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Bilanzanalyse der Unternehmen Polytec und Wienerberger und deren Beurteilung

zum Stand 2010

Seminararbeit 2011 41 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitende Worte

2. Theoretischer Teil der Bilanzanalyse
2.1. Terminologie
2.2. Aufgaben und Ziele der Bilanzanalyse
2.3. Analysegegenstand
2.4. Uberblick uber die Methodik
2.5. Grenzen der Analyse

3. Praxis Teil der Bilanzanalyse anhand der Unternehmen Polytec und Wienerberger
3.1. Qualitative Analyse der Wienerberger AG
3.1.1 Der Konzern und Mission Statement
3.1.2 Bemerkungen zur Bilanzierung, Zusatzinformationen und verbaler Analyse
3.1.3 Branchenanalyse
3.1.4 Strategische Analyse
3.1.5 Der Konzern und Mission Statement der Polytec Group
3.1.6 Bemerkungen zur Bilanzierung, Zusatzinformationen und verbaler Analyse
3.1.7 Branchenanalyse
3.1.8 Strategische Analyse
3.2. Quantitative Analyse
3.2.1. Finanzwirtschaftliche Analyse
3.2.2. Erfolgswirtschaftliche Analyse
3.2.3. Strategische Analyse

4. Abschliefcende Gesamtbeurteilung - Fazit

Literaturverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Unternehmensziele, Unternehmens- und Bilanzanalyse Coenenberg A. et al., Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, 21. Auflage, 2009, S. 1014

Abbildung 2: Eigene Darstellung der Strukturierung der Bilanzanalyse in Anlehnung an Coenenberg A. et al., Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse

Abbildung 3 Eigene Darstellung der Kapitalstrukturanalyse der Wienerberger AG

Abbildung 4 Eigene Darstellung der Kapitalstrukturanalyse der Polytec Group

Abbildung 5 Eigene Darstellung uber die Entwicklungen der Sachanlagen und der Vorrate der Wienerberger AG

Abbildung 6 Eigene Darstellung uber die Entwicklungen der Sachanlagen und der Vorrate der Polytec Group

Abbildung 7 Eigene Darstellung uber die Cashflows der Wienerberger AG

Abbildung 8 Eigene Darstellung uber die Cashflows der Polytec Group

Abbildung 9 Eigene Darstellung uber die Erfolgsanalyse der Wienerberger AG

Abbildung 10 Eigene Darstellung uber die Erfolgsanalyse der Polytec Group

Abbildung 11 Eigene Darstellung uber die Erfolgsstrukturanalyse der Wienerberger AG

Abbildung 12 Eigene Darstellung der Erfolgsstrukturanalyse der Polytec Group

1 . EINLEITENDE WORTE

Die vorliegende Seminararbeit entstand im Rahmen des wissenschaftlichen Seminars Finanzwirtschaft an der Johannes Kepler Universität bei Professor Guserl und verfolgt das Ziel einer prägnanten theoretischen Abhandlung der Bilanzanalyse mit anschließender anschaulicher Darstellung, sowie einhergehender Beurteilung anhand der Unternehmen Polytec und Wienerberger über einen Verlauf von fünf Geschäftjahren.

2 . THEORETISCHER TEIL DER BILANZANALYSE

2.1. Terminologie

Bevor sich der heutzutage übliche Terminus „Jahresabschluss“ etablierte, bezeichnete der einstige Begriff „Bilanz“ lange Zeit hindurch Vermögens- und Erfolgsbilanzen. Diese Tatsache führte zur Prägung des, auch noch heute gebräuchlichen, Vokabels „Bilanzanalyse“ im Schrifttum und in der Praxis, wobei zu erwähnen sei, dass Bilanzanalyse in der Literatur mittlerweile als unscharf kritisiert wird.1

Aus dem Grund erscheint es sinnvoll, den Begriffsinhalt näher zu spezifizieren. „Unter Bilanzanalyse sind die Aufbereitung (Verdichtung) sowie die Auswertung erkenntniszielorientierter Unternehmensinformationen mittels Kennzahlen, Kennzahlensystemen und sonstiger Methoden zu verstehen.“ 2

