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Die Biographie Goethes in den Jahren 1775 bis 1786 im Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte des Dramas „Iphigenie auf Tauris“

Referat / Aufsatz (Schule) 2011 8 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorgeschichte
1.1 Kindheit/Studium
1.2 Sturm und Drang

2. Weimarer Klassik/Goethes erstes Weimarer Jahrzehnt
2.1 Beziehung zu Lili Schöneman
2.2 Weimar und Herzog Karl August
2.3 Charlotte von Stein
2.4 Politische Tätigkeit in Weimar

3. Iphigenie auf Tauris
3.1 Mögliche Beweggründe
3.2 Probleme
3.3 Umarbeitungen des Dramas

4. Literaturverzeichnis

1. Vorgeschichte:

1.1 Kindheit/Studium

Johann Wolfgang von Goethe wird am 28.August 1749 in Frankfurt am Main in eine vermögende Bürgerfamilie hineingeboren und beendet 1771 sein Jura-Studium in Straßburg. Allerdings interessiert er sich viel mehr für alte Sprachen und Geschichte sowie literarische Tätigkeit.1

1.2 Sturm und Drang:

Im Winter 1771 verfasst er sein erstes bedeutendes Theaterstück, den „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“. 1774 erscheint sein Roman „Die Leiden des jungen Werthers“, der ein großer Erfolg wird. Beide Werke sind geprägt von der literarischen Strömung der Zeit, dem Sturm und Drang, sowie von Shakespeares Dramen. Die Künstler des Sturm und Drangs folgen einer antisystematischen Poetik und die vorgeschriebenen Gestaltungsregeln werden ignoriert, sodass die Forderung nach uneingeschränkter Freiheit im Vordergrund steht.2

Goethe lässt jedoch schon mit dem Werther seine wesentliche Sturm und Drang Phase hinter sich und distanziert sich mehr und mehr von dem Genie- und Originalitätskult. Diese Umorientierung hängt mit Goethes weiterem Lebensweg zusammen.3

2. Weimarer Klassik, Goethes erstes Weimarer Jahrzehnt:

2.1 Beziehung zu Lili Schöneman

Kurz vor Ostern 1775 verlobt Goethe sich mit der Frankfurter Bankierstochter Lili Schöneman. Die Beziehung ist jedoch schwierig, denn es lassen sich die unterschiedlichen Familienverhältnisse und der damit zusammenhängende Lebensstil nicht gut vereinen. Zudem fürchtet Goethe, dass eine Beziehung oder eine Ehe seinen weiteren Lebensplänen im Weg steht. Um Abstand zu gewinnen, folgt er einer Einladung der Brüder Christian und Friedrich Leopold zu Stolberg zu einer mehrmonatigen Reise durch die Schweiz. Im Oktober wird die Verlobung aufgelöst. Zudem beginnt er mit der Arbeit an dem Trauerspiel „Egmont“.

Goethe, der unter der Trennung sehr leidet, wird von dem 18-jährigen Erbprinz und späterem Herzog Karl August (1757-1828) in seine Residenzstadt Weimar eingeladen.4

2.2 Weimar und Herzog Karl August

Er nimmt also dieses Angebot an und trifft am 7.November 1775 in der Provinzstadt ein, wo er bis zu seinem Lebensende wohnen bleiben wird. Goethe entscheidet sich gegen eine gesicherte und bürgerliche Existenz in der freien Reichsstadt Frankfurt am Main und wagt einen Schritt ins Ungewisse. Obwohl die Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Weimar- Eisenach nur rund 6.000 Einwohner zählt, gibt es verschiedene Punkte, die seinen Entschluss nahe legen. Dies sind beispielsweise die hohe Stellung dicht neben dem Herzog, soziale Verhältnisse, die nach Reform verlangen, und das bürgerliche, intellektuelle Niveau, das Goethe so gefällt. Zwischen ihm und dem jungen Herzog entwickelt sich bald eine tiefe Freundschaft, wobei der um acht Jahre ältere Dichter als „Erzieher“ versucht den Herzog zu leiten und so dem Land einen aufgeklärten, vernünftigen Fürsten zu bescheren. Allerdings muss er später dieses Ziel, mit Hinblick auf das Allgemeinwohl des Landes, als gescheitert ansehen. Zudem „schreibt er als Leiter des Liebhabertheaters kleinere Dramen und Singspiele zur Unterhaltung der Hofgesellschaft.“5

2.3 Charlotte von Stein

Außerdem verliebt sich der stürmische junge Mann in die verheiratete Hofdame Charlotte von Stein(1742-1827). Keine Frau vor und nach ihr übt so lange Zeit, immerhin zehn Jahre, auf sein Denken und fühlen einen ähnlich großen Einfluss aus. Über die Jahre hinweg verbindet die beiden eine sehr innige Freundschaft. Der Hofdame gelingt es, und das ist für Goethes weitere Entwicklung nicht zu unterschätzen, den jungen Künstler gleichsam zu erziehen. Sie gewöhnt ihm die genialsten Launen der letzen Jahre ab und lehrt ihn menschliche Rücksicht und Gesittung. Dies ist auch nötig gewesen, denn als der Herzog Goethe bereits 1776 vorschlägt, bei der Leitung des Staates mitzuwirken, nimmt Goethe nach einigem Zögern an.6

