auf die Aufgaben der WFA im Wirtschaftsstandort Arnsberg zu kommen.

2.1 Generell

Die Aufgaben einer Wirtschaftsförderung im Umgang mit Existensgründern bzw. Menschen, die Unternehmen in einen bestimmten Wirtschaftsstandort bringen/halten wollen, beschränken sich grundlegend auf 5 Aufgabenbereiche.

Zuerst einmal muss sich die interessierte Person bzw. das interessierte Unternehmen einen Termin mit der jeweiligen Wirtschaftsförderung vereinbaren. In diesen ersten Gesprächen werden grundlegende Dinge besprochen, die der Wirtschaftsförderung Aufschluß geben soll, ob eine Förderung in diesem konkreten Fall überhaupt sinnvoll für den Wirtschaftsstandort ist. Wenn diese ersten Dinge besprochen und geklärt worden sind, beginnt die zweite Aufgabe der Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

Im zweiten Schritt, wird der Unternehmer nun direkt beraten, d. h. ihm werden konkrete „Hilfeleister“ (Lieferanten, Immobilienmakler etc.) angeboten. Diese werden dann, in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung, untereinander abgewogen, um schlußendlich das beste Angebot aus Sicht des Unternehmers, sowie der Wirtschafsförderungsgesellschaft zu wählen.

Anschließend werden dem Unternehmer Ansprechpartner zur Seite gestellt, die speziell zu den im zweiten Schritt ausgesuchten „Hilfeleistern“ passen. Dadurch erfolgt eine noch viel fungiertere und aufschlußreichere Beratung als im zweiten Schritt. Ebenso werden in diesem dritten Aufgabenbereich erste Unternehmensausrichtungen erkennbar. Das heißt zum Beispiel, dass das Unternehmen eine eher ökologische Ausrichtung anstrebt (Naturprodukte, grünen Strom etc.).

Um die Pläne des Unternehmers sowie der Wirtschaftsförderung perfekt umzusetzen, wird auch nach möglichen Fortbildungen für den Existenzgründer gesucht, damit dieser ideal für sein Unternehmen vorbereitet ist. Dies ist aus Sicht der WF einer der wichtigsten Schritte, da es immer mehr Unternehmer gibt, die in ihrem Unternehmensfeld keinerlei Grundlagenkenntnisse besitzen. Eine Grundlage ist z.B. ein BWL und/oder VWL Studium, um betriebswirtschaftliche Kenntnisse in die Unternehmenspolitik einfließen lassen zu können.

In einem letzten Schritt, vor der letztendlichen Gründung sind mögliche Förderprogramme für das Unternehmen. So prüft die WF, ob man das Unternehmen in der Anfangszeit in irgendeiner Form zusätzlich unterstützen kann bzw. man es überhaupt machen sollte.

Dieser Kreislauf, in denen die Aufgaben einer Wirtschaftsförderung einbegriffen sind, endet jedoch nicht bei der Existenzgründung. Die Förderungen pflegen auch in der Zukunft engen Kontakt mit den Existenzgründern und stehen als Ansprechpartner bei etwaigen Problemen bereit.

2.2 Wirtschaftsförderungsgesellschaft Arnsberg

Natürlich sind diese Grundzüge auch im Aufgabenfeld der WFA zu erkennen. Jedoch ist wie bereits am Ende erwähnt, das Aufgabenfeld einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft nicht bei der Unternehmensgründung bzw. -ansiedlung abgeschlossen, sondern sie reicht weiter. Ebenso hat eine Wirtschaftsförderung auch eine enorme Bedeutung für einen Wirtschaftsstandort. Im folgenden Abschnitt wird nun auf das Aufgabenfeld der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Arnsberg eingegangen.

Bernd Lepski, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Arnsberg, kritisiert jedoch zuerst einmal das Bild der Öffentlichkeit gegenüber der Arbeit einer Wirtschaftsförderung. Dieses sei „meist sehr stark auf das Thema „neue Unternehmen“ fixiert“1. Die Arbeit und Entwicklung der bereits bestehenden Unternehmen sei in Hinblick auf Arbeitsplatzsicherung um einiges erfolgreicher, als die Ansiedlung neuer Unternehmen.

Die WFA stellt den „Dienstleister für die heimische Wirtschaft und die Unternehmen“ dar. Sie hat ca. 1000 Untemehmenskontakte im Jahr.

