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Die baltischen Konfliktherde

Hausarbeit (Hauptseminar) 1999 26 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Osteuropa

Leseprobe

INHALT

1. KAPITEL: EINLEITUNG

2. KAPITEL: HAUPTTEIL
2.1 DIE INTEGRATION DER RUSSISCHEN MINDERHEITEN
2.1.1 Ursprung und des Konfliktes
2.1.2 Entwicklung des Konfliktes
2.1.2.1 Litauen
2.1.1.2 Lettland
2.1.1.3 Estland
2.1.3 Lösungsmöglichkeiten
2.2 DIE GRENZSTREITIGKEITEN ZWISCHEN LETTLAND/ESTLAND UND RUflLAND
2.2.1 Ursprung der Streitigkeiten
2.2.2 Entwicklung der Streitigkeiten
2.2.3 Lösungsmöglichkeiten
2.3 DIE KONZENTRATION VON RUSSISCHEN TRUPPEN IN KALININGRAD
2.3.1 Ursprung des Konfliktes
2.3.2 Entwicklung des Konfliktes
2.3.3 Lösungsmöglichkeiten
2.4 DER ABZUG DER RUSSISCHEN TRUPPEN
2.4.1 Ursprung des Konfliktes
2.4.2 Weitere Entwicklung

3. KAPITEL: PERSPEKTIVEN EINER NORMALISIERUNG DER RUSSICH-BALTISCHEN BEZIEHUNGEN

4. KAPITEL: LITERATUR

1. Kapitel: Einleitung

Mit dem Zerfall der Sowjetunion im Jahre 1990 haben auch die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen ihre staatliche Unabhängigkeit wiedergewonnen. Bis 1918 waren sie russische Provinzen, auf welche das durch die Oktoberrevolution geschwächte Ruflland im Frieden von Brest- Litowsk verzichten muflte. Alle drei Staaten erklärten sich anschlieflend für unabhängig und verteidigten ihre Unabhängigkeit mit Waffengewalt gegen die aus dem russischen Reich hervorgegangene Sowjetunion, bis sie ihnen schliefllich 1920 in Friedensverträgen garantiert wurde. 1939 wurden die baltischen Staaten im Zuge des Hitler-Stalin Pakts zur sowjetischen Interessensphäre erklärt und 1940 von russischen Truppen besetzt. Unter sowjetischem Druck beantragten sie schliefllich ihre Aufnahme in die Sowjetunion. Von 1941 bis 1944 von der deutschen Wehrmacht besetzt, verblieben sie als Sowjetrepubliken in der Sowjetunion, bis zu deren Zerfall 1990.

Mit der Wiedererlangung der nationalen Unabhängigkeit sind in den baltischen Staaten Konfliktherde aufgebrochen, die hauptsächlich aus ihrer Zugehörigkeit zur Sowjetunion und deren Zusammenbruch resul-tieren und das Verhältnis zu Ruflland belasten. Dazu kommt, dafl Ruflland eine Sicherheitspolitik verfolgt, die das Baltikum nach wie vor als russisches Interessengebiet betrachtet und die Verschiebung der westlichen Einfluflsphäre bis an seine Westgrenze durch eine NATO-Mitgliedschaft der baltischen Staaten zu verhindern sucht.i Die baltischen Staaten fürchten eine erneute Vereinnahmung durch den mächtigen Nachbarn und streben eine Mitgliedschaft in der NATO und der EU an, da sie hoffen durch Aufnahme in beide Organisationen ihre neugewonnene Souveränität zu sichern.ii

Die vorliegende Arbeit wird sich hauptsächlich mit dem Minderheiten-problem auseinandersetzen. Die Lösung dieses Problems bildet die Grundlage für eine Normalisierung der Beziehungen zu Ruflland und ist wichtig eine friedliche Entwicklung der Region, auch im Hinblick auf die europäische Integration.