Alternativ zu dieser eher breiten Definition konkretisiert Coenenberg den Begriff Bilanzanalyse und versteht darunter Verfahren der Informationsgewinnung und -auswertung, mit deren Hilfe aus den Angaben des Jahresabschlusses (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang) und des Lageberichts Erkenntnisse über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Unternehmung gewonnen werden.3

2.2. Aufgaben und Ziele der Bilanzanalyse

Wie bereits in der obigen Definition ersichtlich, soll die Bilanzanalyse die Lage eines bestimmten Unternehmens aus historischen Geschäftsberichten bzw. Jahresfinanzberichten untersuchen, möglichst treffsicher beurteilen und überdies auf zukünftige Entwicklungen schließen.4 Es erscheint sachlogisch, dass bei der Beantwortung der Frage nach den Aufgaben und Zielen der Bilanzanalyse auf die Vielfalt der Interessen der diversen Adressaten des Jahresabschlusses Rücksicht genommen werden muss. Auf Basis der Koalitionstheorie entspricht der Jahresabschluss einem finanziellen Rechenschaftsbericht der Unternehmensleitung gegenüber den Koalitionsteilnehmern (Miteinbeziehung aller Personen oder Personengruppen, die an der Unternehmung in irgendeiner Weise beteiligt sind). Somit bestimmt die Interessenlage den Analysezweck. In der Literatur erfolgt eine Differenzierung nach Adressaten in eine externe- (für Gläubiger, aktuelle und potenzielle Anteilseigner, Kontrollinstanzen etc.), sowie eine interne Bilanzanalyse (für Unternehmensführung, sonstige Führungsebenen etc.). Aufgrund des engen Rahmens und der Wesentlichkeit wird diese Differentiation nicht näher erläutert, denn so unterschiedlich die diversen Adressaten auch sein mögen, so fokussiert sich ihre Frage doch auf zwei zentrale Bestrebungen:

1. Die Beurteilung der „jüngsten“ Ertragslage (Erfolg) mit einhergehendem Ziel der Prognose der zukünftigen Ertragskraft der Unternehmung (Erfolgspotential)
2. Die Beurteilung der finanziellen Stabilität (Liquidität), zur Einschätzung der Fähigkeit den gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, etwaige Wachstums- und Anpassungsmaßnahmen an veränderte Markt- und Konjunkturlagen finanzieren zu können.5

2.3. Analysegegenstand

In dieser Seminararbeit werden die Geschäftsberichte bzw. Jahresfinanzberichte von Polytec und Wienerberger über die letzten fünf Geschäftsjahre betrachtet. Insbesondere zu beachten ist die Tatsache, dass die IFRS-Konzernjahresabschlüsse herangezogen werden.

Im Gegensatz zur Multizielsetzung des UGB, wie etwa Ermittlung des ausschüttbaren Gewinnes, Gläubigerschutz, Steuerbemessungsgrundlage, Informationen über Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung), verfolgt die internationale Bilanzierung nach IFRS eine Monozielsetzung, nämlich die Informationsfunktion für Investoren und Gläubiger mit notwendiger Tatsachengetreue (fair presentation) und Entscheidungsrelevanz (decisions usefullness). Die zentralen Grundsätze Imparitätisches Realisationsprinzip, Vorsichtsprinzip (Stichwort: Niederstwertprinzip) und Periodenabgrenzung des UGB werden durch das Realisation principle (keine derart starke Prägung vom Vorsichtsprinzip) und Matching principle ersetzt.6 Damit einhergehend wurden natürlich auch die Bewertungskonventionen modifiziert, im Speziellen wird im Rahmen der Seminararbeit auf IAS36 Impairment of Assets aufgrund des maßgeblichen Einflusses von Wertminderungen auf das Anlagevermögen gesondert eingegangen.

