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Johann Heinrich Pestalozzi - Pestalozzis Brief an einen Freund über seinen Aufenthalt in Stans.

Hausarbeit (Hauptseminar) 2003 12 Seiten

Pädagogik - Geschichte der Päd.

Leseprobe

GLIEDERUNG:

I. Hinleitung

II. Grundlagen
Johann Heinrich Pestalozzis Leben

III. Hauptteil
„Pestalozzis Brief an einen Freund über seinen Aufenthalt in Stans-
Soziale Pädagogik des Herzens oder „wieder nur“ ein Versuch?“

IV. Abschluss, Ausblick

V. Literaturverzeichnis

I. Hinleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Johann Heinrich Pestalozzi.

Im zweiten Kapitel soll die Grundlage für den Hauptteil, das dritte Kapitel bilden, bevor in einem Ausblick und Abschluss sozusagen resumierend Ergebnisse und mögliche weitergehende Bearbeitungsvorschläge festgehalten werden sollen. Im zweiten Kapitel wird der Lebenslauf, beziehungsweise wichtige und zentrale Stationen des Lebens von Pestalozzi skizziert. Dieses Kapitel besitzt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll vielmehr einen grundlegenden Überblick über das Leben und Wirken Pestalozzis bieten. Es werden für Pestalozzis Entwicklung wichtige Personen erwähnt, seine bedeutendsten Stationen seiner erzieherischen Arbeit und seine heute bedeutsamsten schriftsteller-ischen Bemühungen aufgeführt. Sinn dieses Kapitels ist, dass quasi ein Abriss über das gesamte Leben Johann Heinrich Pestalozzi und die Begebenheiten seiner Zeit das Verständnis liefern sollen, um sich mit dem Hauptteil sinnvoll auseinandersetzen zu können. In diesem Hauptteil im dritten Kapitel wird sich mit der Zeit 1798/ 99 beschäftigt, in der Pestalozzi sechs Monate lang ein Waisenhaus in Stans leitet und dem Dokument, dasss nach deren Schliessung entstand, das er selber mit dem Titel „Pestalozzis Brief an einen Freund über seinen Aufenthalt in Stans“ versah. Die Zeit in Stans, deren Umstände, die „Methode“, wie er es selber nannte, die er während dieser Zeit anwandte und den sogenannten „Stanser Brief“ von 1799 werden in Zusammenhang gebracht und es soll gefragt werden, ob es sich denn überhaupt um eine Methode im Sinne einer Methodik handelte. „Das waren meine Träume; ich musste Stans verlassen, da ich jetzt so nahe an ihrer Erfüllung zu seyn geglaubt habe.“

(Der Schlusssatz aus Pestalozzis „Stanser Brief“ )

II. Johann Heinrich Pestalozzis Leben

Johann Heinrich Pestalozzi wird am 12. Januar 1746 in Zürich geboren. Die Mutter Susanna bringt insgesamt sieben Kinder zur Welt, wovon lediglich drei überleben. Der Vater der bürgerlichen Familie war der Chirurg Johann Baptist Pestalozzi, an den sich Pestalozzi später kaum bzw. gar nicht erinnern werden kann, da er im Jahre 1751 stirbt, als der kleine Johann Heinrich gerade fünf Jahre alt ist. Die Mutter steht fortan allein, hat keine Einnahmequelle, doch den unter anderem finanziellen Zuspruch ihrer grossen Familie. Vor seinem Tod bittet der Vater allerdings die Magd Babeli, fortan die Mutter Susanne bei ihren erzieherischen Tätigkeiten zu unterstützen. Pestalozzi erinnert sich später mehrmals an die von der Magd eingehaltene Treue und die durch die zwei Frauen enstandene warme Häuslichkeit. Pestalozzi fehlte somit fortan die Vaterfigur in seiner eigenen Erziehung, die nahezu ausnahmslos durch das weibliche Geschlecht bestimmt war, weshalb er sich selber als „Weiber- und Mutterkind“ sah. „Mein Vater starb mir sehr frühe, und ich mangelte von meinem sechsten Jahre an in meinen Umgebungen alles, dessen die männliche Kraftbildung in diesem Alter so dringend bedarf “ ( Reinert S. 13 ).

Pestalozzi sah seine weiblichen Bezugspersonen in seinem Aufwachsen zwar in einem ihnen Beachtung schenkenden Licht, trotzalledem beschwerte er sich später mehrfach über die Enge, die er während seiner Kindheit und Jugend spürte.

