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Kita-Konzeption am Beispiel eines Berliner Sportkindergartens

Praktikumsbericht / -arbeit 2011 61 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A Informationen zum Haus
Träger der Einrichtung
Profil des Kindergartens
Räumlichkeiten und Außengelände
Lage, Anschrift, Öffnungs- und Schließzeiten

B Pädagogische Arbeit
Pädagogische Orientierung: Kindergarten als Bildungsort
Pädagogischer Alltag: Bildung, Erziehung und Betreuung
Bewegung als pädagogisches Prinzip
Pädagogisch-methodische Gestaltung

C Zusätzliche Angebote

D Austausch und Zusammenarbeit mit den Eltern
Information und Austausch:
Zusammenarbeit und Beteiligung
Elterngremien

E Kooperationen und Öffentlichkeitsarbeit
Zusammenarbeit mit Schulen und Kindertages-einrichtungen
Kontakte zu Institutionen, Vereinen u.a
Öffentlichkeitsarbeit

F Team
Führung und Leitung
Zusammenarbeit und Verantwortlichkeiten im Team
Dienstplangestaltung, Besprechungen, Fortbildungen
Einarbeitung neuer MitarbeiterInnen
Zusammenarbeit mit PraktikantInnen
Zusammenarbeit mit dem Träger

G Qualitätsentwicklung
Weiterarbeit mit der Konzeption
Qualitätskriterien und –instrumente
Qualitätssicherung: Gestaltung des Prozesses

Literatur- & Quellenangaben

Printmedien

Internetquellen

Bildnachweise

A Informationen zum Haus

Träger der Einrichtung

Die Kindergartenträgergesellschaft des --- betreibt 20 Kindergärten in Berlin und ist in sechs Berliner Bezirken vertreten. Das Engagement des Trägers gilt einer hochwertigen Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder in Partnerschaft mit den Eltern. Fachlich wird der Träger von einem Beirat unterstützt, in dem namhafte Vertreter aus Wissenschaft; Vorschulpädagogik, Sport und Jugendhilfe mitwirken. Darüber hinaus arbeitet der Träger sehr eng mit anderen Einrichtungen und Partnern zusammen. Dazu zählen die Bildungsstätte der Sportjugend Berlin, die AOK Berlin, das Deutsche Jugendinstitut München, die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung und die Jugendämter in den jeweils relevanten Bezirken.

Grundlage der pädagogischen Arbeit ist das „Berliner Bildungsprogramm für die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen bis zu ihrem Schuleintritt“. Gearbeitet wird mit der Zielsetzung,

- Bewegung als pädagogisches Prinzip umzusetzen und
- die Förderung der Sprachentwicklung als Querschnittsaufgabe im Alltag methodisch zu verankern.

Im Sinne einer ganzheitlichen Entwicklung sind beide Schwerpunkte in enger Verknüpfung mit anderen Bildungsaufgaben wahrzunehmen.

Profil des Kindergartens

In unserem Kindergarten können wir bis zu 180 Kinder im Alter von 8 Wochen bis zum Schuleintritt in zwölf altershomogenen Gruppen betreuen. Kinder mit einem Integrationsstatus werden von FacherzieherInnen gefördert. Auch Familien nichtdeutscher Herkunftssprache haben sich dafür entschieden, ihre Kinder in unsere Obhut zu geben. Das Berliner Bildungsprogramm ist unsere Arbeitsgrundlage für die Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder bis zum Schuleintritt. Wir arbeiten nach dem Situationsansatz mit sportbetonten Angeboten. Durch verschiedene Kooperationen (Aqua Berlin, SC Berlin e.V., Übungsleiter) haben alle Kinder die Möglichkeit, ca. 2 Jahre vor Schuleintritt innerhalb des Kindergartenalltages das Schwimmen zu erlernen, in einer speziellen Gruppe Eiskunstlauf zu üben und/ oder entsprechend ihrer Entwicklung verschiedene Sportangebote und Bewegungsmöglichkeiten zu nutzen. Darüber hinaus kann auf Wunsch auch ein Tanzkurs besucht werden oder gemeinsam mit einem Musikpädagogen gesungen und der Umgang mit Instrumenten ausprobiert und geübt werden. Neben den Freispielphasen können die Kinder zu festgelegten Zeiten wählen, welche Tätigkeitsangebote ihren Interessen und Bedürfnissen entsprechen und diese frei wählen.

Gesunde Ernährung ist für uns sehr wichtig. Deshalb werden das Mittagessen und die Vespermahlzeit von zwei ernährungsspezifisch geschulten Mitarbeiterinnen der Küche täglich frisch zubereitet. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Zubereitung allergenarmer Vollwertkost gelegt, wobei natürlich die individuellen Ernährungsbesonderheiten von Allergie betroffenen Kindern selbstverständlich Beachtung finden.