Mit der Umstellung auf internationale Normen der Rechnungslegung wird in der Literatur die These vertreten, dass sich die Transparenz und Qualität in der Finanzberichterstattung verbessert, sowie die Vergleichbarkeit der Unternehmenszahlen kapitalmarktorientierter Unternehmen steigt.7 Im Jahre 1955 legte bereits Albart dar: „Der Wirtschaftwissenschafter kennt besonders gut die dynamische und klärende Kraft des Vergleichs: Die absolute Zahl für sich alleine betrachtet ist tot. Sie gewinnt erst Leben im Betriebs- oder Zeitvergleich.“8

Im Zuge der Vergleichbarkeit ist es unabdinglich, sich mit der Aufbereitung und Auswertung von Informationen auseinanderzusetzen. Die Aufbereitung bzw. oftmals sogenannte Verdichtung der Informationen stellt primär eine bloße Neuordnung (Umformung) der ansonsten nur schwer überschaubaren Informationsvielfalt dar.9 Sekundär werden bei bilanzanalytischen Handlungen in der Literatur oftmals Bereinigungen vorgeschlagen. Da IFRS-Abschlüsse auf einen ‚fair- and truth view’ abstellen, ist die Anzahl der Bereinigungsmaßnahmen der Aktiva und Passiva weitaus geringer als etwa im österreichischen UGB, da beispielweise aufgrund der tatsachengetreuen Standards kaum stille Reserven gebildet werden dürfen. Aus eben angeführten Grund wird auf Modifizieruns- tätigkeiten in dieser Arbeit verzichtet, die nach UGB zuhauf stattfinden (Berücksichtigung der Bilanzierungshilfen, Firmenwert, latente Steuern, ARA, PRA, unversteuerte Rücklagen etc.).10

2.4. Überblick über die Methodik

Die Frage nach der Art der Gliederung der Bilanzanalyse war zentral für die Entwicklung dieser Seminararbeit. Es wird eine grundlegende Differenzierung in eine qualitative Bilanzanalyse zum Zweck einer Soft Fact Einschätzung, sowie eine quantitative Bilanzanalyse, die auf numerischen Daten bzw. monetären Zahlen basiert, vorgenommen.

Bei der qualitativen Analyse handelt es sich um die Untersuchung sowie Auswertung verbaler Informationen, wie beispielsweise des Lageberichts bzw. teilweise des Anhangs (jene Informationen, die nicht quantitativ gestützt sind). Eine Unterteilung der qualitativen Analyse wurde wie in Abb. 2 vorgenommen. Dabei wird auf die Art der Bilanzierung (insbesondere Bilanzierungsstetigkeit), auf Zusatzinformationen (freiwillige weitere Informationen seitens des Unternehmens), auf die syntaktische Analyse (Untersuchung der Präzision der Formulierungen im Jahresabschluss), auf eine semantische Analyse (Zählung von ‚negativen und positiven’ Termini wie beispielsweise Stagnation versus Stärkung) eingegangen. Ferner erfolgt eine Berücksichtigung des Mission Statements und der zugehörigen Unternehmensstrategie, sowie der Branchenentwicklung.11 Vor allem bei IFRS gestützten Abschlüssen hat die qualitative Bilanzanalyse eine essentielle Bedeutung. Demnach ist eine sachgerechte Beurteilung ohne dieses Instrument kaum vorstellbar. Die qualitative Analyse wird zu einer ersten Einschätzung der Situation verwendet.12

Die quantitative Bilanzanalyse wird wiederum differenziert in eine traditionelle Analyse, geprägt von der Kennzahlenrechnung, Kennzahlensystemen, Kennzahlenmatrizen und sonstigen systematischen Anordnungen, sowie in eine moderne Bilanzanalyse. Aus Gründen des sehr engen Rahmens wird ausschließlich auf die traditionelle Bilanzanalyse eingegangen.13 14