Diese 1000 Kontakte teilen sich in ca. 600 Gewerbe An-, Ab- und Ummeldungen, ca. 200 Baugenehmigungen und nochmal ca. 200 Unternehmergesprächen bzg. Standortfragen o.ä. auf. Außerdem unterstützt die WFA, wie bereits erwähnt, Unternehmen die bereits in Arnsberg angesiedelt sind und Hilfe benötigen, weil sie in der Krise stecken. Ein großer Aspekt der WFA ist auch die Existenzgründung. So hat die WFA dort ca. 500 Kontakte im Jahr, die mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen. Von diesen 500 Kontakten kommen ca. 200 in intensive Beratungen, die in knapp 100 Existenzgründungen im Arnsberger Raum pro Jahr führen. Dazu stellt die WFA auch mit der IHK, der Handwerkskammer und dem Stadtmarketing Meschede das „Starter Center“ bereit. Dort können sich Interessierte kundig machen.

Jedoch befasst sich die WFA auch mit der Ansiedlung neuer Unternehmen. Ein Beispiel für ein solches Ansiedlungspaket ist das Unternehmen Eglo. Bei diesem konkreten Beispiel wurdem dem Unternehmen zuerst die Vorteile des Standortes Arnsberg aufgezeigt.

„Eglo ist ein Leuchtenhersteller aus Österreich, der einen Standort suchte
und da konnten wir die Situation nutzen, dass wir mit der Stadt Arnsberg
und den Leuchtenunternehmen in Arnsberg, das Zentrum der Leuchten-
herstellung in Deutschland, wenn nicht in Europa sind. "

Durch diesen Fakt konnte man das Unternehmen Eglo davon überzeugen, dass der Wirtschaftsstandort ideal für das Unternehmen ist. Jedoch mussten noch einige Punkte mit der Unternehmensleistung aus Österreich geklärt werden. Als aber die „grundsätzliche Entscheidung“ getroffen worden ist, dass Eglo Arnsberg auch als geeigneten Wirtschaftsstandort ansieht, fing die Arbeit der WFA an. So führte die WFA alle wichtigen Gespräche für und mit dem Unternehmen Eglo und klärte die grundsätzlichen Rahmenbedingungen, um einer Ansiedlung des Unternehmens nichts mehr in den Weg zu stellen.

„ Nach der grundsätzlichen Entschiedung der Fa. Eglo für den Standort
Arnsberg mussten alle konkreten Rahmenbedingungen für den Standort
Abgestimmt werden, wie etwa der Grundstückspreis, der Grundstücks-
Zuschnitt, die bäuliche Situation u.ä. . Die WFA hat für und mit der
Fa. Eglo die gesamten Gespräche geführt, also vom Erstgespräch über den
Standort, über die Frage einer Baugenehmigung bis schließlich zur
Unterzeichnung des Kaufvertrages. "

Eine weitere Bemühung um Ansiedlung in Arnsberg, die jedoch gescheitert war, ist die des Kaufhauses Karstadt, welche sich schlußendlich für den Standort Meschede entschieden hat.

Neben der Unternehmens- und Arbeitsplatzbeschaffung beschäftigt sich die WFA auch stark mit Infrastrukturplannungen.

So sind alle neuen Kreisverkehre innerhalb Arnsberg innerhalb der WFA beschlossen worden. Unteranderem war auch die WFA beim Bau des neuen Parkplatzes im Möhnepark in Neheim beteiligt.

Außerdem ist die WFA sehr um Grundstücks- sowie Einrichtungsverwendungen bemüht. Die WFA als Unternehmen kann auch als Besitzer dieser Grundstücke bzw. Einrichtungen fungieren und sie dann entweder weiter verkaufen, vermieten oder verpachten oder anderweitig verwenden.

Ein Beispiel dafür ist das kürzlich erst von der WFA sanierte Kaiserhaus in Neheim.

