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Optimierungspotenziale in der Luftfrachtabfertigung

Hausarbeit 2010 27 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Zusammenfassung

1. Einleitung
1.1. Zielsetzung
1.2. Aufbau der Hausarbeit

2. Luftverkehr
2.1. Luftfracht
2.2. Luftfrachtabfertigung

3. Optimierungspotenziale in der Luftfrachtabfertigung
3.1. Optimierungspotenziale der physischen Luftfrachtabfertigung
3.1.1. Lagertechniken für unterschiedliche Sendungsgüter
3.1.2. Leistungsstarke Sortieranlagen
3.1.3. Anlieferung von kompletten Ladeeinheiten
3.1.4. Sicherheit in der Luftfracht
3.2. Optimierungspotenziale der IT-gestützten Luftfrachtabfertigung
3.2.1. Luftfrachtabfertigungssoftware
3.2.2. e-freight
3.2.3. Einführung von RFID

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1.1: Aufbau der Hausarbeit

Abbildung 2.1: Lufttransportkette und Einordnung Luftfrachtabfertigung (in Anlehnung an Frye, 2003)

Abbildung 3.1: Optimierungspotenziale in der physischen Luftfrachtabfertigung

Abbildung 3.2: Optimierungspotenziale der IT-gestützten Luftfrachtabfertigung

Abbildung 3.3: RFID in der Luftfrachtabfertigung (in Anlehnung an Hossain & Witte, 2010, S. 135)

Zusammenfassung

Die vorliegende Hausarbeit zum Thema „Optimierungspotenziale in der Luftfrachtabfertigung“ zeigt Möglichkeiten auf, um den stetig wachsenden Ansprüchen an die Luftfrachtabfertigung und dem Handling von steigendem Frachtaufkommen erfolgreich begegnen zu können.

Dabei erfolgt die Orientierung an technischen und informationstechnischen Neuerungen und Weiterentwicklungen in der Luftfahrtbranche und deren Partnern, sowie an sich in der Forschung befindlichen Innovationen zur effektiveren und effizienteren Frachtabfertigung in Flughäfen.

Zur Informationserlangung diente einschlägige Literatur. Um die Aktualität zu wahren, erfolgten zudem ausführliche Recherchearbeiten im Internet, was aktuelle Entwicklungen und Trends in der Luftfrachtabfertigung in Hinblick auf deren Optimierungspotenziale offenbarte.

Als Optimierungspotenziale in der physischen Luftfrachtabfertigung ließen sich spezielle Lagertechniken für unterschiedliche Sendungsgüter, leistungsstarke Sortieranlagen und das optimierte Anliefern von kompletten Ladeeinheiten erkennen. Zudem bietet das Sicherheitsthema in der Luftfrachtabfertigung weitere Optimierungsansätze, die z.T. aufgrund von fehlenden technischen Voraussetzungen heute noch nicht vollends ausgeschöpft werden können.

IT-gestützte Optimierungspotenziale wurden in den Bereichen Luftfrachtabfertigungssoftware, e-freight und RFID-Technik identifiziert.

Es stehen zahlreiche Optimierungspotenziale zur Verfügung, deren Einsetzbarkeit je nach Flughafenstandort und dessen Ausrichtung bzw. flächenmäßigen Ressourcen individuell zu überprüfen und einzuschätzen sind.

1. Einleitung

Flugzeuge ermöglichen sowohl im Personen- als auch im Frachtluftverkehr eine weltweite Vernetzung von wirtschaftlich interessanten Zielen. Wie bei der Betrachtung anderer Märkte können auch im Luftfrachtsektor steigende Kosten, ein immer größerer Zeitdruck und ein härter werdender Wettbewerb verzeichnet werden. Parallel zu dieser Entwicklung steigen zudem die Anforderungen der Kunden u.a. hinsichtlich der Schnelligkeit in der Abfertigung von Luftfracht und der ständigen Informationsverfügbarkeit über den Sendungsstatus (o.V., 2010 b).