Räumlichkeiten und Außengelände

In unserem Kindergarten gibt es 6 Bereiche mit je 2 Gruppenräumen, einer Garderobe, einem Wasch- und Toilettenraum. Unsere kleinsten Kinder nutzen ihren Gruppenraum als Ess- und Schlafraum und als Spielraum. In der 1. Etage befindet sich der Bewegungsraum für jüngere Kinder mit dem Ballbecken, einer Spielburg mit Rutsche, der Sprossenwand und der schiefen Ebene. Die angrenzenden Räume nutzen die Kinder als Puppen- und Verkleidungsraum, Bauraum, Experimentierraum, Mal-, Spiele- und Sprachraum. Weiterhin ist hier der Therapieraum, der Snoezelenraum, ein Atelier zu finden. Die Räumlichkeiten der 2. Etage gestalten sich ähnlich, zusätzlich ist eine Computerecke eingerichtet. Für Kinder ab 1,5 Jahren ist in dieser Etage der Sportraum mit vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten. Der Theater-, Musik- und Requisitenraum wird von allen Kindern gern genutzt. Im Erdgeschoß sind der Früh- und Spätraum und die Sauna.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Sanitärbereich 2 Saunabereich

Unser großzügig angelegter Gartenbereich lädt ein zum Klettern, Rutschen, Buddeln, Balancieren, Rennen, Schaukeln, Verstecken, Naturerkunden, Ballspielen, Spielen mit psychomotorischem Charakter(Hopsen, Seilspringen, Kreisspiele), Fahrzeuge ausprobieren, aber auch zum Ausruhen, Kommunizieren, Beobachten und zum Austesten eigener Grenzen, sowie der Erfahrung von Angst, Mut und Überwindung, Freude, Stolz und viele Empfindungen mehr.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3 Gartenanlage 4 Fahrzeugraum

Lage, Anschrift, Öffnungs- und Schließzeiten

Durch unsere sportbetonten Angebote kommen Kinder aus verschiedenen Stadtbezirken zu uns in den Kindergarten. Unser Kindergarten befindet sich in einer ruhigen Lage. Er verfügt über einen großen Garten, der den Kindern vielfältige Bewegungsmöglichkeiten bietet. Ebenso werden im nahe liegenden Sportforum Sportmöglichkeiten genutzt. In der näheren Umgebung gibt es folgende Möglichkeiten für die Kinder

a) Beobachtungen in der Natur

Die Kinder können das Wachsen und Gedeihen von Pflanzen und Bäumen beobachten.

b) Ausflüge:

Ausflüge tragen dazu bei, mit den Kindern Wissenswertes in der Natur zu entdecken. Beliebte Ziele sind:

- z.B. Wanderungen in das Naturschutzgebiet an den Faulen See
- Wanderungen zum Ober- und Orankesee
- Wanderungen zum „Trümmerberg“
- Besuch des Tierparks
- Ausflug und Nutzung von Veranstaltungen im FEZ –Wuhlheide u.a.

Unser Kindergarten ist von 6.00 Uhr bis 18.00 Uhr täglich geöffnet. Aus organisatorischer Umsetzung unseres Konzeptes ist der Kindergarten im Sommer 3 Wochen und zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen. Ebenso kann es zu Schließungen durch Teamfortbildungen oder eine Wirtschaftlichkeit durch Brückentage kommen. Eine begrenzte Zahl von Notbetreuungsplätzen ist vorhanden.

Sprechzeiten der Leitung können am Dienstag von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr und nach Vereinbarung genutzt werden.

(Informationen zu Organisationsstruktur, aktuellen Entwicklung, Vorstellung der pädagogischen Arbeit und trägerweiten Projekten findet man unter www.kib-online.org.)

B Pädagogische Arbeit

Pädagogische Orientierung: Kindergarten als Bildungsort

Gesellschaftliche Entwicklungen haben auch Veränderungen im Leben und Aufwachsen von Kindern herbeigeführt:

Früher konnten Kinder sich in der Nachbarschaft oder einfach auf der Straße treffen. Sie konnten unbeaufsichtigt von Erwachsenen auf Wiesen, Äckern, unbebauten Grundstücken oder im Wald spielen, Natur erfahren, mit Materialien experimentieren, ihre Streitereien, Konflikte und Versöhnungen miteinander regeln. Ihr Wohnort war ihr Lebens- und Erfahrungsfeld: einkaufen gehen, Freunde besuchen, Erwachsene bei der Arbeit erleben, all dies war unkompliziert möglich.

Das ist heute aus verschiedenen Gründen nicht mehr möglich:

- es fehlen die nötigen Freiflächen und Spielräume (dichte Besiedlung, kleine Wohnungen)
- es gibt kaum noch spontane Begegnungsmöglichkeiten für Kinder
(Kindertreffpunkt "Straße" gibt es nur noch selten)
- die enorme Verkehrsentwicklung bedeutet größere Gefährdung für Kinder
- mehr und mehr Ein-Kind-Familien sind entstanden
- die Berufstätigkeit beider Elternteile nimmt zu (Sicherung des Lebensunterhaltes)
- es gibt viel mehr allein erziehende Mütter und Väter
- spontane Kommunikations- und Begegnungsmöglichkeiten zwischen Familien fehlen und vieles mehr

Notwendig wurden deshalb geänderte bzw. erweiterte Betreuungsformen und –zeiten und Veränderungen in der pädagogischen Arbeit: der Kindergarten blieb bei uns dennoch ein Kindergarten. Heute verbringen Kinder oft einen größeren Teil des Tages im Kindergarten als in der Familie. Das bedeutet: dem Kindergarten kommt heute eine größere Bedeutung zu, als vor 10 - 20 Jahren, denn diese Einrichtung übernimmt, zusammen mit der Familie, eine große Verantwortung für die Betreuung, Erziehung und Bildung von Kindern.