Als im Jahr 1999 das Unternehmen Thorn3 Arnsberg verließ, bestand für den Wirtschaftsstandort eine Gefahr zweierlei Art. Zum einen bedeutete der Weggang Thorns einen Verlust von über 500 Arbeitsplätzen. Zum anderen drohte eine Einbuße von städtbäulicher Qualität in Nähe der Neheimer Innenstadt, da nur teilweise (die hinteren Teilbereiche) private Investoren für das alte Gelände gefunden werden konnten. So entschied die Stadt Arnsberg dort ein eigenes Projekt zu entwickeln, das von Bernd Lepski wie folgt erläutert wurde:

„Daher ist dann entschieden worden, dort ein eigenes Konzept zu entwickeln,
z.B. als Mittelstandszentrum und/oder aber als Veranstaltungs-
zentrum. Dies war dann sozusagen der Ausgangspunkt "3

Die WFA ist daher auch an stadtbäulichen Einzelmaßnahmen beteiligt, dies jedoch eher eingeschränkt, da diese in den meisten Fällen für die WFA selber nicht profitabel sind. Bei dem Beispiel des Kaiserhauses wurde jedoch die folgende, von Herrn Lepski erklärte Ausnahme gemacht.

„Für die Projektentwicklung bedeutete diese [die bestehende Bausubstanz] einen
erheblichen Aufwand, den die WFA auch nur angehen konnte, weil das Land
NRW uns signalisierte, dass es sich an den Kosten beteiligen würde."4

Heutzutage, nachdem ein Großteil der Renovierungsarbeiten abgeschlossen ist, ist das Kaiserhaus ein Gebäude mit vielen Veranstaltungsräumen, jedoch auch Fläche die anderweitig benutzt werden kann. So stehen ca. 3500m2 Büro- und Laborfläche für interessierte Unternehmen bereit. Außerdem stehen Verstaltungs-,Tagungs-,Besprechungs- sowie Seminarräume zur Verfügung. Diese werden nicht nur von der WFA bzw. der Stadt Arnsberg gemietet, so Herr Lepski:

„Der Hauptmieter ist jedoch die Fa. Cardio Tours aus Arnsberg, die einer
der führenden Anbieter von Seminaren zu medizinischen Weiter-
bildung ist. So werden regelmäßig über 200junge Ärzte in 8-tägigen Seminaren
im Bereich Notfall- und Intensivmedizin ausgebildet "4

Außerdem rundet das gastronomische Angebot des Boulevards sowie das künstlerische Angebot des „Kunstwerk am Kaiserhaus“ sowie des „Leuchtmuseums“ das Angebot des Kaiserhauses ab.

Die WFA kann auch als Anteilshaber an Unternehmen fungieren, d.h. dass die WFA Beteilungen am Unternehmen gehören. Dies geschieht vorallem wenn Unternehmen saniert werden müssen. Jedoch ist die WFA im Moment an keinem Unternehmen beteiligt. Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Aufgabe der WFA diejenige ist, Werbung für den Wirtschaftsstandort Arnsberg zu machen und Unternehmen, die bereits in Arnsberg angesiedelt sind, bei Bedarf unter die Arme zu greifen. Dies geschieht durch die Ansiedlung von größeren Unternehmen, durch den Abbau von Arbeitslosigkeit, durch eine gute Infrasturkturplannungen sowie interessanten Grundstücksflächen sowie Immobilien.

Durch diese Faktoren versucht die WFA den Standort für andere Unternehmen, aber auch für Unternehmensgründer, immer attraktiver zu machen.

3 Bedeutung der WFA für den Wirtschaftsstandort Arnsberg

Durch die beschriebenen Aufgabenfelder der WFA hat diese eine enorme Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Arnsberg erhalten.

Durch die Verbesserung von Infrastruktur und Gewerbeflächen wurden die Rahmenbedingungen im Arnsberger Raum deutlich verbessert und bieten Unternehmen ideale Voraussetzungen. Dadurch, dass Arnsberg zu einem Zentrum für die Leuchtenindustrie geworden ist, schafft man auch wichtige Messen in den Standort zu bringen.

Ebenso wurde durch die Eröffnung des Starter Centers ein großer Baustein für eine gute Beratung für Existensgründer gelegt. Wie bereits erwähnt gibt es in Arnsberg und Umgebung ca. 100 Existensgründungen pro Jahr, die so noch erfolgreicher von statte gehen können. Außerdem steht die WFA auch als Ansprechpartner für Arbeitnehmer und -geber bereit. So können Krisenunternehmen Beratungsgespräche mit der WFA führen und mögliche Ansätze für Umstruktuierungen plannen.