Zunachst wird der Ursprung der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung und die Gründe für die Entstehung des Konflikts beleuchtet. Anschlieflend wird die Entwicklung unter Beachtung internationalen Engagements betrachtet. In diesem Zusammenhang findet insbesondere die Arbeit der OSZE-Missionen in Estland und Lettland Beachtung, die dort seit einigen Jahren tätig sind und ein gelungenes Beispiel für präventive Diplomatie darstellen.iii Schliefllich werden Ansätze zur Lösung des Konflikts vorgestellt. Die anderen Konflikt-potentiale werden nur am Rande betrachtet, da sie momentan weniger bedeutsam sind, aber nicht unbeachtet bleiben sollen. Sie werden ähnlich gegliedert dargestellt. Die Arbeit schlieflt mit einem Ausblick auf Zukunftsperspektiven der baltisch-russischen Beziehungen.

2. Kapitel: Hauptteil

2.1 Die Integration der russischen Minderheiten

2.1.1 Ursprung und des Konfliktes

Der Konflikt hat seinen Ursprung im 18. Jahrhundert. Estland und Lettland, die baltischen Staaten mit den höchsten Minderheitenanteilen waren seit dem russisch-schwedischen Krieg Teile Rufllands, so dafl sich dort neben der ursprünglichen Bevölkerung Menschen anderer ethnischer Zugehörigkeit, hauptsächlich Russen, ansiedelten, vor allem, da in den baltischen Staaten ein im Vergleich zu Ruflland höherer Lebensstandard herrschte.

Hauptursachen für die Veränderungen der Bevölkerungsstruktur sind aber die Annexion durch die Sowjetunion 1940 und die sowjetische Industrialisierungsund Russifizierungspolitik der Nachkriegszeit. Nach der Besetzung durch die Rote Armee im Jahre 1940 wurden sowjettreue Regierungen eingesetzt, welche um Eingliederung in die Sowjetunion baten.iv In dieser Zeit begann eine erste Welle der Sowjetisierung, welche zu Massendeportationen von Esten, Letten und Litauern in andere Teile des Sowjetimperiums führte.v

Von 1941 bis 1943 war das Baltikum von der Wehrmacht besetzt. Nach der sogenannten Befreiung durch die Rote Armee im Jahre 1944 kam es zu erbittertem Widerstand baltischer Gruppierungen, welcher im Laufe der Jahre jedoch durch Waffengewalt und weitere Säuberungen gebrochen wurde.vi

In der Nachkriegszeit beschlofl die zentrale Wirtschaftsplanungsstelle, die Industrialiserung Lettlands und Estlands stark voranzutreiben, um die dort bestehenden natürlichen Produktionsvorteile und die vorhandenen Arbeitskräfte auszunutzen.vii Der stark vorangetriebene Ausbau der Schwerindustrie in beiden Sowjetrepubliken erforderte bald mehr Arbeitskräfte, als vor Ort verfügbar waren.

Die zusätzlich benötigten Arbeitskräfte wurden daher aus der gesamten übrigen Sowjetunion zusammengezogen und in beiden baltischen Sowjetrepubliken angesiedelt. Durch diese Migrationspolitik erhöhte sich allmählich die russischstämmige Bevölkerung, der Anteil der baltisch- stämmigen Bevölkerung nahm immer weiter ab.viii Im Zuge der landwirt- schaftlichen Zwangskollektivierung anderer Gebiete der Sowjetunion wurden in stalinistischer Zeit weitere Zwangsumsiedlung von Balten durchgeführt, was den Anteil der baltisch-stämmigen Bevölkerung weiter sinken liefl.ix Auf diese Weise wurde z.B. die lettische Bevölkerung zwischen 1940 und 1955 um etwa 36% dezimiert.x.

Litauen wurde von der durch industrielle Entwicklungsbestrebungen ausgelösten Migrationsbewegung weniger betroffen. Sein Industrie-potential war weniger hoch entwickelt, dazu kamen seine Rohstoffarmut und verkehrsungünstigere Lage.xi Im Zusammenhang mit seiner höheren Geburtenrate bildete Litauen ein Arbeitskräftereservoir für die Industrialisierung der beiden Nachbarrepubliken. Da auflerdem ein niedrigerer Lebensstandard herrschte, war es für Zuwanderer attraktiver, in die Nachbarstaaten einzuwandern.xii Aus diesen Gründen blieb die litauische Bevölkerung ethnisch homogener als die Bevölkerungen der Nachbarrepubliken.xiii

Die entstehende Durchmischung der Bevölkerungen und allmähliche Diffusion der Kulturen stellte ein Folge der stalinistischen Russifi-zierungspolitik dar, die das Auslöschen nationaler Identitäten und lokaler Besonderheiten und die Schaffung einer einheitlichen sowjetischen Kultur zum Ziel hatte.xiv Russisch wurde als Amtssprache eingeführt und in den Schulen als erste Sprache gelehrt.xv Bewuflt wurden keine Maflnahmen ergriffen, um die hauptsächlich russischen Zuwanderer sprachlich und kulturell in die Landesbevölkerung einzugliedern. Dies führte zur gegenseitigen Abgrenzung der einzelnen Bevölkerungsgruppen.