Die unter Aufgaben und Ziele der Bilanzanalyse beschriebenen zentralen Bestrebungen (Liquidität, Erfolg und Erfolgspotential) sollen mit Hilfe der quantitativen Analyse beurteilt werden. Diese drei betriebswirtschaftlichen Ziele sind gekennzeichnet von Zielinterdependenzen. Erfolgspotential, Erfolg und Liquidität stehen zum einen in einem Vorsteuerungsverhältnis, denn Erfolgspotential ist notwendige Voraussetzung für Erfolg und dieser wiederum essentielle Voraussetzung für die Liquiditätsrealisierung. Zum anderen existieren auch rückläufige Wirkungen, denn ohne Liquidität ist die zukünftige Erfolgsrealisation, sowie der Aufbau von Erfolgspotential massiv gefährdet und die Realisation der gegenwärtigen Erfolge kann zum Nachteil des Aufbaus von Erfolgspotentialen führen. Eine Einteilung der quantitativen Bilanzanalyse in eine finanzwirtschaftliche-, erfolgswirtschaftliche- und strategische- Komponente erscheint zweckdienlich (siehe Abb. 1). Die Bilanzanalyse im engeren Sinn beschäftigt sich mit der Aufgabe, das Unternehmen unter dem Gesichtspunkt von Erfolg und Liquidität zu beurteilen, man spricht daher vom Zusammenwirken der finanzwirtschaftlichen und erfolgswirtschaftlichen Komponenten. Die finanzwirtschaftliche Bilanzanalyse beinhaltet die Untersuchung von Liquidität und Struktur des Vermögens und Kapitals, sowie die Betrachtung des Cashflows. Hingegen berücksichtigt die erfolgswirtschaftliche Analyse Rentabilitäten. Die Bilanzanalyse im weiteren Sinn, entstanden aus der umfangreicheren Lageberichterstattung (inklusive Risikoberichte, Segmentberichte, zunehmendes Value Reporting), umfasst auch die strategische Analyse, die dem Analysten erhebliche Einblicke in das Erfolgspotential des Unternehmens gewähren soll. In der Literatur wird darauf verwiesen, dass die strategische Analyse auch der qualitativen Analyse zugeordnet werden könnte, aufgrund des Rückgriffs auf verbale Informationen im Lagebericht.15 Strategische Analyse könnte daher als ein ‚Hybridvehikel’ spezifiziert werden, bestehend aus einerseits einem qualitativen Informationsteil und andererseits aus einem quantitativen, mit Hilfe von Kennzahlen messbaren, Informationsgehalt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1:

Unternehmensziele, Unternehmens- und Bilanzanalyse Coenenberg A. et al., Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, 21. Auflage, 2009, S. 1014.

Bemerkung: Die Abb. 2 hat den Zweck einer visuellen Darstellung der Bilanzanalyse und dient als Leitfaden für den nachfolgenden Praxisteil. Es ist nicht Ziel dieser Arbeit, einen ‚Kennzahlenfriedhof’ zu produzieren, sondern die bedeutendsten Indikatoren zu ermitteln, weshalb die Abb. 2 keinen Anspruch auf Vollständigkeit erfüllt und dementsprechend nicht alle Punkte abgehandelt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2:

Eigene Darstellung der Strukturierung der Bilanzanalyse in Anlehnung an Coenenberg A. et al., Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, 21. Auflage, 2009

2.5. Grenzen der Analyse

„Die Bilanz ist ein Geschäftsbericht in Zahlen, ein Bericht, der mit Willen und Wissen des Berichterstatters gefärbt, geschönt, frisiert sein kann, wichtige wirtschaftliche Verhältnisse verdecken, verheimlichen, verschleiern, die Vermögensverhältnisse falsch darstellen kann oder fälscht.“ 16 Gegenwärtig finden sich in der Literatur vergleichbare Aussagen, die mit den Termini ‚Bilanzpolitik’ oder ‚Windowdressing’ bezeichnet werden.17

Im Zuge der Bilanzanalyse stößt man auf Grenzen, die einerseits aus dem Wahrheitsgehalt der Zahlen und andererseits der Verfügbarkeit des Zahlenmaterials (vor allem als externer Analytiker) resultieren und infolgedessen einer genauen Prüfung bedürfen. Zudem führen die Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften zu unterschiedlichen Ansätzen der Bilanzpositionen in Aktiva und Passiva mitunter durch Ausübung von etwaigen Wahlrechten.18