Mit diesem Punkt verknüpft ist natürlich die Arbeitsplatzbeschafftung bzw. -sicherung in Arnsberg. Indem die WFA auch eng mit bereits in Arnsberg stationierten Unternehmen arbeitet, versucht man das Beschäftigungslevel konstant zu halten, wenn nicht sogar durch Unternehmensgründungen bzw. -ansiedlungen zu vergrößern.

Schließlich versucht die WFA durch diese Projekte und Angebote die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Arnsberg voran zu treiben, um ihn größer und stärker zu machen. Jedoch muss die Arbeit und die Entwicklung der WFA unter folgenden Rahmenbedingungen5 gesehen werden.

So sind positive Auswirkungen der konjunkturellen Situation auf dem örtlichen Arbeits- & Immobilienmarkt erkennbar. Die positiven Auswirkungen auf dem Immobilienmarkt sind vorallem mit der Renovierung des Kaiserhauses zu verknüpfen. Außerdem gibt es Umstruktuierungen der Arnsberger Wirtschaft.

So müssen Arbeitsplätze im verarbeitendem Sektor möglicherweise ersetzt werden, da sie nur noch unter den Bedingungen hoher Produktivität sowie hohem F&E Einsatz tragbar sind. Die Nachfrage nach Arbeitsplätzen ist in Arnsberg gestiegen. Diese Nachfrage kann jedoch nur sehr eingeschränkt gedeckt werden, da die Qualifikation der regionalen Arbeitskräfte nicht ausreicht. Es gibt eine Verstärkung der Standortkonkurenz in der Region sowie auch zwischen den Regionen und Menschen.

Die WFA muss sich ebenso auf die Einnahmequellen, die sie momentan6 besitzt, beschränken. Die Einnahmemöglichkeiten unterliegen aufgrund der Boden-,Miet- und Pachtpreise einem hohen Konkurrenz- sowie Preisdruck. Außerdem sind die finanziellen Mittel in den Kommunen sehr stark begrenzt.

All diese Entwicklungen stellen eine Bedrohung zur Aufgabenerfüllung einer Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Arnsberg sowie die zukünftigen finanziellen Rahmenbedigungen dar.

Trotzdem muss man schließlich sagen, dass die WFA einen enormen Anteil an der wirtschaftlichen Situation in Arnsberg hat jedoch muss sie sich in Zukunft an immer schwerer werdenen Rahmenbedingungen messen müssen.

4 Vertretung der Stadt in der WFA

Die Stadt Arnsberg ist in 3 Organen der Wirtschaftsförderung vertreten.

Zum einen sind 6 Vertreter der Stadt in der Gesellschafterversammlung. Der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung ist dabei Hans-Josel Vogel. Im Aufsichtsrat sind 4 Vertreter vorhanden. Auch hier bildet Hans-Josef Vogel als Bürgermeister den Vorsitz. Außerdem hat die Stadt noch 2 Vertreter in der Geschäftsführung, wobei hier Bernd Lepski Geschäftsführer der Gesellschaft ist.

Eine Vertretung der Stadt in verschiedenen Organen der WFA ist wichtig, da die Mitarbeiter der WFA entgeldlose Dienstleistungen bereitstellen. Das heißt, dass auch wenn die WFA eine eigene Gesellschaft ist, die Mitarbeiter trotzdem Beamtenstatus besitzen und daher von der Stadt Arnsberg und nicht von den Erlösen der Wirtschaftsförderung ihr Gehalt beziehen. Ein anderer Grund für die Vertretung ist die Finanzierung der WFA. So hat sie durch verschiedene Immobilien oder Grundstücke Mieteinnahmen, diese reichen jedoch meistens nicht aus um alle Projekte zu finanzieren. So wird jedes Jahr auf der Gesellschafterversammlung eine Summe festgesetzt, bis zu welcher die Stadt Arnsberg noch die Verluste der WFA mit abdeckt. Im Jahre 2007 betrug diese Abdeckung der Geschäftsverluste 735.000 €, jedoch kann sie von Jahr zu Jahr variieren.