Die neu zugewanderte Bevölkerung liefl sich vornehmlich dort nieder, wo ihre Arbeitskraft benötigt wurde, also in Industriestandorten und städtischen Zentren, was zu einer hohen Minderheitenkonzentration in bestimmten geographischen Räumen führte. Im Laufe der Jahre entstand so vor allem in Estland und Lettland eine sprachlich und kulturell sehr heterogene Bevölkerungszusammensetzung. Auf Litauen trifft dies aus den erwähnten Gründen nur in geringerem Mafle zu.

Da Estland und Lettland fürchteten bei weiterer Migration ihre nationale Identität und Kultur völlig zu verlieren und die nur wenig integrierten Minderheiten darüber hinaus von radikalen Kreisen als ‹berbleibsel sowjetischer Okkupation und illegale Einwanderer angesehen wurden, erhielten sie nach der Unabhängigkeit im Jahre 1991 keine Staatsbürgerschaft und wurden zu Staatenlosen.xvi Zudem wurden harte Einbürgerungs- und Fremdengesetze geschaffen, wodurch die bestehende Abgrenzung der einzelnen Bevölkerungsteile nur noch gefördert wurde.xvii Litauen hat derartige Maflnahmen nicht ergriffen, da dort die Einbürgerung von Minderheiten weniger schwerfiel.

2.1.2 Entwicklung des Konfliktes

2.1.2.1 Litauen

Litauen nimmt im Hinblick auf Minderheitenprobleme im baltischen Raum eine Sonderstellung ein. Etwa 20% der Bevölkerung sind nicht-litauisch, eine im Vergleich zu Estland und Lettland relativ geringe Anzahl. Dies ist auch der Grund für die milderen Einbürgerungsbestimmungen.xviii

Nach dem am 10.11.1989 verabschiedeten Staatsangehörigkeitsgesetz erhielten alle Staatsangehörigen der Zwischenkriegsrepublik mit Stichtag am 15.6.1940 und deren Nachkommen, sowie alle Einwohner mit mindestens einem litauischen Elternteil die litauische Staatsbürgerschaft. Allen anderen Einwohnern wurde die Wahl der Staatsbürgerschaft freigestellt und nur von territorialen Vorraussetzungen abhängig gemacht.

Für den Erwerb der litauischen Staatsangehörigkeit muflte der Antragsteller seinen Wohnsitz in Litauen haben, über eine dauerhafte Existenzgrundlage verfügen, sowie von seinem Recht innerhalb von zwei Jahren Gebrauch machen. Diejenigen Einwohner, welche sich nach Ablauf der Frist nicht für die litauische Staatsangehörigkeit entschieden, erhielten eine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung.

Für nach diesem Datum Zugewanderte gelten die Bestimmungen des Einbürgerungsgesetzes, welche einen zehnjährigen Wohnsitz in Litauen, eine Sprachprüfung und eine Grundlagenprüfung über die Verfassung vorsehen.xix Aufgrund dieser Gesetze konnte sich in Litauen niemals ein ähnliches Konfliktpotential in der Minderheitenfrage ausbilden, wie in beiden Nachbarrepubliken. Deshalb wurde nach Litauen auch keine OSZE-Mission entsandt, da die Mitgliedsstaaten in diesem Fall keine Notwendigkeit sahen.xx Der Hochkommissar für Minderheiten schätzte die Situation in Litauen als entspannt ein und beurteilte gröflere ethnische Spannungen als unwahrscheinlich.xxi Aus diesem Grund fand bisher auch kein erneuter Besuch der Kommissars in Litauen statt.

