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Der Business Engineering Ansatz

Zielsetzung und Anwendungsmöglichkeiten im Rahmen der Steuerung von Unternehmensnetzwerken

Seminararbeit 2010 30 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen
2.1 Unternehmensnetzwerk
2.2 Ansatz des Business Engineering

3 Gründe für die Bildung sowie Anforderungen im Rahmen der Steuerung von Unternehmensnetzwerken
3.1 Wirtschaftliche Gründe für die Bildung von Unternehmensnetzwerken
3.2 Organisatorische Anforderungen
3.3 Sozio-emotionale Anforderungen
3.4 Technologische Anforderungen

4 Möglichkeiten des Business Engineering bei der Steuerung von Unternehmensnetzwerken
4.1 Ebenen des Business Engineering im Kontext des Business Networking
4.2 Methodenverständnis des Business Engineering
4.3 Methodenlandschaft des Business Engineering
4.4 Nutzen des Business Engineering Ansatzes zur Bewältigung der Anforderungen bei der Steuerung von Unternehmensnetzwerken

5 Schlussbetrachtung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2.1: Netzwerke und Netzwerktypen

Abbildung 2.2: Ausprägung von Netzwerkstrukturen

Abbildung 2.3: Logik der Transformation

Abbildung 2.4: Business-Engineering-Landkarte

Abbildung 3.1: Eine Typologie interorganisationaler Netzwerke

Abbildung 3.2: Geschäftsarchitektur des Informationszeitalters

Abbildung 4.1: Ebenen des Business Engineering im Business

Abbildung 4.2: Komponenten von Methoden im Methoden Engineering

Abbildung 4.3: Die Dimensionen und Ebenen des Business

Engineering Ansatzes

Tabellenverzeichnis

Tabelle.1: Zusammenfassung des BE Ansatzes

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Bedingt durch die schnell voranschreitende technische Entwicklung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK-Technologien) befindet sich die Gesellschaft und mit ihr die Wirtschaft in der Transformation vom Industriezeitalter in das Informationszeitalter (vgl. Österle/Winter 2000, S. 4). Die IuK-Technologien sind hierbei als so genannte „Enabler“ für den Transformationsprozess zu sehen (vgl. Österle/Winter 2000, S. 6) und ermöglichen über ihren Nutzen die zunehmende Globalisierung der Märkte durch das fast vollständige Wegfallen von zeitlichen und räumlichen Einschränkungen. Diese Entwicklung stellt die Unternehmen vor große Herausforderungen, denen nicht lediglich mittels Optimierung von einzelnen Prozessen entgegnet werden kann, sondern nur durch eine vollständige Neustrukturierung der Unternehmen, um in der Zukunft und somit im Informationszeitalter konkurrenzfähig zu bleiben. Im Rahmen der bereits angesprochenen Globalisierung entsteht ein zunehmender Konkurrenzdruck, da die Marktteilnehmer sich immer öfter in einer weltweiten Konkurrenzsituation befinden. Diese Situation zwingt die einzelnen Unternehmen zur Rückbesinnung auf die eigentlichen Stärken des eigenen Unternehmens und damit auf eine Konzentration auf die entsprechenden Kernprozesse. In logischer Konsequenz müssen immer mehr Prozesse in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen durchgeführt werden. Eine Vernetzung der Unternehmen zu so genannten Unternehmensnetzwerken ist eine Entwicklung die mit dem Informationszeitalter erforderlich und durch die IuK-Technologien ermöglicht wird. Mit dem damit einhergehenden Wegfallen von hierarchischen Strukturen – ein Unternehmen mit einer Leitung – wird die Steuerung von Unternehmensnetzwerken – viele Unternehmen und viele Leitungen – zu einem großen Problem für Unternehmen im Informationszeitalter.

Ziel dieser Seminararbeit ist es, den Business Engineering (BE) Ansatz im Rahmen der Zielsetzung und Anwendungsmöglichkeiten in Bezug auf die Steuerung von Unternehmensnetzwerken zu untersuchen.

Zu diesem Zweck werden zuerst als Grundlage im Kapitel 2 die beiden Begriffe Unternehmensnetzwerke und der BE Ansatz erläutert und ein Zusammenhang zwischen diesen dargestellt.

