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Das Bruttoinlandsprodukt: ein Index im Spannungsfeld zwischen quantitativem und qualitativem Wirtschaftswachstum

Facharbeit (Schule) 2011 14 Seiten

VWL - Makroökonomie, allgemein

Leseprobe

1. Ulnleimnn

Diese Facharbeit behandelt das Thema „Das Bruttoinlandsprodukt: Ein Index im Spannungsfeld zwischen quantitativem und qualitativem Wirtschaftswachstum“ und setzt sich mit der Fragestellung auseinander, ob das Bruttoinlandsprodukt (folgend mit BIP abgekürzt) nicht nur etwas über den quantitativen Wert und das Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft, sondern auch etwas über die Lebensqualität eines Landes oder einer Bevölkerungsgruppe aussagt.

Zunächst wird das BIP definiert und es wird erklärt, in welchen Formen es auftreten kann. Anschließend kommt die Entwicklung des Index seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland zur Sprache und wird anhand der Wandel in der Bevölkerung, aber auch anhand anderer technischer und politischer Umstrukturierungen erklärt. Im Anschluss setzt sich die Facharbeit mit positiver und negativer Kritik am „Wohlstandsindikator“ auseinander und es kommt zu Überlegungen, was am Bruttoinlandsprodukt geändert werden könnte und ob diese Veränderungen sinnvoll wären oder inwieweit man nach anderen Alternativen suchen sollte, die entweder das BIP komplett ersetzen oder als Ergänzung hinzugezogen werden könnten. Zu guter Letzt kommt es zu einer Erörterung der behandelten Ergebnisse, die die Leitfrage beantworten und sich mit ihr auseinandersetzten soll, worauf eine Stellungnahme folgt.

2. Was 1st das Bwttolnlandsprodukt?

2.1 Doflnltlin dos iratninlindsiiidukios

Das BIP gibt an, wie viele Güter in einem Jahr verkauft und wie viele Dienstleistungen in einem Jahr erbracht werden[1]. Diese sollen für den Endverbrauch dienen[2], somit müssen die Produkte über die Ladentheke gegangen sein und dürfen daher nicht zwischengelagert werden. Der hier ermittelte Wert gilt als Wohlstandsindikator, da dieser die Kaufkraft der Bevölkerung wiedergibt.

2.2 Dis nimlnilo und dis loilo HP

Das Bruttoinlandsprodukt lässt sich in zwei Varianten messen. Zum einen gibt es einen nominalen Wert, zum anderen einen realen Zahlenwert.

Beim nominalen BIP gehen die aktuellen Marktpreise der zu betrachtenden Volkswirtschaft in die Berechnung ein. Hierdurch ist es möglich, dass z.B. bei einer Inflation der Wert des Bruttoinlandsproduktes steigt, obwohl der Endverbraucher die gleiche Menge an Gütern konsumiert oder die selbe Anzahl an Dienstleistungen in Anspruch genommen hat[3]. Gleichzeitig kann das nominale BIP aber auch sinken, wenn es zu einer Deflation[4] kommt. Daher kommt es, dass wenn die Inflation um drei Prozent stiege, bei gleichbleibender Absatzmenge das nominale BIP ebenfalls zu einer Steigung von fünfProzent käme[5].

Bei dem realen Bruttoinlandsprodukt handelt es sich um einen „bereinigten“ Wert, da hierbei „die Leistungen eines Landes zu vergleichbaren Marktpreisen bewertet[6] “ werden. Somit ist ein tatsächliches Wirtschaftswachstum[7] nur dann vorhanden, wenn es zu einem Anstieg des realen BIPs im Vergleich zum Vorjahr kommt. Daher wird relativ häufig das reale Bruttoinlandsprodukt angegeben.

