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Analyse der Studie von Margrit Stamm "Dropouts am Gymnasium. Eine empirische Studie zum Phänomen des Schulabbruchs"

von Manuela Aberger (Autor) Florian Ebner (Autor)

Seminararbeit 2011 16 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Theoretischer Hintergrund

Forschungsfragen der Studie

Angewandte Methoden
1. Stichprobe
2. Erhebungsinstrumente
3. Auswertung

Ergebnisse
1. Merkmale von Dropouts und Stabilen
2. Gründe für den Schulabbruch
3. Unterschiede in den Einstellungs-, Verhaltens- und Beziehungsmustern

Diskussion

Analyse der Methodenanwendung in der Studie

Tabellenverzeichnis

Sachwörter-Index

Literaturverzeichnis

Vorwort

Wir haben uns dafür entschieden, uns mit der empirischen Studie „Dropouts am Gymnasi- um“ von der Autorin Margrit Stamm auseinander zu setzen, weil wir uns schon seit Länge- rem die Frage stellen, welche Motive Gymnasialschüler dazu bewegen, die Schule vor Er- reichen der Matura freiwillig zu verlassen und in eine andere Schule überzutreten, obwohl ihre Schulleistungen an sich nicht schlecht so sind, dass sie gezwungen wären, ihre Schulkarriere am Gymnasium vorzeitig aufzugeben. Wir werden in unserer Arbeit die In- halte der Studie, die Methoden der Erhebung und der Ausarbeitung, sowie die Ergebnisse zusammenfassen und anschließend analysieren, inwiefern die angewandten Methoden zur Beantwortung der oben genannten Frage geeignet sind, welche Fragen dadurch noch offen geblieben sind und anschließend werden wir zu klären versuchen, was man diesbezüglich hätte anders machen können. Wir werden nun mit der inhaltlichen Zusammenfassung be- ginnen.

Theoretischer Hintergrund

Margrit Stamm hat sich zum einen deshalb mir der Dropoutforschung befasst, weil es in ihrem Interesse lag, herauszufinden, wie viele gymnasiale Schulabbrecher es überhaupt gibt. Hierbei liegt der Prozentsatz in Deutschland bei 7 % bis 8 % (vgl. Stamm zit. n. Sta- tistisches Bundesamt 2006), in Österreich bei ca. 5 % (vgl. Stamm zit. n. Riepl 2004) und in der Schweiz bei 6 % bis 9 %. (vgl. Stamm zit. n. Eckmann-Saillant et. Al. 1994) Des Weiteren wollte Margrit Stamm herausfinden, ob der Schulabbruch generell auf Über- forderung oder auf Unterforderung zurückzuführen ist. Nähme man hierbei Überforderung an, so müsste es sich bei den Schulabbrechern überwiegend um Jugendliche mit Leis- tungsproblemen handeln, die aus bildungsfernen Familien stammen. (vgl. Stamm zit. n. Roeder et al. 1986). Führt man dagegen das Phänomen des Schulabbruchs auf Unterforde- rung zurück, müsste sich diese in guten Noten, jedoch mangelnder Motivation, sowie bil- dungsnahen Elternhaus äußern. Ein weiterer Grund, warum sich Margrit Stamm mit der Dropoutforschung auseinandersetzt ist der, dass zwar die Dropoutforschung allgemein immer mehr an Bedeutung gewinnt, sich die Forscher vor ihr jedoch zu wenig mit den gymnasialen Schulabbrechern auseinandersetzten, sondern sich vermehrt nur auf leistungs- schwache Schulabbrecher an niedrigeren Schulen konzentrierten. Aus älteren Forschungen weiß man zwar, dass die Gründe für den vorzeitigen Schulabbruch eng mit sozialer Herkunft, Konflikten mit Lehrpersonen und der Schule, sowie mit Leistungsproblemen und mit veränderten Berufsinteressen zusammenhängen, viele Fragen sind jedoch noch unbeantwortet geblieben, diese werde ich im nächsten Kapitel erwähnen.