Vor diesem Hintergrund ist die Tatsache zu sehen, dass es für Kindergärten einen verpflichtenden gesetzlichen Rahmen (Kinder- und Jugendhilfegesetz) gibt, der genau diese Verantwortung benennt und als Auftrag formuliert. Ergänzend zur Familie ermöglicht der Kindergarten den Kindern Erfahrungen, die sie zu Hause nicht, oder nur in eingeschränktem Maße machen können:

- Kontakte/Begegnungsmöglichkeiten mit Kindern
- Verlassen von bisher gewohnten Rollen (große Schwester, "Kleinster" der Familie oder einziges Kind)
- Gruppenerfahrungen machen und dabei begleitet werden (Sozialverhalten, Beziehungen aufbauen, Gemeinschaftserlebnisse)
- Unterstützung des Bewegungsdranges durch geeignete Spiel- und Bewegungsräume (drinnen und draußen)
- Selbsttätiges Entdecken und Erforschen von Zusammenhängen
- Kennen lernen und Erproben von verschiedensten Materialien (von der Schere bis zur Säge)
- Erleben von Alltag (Geschirr versorgen, Tisch decken, einkaufen, Blumen gießen, Müll trennen...)

Für unsere pädagogische Arbeit ist es sehr wichtig, den jeweiligen Lebenshintergrund (die Lebenssituation) des einzelnen Kindes zu beachten, und darauf aufbauend die entsprechenden Angebote zu entwickeln. Die Zusammenarbeit mit den Eltern und der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses hat für uns dabei große Bedeutung.

§22 Sozialgesetzbuch- VIII (Achtes Buch) Kinder- und Jugendhilfe (vgl. Marburger 2007)

1) In Kindergärten, Horten und anderen Einrichtungen, in denen sich Kinder für einen Teil des Tages oder ganztags aufhalten (Tageseinrichtungen), soll die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit gefördert werden.
2) Die Aufgabe umfasst die Betreuung, Bildung und Erziehung des Kindes. Das Leistungsangebot soll sich pädagogisch und organisatorisch an den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien orientieren.
3) Bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben sollten die in den Einrichtungen tätigen Fachkräfte und anderen Mitarbeiter mit den Erziehungsberechtigten zum Wohl der Kinder zusammenarbeiten. Die Erziehungsberechtigten sind an den Entscheidungen in wesentlichen Angelegenheiten zu beteiligen.

Die frühkindlichen Bildungsprozesse werden in unserem sportbetonten Integrationskindergarten als ganzheitlich und komplex gesehen. Bildung versteht sich für uns als bewusste Anregung der kindlichen Aneignungstätigkeit. Dies setzen wir um, indem wir Wert darauf legen, dass sich die Kinder z.B.:

- selbst ausprobieren und forschen dürfen
- Fehler zugestehen und als Lernchance begreifen
- ein Bild von sich selbst, von anderen und vom Weltgeschehen machen können
- lustvoll lernen
- ihren physischen Besonderheiten entsprechend entfalten dürfen

Aber was sind Bildungsprozesse eigentlich?

Im Spiel der Kinder entstehen Fragen, Themen und Experimentierfreude. ”Wie baue ich einen ganz hohen Turm aus Bausteinen?” –”Bin ich stark?” –”Ist Matsche schwer?” –”Haben alle Käfer Augen?” –”Warum verschlucke ich mich?” Wir schaffen Bedingungen, die Kindern ermöglichen, ihre Fragen zu finden und ihnen nach zu gehen! ”Einer Frage nachgehen” beinhaltet:

Neugierde, Ausdauer, Wissensdrang, Forschen, Ausprobieren, Zeit nehmen, sich in Bewegung setzen, in Bewegung geraten, Verknüpfung von vorhandenem Wissen mit neuen Erkenntnissen, Hilfe suchen, mutig sein, Neues ausprobieren, ernst genommen werden und Vieles mehr. Einer Frage nachgehen heißt, nicht immer gleich Antworten bieten, sondern gemeinsam danach zu suchen. Wir gestalten den Alltag gemeinsam mit den Kindern und ermöglichen ihnen damit viele selbstbestimmte Erfahrungs- und Spielräume, die ”Lernen” ermöglichen. Wichtig ist die Verknüpfung von Lernerfahrungen zu begleiten, und nicht die Einübung isolierter Techniken. So wird unsere Kindergemeinschaft ein Sammelbecken von Neugier, Erfahrungen und Fähigkeiten mit vielfältigen Anreizen für interessantes Tun, in die jedes Kind eigenes einbringen kann.

Bis zum Schuleintritt ermöglicht unser Team den Kindern vielfältige Gelegenheiten soziale Kontakte zu knüpfen, in ihrer Originalität angenommen zu werden, Freunde und Partner zu finden, das Anderssein der Altersgefährten zu tolerieren und sportliche Interessen auf intensive und vielfältige Weise zu verwirklichen. Somit sind wir eine familienbegleitende Institution, die sich an den Lebenssituationen unserer Kinder orientiert, ein Vertrauensverhältnis zu den Eltern aufbauen möchte, sowie sportbetont und integrativ tätig ist. Das Wohlfühlen und „Gern“ kommen steht für uns im Vordergrund. Die sensible Zusammenarbeit aller Erzieherinnen mit den Kindern in jeder Altersspezifik ist für uns Grundvoraussetzung für eine ungehemmte Entwicklung, denn nur Kinder ohne Angst können sich frei entfalten und Selbstbewusstsein aufbauen. So ist es für uns wichtig, unsere Kinder in ihrem Dasein mit ihren Stärken und Schwächen anzunehmen. Die Stärken zu fördern und die Schwächen so zu akzeptieren, dass sie in den Hintergrund treten, damit sich das Kind in seinem Angenommen sein ,,So wie ich bin“, optimal weiterentwickeln kann.

