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Digitales Kino

Facharbeit (Schule) 2011 23 Seiten

Filmwissenschaft

Leseprobe

Inhalt

1.1 Vorwort
1.2 Einleitung

2.0 Hauptteil
2.1 Was genau bedeutet Digitales Kino?
2.2 Standardisierungsmaßnahmen
2.3 Bedeutung des Digitalen Kinos in der Wirtschaft
2.3.1 Möglichkeiten des Digitalen Kinos und deren Vor- und Nachteile
2.3.1.1 Qualität des Films – Ästhetische Betrachtung
2.3.1.2 Kosten/Nutzen - Ökonomische Betrachtung
2.3.1.3 Praktischer Nutzen
2.3.2 Ökonomisches Gewicht in verschieden Staaten
2.3.2.1 Staatliche Förderung (bzgl. Kapitel 2.2)
2.3.2.2 Medienkonjunktur China

3.0 Schluss – Rezeption aus Sicht des Konsumenten
3.1 Zusammenfassung
3.2 Persönliche Bewertung der Digitalisierung
3.3 Blick in die Zukunft
3.4 Dank

4.0 Anhang
4.1 Literaturverzeichnis

1.1 Vorwort

Digitales Kino – Mit der Sichtung einiger Quellen zum Thema „Filmtheater“ eröffnete sich mir persönlich das immense, vielseitige und sehr aktuelle Spektrum des Digitalen Kinos. Seit 2006 ist der Einzug digitaler Filmproduktion und -projektion in Deutschland nicht mehr zu stoppen[1]. Mir fiel auf, dass durch die Digitalisierung eine nicht unbedeutende ökonomische Umwälzung in der Filmindustrie bedingt ist.
Der bekannte Regisseur George Lucas[2] prophezeite den Aufschwung des digitalen Films schon 2001, mit den Worten:

„I think I can safely say that I will probably never shoot another film on film. “[3]

Dies bedeutete eine spannende Reise, wie sich herausstellte, besonders, weil man als Endkonsument vorher immer nur das fertige Produkt zu Gesicht bekam, ohne sich über dessen Aufwand Gedanken gemacht zu haben. Ein schönes und beeindruckendes Fallbeispiel dazu ist übrigens „Avatar-Aufbruch nach Pandorra“, der eine enorme Post-Production[4] erforderte, die man als bloßer Zuschauer nur erahnen konnte.

Ich beschloss für mich, diesen „Gesamtumstand Digitalisierung“ näher zu erforschen. Die Quellenlage war und ist günstig, weil das Digitale Kino jüngst im Zeitalter der Informationsgesellschaft groß geworden ist, sprich: es gibt enorm viele Artikel im World Wide Web; aber auch viele Ansprechpartner[5].

Das Digitale Kino als wesentliche Weiterentwicklung in der Medienevolution passt auch sehr gut in den großen Rahmen des Facharbeitsschwerpunkts „Der Mensch im Wandel der Zeit“.

Der Gedanke reifte und legte schließlich nahe, das Thema „Stilmittel im Filmtheater“ auf die Digitalisierung des Films und dessen wirtschaftliche Auswirkungen zu fokussieren. Genauer gesagt, beschäftige ich mich in dieser Seminarfacharbeit mit der Fragestellung „Welche Rolle spielt das Digitale Kino im Kontext der internationalen Wirtschaft?“.

1.2 Einleitung

Mein Ziel wird es sein, Ihnen anhand der Fragestellung die Ökonomie des Films zu illustrieren und mit Beispielen zu fundieren. Zunächst werde ich Ihnen den Begriff Digitalisierung erklären, um Sie dann folgend über die technischen Innovationen des Digitalen Kinos aufzuklären. Nach Aufzeigen der Vor- und Nachteile, werde ich Ihnen deren Auswirkungen auf die unmittelbare Filmindustrie entschleiern. Schließlich werde ich diese Erkenntnisse in den Kontext der internationalen Wirtschaft stellen und den Stellenwert des Films in diesem System dartun.

