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Instrumente des Logistik-Controllings

Hausarbeit 2010 21 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen des Logistik-Controllings
2.1 Definition der Logistik
2.2 Definition des Controllings
2.3 Begriffsbestimmung des Logistik-Controllings

3. Ziele und Aufgaben des Logistik-Controllings
3.1 Ziele
3.2 Aufgaben des strategischen Logistik-Controllings
3.3 Aufgaben des operativen Logistik-Controllings

4. Instrumente des Logistik-Controllings
4.1 Logistische Kosten und Leistungsrechnung
4.1.1 Aufgaben der Logistikkosten- und Leistungrechnung
4.1.2 Logistikleistungsrechnung
4.1.3 Logistikkostenrechnung
4.2 Logistikkennzahlen und Kennzahlensysteme
4.2.1 Begriff und Bedeutung von Kennzahlen
4.2.2 Logistische Kennzahlensysteme

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Hauptaufgaben der Logistikkosten- und Leistungsrechnung 7

l. Einleitung

Die weltweit expandierenden Beschaffungs- und Absatzmärkte, der weiterstei­gende Wettbewerbsdruck, sowie die gewachsenen Leistungsanforderungen be­dürfen neuer Wege zur Steuerung, Planung und Überwachung von Unterneh­mensprozessen. Für die Schaffung und Sicherstellung von Wettbewerbsvortei­len ist das Angebot zusätzlicher Serviceleistungen zwingend und erfolgsent­scheidend. Der Wettbewerb verlagert sich damit von der Primärleistungsebene (Produkt) auf die Sekundärleistungsebene (Serviceleistungen). Aus diesen Gründen hat die Logistik in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen[1] und hiermit auch die Implementierung eines effizienten Logistik-Controllings.[2]

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über einige Instrumente des Logis­tik-Controllings. Zuerst wird auf die Grundlagen des Logistik-Controllings einge­gangen, bzw. auf die Begriffe der Logistik, des Controllings und diesen des Lo­gistik-Controllings als „Schnittmenge“ von den ersten beiden. Im weiteren Ab­schnitt werden die Ziele und Aufgaben des strategischen und operativen Logis­tik-Controllings dargestellt. Das vierte Kapitel erläutert aufgrund der Komplexität des Themas nur ausgewählte Instrumente im Rahmen des operativen Logistik­Controllings. Abschließend zieht das Fazit eine Schlussfolgerung und deutet zu­künftige Entwicklungen im Bereich des Logistik-Controllings an.

2. Grundlagen des Logistik-Controllings

Die Darstellung der Grundlagen des Logistik-Controllings fängt zunächst mit einer Diskussion der Begriffe der Logistik und des Controllings an. Als relativ junge Disziplinen in der Betriebswirtschaftslehre, haben sich die Bereiche der Logistik und des Controllings in vielen Unternehmen als wichtige Steuerungs­und Kontrollfelder etabliert. Wegen ihrer Komplexität und den unterschiedlichen Auffassungen ist es jedoch weder in der Wissenschaft, noch in der Praxis zu einem allgemein gültigen Konsens über ihre Inhalte gekommen. Angesichts dieser Tatsache erscheint es sinnvoll, sich zuerst mit den Definitionen der Logistik und des Controllings auseinanderzusetzten, da sie für das Begriffsverständnis des Logistik-Controllings maßgebend sind. Des Weiteren wird eine Definition für das Logistik-Controlling herausgearbeitet und erläutert, die für diese Arbeit verwendet wird.[3]

2.1 Definition der Logistik

Die betriebswirtschaftliche Bedeutung der Logistik ist seit den 70er Jahren in der deutschen Unternehmenswelt kontinuierlich angewachsen.[4] Es findet nämlich eine Umwandlung statt, von der rein physisch orientierten Transport- und Lagerwirtschaft, über die flussorientierten Ansätze der Logistik, bis hin zum Supply Chain Management, das die Unternehmensgrenzen überschreitet.[5] Aufgrund der verschiedenen Sichtweisen und der nicht gefundenen Übereinstimmung über die Aufgaben der Logistik, wird der Logistikbegriff immer noch kontrovers diskutiert.