KIND

(vgl. URL: http://www.cooliz.de/?p=66 [ Stand: 2008])

Wir wollen die individuelle Entwicklung der Kinder fördern, indem wir uns an allen Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung orientieren, wie z.B.: die Wahrnehmung des körperlichen, kreativen und sprachlichen Ausdruckes, der Bewegungsfreude, der Körpermotorik und Kooperationsfähigkeit, der Entwicklung von Wissensdurst und Forscherdrang, aber auch der Herausbildung kommunikativer Fähigkeiten sowie das Empathie und Selbstständig sein. Weiterhin hat die Partizipation der Kinder dabei einen großen Stellenwert. Kinder verbringen einen großen Teil ihres Tages im Kindergarten. Da wir unsere Einrichtung nicht als Aufbewahrungsstätte sehen, sondern als Lebensraum für Kinder, ist es uns wichtig, den Alltag und das Zusammenleben in der Kita gemeinsam mit den Kindern zu gestalten. Partizipation (=Teilhabe) basiert auf Demokratie, deren drei Grundwerte Freiheit, Gleichberechtigung und Solidarität sind. Wir leben in einem Land, in dem sich Demokratie als Staatsform bewährt hat. Im Kindergarten geht es nicht um Demokratie als Staatsform, sondern als Lebensweise. Partizipation ist ein wesentliches Element demokratischer Lebensweise und bedeutet für uns, Kinder in möglichst viele Entscheidungsprozesse, die ihre Person betreffen, einzubeziehen und sie an vielem, was das alltägliche Zusammenleben betrifft, zu beteiligen. Kinder teilhaben zu lassen bedeutet aber nicht, dass Kinder alles dürfen! Es geht um das Recht der Kinder, ihre Meinung frei zu äußern und diese Meinung angemessen und entsprechend ihres Alters und ihrer Reife zu berücksichtigen. Partizipation findet ihre Grenzen dort, wo das körperliche oder seelische Wohl des Kindes gefährdet wird. Partizipation als fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit setzt eine bestimmte Haltung/Einstellung der Erzieherinnen Kindern gegenüber voraus: Wir sehen Kinder als kompetente kleine Menschen, die in der Lage sind, ihren Alltag eigenständig zu gestalten. Wir trauen Kindern etwas zu, nehmen sie ernst und begegnen ihnen mit Achtung, Respekt und Wertschätzung.

Was tun wir dafür, dass Partizipation in unserer Kita gelingt?

- Wir machen Demokratie für Kinder erlebbar Kinder lernen anderen Menschen nur mit Achtung, Respekt und Wertschätzung zu begegnen, wenn sie dies selbst erfahren. Wir versuchen mit unserem Handeln den Kinder ein Vorbild zu sein.
- Wir ermöglichen den Kindern die Erfahrung, dass sie ihre Meinung frei äußern können und dass ihre Meinung wichtig ist. Entscheidungen, z.B. ob oder was im Morgenkreis gespielt wird, treffen wir gemeinsam. Bei Abstimmungen zählt jede Stimme gleich viel.
- Wir fordern die Kompetenzen der Kinder heraus. Um sich "einmischen" zu können, müssen Kinder eine Vorstellung darüber entwickeln können, was für sie gut ist und sie müssen in der Lage sein, ihr Umfeld kritisch zu betrachten.
- Wir ermutigen die Kinder, ihre Bedürfnisse in Worte zu fassen, z.B. in dem wir den Kindern Fragen stellen.
- Wir lassen die Kinder Handlungsmöglichkeiten erproben/ nach eigenen Lösungen suchen und begleiten und unterstützen sie dabei.
- Wir finden altersgerechte Beteiligungsformen (Morgenkreis, Abstimmungen, Punkten, Zuständigkeitslisten)
- Wir nehmen Kinder ernst
- Wir gehen auf Vorschläge/Ideen der Kinder ein, indem wir sie gemeinsam mit den Kindern realisieren oder gemeinsam erforschen, warum sich ein Vorschlag nicht umsetzen lässt.
- Wir nehmen Kindern Lösungswege nicht vorweg oder legen sie ihnen in den Mund, sondern wir begleiten und unterstützen sie auf ihrem Weg der Lösungssuche.
- Wir geben Kindern die Möglichkeit eigenständig Beschlüsse zu fassen und die positiven und negativen Folgen ihrer Entscheidung zu erleben. Später reflektieren wir gemeinsam die Entscheidung und ihre Folgen.

Warum ist uns Partizipation wichtig?

Indem Kinder ernst genommen werden, diskutieren, Entscheidungen treffen, Vorschläge machen, Kompromisse erarbeiten usw. lernen sie viel und machen zahlreiche Erfahrungen:

- Sie werden angeregt, sich eine eigene Meinung zu bilden
- Lernen Bedürfnisse in Worte zu fassen
- Stärken ihr Selbstbewusstsein
- Lernen Möglichkeiten zur Konfliktbewältigung kennen
- Lernen Verantwortung zu tragen (für ihre Entscheidung und deren Folgen)
- Lernen andere Meinungen, Standpunkte zu tolerieren und Kompromisse einzugehen
- Erfahren, dass Engagement etwas bewirken kann
- Lernen sich mit ihrer Umwelt kritisch auseinander zu setzen
- Lernen anderen zuzuhören und andere aussprechen zu lassen.