Meine Motivation für diese Facharbeit ist es, Ihnen den „nicht-öffentlichen Bereich“ des Kinos zu beleuchten und Ihnen so den Blick für die gewaltige Reichweite des Kinos zu schärfen. Bei dieser Gelegenheit ist zu erwähnen, dass ich längst nicht alle Aspekte dieses Themas abdecken kann, ich aber wohl vermag die essentiellen Punkte zu thematisieren. Quellen sind hauptsächlich Internet-Artikel und kaum fachspezifische Lektüre, da das Thema Digitalisierung sich stetig erneuert und eine Verschriftlichung in Buchform nicht lange aktuell bleiben würde. Im folgenden Text werde ich „Digitales Kino“ als Eigennamen verwenden, um dessen zentrale Bedeutung für diese wissenschaftliche Untersuchung hervorzuheben. Daher wird dieser Begriff auch groß geschrieben.

2.1 Was genau bedeutet Digitales Kino?

Digitales Kino bedeutet in anderen Worten die Digitalisierung des gesamten Produktionsprozesses[6].

In der Untersuchung des Digitalen Kinos hat man zwischen Produktionsseite und Verwertungsseite zu unterscheiden. Die Produktionsseite meint den Prozess des Filmens, die Verwertungsseite den Prozess des Vorführens des Films. Beide Seiten geben verschiedene Vergleichsmöglichkeiten zwischen dem klassischen 35 mm Rollfilm und dem digitalen Video[7].

Für das lückenlose weitere Verständnis der folgenden Themen ist ein gewisses Grundwissen vonnöten.

Bei der Produktion des analogen Films wird auf Rollfilm zurückgegriffen. Dieser kann bis zu 35 Kg wiegen und nimmt max. 11 Min Videomaterial auf.[8] Bei der Aufnahme werden ausschließlich Vollbilder mit der Bildrate von 24 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet.
Für digitale Bearbeitung eines analog aufgenommen Films, ist eine Abtastung des Rollfilms erforderlich[9]. Für die analoge Verwertung ist wiederum die Ausbelichtung der digital bearbeiteten Szenen auf Rollfilm vonnöten[10] Die nicht bearbeiteten Szenen können direkt in die fertige Kompilation hineingeschnitten werden. Der fertige Film wird letztendlich über einen Rollfilmprojektor mit immer noch 24 Bildern pro Sekunde auf die Leinwand projiziert. Für die digitale Verwertung müsste der gesamte Film, samt digitaler Bearbeitung, erneut abgetastet werden, damit er über einen digitalen Projektor auf die Leinwand geworfen werden kann.

Bei der Produktion des digitalen Videos werden die einzelnen Vollbilder, bzw. “progressiv segmentierte Halbbilder“[11] auf bspw. einem HDCAM-Tape[12] oder einer Festplatte gespeichert, die bis zu 90 Minuten am Stück aufnehmen können. Die Auflösung ist meist im HDTV-Format, das dem 2K Format im analogen Film ähnelt. Die Bildrate ist ebenfalls mit 24 Bildern pro Sekunde, genauso wie beim analogen Film. Falls digitale Bearbeitung erwünscht ist, ist keine Abtastung erforderlich, weil das Videomaterial bereits in digitaler Form vorliegt. Für die digitale Verwertung des Videos ist auch keine Ausbelichtung mehr nötig, da das digitale Material direkt projiziert wird. Für die analoge Verwertung ist allerdings die Ausbelichtung des Videos unabdingbar.

Ein 3D-Film kann ausschließlich über digitale Videoaufnahme gefilmt, werden, da dringende Informationen zu Raum, Licht etc. etc. nicht bei analogen Kameras festgestellt werden können.