5 Untersuchung der Bilanz und GuV-Rechnung 2007der WFA

Schließlich möchte ich noch einen Teil der Bilanz und der GuV-Rechnung der WFA untersuchen, da man an ihr grundsätzlich den Erfolg bzw. den Verlust eines Unternehmens messen.7

Grob erläutert stellt die Bilanz den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens in Vergleich zu einem gleichen Zeitpunkt in der Vergangenheit dar. Dieser Vergleich erfolgt durch eine zum Stichtag der Bilanz aus der Buchführung zusammengefasste und gegliederte Vermögensübersicht. Die Bilanz hat im nachhinein 3 Funktionen: die Dokumentationsfunktion (stellt das Vermögen eines Unternehmens dar), die Gewinnermittlungsfunktion (stellt den Periodengewinn dar) sowie die Informationsfunktion (in zwei Teile untergliedert; gibt den Kaufmännern ein Instrument zu Steuerung des Unternehmens. Für Dritte ist sie ein Informationsinstrument für zukünftiges Verhalten gegenüber dem Unternehmen). Die Bilanz teilt sich grob in Aktiva- (oder auch Sollwert) und Passivaseite (Istwert) ein.

Auf der Seite der Anlage Vermögen, welche auf der Aktiva Seite der Bilanz zu finden ist, erkennt man, dass die immateriellen Vermögensgegenstände der WFA in allen Jarhren im Wert gefallen sind, außer im Jahr 05/06. Dort ist ein massiver Anstieg (6,50€ auf 10.648,50€ ) zu erkennen. Dieser Anstieg könnte z.B. einen Anstieg des Geschäftswertes bedeuten, da die WFA nicht mit Patenten oder Lizenzen handelt.

Im Bereich der Sachanlangen erkennt man bis auf das letzte Jahr einen stetig steigenden Wert. Dieser könnte mit einem Mehrerwerb von Immobilien bzw. Gründstücken assoziiert werden. Dabei wird die Renovierung des Kaiserhauses eine wichtige Rolle gespielt haben, da der Wert dieser Immobilie mit weiterlaufenden Zeit immer höher geworden ist.

Beim Umlaufvermögen gibt es zick-zack förmige Veränderungen bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgeständen. Das heißt, dass der Zuwachs des einen Jahres im nächsten Jahr im gleichen Ausmaß wieder in einen Verlust umschwankt.

Die Kassenbestände/Bankguthaben sind/ist in den Jahren 2003 und 2004 gestiegen, bis sie dann seit dem Jahr 2005 stetig fallen. Dies ist möglicherweise mit einer zu hohen Geschäftsverlustsumme zu erklären, die höher war, als die von der Stadt Arnsberg bereitgestellten Abdeckungssumme und die WFA Kredite o.ä. beantragen musste, um Projekte zu realisieren.

Auf der Passiva Seite ist ein stetiger Rückgang des Eigenkapitals erkennbar, der summa summarum

271.067,01€ beträgt und man sich die Frage nach stetigen Jahresfehlbeträgen stellen muss. Auch bei den Rückstellungen ist seit dem Jahr 2006 ein Rückgang zu erkennen. Unter Rückstellungen versteht man Gelder, die bereits jetzt für zukünftige Aufwendungen, die man bereits jetzt abschätzen kann, zurück gelegt werden, etwa Pensionsrückstellungen. Daher verwundert auch an dieser Stelle ein Rückgang.

Darüber hinaus sind auch im Bereich der Verbindlichkeiten bis auf das Jahr 2007 immer höher werdende Werte erkennbar. Die Verbindlichkeiten sind dabei in der Zeitspanne von 2003 bis 2007 um ca. 6,5 Millionen Euro gestiegen, was einen massiven Anstieg bedeutet.

In diesem Sektor erkennt man besonders einen negativen Aspekt einer Wirtschaftsförderung und zwar, dass ihre Arbeit meistens nicht rentabel ist.

Jedoch ist in allen Jahren die Passiva- und die Aktivaseite gleich, das heißt, dass der Sollwert dem Istwert entspricht und die Gesellschaft ihre Kosten tragen kann. Des weiteren ist eine Vervierfachung der Bilanzsumme erkennbar.

Auch die Gewinn und Verlust Rechnung (kurz GuV-Rechnung) gibt einige Aufschlüße über das Wohlergehen eines Unternehmens.

Zuersteinmal ist eine Umsatzsteigerung von ca. 200.000€ zu verbuchen, was einen guten Anstieg in einem Zeitraum von 4 Jahren, für eine Gesellschaft die nicht rentabel arbeitet, bedeutet. Die sonstigen Erträge wurden ebenso um knapp 10.000€ gesteigert, wobei der Personalaufwand auf der anderen Seite um 50.000€ verringert wurde. Dies könnte Entlassungen bedeutet haben.