Darauf aufbauend gibt es in unserem Kindergarten selbstverständlich Regeln. Wir verstehen sie als Hilfe für unser Zusammenleben und als wichtige Orientierung für Kinder und Erwachsene. Wir versuchen, mit so wenig Regeln wie möglich auszukommen, da nach unserer Erfahrung ein dicker Regelkatalog schnell unüberschaubar und damit das Zusammenleben nicht leichter, sondern eher komplizierter macht. Regeln werden zum einen von uns Erwachsenen und zum anderen gemeinsam mit den Kindern erarbeitet. Letzteres führt dazu, dass in den Gruppen unterschiedliche Regelungen vorhanden sein können. Wenn die Kinder die Regeln verstehen, mitgestalten und auch verändern können, werden sie leichter ihre Notwendigkeit erkennen und sich auch an sie halten. Regeln in unserem Haus sind keine starren Gesetze. Sie sind nicht unantastbar, sondern müssen überprüft werden. Wir ermuntern die Kinder, Regeln zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verändern (auch die von Erwachsenen aufgestellten.) Einzige Ausnahmen sind die von uns Erwachsenen festgelegten Regelungen die den Schutz von Mensch und Material beinhalten. Aus der Veränderbarkeit der Regeln ergibt sich, dass wie sie an dieser Stelle nicht auflisten. Wenn sie genaueres über unsere Regeln wissen wollen, dann fragen Sie uns oder die Kinder!

Unser pädagogischer Ansatz

Es gibt viele unterschiedliche, wertvolle pädagogische Ansätze. Wir haben uns nicht für einen pädagogischen Ansatz entschieden, sondern aus den für uns wesentlichen Elementen dieser Ansätze (Situationsorientierter Ansatz, Korczak, Montessori, Reggio Emilia) unseren eigenen pädagogischen Ansatz entwickelt .Die Achtung vor dem Kind muss die Grundlage allen Denkens, Planens und Tuns sein!

- Die Kinder sind Ausgangspunkt und Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit und Planung.
- Die Rechte der Kinder sind für uns genauso wichtig, wie die der Erwachsenen(Eltern, Großeltern, Erzieherinnen ...) Im Umgang miteinander lernen die Kinder, dass aus Rechten auch Pflichten entstehen.
- Partizipation ist ein Schwerpunkt unseres pädagogischen Ansatzes. Deshalb geht es bei uns um Mitsprache statt Bestimmung, um Beteiligung statt Anordnung, um Konsequenzen statt Strafe.
- Unser pädagogischer Ansatz fordert uns immer wieder aufs Neue heraus. Wir sind ständig aktiv, beobachten, begleiten und unterstützen die Kinder bei ihrer Weiterentwicklung und lernen jeden Tag Neues hinzu. Gemeinsam mit den Kindern erleben wir den Alltag, lernen miteinander und voneinander.
- Daraus resultiert, dass die meisten Inhalte sich aus dem entwickeln, was Kinderund Erwachsene erleben und an Themen mitbringen. Im Vorhinein können wir nur Themen planen, die sich aus dem Jahreslauf ergeben.

Zitate der Pädagogen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(vgl. Dreier 2010)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (vgl. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Reggio-P%C3%A4dagogik)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(vgl. URL: http://www.janusz-korczak.de/korczak_puenktlichkeit.html)

Pädagogischer Alltag: Bildung, Erziehung und Betreuung

Unser Bild vom Kind

Kinder begegnen uns mit der ihnen eigenen Persönlichkeit auf der Suche nach der eigenen Identität. Dabei sind sie offen für alles, was auf sie zukommt. Sie sind neugierig, experimentierfreudig und lernbegierig. Kinder fordern von uns Erwachsenen das ein, was sie im Moment brauchen und zwar ehrlich und direkt. Der Motor für ihr Handeln ist ihr Gefühl und ihre Intuition. Kinder sind nicht so verstandesorientiert, wie Erwachsene und denken, entscheiden und handeln selten vorausschauend. Daher können sie noch nicht die volle Verantwortung für ihr Handeln tragen. Sie können auch ihre Stärken und Schwächen noch nicht genau einschätzen. Auch haben Kinder noch keine festen Normen verinnerlicht. Sie probieren aus, stellen Regeln und Grenzen in Frage. Aus diesem Grund brauchen sie von uns Erwachsenen Unterstützung und Hilfen zur Orientierung.

Kinder sind von Natur aus positive Wesen, die sich spontan, unbefangen und vertrauensvoll auf eine Beziehung mit uns Erwachsenen einlassen. Sie sind leicht beeinflussbar und durch ihre große Offenheit auch leicht verletzbar. Auf ihrem kurvenreichen Entwicklungsweg (körperlich, geistig und seelisch) sind sie von uns als Beziehungspartner abhängig und brauchen unseren Schutz! Sie brauchen sowohl Freiräume als auch Grenzen, um auf diesem Weg weiter zu kommen.

Kinder haben Rechte ( vgl. URL: http://www.national-coalition.de/pdf/UN-Kinderrechtskonvention.pdf)

Durch das Grundgesetz, das Kinder- und Jugendhilfegesetz und das UNO Abkommen über die Rechte des Kindes werden den Kindern Rechte vertraglich zugesichert. Wir sehen es als unsere Pflicht diese Rechte der Kinder zu achten und auf mögliche Rechtsverletzungen aufmerksam zu machen. Des Weiteren ist es unser Bestreben den für uns aus diesen Rechten der Kinder entstehenden Pflichten gerecht zu werden. Es ist nicht möglich alle Rechte von Kindern in diesem Konzept aufzuführen. Wir haben uns auf die für uns wesentlichsten beschränkt.

Jedes Kind hat ein Recht so akzeptiert zu werden wie es ist. Jedes Kind hat ein Recht auf einen individuellen Entwicklungsprozess und sein eigenes Tempo dabei.

Dies fordert uns als begleitende Erwachsene dazu auf, jedes Kind in seiner Einmaligkeit zu sehen und nicht im Vergleich mit anderen Kindern zu bewerten.

Jedes Kind hat ein Recht aus eigenen Erfahrungen zu lernen und dabei auch Fehler zu machen.