2.2 Standardisierungsmaßnahmen

2002 setzte sich die UN-Einrichtung ITU (Internationale Fernmeldeunion) für eine Standardisierung mit 1080/24p-Norm ein, ein sogenanntes HDTV-Format. Dieser Vorschlag wurde aber wegen nicht akzeptabler Bildqualität von der DCI (Digital Cinema Initiatives[13]) und der NATO (hier: National Association of Theater Owners) abgeschmettert.

We think that movie people know the most about the movies, not broadcast people. We’re asking the ITU to step back and let the international cinema standards groups decide the best standards for cinema. (Wendy Aylsworth von Warner Bros, Februar 2003)“

Die 2K-ähnliche Auflösung müsse mindestens auf 4K erweitert werden.

Dieser Anforderung wurde der DCI erst im September 2004 in ihrer fünften Version der „DCI Technical Specification“ gerecht. Sie vertritt den 4K-Standard (4096x3112 Pixel), erlaubt aber wegen Mangel an 4K-fähigen Projektoren auch 2K mit der Verwendung von 4K Filmmaterial. Im April 2007 wurde die erste Version der „DCI System Requirements and Specifications for Digital Cinema“ veröffentlicht. Am 7. März 2008 wurde die zweite Version veröffentlicht, die nur wenige Veränderungen mit sich brachte. Im Oktober 2010 gab DCI bekannt, einen umfangreichen Testlauf in den USA, Japan und Italien mit renommierten Universitäten und Entwicklern für digitale Technik[14] durchzuführen. Für DCI bedeutete dies einen großen Schritt in Richtung Globalisierung ihres Standards, besonders hinsichtlich der Erschließung des asiatischen Marktes.

„These licensing agreements represent an important step in the maturation of the digital cinema marketplace“(Teilnehmerstudios der DCI, 8. Oktober 2008 )

[...]


[1] Ca. 5000 Kinosäle wurden 2006/2007 mit digitalen Filmprojektoren ausgestattet.

[2] Regisseur von u.a. “Star Wars III – Die Rache der Sith“.

[3] Aussage auf der “National Association of Broadcasters Convention” im Jahr 2001.

[4] Bearbeitung des Films nach Aufnahme (Bspw. Special Effects).

[5] Bspw. Frank Oppermann, Theaterleiter des Kinos “C1” in Braunschweig.

[6] Produktionsprozess im Kino = Pre Production, Dreh, Post-Production, Distribution (Verbreitung), Voführung und Archivierung .

[7] Video meint die digitale Aufnahme und Wiedergabe, Film das entsprechend analoge Gegenstück.

[8] bezogen auf Kodak Vision 200T-320T.

[9] Wird mit der Auflösung 2K abgetastet oder neudeutsch „eingescannt“. 2K ist die Standard-Auflösung für Ausbelichtung und Auflösung im analogen Kino, meistens 1920x1080 Pixel. Es gleicht dem HDTV-Format (Standardformat im Digitalen Kino) mit seinen 1828 x 1100 Pixeln.

[10] Entspricht dem Entwickeln des Films eines Fotoapparats.

[11] Im Original „progressive segmented Frame” = 2 digital aufgenommene Halbbilder, die fast gleichzeitig abgespielt werden, sodass ein Vollbild suggeriert wird. Dies ist erforderlich, da die klassische, also analoge Film verwertung nur Vollbilder abspielen kann.

[12] ähnelt einer Kassette.

[13] Zusammenschluss von den sieben größten Hollywoodstudios, wie Disney, Warner Bros . .

[14] Vertragliche Testläufe „with CineCert, LLC in the United States, DMC/Keio University in Japan and Media Innovation Center in Italy.” (http://www.dcimovies.com/press/DCIpress-Oct-13-08.html Letzter Zugriff 06.03.2011) .

Details

Seiten
23
Jahr
2011
ISBN (Buch)
9783640922888
Dateigröße
548 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v172387
Institution / Hochschule
Lessinggymnasium Braunschweig/Wenden
Note
n.a.
Schlagworte
digitales kino

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