Bilanzpolitik und Bilanzanalyse können nicht als zwei selbstständige oder gar unabhängige Bereiche betrachtet werden, da diese eine hochgradige Interdependenzbeziehung aufweisen. Die Bilanzpolitik ist einerseits Ausgangspunkt und andererseits auch die Grenze der Bilanzanalyse.19 Für den Bilanzanalytiker bedeutet Bilanzpolitik oftmals große Schwierigkeiten und Hürden, wobei in dem Zusammenhang drei Arten von bilanzpolitischen Aktionen diskutiert werden können. Zum einen solche, deren quantitative Auswirkung auf die Lage des Unternehmens erkennbar, zum zweiten jene, die zwar dem Grund nach identifizierbar, deren Auswirkungen jedoch nicht messbar sind und schließlich solche, die weder dem Grunde noch der Höhe nach ausgewiesen werden.20

Aus diesen Gründen beschränkt sich die Bilanzanalyse nicht lediglich auf die Auswertung von Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen und Kapitalflussrechnungen, sondern nimmt erklärende bzw. ergänzende Kalküle und Texte, im Speziellen des Anhangs und des Lageberichts, in den Fokus.21

3 . PRAXIS TEIL DER BILANZANALYSE ANHAND DER UNTERNEHMEN POLYTEC UND WIENERBERGER

3.1. Qualitative Analyse der Wienerberger AG

3.1.1. Der Konzern und Mission Statement

Mit 229 Werken in 27 Ländern ist der Konzern Wienerberger der weltweit größte Ziegelproduzent, sowie der Marktführer bei Tondachziegel in Europa und Betonsteinen in Zentral-Osteuropa. Das traditionsreiche Unternehmen wurde im Jahre 1819 gegründet und partizipiert seit 1869 am amtlichen Handel der Wiener Börse, deren Aktien sich zu 100% im Streubesitz befinden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Zuge des Beginns der dynamischen Expansion im Jahre 1986, konzentriert sich das Value Management auf Baustoffe. Dies verhalf Wienerberger zum Aufstieg vom lokalen österreichischen Ziegelproduzenten zur derzeitigen Führungsposition am weltweiten Markt.22 Die Unternehmensvision „Building Value. For a sustainalbe future.“, soll das Ziel Wienerbergers, mit natürlichen Produkten dauerhafte Werte unter ökonomischen und ökologischen sowie sozialen Aspekten, repräsentieren.23

3.1.2. Bemerkungen zur Bilanzierung, Zusatzinformationen und verbaler Analyse

Bezüglich der Bilanzierungsstetigkeit (zentral im IFRS) ist anzumerken, dass in einigen Fällen Kritik angebracht ist. Beispielsweise veränderte sich die Darstellung der Kapitalflussrechnung vom Geschäftsjahr 2005 auf 2006 und überdies wurde der operative Cashflow und der finanzielle Cashflow vom Geschäftsbericht 2005 falsch in den Geschäftsbericht 2006 in der Spalte 2005 übernommen. Ferner wurde die Struktur der Wertpapiere durch eine bilanzielle Zusammenfassung unübersichtlicher (GB2006 auf GB2007) und auch im Anhang sind Unstetigkeiten bei Anlagespiegel, Derivatausweisung, sowie im Forderungsspiegel (neu aufgegliedert von GB2006 auf GB2007) zu erkennen.

Auf der Homepage24 von Wienerberger sind einige Zusatzinformationen wie beispielsweise FAQ’s enthalten, was positiv zu werten ist. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einen Newsletter zu abonnieren, Veranstaltungstermine einzusehen sowie im Finanzglossar nach wichtigen Fachtermini zu suchen. Unter dem Download-Service wird externen Personen ein Zugang zu Unternehmenspräsentationen, Nachhaltigkeitsberichten (CSR) sowie einem Fotoservice ermöglicht.

