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Anforderungen selbstgesteuerten Lernens

Hausarbeit 2010 14 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Selbstgesteuertes Lernen als gesellschaftliche Anforderung

3. Definition Selbstgesteuertes Lernen

4. Anforderungen an den Lernenden
4.1 Kognition
4.1.1 Wiederholungs-/ Einprägungsstrategien
4.1.2 Elaborationsstrategien
4.1.3 Organisationsstrategien
4.2 Motivation
4.3 Ressourcennutzung
4.4 Soziale Interaktion

5. Anforderungen an die Lehrenden

6. Anforderungen an Institutionen

7. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.“ Laozi

1. Einleitung

Das Thema „Selbstgesteuertes Lernen“ genießt in der gegenwärtigen Diskussion um Erwachsenenbildung großes Ansehen. Weiterbildung darf sich nicht mehr nur auf die pure Vermittlung von Wissensbeständen beschränken. Vielmehr sollen den Lernenden Kompetenzen vermittelt werden, die sie zu selbstgesteuerten Lernen befähigen.

Die Zielsetzung dieser Hausarbeit besteht darin aufzuzeigen welche Anforderungen selbstgesteuertes Lernen an alle am Prozess Beteiligten stellt. Zunächst wird dabei die gesellschaftliche Relevanz für lebenslanges, selbstgesteuertes Lernen dargestellt. Anschließend werde ich versuchen zu klären was überhaupt unter dem Begriff des selbstgesteuerten Lernens zu verstehen ist. Im Hauptteil der Arbeit werde ich die Voraussetzungen für selbstgesteuertes Lernen aus Sicht der Lernenden, Lehrenden und schließlich der Institutionen genauer beleuchten.

2. Selbstgesteuertes Lernen als gesellschaftliche Anforderung

Gesellschaftliche Wandlungsprozesse, wie Marktdynamik und technologische Umbrüche machen es heutzutage notwendig sich fortwährend weiterzubilden. Man kann nicht mehr davon ausgehen, dass Lernen auf einen länger anhaltenden Vorrat möglich ist (vgl. Behrmann; Schwarz 2003, S. 19). Die Gesellschaft verändert sich so rasant, dass beruflich relevantes Wissen schnell veraltet und aktualisiert werden muss (vgl. Konrad 2008, S. 2). Schon seit den 1970er Jahren treten diese Entwicklungen immer wieder in bildungspolitischen Debatten auf (vgl. Dietrich; Fuchs-Brüninghoff 1999, S. 14). Das lernende Subjekt rückt dabei in den Mittelpunkt in der Diskussion um lebenslanges Lernen. Ein neues Verständnis von Lernen hat sich herausgebildet. Das traditionelle Bild eines Erwachsenen, dessen Leben sich in zwei große Phasen gliederte wurde abgelöst durch ein Moderneres. Früher ging man davon aus, dass sich ein Mensch in der ersten Phase seines Lebens das Wissen aneignet, welches er für seinen gewählten Beruf benötigte. Anschließend konnte er seiner Arbeit, auf Grundlage dieser Wissensbasis nachgehen. Heute wird die Rolle des Erwachsenen jedoch viel differenzierter betrachtet. Er ist gleichzeitig in verschiedene soziale und lebensweltliche Beziehungen eingespannt, die ihn unterschiedlich fordern. In einigen Situationen kann er als gut Gebildeter auftreten, in anderen allerdings ist er es selbst der Rat bei Anderen sucht (vgl. Hof 2009, S56-58. Dadurch, dass der der Lernprozess für einen Menschen heute nie als abgeschlossen betrachtet wird, werden immer mehr Lernmöglichkeiten nötig. Die Herausforderung für jeden Einzelnen wächst immer weiter, sich verstärkt mit Lernanforderungen auseinander zu setzen. Diese Veränderungen machen lebenslanges und selbstgesteuertes Lernen unerlässlich. Besonders im beruflichen Alltag wird die Fähigkeit selbstgesteuert zu lernen zu einem wichtigen Auslesekriterium. Qualifikationen, wie Selbstmotivation, Eigeninitiative und die Bereitschaft ständig neues zu lernen, sind heute Anforderungen, die in fast jedem Berufszweig erwartet werden. Gefordert wird dies von jedem, nicht nur von Bildungsgewohnten. Selbstgesteuertes Lebenslanges Lernen wird auch als Königsweg im Bildungsprozess bezeichnet (vgl. Dietrich; Fuchs-Brüninghoff 1999, S.17).