Dafür müssen wir Erwachsene Kindern Freiräume schaffen in denen sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen können, in denen sie experimentieren und forschen können, in den sie lernen mit Gefahren umzugehen und dabei die Konsequenzen ihres Handelns erfahren. Dazu gehört auch eine vielfältige, anregungsreiche, überschaubare und gestaltbare Umgebung.

Jedes Kind hat ein Recht auf körperliche Unversehrtheit und ein gewaltfreies Leben.

Unsere Aufgabe ist es die Kinder vor Aggressionen, Gewalt und Grenzüberschreitungen jeglicher Art, wie z.B. durch Worte, Nichtbeachtung, lächerlich machen, körperliche Züchtigung u. a. mehr zu schützen.

Jedes Kind hat ein Recht auf engagierte, menschliche und nicht auf perfekte Erwachsene.

Dass Kinder uns Erwachsene immer wieder als zuverlässige, verstehende, einfühlsame Bezugspersonen erleben gibt ihnen die Sicherheit sich mit uns auf einer gleichwertigen Ebene auseinandersetzen zu dürfen.

Jedes Kind hat ein Recht auf ausreichend Zeit zum Spielen und darauf sich seine Spielgefährten selbst aussuchen zu dürfen. Außerdem haben die Kinder ein Recht auf Gemeinschaft und Solidarität in der Gruppe.

Jedes Kind hat ein Recht auf Ruhe und Rückzug.

Das heißt für uns Erwachsene, dass wir es akzeptieren wenn Kinder sich von uns oder anderen Kindern abgrenzen. Außerdem müssen wir dafür Sorge tragen, dass Kinder sich entspannen und zur Ruhe kommen können, dass sie schlafen können wenn sie es wollen, es aber nicht müssen.

Jedes Kind hat das Recht auf eine gesunde Ernährung.

Wir tragen Sorge für eine angenehme, entspannte Atmosphäre beim Essen. Wir ermöglichen den Kindern zu Essen und zu Trinken wenn sie Hunger oder Durst haben. Wir thematisieren mit Kindern und Eltern was gesunde Ernährung heißen kann.

Jedes Kind hat ein Recht auf seine Krankheit.

Krankheit bedeutet immer ein Ungleichgewicht zwischen seelischem und körperlichem Befinden. Um wieder ins Gleichgewicht zu kommen und somit gesund zu werden ist es für Kinder wichtig in Ruhe krank sein zu dürfen und in dieser Zeit, wenn immer möglich, auch zu Hause bleiben zu können.

Alle Rechte haben ihre Grenzen dort, wo andere (Kinder, Erwachsene, Tiere...) gefährdet, verletzt oder in ihren Rechten beschnitten werden, oder wo ein Kind sich selbst in Gefahr bringt. Das In- Anspruch -nehmen und „Ausleben“ der Rechte durch die Kinder wird von uns erwachsenen Bezugspersonen begleitet und beobachtet. Wichtig ist in jedem Fall, dass den Kindern mit Achtung und Respekt begegnet wird und sie in Entscheidungen und Beschlüsse, und natürlich in die vorausgegangenen Diskussionen einbezogen werden!

Pädagogische Orientierung (vgl. Berliner Bildungsprogramm 2004)

Unsere pädagogische Arbeit richtet sich auf die Entfaltung der Kreativität und Produktivität der Kinder und die Entwicklung ihrer Fähigkeit, Aufgaben zu erfassen, Lösungen zu finden und entsprechend selbständig zu handeln. Dabei berücksichtigen wir die individuellen und sozialen Aspekte.

Unsere Erziehung sehen wir als konkrete aktive Entwicklungsbegleitung, die unsere Kinder zum selbständigen Handeln befähigen soll. Dabei hilft uns die Umsetzung der Inhalte der Bildungsbereiche aus dem Berliner Bildungsprogramm (2004):

- Körper, Bewegung und Gesundheit
Entwicklung körperlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten, insbesondere durch Sport- und Gesundheitsangebote wie Eislaufen, Schwimmen, Bewegungs- und Sicherheitserziehung und Sauna stehen in unserem Kindergarten im Mittelpunkt.
- Soziale und kulturelle Umwelt

Bildung ist ohne soziale Beziehung nicht denkbar und kulturell geprägt. Im Berliner Bildungsprogramm heißt es dazu: „Das Leben in der Kita ist ein Übungsfeld sozialen Verhaltens. In den Alltagssituationen wie: ankommen, verabschieden, mit anderen Kindern gemeinsam etwas tun, im Garten spielen, Gegenstände reparieren, einkaufen, Tiere und Pflanzen versorgen usw. begegnen Kinder verschiedenen sozialen Anforderungen und setzen sich mit Ansprüchen an ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten auseinander.“

- Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien

In zielgerichteten Tätigkeitsangeboten lernen die Kinder in aktiver Auseinandersetzung Sprache als Mittel der Kommunikation zu benutzen und weiterzuentwickeln. Sie nehmen wahr, dass Schriftsprache und der kompetente Umgang mit Medien unverzichtbar sind, um sich in der Gesellschaft zu orientieren und beteiligt zu sein.

- Bildnerisches Gestalten

Die Kinder zu fördern, ihre körpersprachlichen Ausdrucks- und Betätigungsmöglichkeiten zu entdecken und weiterzuentwickeln durch bildnerisches Gestalten, Werken und vielseitige Spielmöglichkeiten ist Teil der täglichen Arbeit.