2.1.1.2 Lettland

In Lettland stellt sich die ethnische Lage mit 48% Nicht-Letten am ungünstigsten dar.xxii Die geschaffenen Gesetze haben vor allem das Ziel, die lettische Bevölkerung zu schützen und sie als Mehrheitsbevölkerung zu erhalten.xxiii Daher handhabt Lettland die Erteilung der Staatsbürgerschaft und die Einbürgerung erheblich restriktiver als Litauen.

Bis zur Erlassung eines endgültigen Gesetzes waren aufgrund einer ‹bergangsbestimmung vom 15.09.1991 nur diejenigen Einwohner Lettlands lettische Staatsbürger, welche am 17.06.1940 die lettische Staatsangehörigkeit besaflen oder von lettischen Staatsbürgern abstammten.xxiv Alle anderen Personen konnten Staatsbürger werden, falls sie sechzehn Jahre im Land gelebt hatten, sowie eine Sprach- und Geschichtsprüfung ablegten und einen Eid auf die Verfassung leisteten.

Wer die Staatsangehörigkeit nicht besafl, muflte erhebliche Nachteile in Kauf nehmen. So konnte ein Nichtstaatsbürger keinen Pafl beantragen und kein Eigentum erwerben.xxv Diese Gesetzgebung führte zu schweren Spannungen mit Ruflland, da dieses die Rechte der russischen Minderheit verletzt sah. Da Ruflland damals noch eine massive Militärpräsens in der Region unterhielt, wurde am 23.09.1993 beschlossen, eine OSZE-Mission nach Lettland zu entsenden, um eine weitere Eskalation zu verhindern.xxvi

Die Mission nahm im November 1993 in Riga ihre Arbeit auf. Ihre Aufgabe besteht seitdem in der Beratung von Regierung, NGO¥s und interessierten Personen bei Fragen und Problemen im Zusammenhang mit der Staatsbürgerschaft. Wichtigste Aufgabe ist aber die Beobachtung des Integrationsprozesses der Minderheiten in die lettische Gesellschaft.xxvii

Zu diesem Zweck reisen die Mitarbeiter in die regionalen Zentren, um vor Ort Anregungen für Verbesserungen zu sammeln, die als Empfehlungen an die entsprechenden Stellen weitergeleitet werden. Der Hochkommissar für Minderheiten stellte bei einem Besuch Lettlands keine Verfolgung der Minderheiten fest, wie von Ruflland behauptet. Allerdings gab er, die Wichtigkeit der Bewahrung und Stärkung der lettischen Identität anerkennend, der lettischen Regierung Empfehlungen zur Harmonisierung der Beziehungen zwischen den ethnischen Gruppen und drängte auf eine zügige Umsetzung der Gesetzgebung zur Staatsbürgerschaft und Einbürgerung.xxviii Er forderte, die Anforderungen für die Einbürgerung nicht so schwierig zu gestalten, dafl nur eine geringe Anzahl von Antragstellern diese bewältigen könnte.

1994 wurde in zweiter Lesung ein Gesetz zur Staatsbürgerschaft, zum Status ehemaliger Sowjetangehöriger ohne andere Staatsbürgerschaft und zum Aufenthalt von Ausländern verabschiedet, welches auf internationalen Protest stiefl, da es eine Quotenregelung enthielt, die nur ungefähr 2000 Personen jährlich eine Einbürgerung ermöglicht hätte. Darüber hinaus wären die über 500.000 russischstämmigen Einwohner Lettlands bei Annahme des Gesetzes durch die Verweigerung einer Einbürgerung zu Staatenlosen geworden.xxix Sich den Protesten beugend, wies der Staatspräsident das Gesetz zurück, und verwies auf die Vorschläge des Hochkommissars und der Experten des Europarats, welche zu berücksichtigen seien.xxx

Am 22 Juli 1994 wurde nach kontroverser Diskussion in vierter Lesung schliefllich ein modifiziertes Staatsbürgerschaftsgesetz verabschiedet, in welchem die umstrittene Quotenregelung nicht mehr enthalten war. In dieses Gesetz wurden auch Empfehlungen der OSZE-Mission mit eingebunden.xxxi Gemäfl diesen Gesetzen wurde die Einbürgerung nach dem sogenannten Fenstermechanismus durchgeführt. Dieser sieht die stufenweise, altersgruppenbedingte ÷ffnung von Einbürgerungsfenstern ab dem Januar 1996 vor, ab dem sich zunächst jüngere Kandidaten prüfen lassen können, bis zum Jahre 2003, wenn alle Interessenten die Prüfungen zur lettischen Sprache, zur Geschichte Lettlands und zur Verfassung ablegen können.xxxii