„... die eine ganz mütterliche Zärtlichkeit und grenzenlose Aufopferung für ihre Kinder, die andere, voll Pflichtbewusstsein, die mit fester Hand die wirtschaftlichen Geschicke des Haushalts lenkt, nicht zögert, den Weg zum Markt zwei- oder dreimal zurückzulegen, um ein paar Kreuzer einzusparen.“ ( Soetard S.10 ).

„Trotz seiner Verehrung für diese beiden Frauen, die seine Kindheit umgeben haben, [...] wird er stets die beengte Atmosphäre der mütterlichen Wohnstube bedauern, dieses Leben im Kokon, das ihm den Umgang mit anderen Kindern verwehrt und ihn in der Abgeschiedenheit einsamen Lesens eine Welt ersinnen lässt, die er in der Wirklichkeit nicht anzutreffen mag. Er wird erkennen, dass es seiner Kindheit an jener männlichen Kraft gemangelt hat, die einen Start ins Leben begünstigt hätte.“ ( Soetard S.11 )

Petalozzi besuchte ein Gymnasium mit gutem Ruf und genoss eine gute und breit gefächerte, humanistische Schulausbildung, was auf die fromme und streng gläubige Mutter zurückzuführen war. Die Stadt Zürich galt damals unter anderem als ein Zentrum der AufklärungsBewegung, die den Menschen weg von seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit hin zu der Besinnung des Menschen auf die Möglichkeiten seines eigenen Denkens und seiner selbstverantwortlichen Sittlichkeit führen sollte. Pestalozzi galt während seiner Lehrzeit nie als fügsamer Student, sondern schrieb provokante Texte oder Übersetzungen, setzte sich mit den Lehrmeinungen seiner Dozenten auseinander und betätigte sich zudem als Sittenrichter der Lehranstalt, indem er höchsten Stellen eine Schmähschrift schrieb, in der er Verstösse gegen die Sittlichkeit anprangerte, weshalb er vor dem

Disziplinargericht Besserung geloben muss. Pestalozzi erscheint zu einer PhilosophieKlausur nicht, müsste die Veranstaltung wiederholen, bricht sein Studium ab und wird das „ehrwürdige Institut“ niemals wieder betreten. Während seiner Studien wurde er unter anderem mit den Schriften Rousseaus bekannt, dessen „Emile“ ihn weiter in seiner Entscheidung des Studienabbruchs bestätigen sollten und den Weg zum „Natürlichen“ und einfachen Leben als Bauer neben anderen Faktoren ebnen sollte. Pestalozzi sieht in seiner Zeit die Landwirtschaft wie viele andere auch, als nahezu einzige Einkommensquelle und widmet sich fortan dieser bescheidenen Lebensführung. Über einen nahestehenden Freund, den Theologen Kaspar Bluntschli, lernte er Anna Schulthess kennen. Die trauer um dessen Tod führte die beiden noch enger zusammen und im Jahre 1769 heiratete er Anna Schulthess gegen den Willen ihrer Eltern.

Im darauffolgenden Jahr wurde der einzige Sohn Hans Jakob geboren, der nicht zufällig, sondern in Anlehnung an den Vornamen des von Pestalozzi verehrten Jean Jacques Rousseau geschah.

Der junge Pestalozzi ist 16 Jahre als Rousseaus Emile erscheint und wie ein gewaltiger Hoffnungsstrahl am wolkenverhangenen sozialen Himmel erscheint. Rousseau hat Pestalozzis Denken und Handeln nicht nur in seinen jungen Jahren inspiriert, sondern wird Pestalozzis Gedanken auch später stets beeinflussen. Das autonome Erziehungskonzept in Emile und die Art der Besinnung hin zur Natur lässt vor allem die jungen Menschen in einer durch Zucht und Ordnung geprägten Zeit viel Hoffnung schöpfen, wirkt aber gleichzeitig auch ein wenig opportun. Pestalozzi wird sich später ebenfalls in die Politik und das politische Geschehen aktiv einschalten, nicht zuletzt animiert und inspiriert durch Rousseau.

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Details

Seiten
12
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638218481
Dateigröße
414 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v17226
Institution / Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta – Pädagogisches Institut
Note
2,0
Schlagworte
Johann Heinrich Pestalozzi Pestalozzis Brief Freund Aufenthalt Stans Hauptseminar

Autor

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Titel: Johann Heinrich Pestalozzi - Pestalozzis Brief an einen Freund über seinen Aufenthalt in Stans.