- Musik

Angebote frühkindlich-musikalischer Erziehung und musisch-rhythmischer Bewegungen werden in vielen Tagessituationen unterbreitet und steigern mit ihrem emotionalen Erlebniswert das Gemeinschaftsgefühl.

- Mathematische Grunderfahrungen

Mathematik hilft dem Kind, die Welt zu ordnen, in der Vielfalt der Eindrücke zu Verallgemeinerungen zu kommen. Wir schaffen Möglichkeiten, damit die Kinder erste Erfahrungen mit Zeit und Raum, Messen, Schätzen, Ordnen und Vergleichen machen können.

- Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen

Gemeinsam mit den Kindern wollen wir lernen, sensibel mit unserer Umwelt umzugehen, besonders die uns umgebende Natur mit allen Sinnen zu empfinden, zu sehen, zu tasten, zu riechen und zu schmecken.

Naturwissenschaftliche Beobachtungen und der Umgang mit der Technik und Medien regen zum Experimentieren an und erzeugen Fragen, die dem Kind ermöglichen sich selbst in Beziehung zur Welt zu setzen und logische Zusammenhänge zu erkennen.

Die alltäglichen Situationen sind voller Lernanregungen. Intensiv, zielgerichtet und in vielfältigen Aktivitäten haben die Kinder die Möglichkeit, sich mit der Lebensrealität auseinanderzusetzen. Zur Dokumentation nutzen wir unterschiedliche Medien, wie z.B. den Computer, die Fotokamera, damit diese Prozesse für Kinder und Eltern nachvollziehbar sind. Unser Ziel ist, Themen in Projektarbeiten zu gestalten. deren Inhalt der Umwelt der Kinder entnommen ist (d.h. exemplarisches Lernen in Situationen ihres Lebenszusammenhanges, statt Trainieren isolierter Fertigkeiten) und auf konkret anschaulicher Basis den Kindern nahe gebracht.

Gesundheitliche Entwicklung aller Kinder

Voraussetzung für eine geistig und körperlich gesunde Entwicklung und für das Wohlbefinden aller Kinder ist ein harmonischer Tagesablauf und eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern. Deshalb beachten wir während des ganzen Tages das individuelle Bedürfnis der Kinder nach Ruhe, Bewegung, Anspannung und Entspannung. Während des ganzen Tages sollen die Kinder mehr Selbstvertrauen in die eigenen Kräfte, Selbständigkeit und geistige Regsamkeit entwickeln.

An nachstehenden Aufgaben werden wir uns orientieren:

1. Ausreichender, täglich aktiver Aufenthalt an frischer Luft zur Stabilisierung des kindlichen Organismus
2. Beachtung der zweckmäßigen und witterungsentsprechenden Bekleidung der Kinder
3. Durchführung wöchentlich zielgerichteter Sportangebote und die Möglichkeit des Erlernens und der Talentförderung in den Sportarten Eislauf, Schwimmen, Tanzen und Turnen
4. Herausbildung des Bedürfnisses nach Sauberhaltung und Pflege des eigenen Körpers
5. Regelmäßiges Zähneputzen in allen Kindergruppen nach dem Mittagessen und Anleitung für eine richtige Putztechnik
6. Entwicklung der eigenen Körperidentität
7. Anbahnung eines gesundheitsbewussten Verhaltens der Kinder
8. Gesunde Ernährung

Die Mahlzeiten finden immer in einer entspannten Atmosphäre und ohne Zwang statt, auf kulturvolle Essgewohnheiten wird geachtet. Kein Kind wird zum Essen genötigt, jedes Kind bestimmt selbst, was und wie viel es essen möchte. Während des ganzen Tages steht in allen Bereichen Tee und Wasser für die Kinder bereit, es wird ihnen von den Erziehern gereicht bzw. frei zugänglich bereitgestellt. Es gibt täglich als kleine Zwischenmahlzeit frisches Obst und Gemüse. Der Speiseplan wird abwechslungsreich nach ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen aufgestellt, wobei ernährungsbedingte und religiöse Besonderheiten beachtet werden. Es gibt neben dem Mittagessen auch eine Vesperversorgung. Süßigkeiten dürfen von den Eltern nur zu ausgewählten Anlässen mitgebracht werden.

9. Ruhephase

Gemeinsam mit den Kindern werden die räumlichen Bedingungen sowie eine ruhige und gesunde Schlafatmosphäre geschaffen, dabei wird kein Kind zum Schlafen gezwungen, das individuelle Schlafbedürfnis der Kinder wird beachtet. Beim Mittagsschlaf tragen die Kinder aus hygienischen Gründen einen Schlafanzug, das Kuscheltier von zu Hause kann mit in das Bett genommen werden, damit sich die Kinder wohl fühlen.

Spiel als selbst bestimmte Bildungstätigkeit

Wir verstehen unsere Einrichtung als Lebensraum für die Kinder. Hier können sie ihrem Alter und ihrer Individualität entsprechend mit anderen Kindern agieren.

Im Vordergrund steht das Spiel als Haupttätigkeit der Kinder und

- dient der Entwicklung der Persönlichkeit,
- bildet die Basis für den Erwerb bedeutsamer Lernprozesse,
- hilft den Kindern dabei, sich in ihrer Welt zu orientieren und handelnd zu erleben.

