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Singapur als Bildungszentrum und Verkehrsknotenpunkt

Seminararbeit 2010 10 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Landesinformationen und Geschichte

3. Wirtschaftliche Entwicklung

4. Singapur als Bildungszentrum

5. Singapur als Verkehrsknotenpunkt

6. Fazit

7. Literatur- und Quellenangabe

8. Anlagen

1. Einleitung

Singapur - eine Global City, Stadt- und Inselstadt, sowie Industrienation, hat es in weniger als einem halben Jahrhundert geschafft, sich von einem Entwicklungsland zu einem Staat mit einem der höchsten Pro-Kopf-Einkommen weltweit zu entwickeln. Im Jahr 2010 liegt das BIP/Kopf bei 50.266 $ was den 6. Platz im weltweiten Vergleich bedeutet (www.hdrstats.undp.org). Der wirtschaftliche Aufschwung ist der autoritären Staatsführung, der geographischen Lage und den richtigen Entscheidungen in der wirtschaftlichen Entwicklung zu verdanken. Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1960 war die Regierung einige Male gezwungen, die Ausrichtung der Wirtschaft zu ändern. Heute liegt der Schwerpunkt auf dem tertiären und quartären Sektor, insbesondere der Bildung, zudem hat sich Singapur zu einem der bedeutendsten Finanzplätze entwickelt und besitzt den größten Containerhafen weltweit. Singapur hat es verstanden, seinen geostrategischen Vorteil zu nutzen und sich zur Verkehrsdrehscheibe in Südostasien zu entwickeln.

2. Landesinformationen und Geschichte

Die Insel und Republik Singapur liegt an der Südspitze der Malaiischen Halbinsel an der Malakkastraße und wird durch die Johorstraße vom Festland getrennt. Zu den Nachbarn gehören Malaysia und Indonesiens Insel Sumatra. Mit seiner Fläche von 693 km² (EMRICH 2008, S. 69) ist Singapur der kleinste Staat Asiens und etwa so groß wie Hamburg. Die größte ethnische Gruppe sind die Chinesen (76,8%), gefolgt von den Malaien (13,9%) und den Indern (7,9%).

Die Gründung Singapurs erfolgte durch Sir Thomas Stamfort Raffles, der 1819 einen Stützpunkt auf der von Piraten als Unterschlupf genutzten Insel, gründete.

„Die von Raffles betriebene Freihandelspolitik führte dazu, dass die Stadt schon im 19. Jhd. ein wichtiger Handelsplatz, vor allem im Entrepothandel, sowie ein Militärstützpunkt für das britische Empire war. Der wirtschaftliche Aufschwung (…) führte zu einer starken Immigration, vor allem chinesischer Arbeiter, nach Singapur.“ (WESTERHOLT 1995, S. 321)

Unter Entrepot ist ein Handelsplatz zu verstehen, der aus der Sicht des Hinterlandes nicht zu umgehen ist, wenn man Handel mit anderen Ländern und Regionen betreiben will (KINDER 2003, S.21).

Singapurs Voraussetzungen verbesserten sich durch die Eröffnung des Suezkanals im Jahre 1869 noch mehr, da nun der asiatische Markt von Europa her mit Dampfschiffen erreichbar war. Dampfschiffe nutzten dabei Singapur als Versorgungshafen, zuvor hatte der Schiffsverkehr Sumatra südlich passiert. Außerdem stieg weltweit der Bedarf an Zinn und Kautschuk, dies waren die Hauptexportprodukte.

Da Singapur keinerlei natürliche Ressourcen besitzt ist es von Beziehungen mit dem Ausland abhängig. So werden alle wichtigen Rohstoffe importiert, sogar Trinkwasser, da die ca. 5 Mio. Einwohner durch die knappen Vorräte der Insel nicht versorgt werden können.

Singapur erhielt 1959 die Selbstverwaltungsautonomie und die bis heute regierende People´s Action Party (PAP) gewann die Wahl. Um am Malaiischen Binnenmarkt teilhaben zu können trat Singapur 1963 der Malaiischen Föderation bei, jedoch kam es zu politischen und kulturellen Differenzen, so dass Singapur am 09. August 1965 (Nationalfeiertag) in die Unabhängigkeit entlassen wurde (KIESE 2003, S. 8).