Die Zahl der Einbürgerungswilligen blieb jedoch erstaunlich niedrig. Bis 1998 wurden nur 8125 Einwohner naturalisiert.xxxiii Der Hochkommissar brachte dieses Problem bei einem Besuch 1996 zur Sprache. Er sah als Grund zu hohe Anforderungen und Gebühren der lettischen Behörden an.xxxiv Die Gebühren wurden daraufhin gesenkt und einer Kontrolle der Sprachprüfung durch Missionsvertreter zugestimmt. Der Hochkommissar mahnte auflerdem, dafl der lettische Staat jedem Bewerber die Möglichkeiten zum Erlernen der Sprache bieten müsse. In diesem Zusammenhang arbeiteten Vertreter der Mission zusammen mit lettischen Stellen und der UN an einem Lehrplan für nicht- lettische Einwohner, um diesen die Sprache näher zu bringen.xxxv

Weitere Gründe für das geringe Interesse an einer raschen Einbürgerung sind Angst vor der Sprach- und Geschichtsprüfung, Visazwang für Reisen nach Ruflland und die Verpflichtung zum Wehrdienst in Lettland.

In den letzten Jahren verlagerte sich die Arbeit der Mission auf die Beobachtung der lettischen Abteilung für Fragen der Staatsbürgerschaft und Migration und deren Arbeitsweise, da ihr Umgang mit Nicht-Staatsbürgern Anlafl zur Kritik bot. Betroffenen wurde die Möglichkeit geboten sich an die OSZE-Mission zu wenden, um Probleme zur Sprache zu bringen.xxxvi

Während anfangs die Registrierung der Nicht-Staatsbürger beobachtet wurde, richtete sich das Interesse zunehmend auf die Vorbereitung und seit April 1997 Ausgabe von Nicht-Staatsbürgerpässen, von denen bis zum April 1998 bereits etwa 171.000 beantragt wurden.xxxvii Die Pässe verbesserten die rechtliche Stellung der betroffenen Personen erheblich. Sie stellten zunächst überhaupt ein Ausweisdokument dar und lösten die ungültigen sowjetischen Pässe ab. Daneben garatierten sie Reisefreiheit, da sie von über 45 Staaten anerkannt wurden. Dem Paflinhaber boten sie bis auf das Wahlrecht im wesentlichen dieselben Rechte, wie lettischen Staatsbürgern.

Im Juni 1998 beschlofl das Parlament das Staatsbürgerschaftsgesetz zu ändern. Ausschlaggebend hierfür war die Erkenntnis, dafl eine rasche Integration der Minderheiten innenpolitische Stabilität und auflenpolitische Sicherheit gewährleiste.

[...]


i vgl. Maier, Konrad: Estland: Tiger im Baltikum?. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament. Nr. 37 vom 04.09.1998. S.22.

ii siehe Lucas, Hans-Dieter: Die baltischen Staaten in Europa. Probleme und Perspektiven. In: Aussenpolitik. Zeitschrift für internationale Fragen. 48. Jg. 11/1997. S. 128ff.

iii vgl Lange, Falk: Die Beziehungen Lettlands und Litauens zur OSZE. In:

IFSH(Hrsg.): OSZE-Jahrbuch 1995. Jahrbuch zur Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa(OSZE). Baden-Baden 1995. S.171. Im folgenden: Beziehungen Lettlands und Litauens zur OSZE.

iv siehe Henning, Detlef: Lettlands Weg von der sowjetischen Vergangenheit in die europäische Zukunft. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament. Nr. 37 vom 04.09.1998. S. 28.

v siehe Tauber, Joachim: Der schwere Weg nach Westen: Litauen 1990-1998. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament. Nr. 37 vom

04.09.1998. S. 36.

vi vgl. Maier, Konrad: A.a.O.. S. 19.

vii vgl. Smith, Graham: The Resurgence of Nationalism. In: Graham Smith(ed.): The Baltic States. The National Determination of Estonia, Latvia und Lithuania. Houndmills, Basingstoke, Hampshire, London 1994. S. 126.