Das Spiel der Kinder ist zweckfrei und lustbetont. Die Kinder spielen selbst bestimmt und aus eigenem Antrieb, sie konstruieren und rekonstruieren spielend soziale Beziehungen, wie

- aufeinander zugehen,
- Kontakt aufnehmen und auch deren Eigenheiten, Stärken und Schwächen entdecken und respektieren,
- sich auseinander setzen, durchsetzen, aber auch nachgeben,
- Gruppen- und Spielregeln beachten,
- Rücksicht nehmen,
- im Rollenspiel alltägliche Situationen durchspielen und verarbeiten,
- sich an Neues heranwagen und eventuelle Misserfolge aushalten,
- den anderen helfen,
- teilen,
- Freundschaften schließen,
- Spaß am gemeinsamen Spiel erleben

und sie schaffen sich die passenden Bedingungen und verhalten sich so, als wäre das Spiel Wirklichkeit.

Im Freispiel wählt das Kind:

- Spielmaterial (zweckfreies oder didaktisches Spielmaterial)
- Spielpartner
- Spieldauer
- Spielart (Freispiel oder angeleitetes Spiel, sowie Einzel-, Gruppen- oder Partnerspiel)
- Spieltempo
- Spielort

Wesentlich für das Spiel der Kinder ist die Handlung, in der sie ihre Spielabsichten und Ziele verwirklichen und nicht das Ergebnis. Im Spiel haben die Kinder die Möglichkeit, die Welt um sich herum, sich selbst, Erlebnisse, Beobachtungen und gemachte Erfahrungen im wahrsten Sinne des Wortes zu be- greifen, mit Kopf, Herz und Hand. Somit ist das Spiel ein ganzheitliches Lernen, da es die Persönlichkeit des Kindes fordert und fördert.

Verschiedene Fähigkeiten und Fertigkeiten kann das Kind erproben, wie zum Beispiel:

- selbstbestimmtes Lernen mit allen Sinnen
- die Selbständigkeit
- die Entwicklung der Grob- und Feinmotorik
- Konzentration, Ausdauer und Geduld
- Erlebtes und Gesehenes verarbeiten, Phantasie ausleben
- Erfahrungen im emotionalen Bereich, wie Freude über Gewinn, Trauer über die Niederlage oder einfach Wut und Enttäuschung

Dies heißt, die Lebenswelt der Kinder wird konstruiert und rekonstruiert. Da das Spiel eine so wichtige Grundlage für die gesunde Entwicklung der Kinder ist, bedeutet das für uns als Erwachsene:

- Wir räumen dem Spiel oberste Priorität ein und schaffen Bedingungen, dass die Kinder intensiv und in Ruhe spielen können.
- Wir nehmen das Spiel der Kinder ernst und wichtig. Es ist genauso anspruchsvoll und anstrengend wie die Arbeit eines Erwachsenen.
- Wir versuchen, den Kindern Spielpartner zu sein, die motiviert sind mitzuspielen und die echtes Interesse an den Spielergebnissen zeigen.
- Wir verzichten soweit wie möglich auf Spieleinschränkungen. Das heißt unter Anderem, dass die Kinder dort spielen dürfen, wo sie möchten, dass sie Spielsachen auch von zu Hause mitbringen dürfen, weil diese im Moment für sie wichtig sind, dass sich die Kinder beim Spielen schmutzig machen dürfen ...

Oberste Priorität hat während der kindlichen Freispielzeit für die ErzieherInnen:

- Beobachten mit welchen Themen sich das Kind beschäftigt, was es bewegt und wo es in seiner Entwicklung steht, um Verhaltensweisen besser nachvollziehen zu können
- Beobachten des Spielverhaltens (Interesse, Ausdauer, Konzentration)
- Beobachten der im Spiel sichtbar werdenden Fähigkeiten und eventuelle Defizite
- Beobachten der Kommunikationsvielfalt
- Beobachten von Gruppenstrukturen, sowie das Sozial- und Rollenverhalten der Kinder im Spiel
- Unterstützend beim Aushandeln und Vereinbaren von Regeln
- Unterstützen Kinder darin, Geschehenes, Erlebtes Erfahrenes –auch durch Fernsehen Videos und anderen Medien – im Spiel auszuleben und gemäß ihrem Entwicklungsstand zu verarbeiten
- Anregen, Konflikte selbst zu lösen, Unterstützung zusichern
- Förderung einzelner Kinder durch angeleitetes Spiel
- Förderung unsicherer Kinder(sie ermutigen, Erfolgserlebnisse verschaffen, Sicherheit und Hilfestellung geben)

An all diesen Punkten lässt sich erkennen, dass die Freispielphase den größten Teil des Tages in unserem Kindergarten einnimmt. Als aktive und interessierte Spielpartner der Kinder nutzen wir alle Spielformen, um die Spielfähigkeit auf- und auszubauen:

- Freispiel
- Bauspiel
- Fingerspiel
- Handpuppenspiele
- Bewegungsspiele
- Musik- und Klangspiele
- Märchenspiele
- Wahrnehmungs- und Entdeckungsspiele
- Schattenspiele
- Gruppendynamische Spiele
- Theaterspiele
- Rollenspiel
- Soziale (Regel)spiele
- Aggressionsspiele zum Austoben
- Produktionsspiele
- Konstruktionsspiele
Die drei wesentlichsten Aufgaben des kindlichen Spiels
- Entwicklung und Förderung der Persönlichkeit des Kindes
- Grundlage für erfolgreiches Lernen -
Spielfähigkeit als Voraussetzung für Schulfähigkeit
- Möglichkeit für die Kinder, ihre Welt spielend zu verstehen,

sie zu begreifen und sich in ihr zurechtzufinden

[...]

Details

Seiten
61
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656053484
ISBN (Buch)
9783656053514
Dateigröße
3.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v171378
Note
Schlagworte
kita-konzeption beispiel berliner sportkindergartens

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Titel: Kita-Konzeption am Beispiel eines Berliner Sportkindergartens