Im Zuge der syntaktischen Analyse wurde eine Suche nach unpräzisen Formulierungen vorgenommen. Folgende Resultate konnten dem Geschäftsbericht 2009 der Wienerberger AG entnommen werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Rahmen der semantischen Analyse wurde eine Zählung anhand des Geschäftsberichts 2009 der Wienerberger AG über die folgenden Termini vorgenommen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhand der semantischen Analyse zeigt sich ein Überhang der negativen- über die positiven Termini (zurückführbar auf die Konjunkturlage).

[...]


1 Vgl. Haeseler H. / Kirchberger T.: Bilanzanalyse, 2. Auflage, 2005, S. 10.

2 Küting K. / Weber C.-P.: Die Bilanzanalyse, 9. Auflage, 2009, S. 1.

3 Vgl. Coenenberg A. et al., Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, 21. Auflage, 2009, S. 1013.

4 Vgl. Weiß A.: Aufgaben und Instrumente der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse, 1. Auflage, 2003, S. 3.

5 Vgl. Küting K. / Weber C.-P.: Die Bilanzanalyse, 9. Auflage, 2009, S. 7-10.

6 Vgl. Haeseler H. / Kirchberger T.: Bilanzanalyse, 2. Auflage, 2005, S. 267.

7 Vgl. Wohlgemuth F.: IFRS: Bilanzpolitik und Bilanzanalyse, 1. Auflage, 2007, S.109.

8 Vgl. Albart R., zitiert nach Wohlgemuth F.: IFRS: Bilanzpolitik und Bilanzanalyse, 1. Auflage, 2007, S.109.

9 Vgl. Küting K. / Weber C.-P.: Die Bilanzanalyse, 9. Auflage, 2009, S. 1.

10 Vgl. Haeseler H. / Kirchberger T.: Bilanzanalyse, 2. Auflage, 2005, S. 279-281.

11 Vgl. Haeseler H. / Kirchberger T.: Bilanzanalyse, 2. Auflage, 2005, S. 13.

12 Vgl. Küting K. / Weber C.-P.: Die Bilanzanalyse, 9. Auflage, 2009, S. 14 f.

13 Falls gewünscht werden zu einem späteren Zeitpunkt höherwertige Veränderungsanalysen miteinbezogen.

14 Vgl. Haeseler H. / Kirchberger T.: Bilanzanalyse, 2. Auflage, 2005, S. 39 f, S. 139 f, S. 165.

15 Vgl. Coenenberg A. et al., Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, 21. Auflage, 2009, S. 1013-1016. Theoretischer Teil der Bilanzanalyse - 5 BILANZANALYSE

16 Leitner, F.: Bilanztechnik und Bilanzkritik, 1. Auflage, 1929, S. 241.

17 Grabo T.: Bilanzpolitische Instrumentarien zur Beeinflussung eines Abschlusses nach IAS / IFRS, 1.Auflage, 2009, S. 3.

18 Vollmuth H.: Bilanzen richtig lesen, besser verstehen, optimal gestalten, 9. Auflage, 2009, S. 11, S. 49.

19 Sassen R. / Velte P. / Weber S.: Bilanzrechtsmodernisierung: Wandel von einer „offenen“ zu einer „stillen“ Bilanzpolitik, in: Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen, H. 6, 61. Jahrgang, 2008, S. 248.

20 Vgl. Haeseler H. / Kirchberger T.: Bilanzanalyse, 2. Auflage, 2005, S. 16 f.

21 Vgl. Haeseler H. / Kirchberger T.: Bilanzanalyse, 2. Auflage, 2005, S. 17.

22 Vgl. Wienerberger AG, Investor Relations, 25.12.2010, http://www.wienerberger.at

23 Vgl. Wienerberger AG Geschäftsbericht 2009, S.6

24 Vgl. Wienerberger AG, www.wienerberger.com

Details

Seiten
41
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640917396
ISBN (Buch)
9783640917631
Dateigröße
751 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v172048
Institution / Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz – Betriebliche Finanzwirtschaft
Note
Sehr gut
Schlagworte
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Autor

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