Lade Inhalt...

Der Vietnamkrieg - Stellvertreterkonflikt im Kalten Krieg oder Kampf eines Volkes um die Freiheit?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 15 Seiten

Geschichte - Asien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Weg in den Krieg
2.1 Die USA
2.2 UdSSR und China
2.3 Vieinam

3. Der Krieg
3.1 Die USA im Vietnamkrieg
3.2 Die Vietnamesen im Vietnamkrieg

4. Kriegsende und Konsequenzen
4.1 Das Ergebnis für die USA
4.2 Das Ergebnis für Vietnam

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Arbeit soll es darum gehen, den Vietnamkonflikt näher zu untersuchen. Dieser Krieg, der keineswegs ein rein amerikanischer war, kann nicht einfach als ein einziger Konflikt betrachtet werden. Wie ich zeigen werde gab es für die unterschiedlichen Kriegsparteien mehrere Gründe, immer neue Soldaten in den Kampf zu schicken. Dementsprechend gibt es verschiedene Antworten auf die Frage, was für eine Art Krieg der Vietnamkonflikt darstellte. Was bewegte mehrere amerikanische Präsidenten dazu, so vielejungeAme-rikaner in einen aussichtslosen Krieg zu schicken? Und wie veränderten sich diese Gründe im Laufe des Konflikts?

Auch wenn eine eindeutige Antwort nicht gegeben werden kann, werde ich versuchen, mich dieser so weit es geht anzunähern. Zu diesem Zweck werde ich nicht nur den Standpunkt der USA, sondern auch den der UdSSR, Chinas und der Vietnamesen beachten. Denn jede der genannten Parteien hatte andere Gründe, sich für Vietnam zu interessieren. Wie zu sehen sein wird, hatten allerdings nur die USA und die Vietnamesen von Anfang an ein Interesse an dem südostasiatischen Land. Erst im Verlaufdes Krieges wurde selbiger, besonders durch seine symbolische Wirkung, auch für andere Staaten relevant. Doch dazu später mehr. Letzten Endes sollte es durch den Vergleich aller vier Sichtweisen möglich sein, die unterschiedlichen Gründe für diesen Krieg herauszustellen und die eingangs gestellte Frage zu beantworten.

Die Literaturauswahl zu diesem Thema ist ähnlich weit gefächert. Ich stütze mich zum großen Teil auf Bernd Greiner, speziell auf sein Werk ,,Krieg ohne Fronten. Die USA in Vietnam". Zusätzlich habe ich aber auch auf Bücher von Hans Ulrich Luther, Heinrich Weiler und Jürgen Horlemann sowie Peter Gäng zurückgegriffen. Sehr aufschlussreich waren auch eine Reihe von offi- ziellen Papieren des Pentagon zum Vietnamkrieg, so wie sie von der New York Times veröffentlicht wurden. Diese breit gefächerte Auswahl ermöglicht einen guten Überblick über dieses durchaus sehr umfangreiche Thema.

2. Der Weg in den Krieg

In diesem Kapitel geht es darum, auf welche Art und Weise die Verwicklung in den Krieg für die verschiedenen Teilnehmer ablief. Dabei ist zu beachten, dass sich die Vietnamesen zum Zeitpunkt des militärischen Engagements der USA bereits viele Jahre im Krieg befanden, sei es gegen die Kolonialmacht Frankreich oder die Invasion durch die Japaner während des zweiten Weltkrieges. Dennoch gab es auch für sie einige wichtige Veränderungen, die durch das Eingreifen der USA in die politischen Angelegenheiten des Landes entstanden.

2.1 Die USA

Für die USA gab es eine Vielzahl von Gründen, sich in Vietnam zu engagieren. Die Großmacht griff nach der Niederlage französischer Elitetruppen 1954 bei Dien Bien Phu1 in die Politik Vietnams ein. Noch im gleichen Jahr setzten die USA Ngo Dinh Diem als Präsident Südvietnams ein2. Dieser war ein führendes Mitglied der katholischen Minderheit Vietnams3. Daher ist zu vermuten, dass sich die Amerikaner durch ihn eine effektive Interessenvertretung versprachen. Wahrscheinlich ging die US-Regierung davon aus, dass ein katholischer Regierungschef nicht so anfällig für die Ideologie des Kommunismus sei und entsprechend der christlichen Werte handeln würde, die auch den Amerikanern sehr wichtig sind.