3. Definition Selbstgesteuertes Lernen

Um den Begriff definieren zu können muss zunächst zwischen selbstgesteuerten und informellen Lernen unterschieden werden. Selbstgesteuertes Lernen ist immer intentional. Das Individuum eignet sich dabei vor dem Hintergrund subjektiver Gründe Wissen an. Dieser Lernprozess kann durchaus auch in einem organisierten Rahmen stattfinden und zu einem anerkannten Abschluss führen. Informelles Lernen hingegen ist unstrukturiert findet üblicherweise nicht in Bildungseinrichtungen statt und führt auch nicht zu einem Zertifikat.

In der Literatur gibt es keine eindeutige Definition für Selbstgesteuertes Lernen. Oftmals überschneiden sich ähnliche Begriffe, wie selbstbestimmtes-, selbstorganisiertes-, offenes- oder autonomes Lernen oder werden synonym gebraucht (vgl. Dietrich; Fuchs-Brüninghoff 1999, S. 14-15). Gemein haben jedoch alle Definitionsansätze, dass der Lerner Organisator und Initiator des eigenen Lernprozesses ist. Sein Verhalten wird nicht durch fremdformulierte Lernaufträge bestimmt. Er trifft Entscheidungen über Lernziele (Woraufhin?), Inhalte (Was?), zeitliche Aspekte (Wann? Wie lange?), Lernressourcen (Medien, Lernmittel), über methodische Aspekte (Wie? Allein oder mit Anderen zusammen?) und Evaluation der Lernergebnisse. Selbstgesteuertes Lernen ist also immer ein bewusster und zielgerichteter Prozess (vgl. Friedrich 1999, S.3).

Lernen findet allerdings fast nie nur selbst- oder fremdgesteuert statt. Je nachdem welche und wie viele der oben genannten Entscheidungen selbst getroffen wurden, kann man den Lernprozess als mehr oder weniger selbstgesteuert bezeichnen. Im konkreten Fall sind die zwei Formen jedoch meist gemischt (vgl. Friedrich 1999, S. 4). Selbstgesteuertes Lernen kann, wie schon erwähnt sowohl institutionell als auch ganz ohne fremde Hilfe erfolgen. Es kann sowohl theoriebestimmt als auch erfahrungsbezogen sein (vgl. Behrmann; Schwarz 2003, S. 24).

4. Anforderungen an den Lernenden

Lernen, egal ob selbst- oder fremdbestimmt bedeutet immer neue Informationen einzuholen, sie zu verarbeiten und mit dem eigenen Wissen abzugleichen und zu verknüpfen. Anschließend muss das Wissen aktiv in Handlungen umgesetzt werden um besser dauerhaft gespeichert werden zu können. Selbstgesteuertes Lernen als eine Sonderform erfordert darüber hinaus allerdings noch weitere und vielfältigere Kompetenzen des Lernenden. Er muss seinen Lernbedarf selbst erfassen und sich geeignete und realistische Ziele setzen. Er muss entscheiden was selbstgesteuert gelernt werden kann und wo es sinnvoll ist, aufgrund von persönlichen Grenzen, Angebote von professionellen Bildungseinrichtungen in Anspruch zu nehmen. Überdies müssen geeignete Lernstrategien ausgewählt und angewendet werden und der eigene Lernprozess muss kontrolliert und reguliert werden, damit letztlich die Lernleistung bewertet werden kann. Der Lernende muss es schaffen über den gesamten Lernprozess hinweg seine Motivation und Konzentration aufrecht zu erhalten (vgl. Dietrich; Fuchs-Brüninghoff 1999, S. 18).

All diese Kompetenzen können nicht grundsätzlich bei jedem gleichermaßen vorausgesetzt werden. Meist entwickeln sie sich erst vollständig während des Prozesses. Damit dies geschehen kann muss sich erst ein Selbstverständnis der Rolle als Lerner entwickeln. Der Lernende muss bereit sein bewusst die Verantwortung für sein Lernen zu übernehmen und sollte sein persönliches Lernverhalten, also bestimmte Muster und Strategien, kennen und berücksichtigen. Selbstgesteuertes Lernen kann schnell zu Frustrationen aufgrund von Misserfolgserlebnissen führen, wenn im Vorhinein nicht genügen Zeit in die Vorbereitungen investiert wurde.

Die wichtigsten Anforderungen an den Lernenden sollen nun noch einmal genauer betrachtet werden. Dabei handelt es sich speziell um vier Punkte: Kognition, Motivation, Ressourcennutzung und soziale Interaktion.

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Details

Seiten
14
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640887774
ISBN (Buch)
9783640887903
Dateigröße
410 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v170129
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Erziehungswissenschaft
Note
2,7
Schlagworte
anforderungen lernens

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Titel: Anforderungen selbstgesteuerten Lernens