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Die Sozialarbeit von unten nach Karam Khella

Seminararbeit 2003 15 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Wer ist Karam Khella

3. Was ist Marxismus

4. Die „Sozialarbeit von oben“

5. Die „Sozialarbeit von unten“
5.1. Auffassung der Lage der Klienten
5.2. Wozu Sozialarbeit von unten benötigt wird
5.3. Das 10-Phasen-Programm
5.3.1. Die Sensibilisierung
5.3.2. Die Kollektivierung
5.3.3. Planung und Durchführung der ersten Aktion
5.3.4. Die Reflexion
5.3.5. Die Mobilisierung
5.3.6. Orientierung
5.3.7. Wiedereingliederung
5.3.8. Die Qualifikation
5.3.9. Organisierung
5.3.10. Veränderung

6. Die therapieorientierte Sozialarbeit
6.1. Kritik an herkömmlichen Therapieformen
6.2. Der therapeutische Effekt der therapieorientierten Sozialarbeit

7. Konflikt- contra Anpassungspädagogik

8. Schlusswort

9. Quellenangaben

10. Erklärung

1. Einleitung

Es gibt heute die verschiedensten Meinungen dazu, wie die soziale Arbeit verstanden und praktiziert werden sollte. Jeder Verfasser einer Theorie ist der Meinung, seine Arbeit sei der einzig richtige Ansatz.

Ich habe mich als Thema für diese Studienarbeit für die Theorie der „ Sozialarbeit von unten“ von Karam Khella entschieden, da Khella sie selbst als Alternative zu den meisten anderen Theorien sieht.

Wenn man seine Auffassung von der Sozialenarbeit in einigen kurzen Worten zusammenfassen soll, wäre wohl die Aussage am treffensten, dass er nichts davon hält, wenn versucht wird, die Klienten an ihre Umwelt, im herkömmlichen Sinn, anzupassen. Er empfindet es vielmehr für zweckmäßig, wenn ihnen aufgezeigt wird, wie sie mit den Werten und Normen der Gesellschaft umgehen und sogar versuchen können diese bewusst zu beeinflussen.

Da ich der Meinung bin, dass es zum Verständnis Khella´s Arbeit durchaus beiträgt, möchte ich zunächst etwas zu seinem persönlichen Werdegang sagen und, da er Marxist ist, den Begriff Marxismus kurz erläutern, bevor ich zu seiner Arbeit komme.

2. Wer ist Karam Khella.

Karam Khella wurde 1934 in der ägyptischen Hauptstadt Kairo geboren. Sein erstes Studium der Betriebswirtschaftslehre beginnt er 1952, bricht dieses jedoch nach einem Jahr ab, um Theologie und Sprachwissenschaften zu studieren.

Der sozial engagierte Ägypter kommt 1958 nach Deutschland und unterrichtet im Rahmen eines Dozentenaustauschprogramms am Hamburger Institut für Geschichte und Kultur des vorderen Orients.

Für die Arbeiterfrage, welche ihn noch heute prägt, beginnt er sich zu interessieren, als er von 1966 - 1969 in Stuttgart als Studentenpfarrer tätig ist. Khella distanziert sich schließlich von der Theologie und beginnt Geschichte und Medizin zu studieren.

1971 erhält er eine Stelle an der Hamburger Universität, um als Dozent eines Sozialpädagogischen Zusatzstudium tätig zu werden. Dieses Zusatzstudium, welches dem gebbürtigen Kairoer besonders lag, da es auf einer arbeiterbezogenen Wissenschaft aufgebaut war, wurde jedoch 1982 aufgrund politischer und wissenschaftlicher Auseinandersetzungen gestrichen.

Khella soll aufgrund seiner Arbeitslosigkeit ausgewiesen werden, kann dies jedoch von sich abwenden und erhält seinen Arbeitsplatz zurück.

Bekanntheit erreichte er vor allem durch seine zahlreichen Veröffentlichungen, die sich neben der sozialen Arbeit hauptsächlich mit der Situation der Abeiterklasse und Freiheitsbewegungen verschiedenster Art beschäftigen. Auf eben diesen Themen basieren auch seine häufigen Vorträge und Aufritte als Gastredner.

3. Was ist Marxismus?

Wie bereits eingangs erwähnt, ist Khella ein Verfechter der marxistischen Theorien. Daher halte ich es für angebracht diese in einigen kurzen Sätzen zu erläutern.