Göpfert bezeichnet die Logistik als „ [...] eine moderne Führungskonzeption zur Entwicklung, Gestaltung, Lenkung und Realisation effektiver und effizienter Flüsse von Objekten [...] in unternehmensweiten und unternehmens­übergreifenden Wertschöpfungssystemen.“[6]

Diese Arbeit beschränkt sich aber auf die flussorientierte „ 6-R-Definition“ nach Jünemann. Die Logistik hat dafür zu sorgen „ [...] die richtige Menge, der richtigen Objekte, am richtigen Ort, zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Qualität zu den richtigen Kosten bereitzustellen.“[7]

2.2 Definition des Controllings

Es besteht ebenso wie für den Logistikbegriff, auch für das Controlling keine einheitliche Begriffsbestimmung. Die bekanntesten und die meist vertretenen Definitionsansätze sind der informationstheoretische Ansatz nach Reichmann, die beiden koordinationsorientierten Ansätze nach Horvath und Küpper und der rationalitätsorientierte Ansatz nach Weber und Schäffer.[8]

Reichmann definiert das Controlling als „ zielbezogene Unterstützung von Führungsaufgaben, die der systemgestützten Informationsbeschaffung und -

Verarbeitung zur Planung, Koordination und Kontrolle dient.“[9] Ziel des Controllings hiermit ist bedarfsgerecht entscheidungsrelevante Informationen bereitzustellen. Sein Nachteil besteht jedoch in der mangelnden Koordination zwischen den einzelnen Führungsteilsystemen.

Horvath erweitert das Begriffsverständnis des Controlling und bezeichnet ihn als „ dasjenige Subsystem der Führung, das Planung und Kontrolle sowie Infor­mationsversorgung systembildend und systemkoppelnd, ergebniszielorientiert koordiniert und so die Adaption und Koordination des Gesamtsystems unter­stützt.“[10] Der Koordinationsbedarf lässt sich auch nicht hier vollständig befriedi­gen, da Horvath organisatorische und personelle Aspekte nicht beachtet. Küp­per löst dieses Problem, indem er den koordinationsorientierten Ansatz um die Führungsteilsysteme „Organisation“ und „Personal“ ergänzt.[11]

Laut dem rationalitätsorientierten Ansatz nach Weber/Schäffer, zielt das Controlling eine Rationalitätssicherung der Führung ab. Um ein zielorientiertes Handeln zu gewährleisten, werden die Informations- und Koordinationsansätze mit einbezogen und je nach Unternehmenssituation wird der eine oder der andere Controllingansatz verwendet.[12]

Im Hinblick auf das behandelte Thema „ Instrumente des Logistik-Controlling“, bzw. die Logistikkosten- und Leistungsrechnung, sowie die logistischen Kennzahlen und Kennzahlensysteme und angesichts des Systemdenkens der Logistik erscheint der koordinationsorientierte Ansatz nach Horvath am angemessensten zu sein.[13]

2.3 Begriffsbestimmung des Logistik-Controllings

„ Unter Logistik-Controlling ist die Wahrnehmung von Controlling-Aufgaben im Logistikbereich des Unternehmens zu verstehen“.[14] Je nachdem in welchen, der vier logistischen Entwicklungsstufen sich ein Unternehmen befindet und welche Controlling-Konzeption ihm zugrunde liegt, können eine Vielzahl von unter­schiedlichen Definitionsansätzen für das Logistik-Controlling entwickelt wer­den.[15] Entsprechend dem Schwerpunkt dieser Arbeit, erscheint die zweite von den vier Ausprägungen nach Pfohl in Bezug auf das Logistik-Controlling die re­levanteste zu sein. „ Für die koordinationsorientierte Logistik benötigt das Lo­gistikmanagement Informationen und andere Führungsunterstützung zur Ab­stimmung zwischen Beschaffung, Produktion und Distribution. Aufgaben des Logistik-Controllings gewinnen folglich stark einen projektmäßigen und fallbezo­genen Charakter. Die Basis der Logistikkosten- und Leistungsrechnung erweist sich als wichtige Hilfestellung zur Lösung der Koordinationsprobleme.“[16]

3. Ziele und Aufgaben des Logistik-Controllings

Es kommt häufig in der Praxis vor, dass die Begriffe Ziel und Aufgabe fälschlicherweise zum Teil synonym verwendet werden. Der Unterschied zwischen den beiden besteht darin, dass Ziele einen Zustand bis zu einem bestimmten Zeitpunkt angeben, welcher erreicht werden soll. Die Aufgaben hingegen sind an Handlungen gebunden, die für die Zielerreichung sorgen.