2.4 Politische Tätigkeit in Weimar

Somit wird er im Sommer desselben Jahres, trotz anfänglichen Widerstandes aus adeligen Kreisen in das „Consilium“ aufgenommen. Nach und nach wird er mit bedeutenden Führungsaufgaben, wie zum Beispiel der „Leitung der neugegründeten Bergwerkskommission“7 (1777) sowie der „Kriegs- und Wegbaukommission“8 (1779), beauftragt. Im Jahr 1782 wird ihm darüber hinaus die Führung des Finanzministeriums zugesprochen. Das oberste Ziel Goethes, der sich durch seinen großen Ehrgeiz die Hochachtung anderer Consiliums-Mitglieder erworben hat, war es, den Staatshaushalt durch Einsparungen zu sanieren, ohne jedoch wirtschaftliche Fördermittel zu vernachlässigen. Er erreicht seine Ziele jedoch nur teilweise, da zwar die Reduzierung des Militärs auf die Hälfte ihrer ursprünglichen Größe deutliche Einsparungen mit sich bringt, die Widerinbetriebnahme von Kupfer- und Silberbergbauten jedoch mangels Erfolg nach kurzer Zeit bereits wieder eingestellt werden muss.

Die allgemeine „Humanisierung der Lebensbedingungen“ muss als weiteres, wichtiges soziales Ziel Goethes, während seiner Consiliums-Tätigkeit hervorgehoben werden.

Goethes Hoffnung auf ein „tätiges Wirken“ im Staatsdienst wird letztlich nicht erfüllt, da die immer neuen Probleme und die damit in Verbindung stehende Erfolglosigkeit in vielen Gebieten eine gewisse Resignation bei ihm auslösen:

„Es weis kein Mensch was ich thue und mit wieviel Feinden ich k ä mpfe um das wenige hervorzubringen. “, notiert er 1779 im Tagebuch.

Seine Tätigkeit im Consilium hat für Goethe zwei Standeserhöhungen zur Folge, da er, nachdem er bereits den Titel eines Geheimrats erhalten hat, 1782 schließlich in den Adelsstand erhoben wird.

In dieser Zeit unternimmt Goethe, zumeist aus dienstlichen Gründen, etliche Reisen, wie zum Beispiel 1779 in die Schweiz, sowie mehrmals in den Harz.

Jährliche, private Badereisen unternahm er ab 1785, nach seiner Kur in Karlsbad.9

In seinem ersten Jahrzehnt in Weimar publiziert Goethe außer einigen verstreuten Zeitungsartikeln übrigens nichts, denn seine Arbeit lässt ihm zu ernsthafter dichterischer Tätigkeit zu wenig Zeit.10

3. Iphigenie auf Tauris

3.1 Mögliche Beweggründe

Am 14. Februar 1779 hat Goethe mit seiner Arbeit der Iphigenie auf Tauris begonnen: „Früh Iphigenia anfangen (zu) dictiren“ .

„Fünf Tage vorher hatte er es mit einer ganz anderen Textsorte zu tun: einem gutachterlichen Votum für den Herzog, wie dem preußischen Verlangen nach Rekrutenaushebung in Sachsen-Weimar-Eisenach am zweckmäßigsten zu begegnen sei, ohne gegen den mächtigen Friedrich offen“11 Widerstand zu leisten. „Ein Krieg - der bayerische Erbfolgekrieg - braute sich zwischen Preußen und Österreich zusammen, die preußische Armee war in Böhmen einmarschiert, die kleinen thüringischen Herzogtümer drohten ,zwischen den Orlogschiffen gequetscht (zu) werden’ (Goethe an Johann Heinrich Merck, 18.3.1778).“12

Goethe hat sozusagen mit der einen Hand die Rekrutenaushebung im Lande geleitet, während er mit der anderen an der Iphigenie fortschrieb. Zwischen der Kriegsgefahr jener Monate und der Anlage eines Dramas, das auf eine friedliche Verständigung streitender Parteien zielt, sind Verbindungslinien zu vermuten.

[...]


1 vgl. Taubenberger, S.20-25.

2 vgl. Leis, S.55.

3 vgl. Taubenberger, S.33.

4 vgl. Bernhardt, S.30-38.

5 Diekhans, S.78.

6 vgl. Taubenberger, S. 20-23.

7 Wikipedia: Johann Wolfgang von Goethe (Leben), S.4.

8 Wikipedia: Johann Wolfgang von Goethe (Leben), S.4.

9 vgl. Wikipedia: Johann Wolfgang von Goethe (Leben), S.4.

10 vgl. Taubenberger, S.43-45.

11 Reinhardt, S.5.

12 Reinhardt, S.5.

Details

Seiten
8
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640920808
DOI
10.3239/9783640920808
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v172187
Institution / Hochschule
Gymnasium der Benediktiner, Meschede
Note
1,0
Schlagworte
biographie goethes jahren zusammenhang entstehungsgeschichte dramas tauris“

Autor

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