Frachtfluggesellschaften wie die Lufthansa Cargo verzeichnen steigende Frachtzahlen und eine stärkere Auslastung Ihrer Ressourcen (o.V., 2010 e). Wissenschaftliche Untersuchungen sagen eine Verdopplung der bis zum Jahr 2025 im Einsatz befindlichen Frachtflugzeuge voraus (Bierwirth & Hertelendy, 2007, S. 139).

Daraus lassen sich ein enormer Anstieg des Frachtaufkommens (o.V., 2010 f). und damit verbunden deutlich höhere Kapazitätsanforderungen der Abfertigungseinrichtungen an den weltweiten Flughäfen für die nächsten Jahre ableiten.

Zudem zeigen die aktuell vereitelten Attentate mit Paketbomben einen Trend zu stärker werdenden terroristischen Aktivitäten und Lücken in den Sicherheitsmaßnahmen bei der Luftfrachtabfertigung auf (Hamm, 2010). Da Flugzeuge für wirkungsvolle Anschläge genutzt werden können, bedarf es an dieser Stelle einer nachhaltigen Lösung.

Im folgenden Kapitel wird die Zielsetzung dieser Arbeit kurz erläutert.

1.1. Zielsetzung

Um den wachsenden Ansprüchen in der Luftfrachtabfertigung gerecht zu werden, werden in dieser Arbeit Optimierungspotenziale in der Luftfrachtabfertigung aufgezeigt. Dabei erfolgt die Orientierung an derzeitigen Optimierungsansätzen in der Luftfrachtbranche und deren Partnern.

Nachfolgend wird der Aufbau der vorliegenden Hausarbeit dargestellt.

1.2. Aufbau der Hausarbeit

Nach der Einleitung in Kapitel 1., werden in den Kapiteln 1.1. die Zielsetzung und 1.2. der Aufbau der Hausarbeit erläutert.

In Kapitel 2. werden die Begriffe Luftverkehr, Luftfracht (Kapitel 2.1.) und Luftfrachtabfertigung (Kapitel 2.2.) in deren Zusammenhang eingeordnet und abgegrenzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1.1: Aufbau der Hausarbeit

Schließlich werden in Kapitel 3 Optimierungspotenziale in der Luftfrachtabfertigung aufgezeigt. Dabei erfolgt eine Unterteilung in Optimierungspotenziale in der physischen (Kapitel 3.1.) und IT-gestützten Luftfrachtabfertigung (Kapitel 3.2.).

Zunächst erfolgt in Kapitel 3.1.1. die Darstellung der Potenziale von Lagertechniken für unterschiedliche Ladungsgüter, bevor in Kapitel 3.1.2. das Augenmerk auf Potenziale durch den Einsatz von leistungsstarken Sortieranlagen gelenkt wird. Kapitel 3.1.3. zeigt Potentiale durch die Anlieferung kompletter Ladeeinheiten auf. Schließlich werden in Kapitel 3.1.4. das Thema Sicherheit in der Luftfracht und dafür geeignete Durchleuchtungsgeräte behandelt.

Kapitel 3.2.1. zeigt Potenziale von Luftfrachtabfertigungssoftware auf, während in Kapitel 3.2.2. Potenziale durch den Einsatz von e-freight vorgestellt werden. Abschließend wird in Kapitel 3.2.3. die Einführung von RFID-Technik diskutiert.

Das nun folgende Kapitel definiert den Begriff „Luftverkehr“.

2. Luftverkehr

Neben den Straßen-, Schienen- und Wasserverkehren bildet der Luftverkehr eine weitere Möglichkeit zum weltweiten Transport von Personen und Gütern. Mensen definiert Luftverkehr als „Gesamtheit aller Vorgänge, die der Ortsveränderung von Personen, Gütern und Nachrichten (Personen, Fracht, Post), auf dem Luftwege dienen.“ (Mensen, 2003, S. 6). Idealerweise ergänzen sich die eben genannten Verkehrsarten in der Transportkette zu einem leistungsstarken Transportsystem (siehe Kapitel 2.2.).

Im Rahmen dieser Arbeit wird nachfolgend auf die Betrachtung des Personenluftverkehrs verzichtet. Stattdessen wird der Fokus im folgenden Kapitel auf den Begriff der Luftfracht gerichtet.