Im folgenden Kapitel 3 wird auf die wirtschaftlichen Gründe für die Bildung von Unternehmensnetzwerken eingegangen. Es werden auch, unterteilt in organisatorische, sozio-emotionale und technologische Anforderungen, die Anforderungen bei der Steuerung von Unternehmensnetzwerken aufgezeigt.

Das Kapitel 4 beginnt mit der Überführung des BE Ansatzes in den Kontext des Business Networking (BN). Anschließend wird, basierend auf dem Methodenverständnis des Methoden-Engineering (ME), die Methodenlandschaft des BE genauer erläutert. Abschließend wird der Nutzen des BE zur Bewältigung der Anforderungen bei der Steuerung von Unternehmensnetzwerken zusammenfassend dargestellt.

2 Grundlagen

Wie in der Einleitung deutlich geworden ist, sind zwei Begriffe elementar für die Herausforderungen des Transformationsprozesses, welcher durch den Übergang der Wirtschaft in das Informationszeitalter notwendig ist. Zum einen sind es UNTERNEHMENSNETZWERKE, als die Organisationsform des Informationszeitalters, die schon heute und auch zukünftig eine bedeutende Rolle bei Wertschöpfungsprozessen spielen werden und zum anderen ist es der BUSINESS ENGINEERING ANSATZ. Im weiteren Verlauf des Kapitels werden daher beide Begriffe genauer erläutert.

2.1 Unternehmensnetzwerk

Ein Unternehmensnetzwerk kann in unterschiedlichen Formen existieren, welche sich durch das wirtschaftliche Ziel des Netzwerkes ergeben. Das Unternehmensnetzwerk stellt gleichzeitig auch ein soziales Netzwerkes dar (vgl. Aderhold 2005, S. 116).

Abbildung 2.1: Netzwerke und Netzwerktypen

Quelle: in Anlehnung an Aderhold 2005, S. 116

Aus diesem Grund kann eine allgemeine Netzwerkdefinition auch als Basis zur Definition von Unternehmensnetzwerken herangezogen werden. So definieren Boos/Exner/Heitger (1992, S. 58) ein soziales Netzwerk wie folgt:

„Ein Netzwerk ist ein personenbezogenes Beziehungsgeflecht, welches auf einem gemeinsamen Basisinteresse beruht und durch aktuelle Anlässe aktiviert und sichtbar wird.“

Basierend auf dieser Definition erweitert Ziegenhorn (2005, S. 37) diese um weitere bereits von Boos/Exner/Heitger (1992) aufgeführte Aspekte:

„Netzwerke sind personenbezogene Beziehungsgeflechte, die ein gemeinsames Basisinteresse der am Netzwerk beteiligten Personen voraussetzen, wobei jedoch aktuelle Anlässe erst das Signal zum Auftakt des Verknüpfens sind im Sinne von Beziehungsaufbau und -nutzung geben.“

Eine Anwendung dieser Definition im Kontext eines Unternehmensnetzwerkes ergibt folgende grundlegende Merkmale von Unternehmensnetzwerken:

- Beziehungen zwischen (juristisch selbständigen) Unternehmen anstatt von persönlichen Beziehungen,
- gemeinsame Interessen, wobei diese (meistens) im wirtschaftlichen Kontext zu sehen sind und
- eine Situation die als Anlass fungiert Beziehungen zu knüpfen und (nicht nur einmalig) zu nutzen (vgl. Aderhold/Meyer/Ziegenhorn 2001, S. 136).

Dabei können sich durch die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen ganz unterschiedlich stark ausgeprägte Netzwerkstrukturen entwickeln.

Abbildung 2.2: Ausprägung von Netzwerkstrukturen

Quelle: in Anlehnung an Siebert 1991, S. 293

Beispielhaft sei hier das von Malte (2005, S. 18) beschriebene virtuelle Unternehmen, welches als Vermittler für Dienstleistungen und Waren in einem flexiblen Netzwerk von rechtlich und wirtschaftlich autarken Unternehmen auftritt, genannt. Jedes Unternehmen in diesem Netzwerk hat spezielle Fähigkeiten und Kernkompetenzen. Durch die Bereitstellung dieser Fähigkeiten und Kernkompetenzen für alle anderen Unternehmen in diesem Netzwerk sollen Synergieeffekte geschaffen werden. Bei dieser Art von Unternehmensnetzwerk sind die Netzwerkverbindungen von loser Struktur und das Netzwerk ist sehr flexibel und anpassungsfähig. Eine Beständigkeit bezogen auf die Mitglieder des Netzwerkes muss nicht gegeben sein.