i vgl. Maier, Konrad: Estland: Tiger im Baltikum?. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament. Nr. 37 vom 04.09.1998. S.22.

ii siehe Lucas, Hans-Dieter: Die baltischen Staaten in Europa. Probleme und Perspektiven. In: Aussenpolitik. Zeitschrift für internationale Fragen. 48. Jg. 11/1997. S. 128ff.

viii vgl. Lange, Falk: Die OSZE-Missionen im Baltikum. In. IFSH(Hrsg.): OSZEJahrbuch 1997. Jahrbuch zur Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa(OSZE). Baden-Baden 1997. S. 111. Im folgenden: OSZE im Baltikum. ix siehe Maier, Konrad: A.a. O.. S. 19.

x vgl. Henning, Detlef: A. a. O.. S. 28. xi vgl. Smith, Graham: A. a. O.. S. 126.

xii vgl. Schmidt, Carmen: Der Minderheitenschutz in den baltischen Staaten.

Dokumentation und Analyse. Estland, Lettland und Litauen. Bonn 1993. (= Der Minderheitenschutz im östlichen Europa. 1.) S. 100.

xiii vgl. Smith, Graham: A. a. O.. S. 126.

xiv vgl. Nies, Susanne: Lettland in der internationalen Politik. Aspekte seiner Auflen- politik (1918-95). Münster 1995. (=Bonner Beiträge zur Politikwissenschaft. 6.) S. 305f.

xv siehe Smith, Graham: A. a. O.. S.126.

xvi siehe The Federation on Inter-Ethnic Relations(Hrsg.): The Role of the High Commissioner on National Minorities in OSCE Conflict Prevention. An Introduction. The Hague 1997. S.52f.

xvii vgl. Lange, Falk: OSZE im Baltikum. A. a. O.. S. 111.

xviii vgl. Schmidt, Carmen: A. a. O.. S. 97.

xix siehe Schmidt, Carmen: A. a. O.. S. 101f.

xx vgl. Lange, Falk: OSZE im Baltikum. A. a. O.. S. 111.

xxi siehe The Federation on Inter-Ethnic Relations (Hrsg.): A. a. O.. S. 68. xxii vgl. The Federation on Inter-Ethnic Relations (Hrsg.): A. a. O.. S. 65.

xxiii siehe Schmidt, Carmen: A. a. O.. S. 53.

xxiv vgl. Schmidt, Carmen: A. a. O.. S. 58.

xxv siehe Nies, Susanne: A. a. O.. S. 362.

xxvi siehe Lange, Falk: Beziehungen Lettlands und Litauens zur OSZE. A. a. O.. S.172.

xxvii siehe Secretariat of the Organization for Security and Co-Operation in Europe(Hrsg.): OSCE Handbook. 3. Auflage. Vienna 1999. S. 73f.

xxviii siehe The Federation on Inter-Ethnic Relations(Hrsg.): A. a. O.. S. 66.

xxix vgl. Nies, Susanne: A. a. O.. S. 364f.

xxx vgl. The Federation on Inter-Ethnic Relations(Hrsg.): A. a. O.. S. 67.

xxxi vgl. Lange, Falk: OSZE im Baltikum. A. a. O.. S. 115.

xxxii siehe Lange, Falk: OSZE im Baltikum. A. a. O.. S. 116.

xxxiii vgl. Henning, Detlef: A. a. O.. S. 33.

xxxiv vgl. The Federation on Inter-Ethnic Relations(Hrsg.): A. a. O.. S. 67f.

xxxv vgl. Lange, Falk: Beziehungen Lettlands und Litauens zur OSZE. A. a. O.. S.174.

xxxvi vgl. The Secretariat of the Organization for Security and Co-Operation in Europe(Hrsg.): OSCE Handbook. Vienna 1995. S. 30.

xxxvii vgl. Henning, Detlef: A. a. O.. S. 33.

Details

Seiten
26
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783638217347
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v17055
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Institut für Politikwissenschaft (Lehrstuhl für internationale Beziehungen)
Note
1,7 (Gut Plus)
Schlagworte
Konfliktherde Seminar Europäische Sicherheitspolitik

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Titel: Die baltischen Konfliktherde