2.1. Luftfracht

Klußmann und Malik definieren Luftfracht als „Frachtsendungen, die mit dem Flugzeug transportiert werden. Dazu zählen auch eigene dienstliche Frachtsendungen der transportierenden Luftfrachtgesellschaft, Frachtsendungen von Diplomaten sowie Übergepäck von Passagieren, für das keine Gebühr entrichtet wurde. Nicht zur Luftfracht dagegen zählt das Gepäck, das die Passagiere bei einer Flugreise kostenfrei aufgeben können, und das Gepäck der Besatzung.“ (Klußmann & Malik, 2007, S. 177).

Arnold versteht Luftfracht im weiteren Sinne als auf Linien- oder Charterflügen transportierte Güter. Im engeren Sinne umfasst Luftfracht die nach den Bestimmungen[1] der IATA[2] abgefertigten und zu transportierenden Frachtgüter, wobei Luftpost und Passagiergepäck nicht hierunter fallen (Arnold, 2008, S. 757).

Im Folgenden wird von Luftfracht im engeren Sinne ausgegangen.

Im nachfolgenden Kapitel wird der Begriff der Luftfrachtabfertigung definiert und in die Lufttransportkette eingeordnet. Hierzu werden Aufgaben und wichtige Komponenten der Luftfrachtabfertigung kurz vorgestellt.

2.2. Luftfrachtabfertigung

Die wesentlichen Aufgaben der Luftfrachtabfertigung liegen im Auflösen, Sortieren und Verteilen, sowie im Vorbereiten, Zusammenstellen und Bilden von Flugzeugfracht im Frachtterminal, inklusive der Datenerfassung und -verarbeitung sowie des Dokumentenhandlings. Zusammengefasst handelt es sich hierbei um die Eingangs- und Ausgangsabfertigung, auch ULD Build-up bzw. ULD Break-down genannt (Arnold, 2008, S. 771 und Jünemann & Schmidt, 2000, S. 301).

Für die Eingangs- und Ausgangsabfertigung stehen in der Regel sogenannte ULDs[3] (geschlossene Luftfrachtcontainer) und Flugzeugpaletten (Fracht wird hier z.B. durch Transportnetze auf der Palette abgesichert) als Ladehilfsmittel zur Verfügung.

Innerhalb der Transportkette nimmt die Luftfrachtabfertigung eine Schnittstellenfunktion ein (siehe Abbildung 2.1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1: Lufttransportkette und Einordnung Luftfrachtabfertigung (in Anlehnung an Frye, 2003)

Nachdem der Versender die Fracht dem Trucker übergeben hat, transportiert dieser die Fracht auf der Straße im Vorlauf zum Flughafen. Dort wird die Fracht vom Abfertiger übernommen und umgeschlagen. Anschließend transportiert die Airline die Fracht zum Bestimmungsort.[4] Dort erfolgt erneut ein Umschlag durch einen Abfertiger und anschließend im Nachlauf der Weitertransport, in der Regel per LKW, bis zum Empfänger.

Neben dem oben dargestellten Materialfluss wird zudem ein intensiver Informationsfluss abgewickelt. In jeden aufgezeigten Prozess erfolgt ein Informationsaustausch zwischen den Beteiligten der Transportkette. In Zeiten von globalen Informationssystemen und hier speziell der Sendungsverfolgung, haben sowohl der Versender als auch der Empfänger die Möglichkeit, sich jederzeit über den aktuellen Aufenthaltsort der Fracht zu informieren (Mensen, 2007, S. 310).

Neben der normalen Fracht, die keiner besonderen Handhabung und Lagerung bedarf, wird in der Frachtabfertigung zudem Sonderfracht abgefertigt. Hierzu gehören etwa Gefahrgüter, lebende Tiere und Kühlgüter, für die gesonderte Lagerstätten zur Verfügung gestellt werden müssen.

Nachdem die Begrifflichkeiten und deren Zusammenhänge dargestellt wurden, werden in den folgenden Kapiteln Optimierungspotenziale in der Luftfrachtabfertigung aufgezeigt.