Auch eine am Kundenprozess orientierte Generierung eines Unternehmensnetzwerkes, wie sie von Österle (2003, S. 24 ff.) beschrieben wird ist, eine mögliche Form eines Unternehmensnetzwerkes.

Für weitere Informationen zu den unterschiedlichen Formen von Unternehmensnetzwerken wird auf die weiterführende Literatur verwiesen.

2.2 Ansatz des Business Engineering

Das Ziel des BE ist es, die Unternehmen bei ihrer Transformation in das Informationszeitalter zu unterstützen (vgl. Leist-Gallos 2006, S. 186). „Transformation bedeutet, vorhandene Unternehmen zu restrukturieren oder neue Unternehmen zu schaffen“ (Österle/Winter 2003, S. 6). Dabei werden IT-Innovationen als vorwiegender Auslöser von Transformationen gesehen (vgl. Österle/Winter 2003, S. 6). IT-Innovationen können z.B. die Verfügbarkeit von Informationen verbessern oder Geschäftsprozesse über die Grenzen eines Unternehmens hinaus ermöglichen. Basierend auf solchen Technologien können neue Geschäftslösungen entwickelt werden. Die sich dadurch ergebende Logik der Transformation kann der Abbildung 2.3 (S. 5) entnommen werden.

Diese Transformation ist unter Berücksichtigung all ihrer technischen und sozio-ökonomischen Aspekte zu komplex um ohne systematisches und strukturiertes Vorgehen umgesetzt zu werden (vgl. Österle/Winter 2003, S. 7).

Daher ist es die Idee des BE, „innovative Geschäftslösungen so professionell wie Flugzeuge und Fertigungsanlagen zu entwickeln“ (Österle/Blessing 2005, S. 7). Zu diesem Zweck stellt das BE eine Reihe von Vorgehensmodellen, Methoden und Werkzeuge zur Verfügung, welche wesentlich für die ingenieurmäßige Vorgehensweise des BE als „methoden- und modellbasierende Konstruktionslehre für Unternehmen des Informationszeitalters“ (Österle/Winter 2003, S. 7) ist.

Abbildung 2.3: Logik der Transformation

Quelle: entnommen aus Österle/Winter 2003, S. 7

Dabei ist das BE als interdisziplinärer Ansatz zu sehen, welches die unterschiedlichen Aspekte der Transformation in der so genannten Business-Engineering-Landkarte ordnet (vgl. Leist-Gallos 2006, S. 186) (siehe Abbildung 2.4, S. 6).

Durch die Einbeziehung der Ebenen Geschäftsstrategie und der Geschäftsprozesse stellt das BE eine stringente Weiterentwicklung der Entwicklungsmethodik betrieblicher Informationssystemen dar (vgl. Österle et. al. 2004, S. 1).

Dabei umfassen die einzelnen Ebenen des BE folgende Inhalte:

- Geschäftsstrategie: Markt und dessen Einfluss auf das Unternehmen, das sich daraus ergebende strategische Umfeld und die Marktleistungen des Unternehmens,
- Geschäftsprozesse: Die Prozesse und ihre Bestandsteile sowie deren Leistungen,
- Informations- und Kommunikationssysteme: Die Applikationen,

deren Funktionen, deren Datengrundlage und die entsprechenden IT-Komponenten (vgl. Leist-Gallos 2006, S. 187 f.)

Erst durch die Einbeziehung der Ebenen Geschäftsstrategie und Geschäftsprozesse werden die durch IT-Innovationen ermöglichten Geschäftslösungen wirksam in einem Unternehmen umgesetzt (vgl. Höning 2009, S. 38).

[...]

Details

Seiten
30
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640886791
ISBN (Buch)
9783640886562
DOI
10.3239/9783640886791
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Informationsmanagement (B*IMA)
Erscheinungsdatum
2011 (April)
Note
1,7
Schlagworte
Business Engineering Unternehmensnetzwerke Business Engineering Ansatz Steuerung

Autor

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Titel: Der Business Engineering Ansatz