2.3 Veränderung des Sirs seit Gründung der Hundesrenubllk

Die Diagramm Ml[8] zeigt das Wirtschaftswachstum in Form des realen BIPs in der Bundesrepublik Deutschland von 1951 bis 2004. Bei den dargestellten Werten handelt es sich um Stromgrößen, da das Schaubild eine zeitliche Entwicklung verdeutlichen soll. Außerdem sind die Größen in Prozent angegeben, da sich das Wirtschaftswachstum immer durch das BIP zum Vorjahr berechnet, sodass nur relative Werte vorliegen. Das Säulendiagramm wurde vom statistischen Bundesamt erstellt und 2004 vom selben Institut unter der Überschrift „Wirtschaftswachstum Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt, verkettet“ veröffentlicht.

Aus der Statistik lässt sich ein Trend entnehmen, denn so hat sich das BIP von Jahr zu Jahr außer in ganz wenigen Ausnahmen erhöht, allerdings war in den 50-er Jahren ein viel steileres Wirtschaftswachstum zu erkennen. Somit ist das Bruttoinlandsprodukt regelmäßig angestiegen, was man ebenfalls als Zusammenfassung der Aussage dieses Diagramms formulieren kann.

Trotz der klaren Aussage weist das Diagramm ein paar Mängel auf, denn so wurden von 1951 bis 1969 die bereinigten Preise von 1991 genommen, während für 1970 bis 1991 die realen Preise von 1995 verwendet wurden. So kommt es zu einer kleinen Verfälschung. Zudem gibt es Probleme mit der Vergleichbarkeit, da 1990 die ehemalige Deutsche Demokratische Republik zur Bundesrepublik Deutschland hinzustieß und sich somit das Bundesgebiet vergrößerte. Da auf der Ordinate[9] ziemlich große Abstände benutzt wurden, besteht die Möglichkeit, dass der Verfasser zwar die richtigen Werte angegeben hat, diese aber visuell größer und somit „besser“ aussehen.

Alles in allem ist das BIP von 1951 bis 2004 stetig angestiegen. Womit das zusammenhängen kann, klärt die Facharbeit im Punkt 2.4.

2.4 Die Abhängigkeit des nends zum Wendel

Schaut man sich die Statistik M1 an, sieht man, dass das BIP von 1951 an stetig gestiegen ist. Dies lässt sich unter anderem anhand von Veränderungsprozessen erklären. Hiervon gibt es vier verschiedene, das sind zum einen der politische-, der soziale-, der wirtschaftliche- und der technische Wandel. Diese vier hängen alle miteinander zusammen, wobei der politische Wandel oft zurückhängt, denn dieser ist nur für die Rahmenbedingungen zuständig.

Am einfachsten lassen sich diese Zusammenhänge verstehen, wenn man sich diese Zusammenhänge als Kreislauf vorstellt, den man in M2[10] sieht. Demnach muss ein Unternehmen, das mehr Umsatz erzielen möchte, mehr produzieren, dennje höher die Maschinenauslastung ist, desto weniger zahlt das Unternehmen im Einkauf, und kann somit für einen geringeren Preis mehr produzieren. Diesen Wirtschaftsstil nennt man „economies of scale“ und fällt in den Bereich des wirtschaftlichen Wandels. Die Güter, die nun durch die hohe Produktion günstiger an den Endverbraucher abgegeben werden können, werden nun eher verkauft, da sich dieser den Artikel durch den günstigeren Preis leisten kann. Dadurch, dass das Gut nun für eine Vielzahl von Bürgern erschwinglich ist, findet in der Gesellschaft ein sozialer Wandel statt. Hierdurch erzielt das Unternehmen Gewinne, die es investieren kann, z.B. in neue Technologien. Hierdurch haben wir einen technischen Wandel, gleichzeitig aber auch einen wirtschaftlichen, da das Unternehmen, das investiert, bei anderen Unternehmen Aufträge einreicht. So beginnt bei diesem Unternehmen ebenfalls der Kreislauf zu laufen. Da nicht nur durch der Verkauf der Güter an die Endkunden, sondern auch die Investitionen in das BIP eingehen, ist die steigende Entwicklung des Wirtschaftswachstums der Bundesrepublik seit 1951 zu erklären. Die Politik sorgt nun noch für Rahmenbedingungen, da sie z.B. durch Steuererleichterungen bei Unternehmen für noch günstigere Produktionen sorgen kann oder durch das Senken der Lohnsteuern für eine höhere Kaufkraft sorgen könnte.