3. Optimierungspotenziale in der Luftfrachtabfertigung

Um die Optimierungspotenziale in der Luftfrachtabfertigung besser strukturieren zu können, erfolgt nachstehend die Unterscheidung von physischer und IT-gestützter Luftfrachtabfertigung.

Im folgenden Kapitel werden zunächst Optimierungspotenziale der physischen Luftfrachtabfertigung behandelt.

3.1. Optimierungspotenziale der physischen Luftfrachtabfertigung

Die physische Abwicklung von Luftfracht beschäftigt sich im Folgenden mit unterschiedlichem Technikeinsatz und vorgelagerter Zusammenarbeit mit Speditionen, um die Abfertigung von Luftfracht zu erleichtern und um deren Potenziale auszuschöpfen.

Im nachfolgenden Kapitel werden Ansprüche an Lagertechniken für unterschiedliche Sendungsgüter betrachtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3.1: Optimierungspotenziale in der physischen Luftfrachtabfertigung

3.1.1. Lagertechniken für unterschiedliche Sendungsgüter

Im Rahmen des Abfertigungsprozesses wird Fracht in der Regel kurz- oder mittelfristig gelagert. Um den aktuellen und zukünftigen Anforderungen (siehe Kapitel 1) gerecht zu werden, werden spezielle Läger etwas für ULDs benötigt. Dabei handelt es sich um Schwerlastläger mit speziellen Abmaßen. Teil- oder voll-automatisiert können diese hohe Leistungsspitzen im entsprechenden Maße begegnen (Arnold, 2008, S. 775).

Besondere Ansprüche an den Transport und an die Lagerung stellt Fracht, die innerhalb einer Kühlkette transportiert werden muss. Hierzu gehören z.B. Lebensmittel (auch Tiefkühlkost), Blumen und Pharmazeutika.

Um die Kühlkette nicht zu unterbrechen werden an den Flughäfen temperaturgeführte Lager benötigt. Dabei ist zu beachten, dass der Bedarf sich an mehrere, unterschiedliche Temperaturzonen richtet. Es sind zudem entsprechend leistungsstarke Kühl- bzw. Heizsysteme zu verwenden, da je nach Standort des Flughafens enorme Temperaturunterschiede (Außentemperatur vs. Innentemperatur) zu überbrücken sind (Göntgens, 2010).

Lebende Tiere müssen von entsprechenden Fachärzten betreut werden und bedürfen ebenfalls besonderer Räumlichkeiten zur Zwischenlagerung. Der Frankfurter Flughafen hat zu diesen Zwecken eine Tierstation entwickelt und umgesetzt, in denen zahlreiche unterschiedliche Tierarten abgefertigt werden können (o.V., 2010 c).

Neben den o.g. Sonderlägern werden Gefahrgutläger zur Zwischenlagerung von besonders gefährlicher Fracht benötigt. Diese stellen hohe Anforderungen an die Sicherheitseinrichtungen.

Sicherlich werden nicht alle diese Lagerarten an allen Flughäfen benötigt. Möchte sich ein Flughafen auf eine dieser Spezialarten von Fracht spezialisieren, so sind an die entsprechenden Lagertechniken hohe Ansprüche zu stellen, um eine schnelle Abfertigung zu gewährleisten und den Anforderungen an die Lagerung gerecht zu werden.

Zur leichteren Abfertigung der o.g. Frachtarten sind entsprechende Transportmöglichkeiten bereitzustellen. Ein Beispiel für einen neuartigen Heiz- und Kühlcontainer für Lebensmittel, ist der von Lufthansa Cargo entwickelte „Opticooler“ (o.V., 2010 d).

[...]


[1] Die nähere inhaltliche Darstellung dieser Bestimmungen würde den Rahmen dieser
Arbeit sprengen. Man bediene sich einschlägiger Literatur.

[2] IATA = International Air Transport Association

[3] ULD = Unit Load Device

[4] Der Einfachkeithalber wird hier angenommen, dass die Fracht nur einmal per
Flugzeug transportiert wird und nicht erneut als Transitfracht umgeschlagen wird.

Details

Seiten
27
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640915507
ISBN (Buch)
9783640915972
Dateigröße
655 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v171865
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
Luftfrachtabfertigung Potenziale Luftfracht air freight

Autor

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