Der Grundgedanke des Marxismus liegt in der Abschaffung der Kapitalgesellschaft, um die Unterschiede zwischen Arm und Reich zu beenden. Karl Marx (1818 - 1883), ist der Auffassung, dass der Kapitalismus der Grund aller sozialen Ungleichheiten ist und das seine Abschaffung die einzige Lösung für diese Ungleichheiten sei. Zu diesem Zweck entwickelte Marx den Kommunismus.

Zu den Grundpfeilern des Kommunismus gehört unter anderem die Abschaffung des Privateigentums und des Erbrechts, Arbeitszwang für jeden und öffentliche und kostenfreie Erziehung und Bildung für die gesamte Bevölkerung.

4. Die „Sozialarbeit von oben“

Als „Sozialarbeit von oben“ , zu der Khella die Antithese liefert, bezeichnet er die herkömmliche Sozialarbeit. Diese wird nach seiner Meinung von der Illusion getragen, dass in einem Sozialstaat jeder Hilfe erhält, der sie benötigt.

Die Aufgabe des Sozialarbeiters besteht letztlich nun darin, die Wertvorstellungen und Normen eines demokratischen Staates zu verwirklichen, indem er den Klienten ihre Möglichkeiten, die ihnen der Sozialstaat bietet, aufzeigt und sie an entsprechende Institutionen verweist.

Khella zitiert hier als Beispiel Walter A. Friedländer`s „Grundbegriffe und Methoden der Sozialarbeit“. Friedländer meint zur Aufgabe der Sozialarbeit:

„...,Einzelnen und Gruppen zu helfen, den besten Weg zu einer befriedigenden Lösung zu finden, ohne sie zur Konformität zu zwingen, es sei denn, ihr Verhalten und ihr Handeln beeinträchtigen Wohlergehen und Rechte anderer – asoziales Verhalten und Handeln können von der Sozialarbeit nicht unterstützt werden“.[1]

Dabei hat sich der Sozialarbeiter an wissenschaftlich fundierte und erprobte Methoden und Grundsätze zu halten.

5. Die „Sozialarbeit von unten“

5.1. Auffassung der Lage der Klienten

Khella geht davon aus, dass die Klienten nicht an sich Selbst, sondern an den Anforderungen ihrer Umwelt gescheitert sind. Durch eventuell misslungene Problemlösungsstrategien wurden die eigentliche Lage nur noch verschlimmert, bis sie sich in einer Situation befinden, aus der sie sich aus eigener Kraft nicht mehr selbst befreien können.

Sie geben auf und hoffen darauf, dass sich ihre Probleme von selbst lösen. Khella sagt dazu:

“Menschen in Not pendeln – bezeichnenderweise – zwischen Resignation und Illusion“[2].

Des weiteren meint er:

„Sie verinnerlichen das Fremdbild gegen sie, das nunmehr zum Selbstbild wird“[3].

Dies geht soweit, bis sie schließlich die Auffassung vertreten selbst an ihrer, für sie ausweglosen Lage schuld zu sein.

5.2. Wozu Sozialarbeit von unten benötigt wird.

Die Sozialarbeit von unten versucht, Menschen in Notlagen zu helfen, sie aus ihrer Litargie heraus zu holen und ihnen zu zeigen, dass sie sich für ihre Rechte einsetzen können und auch müssen.

Wenn dieses Ziel erreicht ist verbessert sich, nach Khellas Auffassung, auch die Situation der Arbeiterklasse. Er geht also davon aus, dass eine Kette nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied. Dem Sozialarbeiter kommt dabei die Aufgabe zu, eben diesen „schwachen Gliedern“ aufzuzeigen, wie sie aus dieser Position zu einem vollwertigen Mitglied der Kette werden können.

Das Ziel der „Sozialarbeit von unten“ ist erreicht, wenn der ehemals Deklassierte wieder in seinen ursprünglichen Klassenzusammenhang zurückkehrt und befähigt wurde, für sich und seine Klasse um soziale und politische sowie ökonomische Gerechtigkeit zu kämpfen.

[...]


[1] Khella, Karam / Sozialarbeit von unten / Seite 16 / aus / Walter A. Friederländer / Grundbegriffe und Methoden der Sozialenarbeit

[2] Khella, Karam / Sozialarbeit von unten / Seite 30

[3] Khella, Karam / Sozialarbeit von unten / Seite 30

Details

Seiten
15
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638218047
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v17169
Institution / Hochschule
Hochschule München – Sozialarbeit
Note
2
Schlagworte
Sozialarbeit Karam Khella Geschichte Theorien Werte Normen Sozialen Arbeit

Autor

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Titel: Die Sozialarbeit von unten nach Karam Khella