Es ist außerdem zu vermuten, dass die USA Südvietnam zu einem „Bollwerk des Westens" ausbauen wollten4. Einer der Hauptgründe war die Containment-Politik der USA. So heißt es in einem offiziellen Statement des National Security Council:

"to prevent the countries of Southeast Asia from passing into the communist orbit, and to assist them to develop will and ability to resist communism from within and without and to contribute to the strengthening of the free world."5

Ein weiterer wichtiger Grund für das Eingreifen der USA stellt die sogenannte Domino-Theorie dar. Sie besagt, dass der Fall eines Landes an den Kommunismus den Fall weiterer Staaten nach sich ziehen würde6. Nach dieser Theorie hätte der Fall Vietnams sogar eine Gefahr für Westeuropa dargestellt7. Zudem gab es von Seiten der USA die Befürchtung, dass eine erfolgreiche Revolution in Südvietnam andere Länder in der Dritten Welt zu Widerstand gegen die imperialistischen Bestrebungen der Vereinigten Staaten ermutigen könnte8. Die US-Regierung meinte beweisen zu müssen, dass sie von ihnen eingesetzte Regierungen bei Widerständen nicht einfach fallen lies9. Dies galt in besonderem Maße für die Glaubwürdigkeit gegenüber ihren weltweiten Bündnispartnern10. Besonders deutlich wird die Angst, dem Kommunismus durch eine Art Appeasement-Politik11 Tür und Tor zu öffnen in Aussagen von US-Präsidenten und führenden Militärs. So bezeichnete John F. Kennedy Vietnam als „Eckpfeiler der freien Welt in Südostasien" und als „Bruchstelle des Deiches"12. Demnach sahen sich die USA gezwungen, im Rahmen ihres vielfach bewährten „counter-insurgency-program"13 zu reagieren. Die militärische oder geheimdienstliche Intervention zur Wahrung der amerikanischen Sicherheit und Interessen hatte bis zu diesem Zeitpunkt eine gewisse Tradition. Ob 1950 in Korea, 1953 im Iran, 1958 im Libanon oder 1959 in Panama, die USA griffen überall dort ein, wo sie ihre Interessen wahren oder durchsetzen wollten14. Es war also keine große Überraschung, dass sie dies auch ab 1954 in Vietnam versuchten. Und tatsächlich herrschte in den USA anfangs die Überzeugung, dieses Land relativ rasch befrieden zu können15.

[...]


1 Kinder, Hermann; Hilgemann, Werner: dtv-Atlas Weltgeschichte. Band 2. Vgl. S. 515.

2 Greiner, Bernd: Amerikanische Außenpolitik von Truman bis heute. Vgl. S. 41.

3 Dtv-Lexikon in 20 Bänden. Vgl. Band 13, S. 46.

4 Weiler, Heinrich: Vietnam. Eine völkerrechtliche Analyse des amerikanischen Krieges und seiner Vorgeschichte. Vgl. S. 58.

5 Sheehan, Neil; Smith, Hedrick u.a.: The Pentagon Papers. S. 28.

6 Dtv-Lexikon in 20 Bänden. Vgl. Band 4, S. 213.

7 Luther, Hans Ulrich: Der Vietnamkonflikt. Vgl. S.75.

8 Ebd. Vgl. S.75.

9 Ebd. Vgl. S. 81.

10 Greiner, Bernd: Krieg ohne Fronten. Vgl. S.61.

11 Ebd. S. 61.

12 Greiner, Bernd: Amerikanische Außenpolitik von Truman bis heute. S. 54.

13 Ebd. Vgl. S. 41.

14 Greiner, Bernd: Amerikanische Außenpolitik von Truman bis heute. Vgl. S. 55.

15 Luther, Hans Ulrich: Der Vietnamkonflikt. Vgl. S. 89.

Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640920624
ISBN (Buch)
9783640920648
Dateigröße
431 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v172265
Institution / Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig – Historisches Seminar
Note
1.7
Schlagworte
Vietnamkrieg USA Vietnam UdSSR Kalter Krieg

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Der Vietnamkrieg - Stellvertreterkonflikt im Kalten Krieg oder Kampf eines Volkes um die Freiheit?