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Bullying als Gruppenprozess (der Participant Role Ansatz)

Hausarbeit 2009 12 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Vorstellung der Studien von Salmivalli et al. sowie Schäfer/ Korn

3. Ergebnisse der Studie
3.1. von Salmivalli et al
3.2. von Schäfer und Korn

4. Schlussbetrachtungen

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang

1. Einleitung

Wenn Bullying in der Klasse stattfindet, so ist das nicht unbedingt nur ein Problem zwischen zwei Schülen, nämlich dem Täter und dem Opfer. Bullying unter Schülern kann als eine Art kollektive Aggression bezeichnet werden, wobei nahezu die gesamte Klasse in gewisser Weise involviert ist. Demnach reagieren Mitschüler also auf Bullying; und zwar auf unterschiedlichste Art und Weise. Wie genau, das wird nun im nächsten Kapitel anhand zweier Studien näher erläutert.

2. Vorstellung der Studien von Salmivalli et al. sowie Schäfer/Korn

Bei der Studie von Salmivalli handelt es sich um die Originaluntersuchung an der 573 finnische Schüler der 6. Jahrgangsstufe teilnahmen um sich selbst und ihre Mitschüler bezüglich Bullying einzuschätzen. Etwas später erschien eine Adaptation dieser Studie durch Schäfer und Korn, in der 4 sechste Klassen aus zwei Münchner Hauptschulen befragt wurden (bestehend aus 40 Schülerinnen und 59 Schülern). Die verschiedenen Mitschülerrollen wurden in diese folgenden untergliedert: Opfer, Täter, Verteidiger des Opfers, Außenstehende, Assistenten bzw. Verstärker des Täters.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[1]

Die Untersuchungen wurden mittels Fragebögen durchgeführt, das so genannte Participant Role Qestionnaire. Diese Befragungen waren anonym, demnach sollten die Schüler statt ihres Namens in die entsprechenden Spalten eine Codenummer eintragen, anhand derer die Fragebögen ausgewertet werden konnten. Außerdem wurde in der deutsche Untersuchung vorab der Begriff „schikanieren“ erklärt. Nämlich: „Schikanieren ist ein Verhalten, in dem einer Schülerin bzw. einem Schüler immer wieder absichtlich körperlicher und/oder psychischer Schaden zugefügt wird, z.B. indem über sie/ihn Witze gemacht werden, sie/er nie mitspielen darf, aus der Gruppe ausgeschlossen wird, ihre/seine Sachen weggenommen und/oder kaputt gemacht werden, sie/er beschimpft, oder sogar geschlagen wird. Es ist nicht schikanieren, wenn zwei raufen oder streiten, die gleich stark sind.“[2]

Für die deutsche Befragung wurde das Questionnaire der Originaluntersuchung überarbeitet und gekürzt, sodass die Schüler letztlich 24 Fragen beantworten sollten (siehe Anhang - Fragebogen).

In Übereinstimmung mit der Originaluntersuchung wurden fünf verschiedene Verhaltenstendenzen extrahiert: die Täter-Skala, die Assistenten-Skala, die Verstärker-Skala, die Verteidiger-Skala und die Außenstehenden-Skala. Was genau darunter zu verstehen ist, soll nun erläutert werden. Die Täter-Skala umfasst aktives, die Initiative übernehmendes Bullyingverhalten (im PRQ Frage 3,4,13,18). Die Assistenten-Skala ist der ersteren ähnlich, denn sie meint auch aktives Bullyingverhalten, jedoch mit Orientierung am Täter (im PRQ Frage 5,11,12). Unter der Verstärker-Skala werden Verhaltensweisen verstanden, die die Täter bei deren Aktivitäten anstacheln (im PRQ Frage 6,14,21). Die Verteidiger-Skala beinhaltet dagegen Verhaltensweisen, die das Opfer unterstützen (im PRQ Frage 7,15,19,22) während sich die Außenstehenden-Skala durch Verhaltensweisen wie „nichts tun“ oder „sich raushalten“ erklärt (im PRQ Frage 8,16,23).

Zusätzlich wurde in die Studie von Schäfer und Korn noch eine Opfer-Skala hinzugefügt, die sowohl verbales (im PRQ Frage 17) als auch körperliches (im PRQ Frage 9) und indirektes Bullying umfasst (im PRQ Frage 10,24). Außerdem konnte durch die ersten beiden Fragen des Participant Role Questionnaires von Schäfer/ Korn der soziale Status, den die Schüler in der Klasse haben, ermittelt werden. Freundschaften ließen sich ebenso ermitteln, indem verglichen wurde, ob sich zwei Schüler gegenseitig als „mit dem mache ich am liebsten was“ benannten.

Die letzte Spalte im deutschen Fragebogen „trifft auch auf mich zu“ diente dazu herauszufinden, inwieweit sich die Schüler selbst mit der ein oder anderen Rolle identifizieren können und um zu vergleichen inwiefern Selbst- und Fremdeinschätzung übereinstimmen.

[...]


[1] http://www.psy.lmu.de/mobbing/instrumente.html (Rollen v.l.n.r.: Verstärker, Assistent, Täter, Außenstehender, Verteidiger, Opfer)

[2] Schäfer/ Korn (2004): “Bullying als Gruppenphänomen”, in: Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie 36, S. 21.

Details

Seiten
12
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640920433
ISBN (Buch)
9783640920679
Dateigröße
2.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v172196
Institution / Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2,0
Schlagworte
bullying gruppenprozess participant role ansatz)

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Titel: Bullying als Gruppenprozess (der Participant Role Ansatz)