Forschungsfragen der Studie

Margrit Stamm möchte folgenden Fragestellungen in ihrer Studie nachgehen. Zum einen interessiert sie sich dafür, weshalb die Gymnasiasten die Schule abgebrochen haben. Des Weiteren möchte sie wissen, ob sich die Dropouts von Schülern, die im Gymnasium bleiben (= „Stabile“) hinsichtlich sozialer Herkunft, Nationalität und Schulerfolg unterscheiden. Danach möchte sie untersuchen, ob sich gymnasiale Abbrecher von Stabilen in ihren leistungsbezogenen und beziehungsorientierten Einstellungs- und Verhaltensmustern beziehungsweise im berichteten Schulklima unterscheiden. Zuletzt geht sie schließlich noch der Frage nach, welche Faktoren am besten dafür geeignet sind, die Zugehörigkeit zur Gruppe der Dropouts beziehungsweise der Stabilen vorauszusagen.

Angewandte Methoden

1. Stichprobe

Die Studie von Margrit Stamm bezieht sich auf eine Befragung von gymnasialen Schulab- brechern in der deutschsprachigen Schweiz im Jahr 2004. In der Schweiz können Jugendli- che nach neun Pflichtschuljahren mittels einer Aufnahmeprüfung in das Gymnasium über- treten und dort vier Schuljahre sowie die Matura absolvieren. In einigen Kantonen ist auch das sogenannte Langzeit-Gymnasium möglich, in welches Jugendliche bereit nach sechs Schuljahren eintreten können. Es gibt in den Gymnasien eine Probezeit, welche ein halbes Jahr dauert. Für die Studie wurden die gymnasialen Abbrecher aus Berufsberatungen, Be- ratungspraxen, Aushänge in Einkaufszentren und sechs Gymnasien ausgewählt. Bei allen TeilnehmerInnen handelte es sich um Jugendliche, die der Definition eines Dropouts ent- sprachen. Alle hatten das Gymnasium vor der Matura und nach Ablauf der Probezeit ver- lassen. Es wurden insgesamt über 124 Schulabbrecher rekrutiert. Diese waren zwischen 17 und 19 Jahre alt, stammten aus insgesamt zehn Kantonen der deutschen Schweiz und aus 88 Gymnasien. In 66 % der Fälle erfolgt der Abbruch im zehnten oder elften Schuljahr, in 34 % der Fälle im Zwölften oder im Dreizehnten. Ihnen wurde ein schriftlicher Fragenka- talog vorgelegt. Damit man sie mit einer Gruppe von „Stabilen“ vergleichen konnte, wurde aus der Längsschnittstudie „Frühlesen und Frührechnen als soziale Tatsachen“ (Stamm, 2011, S. 279 zit. n. Stamm u. Stutz 2009) allen 38% Gymnasiasten (N= 147) im Jahr 2005 ein identischer Fragenkatalog vorgelegt. Ausgenommen wurden Fragen, die auf den erfolg- ten Schulabbruch bezogen waren. „Parallelisierungskriterien waren Geschlecht und Alter.“ (Stamm, 2010, S. 279)

Der Rücklauf der Fragebögen lag bei 84,5 %, was zu einer DropoutGruppe von N= 119 und zu einer Gruppe der Stabilen von N= 115 führte. Die Dropout-Gruppe zählte 68 Jun- gen (57,1 %) und 51 Mädchen (42,9 %). Dahingegen bestand die Gruppe der Stabilen aus 65 Jungen (54,6 %) und aus 50 Mädchen (43,4 %).

2. Erhebungsinstrumente

Der den Probanden vorgelegte Fragebogen enthielt keine offenen Fragen. Die Antwortmöglichkeit erfolgten durch Dummy-Codierung, Likertskala oder vorgegebenen Antworten aus denen zu wählen war. Der verwendete Fragebogen enthielt Fragen zu folgenden größeren Themengebieten.

- Merkmale von Dropouts und Stabilen: Geschlecht, Sozioökonomischer Status, Nationalität, Schulnoten, Klassenwiederholung, Schultypisierung
- Gründe für den Schulabbruch: Gründe für Dropout
- Unterschiede in den Einstellungs-, Verhaltens- und Beziehungsmustern: Beziehungen zu Lehrpersonen, Karrierepläne, Leistungsmotivation, Schulschwänzen, Bedeutung der Schule

In der folgenden Tabelle sind besagte Fragestellungen mit jeweiliger Beispielfragen und Antwort-Codierung angegeben.

Tabelle 1 Beispielsfragen der Studie

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Details

Seiten
16
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640930814
ISBN (Buch)
9783640930951
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v172975
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Erziehungswissenschaft
Note
Sehr Gut
Schlagworte
Gymnasium Margrit Stamm Forschung Studie Hausarbeit Seminararbeit Referat Erziehungswissenschaften Methoden Forschungsmethoden qualitative Studie Pädagogik Hug Theo

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