3.1 Ziele

Ein wesentliches Merkmal von Controlling-Systemen und damit auch vom System des Logistik-Controllings ist das Definieren und die Ausrichtung von Zielen. Je nach Kriterium lassen sich unterschiedliche Zielausprägungen formulieren, (z.B. nach dem Kriterium des Zielinhaltes: Formal-, Sach- und Sozialziele oder nach ihrer Bedeutung: Haupt- und Nebenziele). Aus Sicht des Logistik-Controllings können Ziele allgemein als direkte und indirekte charakterisiert werden. Bei den direkten Zielen ist das Informationsziel von herausragender Bedeutung und bei den indirekten die Formal- (Senkung der Logistikkosten) und Sachziele (Verkürzung der Lieferzeit, Erhöhung des Lieferbereitschaftsgrades usw.).[17] Um diese und weitere Ziele zu erreichen, ist die Wahrnehmung von Controlling-Aufgaben notwendig. Weber teilt die Aufgaben des Logistik-Controllings in zwei Gruppen, in strategische und operative auf.

3.2 Aufgaben des strategischen Logistik-Controllings

Das strategische Logistik-Controlling liegt im Bereich von Struktur-, Gestaltungs- und Anpassungsaufgaben und hat zum Ziel, langfristige Erfolgs­und Fähigkeitspotentiale zu gestalten, welche die Unternehmensexistenz sicherstellen sollen.[18] Laut Weber gehören zu den Aufgaben des strategischen Logistik-Controllings:

- „ Unterstützung bei der Bestimmung der strategischen Bedeutung der Logistik für das Unternehmen
- Koordinierte Einbindung der Logistik in die strategische Planung des Unternehmens
- Unterstützung bei der Festlegung logistischer Strategien als Funktionalstrategien
- Sicherstellung der Umsetzung der strategischen in die operative Logistikplanung
- Aufbau und Prozessmanagement der strategischen Kontrolle ,,[19]

Um das alles realisieren zu können, ist zunächst die strategische Bedeutung der Logistik für das Unternehmen zu analysieren. Erweist sich die Bedeutung der Logistik als gering, ist vom Aufbau eines umfassenden und kostenintensiven Logistik-Controllings abzuraten. Als geeignetes und sehr anschauliches Instrument zur Beurteilung wird die Portfolio-Analyse verwendet. Mit dieser Methode stellt Weber einer Logistikattraktivität das Kriterium Logistikkompetenz gegenüber.[20]

3.3 Aufgaben des operativen Logistik-Controllings

Im Mittelpunkt des operativen Logistik-Controllings steht die Unterstützung des Logistikmanagements bei Entscheidungen kurzfristigen Charakters, die das Ta­gesgeschäft betreffen.[21] Zielsetzung hiermit ist die Sicherstellung von Rentabili­tät, Wirtschaftlichkeit und höheren Gewinnen.[22]

[...]


[1] Vgl. Linder, O., Piringer, H. 1990, S.213

[2] Vgl. Lorenzen, K.- D. 1998, 46 f.

[3] Vgl. Göpfert, I. 2005, S.l

[4] Vgl. Arnold, D. 2008, S.l

[5] Vgl. Weber, J. 2000 , S. 457 f.

[6] Vgl. Göpfert, I. 2005, S.23

[7] Vgl. Ehrmann, R. 2008, S.25

[8] Eigene Darstellung

[9] Reichmann, Th. 2001, S. 13.

[10] Horvath, P. 2003, S. 151

[11] Eigene Darstellung

[12] Vgl. Weber, J., Schäffer, U. 2001, S.76

[13] Eigene Darstellung

[14] Pfohl, H.- C. 2004, S. 201

[15] Eigene Darstellung: angelehnt an Küpper, H.- U. 2005, S.453

[16] Pfohl, H.- C., 2004, S. 202 f.

[17] Vgl. Lorenzen, K.- D. 1998, S.50

[18] Vgl. Lehmann, R. 2002, S. 9

[19] Weber, J. 1993, S. 45

[20] Vgl. Weber, J. 1995, S. 21

[21] Vgl. Lehmann, R. 2002, S. 9

[22] Vgl. Horvath, P. 1990, S.239

Details

Seiten
21
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640887644
ISBN (Buch)
9783640887880
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v170062
Institution / Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin
Note
Schlagworte
instrumente logistik-controllings

Autor

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Titel: Instrumente des Logistik-Controllings