Die Zinsaufwendungen der WFA sind um ca. 330.000€ gestiegen. Dies könnten Kredite o.ä. Geldrückzahlungen an Institute sein. Die Kapitalertragssteuern betragen fast -0,16€, wobei man im Jahr 2003 noch eine Steuerrückzahlung von knapp 25€ in diesem Sektor verbuchen konnte. So ist der Ertrag und das Einkommen der WFA gestiegen. Die sonstigen Steuern sind im gleichen Zeitraum jedoch um ca. 20.000€ gestigen.

Am Ende erkennt man dass die Abdeckungssumme von 600.000€ um 135.000€ auf 735.000€ gestiegen ist, was größere Verluste der WFA bedeuten. Ferner ist zu beobachten, dass das Jahr 2003 das einzige Jahr der vorhandenen GuV-Rechnung ist, in dem ein Jahresgewinn zu verbuchen ist. In allen anderen Jahren musste das Unternehmen Verluste hinnehmen, mit dem Höchstwert von 222.450,69€ in 2006.

6 Fazit

Ich selber bewerte die Arbeit der WFA, soweit mir eine Bewertung möglich ist, sehr positiv. Die Arbeit der Wirtschaftsförderung stärkt den Wirtschaftsstandort Arnsberg (Ansiedlung Eglo, Starter Center etc.) und macht ihn so immer wichtiger. Man kann dies konkret daran sehen, dass sich Arnsberg mittlerweile zu einer Metropole für die Leuchtenindustrie entwickelt hat.

Außerdem schaft die WFA es durch Baumaßnahmen die außerwirtschaftlichen Aspekte Arnsbergs zu verschönern. Mit dem Kaiserhaus hat man damit einen guten Vorreiter. Die darin enstandene Bar Boulevard stellt an Wochenenden ein beliebtes Ziel für alle Altersgruppen dar und bereichern das sonst eher maue Ausgehangebot in der näheren Region.

Der einzige Punkt, der mich an der Arbeit der WFA stört, ist der finanzielle Aspekt. Wie bereits bei der Untersuchung der GuV-Rechnung, hat die WFA in den letzten 5 Jahren gerade einmal ein Jahr mit einer positiven Handelsbilanz beendet. Außerdem zerrt die immer höher werdende Geschäftsverlustsumme an der Stadtkasse, die schon so ziemlich leer ist.

Am Ende jedoch muss man die Arbeit der WFA loben, da der Wirtschaftsstandort Arnsberg heute sicherlich nicht so aussehen würde, wenn es die Arbeit der WFA nicht gäbe.

7 Literaturverzeichnis

- www. wfa-arnsberg. de
- www.arnsberg.de
- de.wikipedia.org/wiki/Bilanz
- www.arnsberg.de/wirtschaft/wfa.php
- www.wirtschaftsfoerderung-hsk. de/ de/ existenzgruendung/ existenzgruendung.php
- www.grc-ub.de/typo3temp/pics/a54a513c7e.ipg
- www.wfmg.de/library/docs/Diagramm Aufgaben-Ziele II.jpg
- Beteiligungsbereicht der Stadt Arnsberg 2007
- Interview Bernd Lepski, Geschäftsführer WFA (13.01.2010)

[...]


[1] Interview mit Bernd Lepski, Geschäftsführer der WFA vom 13.01.2010 ; s. Anhang

[2] Einer der damals größten Leuchtenhersteller Europas

[3],[4] Interview mit Bernd Lepski, Geschäftsführer der WFA vom 13.01.2010 ; s. Anhang

[5] Interview mit Bernd Lepski, Geschäftsführer der WFA vom 13.01.2010 ; s. Anhang s. Jahreswirtschaftsbericht der Stadt Arnsberg, Stand 2007, s. Anhang

[6] s. Jahreswirtschaftsbericht der Stadt Arnsberg, Stand 2007, s. Anhang

[7] s. Jahreswirtschaftsbericht der Stadt Arnsberg, Stand 2007, s. Anhang

Details

Seiten
110
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640905096
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v170032
Note
1,8
Schlagworte
facharbeit wirtschaftsförderungsgesellschaft arnsberg

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Titel: Facharbeit Wirtschaftsförderungsgesellschaft Arnsberg