IMBIanBff

In seiner Kolumne „Bitte kein BIP“ stellt der Redakteur Jan Willmroth die Forderung nach einem neuen Wachstumskonzept. Dabei zeigt er auf, dass z.B. die Ausrottung von Fischen für den europäischen Konsum positiv in das BIP einfließe oder Umweltschäden, die behoben werden müssten, ebenfalls positiv in die Statistik einflössen. Zudem führt er an, dass weder die Gesundheit der Bevölkerung noch die Lebenszufriedenheit eines Menschen in der Statistik auftauche. Daher zählt Jan Willmroth als eine Möglichkeit auf, auch subjektive Indikatoren in die Statistik einfließen zu lassen[11].

Diese Aussagen sind zum Teil berechtigt, denn das BIP, das neben dem Wirtschaftswachstum auch den Wohlstand messen soll, steigt, wenn Verkehrsunfallopfer in ein Koma fallen und für viel Geld auf der Intensivstation verpflegt werden oder der Rhein nach einer Schiffskatastrophe eine dicke Ölschicht trägt, die entfernt werden muss. Sicher stärkt dies die Wirtschaft, aber ein Wohlstand für die Gesellschaft entwickelt sich nicht daraus. So ist das BIP wohl weniger als Index für Wohlstand geeignet, als Wachstumskonzept aber sehr gut verwendbar - dennoch fordert Willmroth ein komplett neues Wachstumskonzept.

Anders sieht es in dem eBook von Beatrix Seusek aus. Hier hält sie das BIP pro Kopf und das BIP im allgemeinen als Messwert für den Wohlstand nicht aussagekräftig, da „durch das hohe Einkommen der Reichen der Durchschnitt stark verzerrt wird und eine Aussage darüber, wie hoch der Wohlstand des 'Durchschnittsbürgers' ist, nicht mehr möglich ist“. Genauso wie Jan Willmroth kritisiert sie, dass Aktivitäten wie zum Beispiel die Ausrottung von Fischen oder das Abholzen von Wäldern positiv in das BIP einfließe, obwohl das nicht zum Wohlstand beitrage, aber das Babysitten oder die klassische Hausfrau nicht einflössen. Als Alternative nennt sie den Human Development Index (HDI), der aber auch Nachteile aufweise[12].

[...]


[1] vgl. Duden Schnell-Merk-System, Politik und Wirtschaft, S. 98

[2] Vgl. Wikipedia, die freie Enzyklopädie http://de.wikipedia.org/wiki/Bruttoinlandsprodukt

[3] vgl. Duden Wirtschaft, Basiswissen Schule, S. 199

[4] „Unter Deflation versteht man in der Volkswirtschaftslehre einen allgemeinen, signifikanten und anhaltenden Rückgang des Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen.“ (Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie, Deflation)

[5] vgl. Wikipedia, die freie Enzyklopädie http://de.wikipedia.org/wiki/Bruttoinlandsprodukt#Nominales und reales BIP

[6] vgl. Duden Wirtschaft, Basiswissen Schule, S. 199

[7] Man spricht immer dann von einem Wirtschaftswachstum, wenn das reale Bruttoinlandsprodukt im Gegensatz zum vergangenem Jahr steigt (eigene Erfassung).

[8] Quelle „Statistisches Bundesamt“. Diagramm siehe Anhang auf Seite 14

[9] Ordinate ist das Fachwort für die y-Achse an einem Diagramm (eigene Erfassung).

[10] Quelle: Eigene Erfassung. Schaubild siehe Anhang auf Seite 15

[11] vgl. Spiegel Online Wirtschaft, http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0.1518.721415.0Q.html

[12] vgl. Beatrix Seusek, Kritik am BIP, erschienen als eBook beim Grin Verlag, Seiten 1 und 3

Details

Seiten
14
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640917976
ISBN (Buch)
9783640918072
Dateigröße
848 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v172073
Note
Schlagworte
Bruttoinlandsprodukt Gini-Koeffizient Wohlstand Wohlstandsanzeige BIP Human Development Index

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