3. Wirtschaftliche Entwicklung

Schon 1959 wurde, aufgrund der geringen Entwicklungsperspektiven des Entrepothandels, unter der Assistenz einer UN-Wirtschaftskommission ein Entwicklungskonzept erarbeitet, das eine arbeitsintensive Industrialisierung (siehe Abb. 1) förderte. Direkt nach der Unabhängigkeit hatte Singapur mit Problemen wie einer hohen Arbeitslosigkeit, das Fehlen der zur Industrialisierung notwendigen Infrastruktur, einem sehr hohen Lohnniveau im Vergleich zum asiatischen Raum und der Verunsicherung neuer Unternehmen durch die neue Regierung zu kämpfen. Dem trat die neue Regierung mit der Gründung des Wirtschaftsentwicklungsamts „Economic Development Board (EDP)“, der Beseitigung der kommunistischen Opposition und einem neuen Gewerkschafts- und Arbeitsrechts entgegen. Daraus resultierten eine autoritäre Staatsführung und eine rasche und dauerhafte Begrenzung von Streiks und Arbeitskämpfen.

Nach der Trennung von Malaysia und dem Wegfall des dortigen Marktes, begann der Stadtstaat die exportorientierte Industrialisierung mit großem Nachdruck zu fördern. Durch die Dominanz ausländischer Kapitale und einer Boomperiode der Weltwirtschaft, gelang es Singapur Anfang der 1970er Jahre nahezu das Ziel der Vollbeschäftigung zu erreichen. Durch weitreichende Ausbildungsverbesserung der Arbeiter, einer Qualitätssteigerung bei gleichzeitiger Kostensenkung in der Produktion, sowie Steuererleichterungen wurde Singapur für ausländische Unternehmen attraktiv.

In der Periode der arbeitsintensiven Exportindustrialisierung siedelten sich Multi- Nationale-Unternehmen (MNU), vor allem der Textil- und Bekleidungsindustrie, in Singapur aufgrund von steuerlichen Anreizen, Zollbefreiung und Senkung der Lohnkosten an.

Kennzeichnend für den Zeitraum Mitte der 1970er Jahre war „der Wandel in der Industriestruktur. Die neuen Standbeine waren: Werftindustrie, Erdölraffination, Produktion von Transportausrüstungen und Elektronikprodukten.“ (WESTERHOLT 1995, S. 326)

Auf dem Höhepunkt des kalten Krieges wurde klar formuliert, dass man sich von allen kommunistischen Einflüssen befreien und sich an der „westlichen“ Welt orientieren sollte. Trotz der Einschränkung des freien Gewerkschaftssystems, der längeren Arbeitszeiten und anfangs noch gekürzten Löhnen wurden die Schmälerung durch den autoritären Staat akzeptiert, da eine Reihe sozialer Probleme gelöst wurden. So nahmen z.B. die Kindersterblichkeit und Analphabetenquote ab und die mittlere Lebenserwartung stieg an, außerdem verbesserte sich auch die Wohnraumversorgung.

Zu Beginn der 1980er Jahre gab es jährliche Lohnsteigerungen, um die Arbeiter zufrieden zu stellen. Durch die gestiegenen Produktionskosten wurde verstärkt auf Qualitätssteigerung und Ausbildung des Personals gesetzt. Zusätzlich wurde noch ausländisches Fachpersonal herangeholt.

Die nächste Phase der wirtschaftlichen Entwicklung begann 1985 mit der wirtschaftlichen Rezession, in der es erstmals seit 20 Jahren ein negatives Wirtschaftswachstum gab (UHLIG 1988, S. 482). Seit Beginn der 1980er Jahre wird auch der Begriff der „Tigerstaaten“ geprägt. Damit sind die Staaten Singapur, Hong Kong, Südkorea und Taiwan gemeint, die sich durch ihr hohes Wirtschaftswachstum der letzten Jahrzehnte von einem Entwicklungsland zu einer Industrienation entwickelt haben. Zudem wurde damit begonnen, das regionale Finanz- und Dienstleistungszentrum auszubauen. Schon die Chinesen hatten zur Kolonialzeit einen Finanzsektor zur Vergabe von langfristigen Krediten geschaffen (KINDER 2003, S.23). Die Entwicklung Singapurs zu einem internationalen Finanzzentrum wurde durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Trotz des kleinen Binnenmarktes ergab die hohe Konzentration an MNU eine große Nachfrage an Finanzdienstleistungen.

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Details

Seiten
10
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783668017603
ISBN (Buch)
9783668017610
Dateigröße
866 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v170304
Institution / Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg – Institut für Kulturgeographie
Note
1,3
Schlagworte
Singapur Bildungszentrum Verkehrsknotenpunkt Südostasien Tigerstaat Finanzzentrum Drehscheibe Biopolis Port of Singapore Changri Life Sciences University of Singapore Nanyang Technical University Singapore University of Management Global City Cluster MNU Economic Development Board Entrepot Malakkastraße

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Titel: Singapur als Bildungszentrum und Verkehrsknotenpunkt