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Welche Stigmatisierungsprobleme bestehen für Jugendliche der 2. und 3. Migrantengeneration in Deutschland und welche Konsequenzen resultieren daraus?

Vordiplomarbeit 2007 32 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

EINFÜHRUNG IN DEN ARBEITSVERLAUF

1. DIE ETHNOGRAFISCHEN STUDIEN UND IHRE BESONDERHEITEN
1.1 Die unterschiedlichen Forschungsmethoden
1.2 Perspektive und Augenmerk der Autoren

2. WAS BEDEUTET „JUGEND“?
2.1 Welche Rolle spielt sie in unserer Gesellschaft?
2.2 Wie sie zum Spielball der Wissenschaft wurde

3. „NORM“ UND „ABWEICHUNG“
3.1 Der Labeling Approach
3.2 Bandendelinquenz nach Tertilts „Power Boys“
3.3 Assimilationsprozess nach Sauters „Frankfurter Türken“
3.4 Schutzfunktion der Gruppe beider Studien

4. STIGMATISIERUNGSPROBLEMATIK DER MIGRANTENGENERATIONEN

5. RESÜMEE

6. LITERATURVERZEICHNIS

Einführung in den Arbeitsverlauf

Diese Arbeit zeigt die Problematik von überwiegend türkischen Jugendlichen der 2. und 3. Migrantengeneration in Deutschland.

Anhand zweier ethnografischen Studien von Sven Sauter „Wir sind Frankfurter Türken“ sowie Hermann Tertilt „Turkish Power Boys“ möchte ich verdeutlichen, wie Statusprobleme innerhalb der Gesellschaft, in Form von kulturellen Gruppierungen unter den Jugendlichen, einen Versuch der Bewältigung erfahren. Ich habe diese beiden Studien ausgewählt, da sich beide Autoren innerhalb von Frankfurt über einen vergleichbaren Zeitraum mit einer überwiegend türkischen Gruppierung in Form einer teilnehmenden Feldforschung, auseinandersetzten. Trotz aller Ähnlichkeiten, gibt es diverse Unterschiede in der Arbeitsweise und den Ansätzen von Thesen, sowie deren Darlegung und Begründungsgesuche.

Zunächst werde ich auf die unterschiedlichen Forschungsmethoden der beiden Studien näher eingehen, sowie einige Besonderheiten hervorheben, was die Perspektive und das Augenmerk der Autoren angeht.

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Einblick in die Stigmatisierungsproblematik ausländischer Migranten zu erhalten und die daraus resultierenden Verhalten- sabweichungen dieser Jugendlichen, innerhalb der gesellschaftlichen Norm näher zu bringen.

Um einerseits einen geschichtlichen Einblick der Entstehung von „Jugend“, als auch eine Position was „Jugend“ überhaupt bedeutet zu erfahren, werde ich im Anschluss über die Entwicklung des jungen Menschen als Objekt für wissenschaftliche Forschung, referieren.

Des Weiteren folgt eine Darstellung von abweichendem Verhalten und des damit verbundenen Verständnisses der gesellschaftlichen Norm. Während ich mich zunächst mit der Bandendelinquenz der „Turkish Power Boys“ auseinandersetzen werde, folgt im Zusammenhang der Assimilationsprozess der „Frankfurter Türken“ nach Sauter. So gesehen wird abweichendes Verhalten einerseits als Weg der Kriminologie dargestellt, andererseits erhält man durch den Kulturkonflikt Sauters einen Einblick in das abweichende Kulturverständnis zwischen der deutschen Gesellschaft und der türkischen Migranten.

Fortfahren werde ich mit den Gemeinsamkeiten beider Studien, was den Aspekt einer Schutzfunktion der Gruppen angeht und den damit verbundenen Beweggründen einzelner Personen in den Kreis eines Bündnisses beizutreten.

Im Anschluss wird im Bezug auf die beiden Studien, unter Einbezug von Erving Goffman, die Fragestellung beantwortet, welche differenzierbaren Stigmatisierungsprobleme für die Migrantenjugendlichen innerhalb der deutschen Gesellschaft bestehen und welche Konsequenzen daraus entstehen.

Abschließen werde ich meine Arbeit mit einem persönlichen Resümee.

1. Die ethnografischen Studien und ihre Besonderheiten

Die Studie „Turkish Power Boys“ von Hermann Tertilt beruht auf einer Feldforschung von zwei Jahren, während diesen er unzählige Tage innerhalb der Gruppe verbrachte. Von Anfang 1991 bis zur Auflösung der Gruppe im Herbst 1992 beobachtete er die türkischen Jugendlichen und nahm an ihrem Alltagsleben teil. Während dieser Zeit führte Tertilt unzählige Einzel- sowie Gruppengespräche.

Sven Sauter beschäftigte sich ebenfalls über 2 Jahre mit überwiegend türkischen, jugendlichen Einwanderern der 2. und 3. Generation einer Folkloregruppe im Migrantentreff von Frankfurt. Nach diversen Gruppen- und Einzelgesprächen im Zeitraum von März 1994 bis März 1996 entstand seine ethnografische Studie „Wir sind Frankfurter Türken“.

1.1 Die unterschiedlichen Forschungsmethoden

Wenn auch der zeitliche Arbeitsraum beider Autoren von etwa gleicher Dauer war, muss man beiläufig die Intensität von Tertilts teilnehmender Beobachtung hervorheben. Im Gegensatz zu Sauter war er einem täglichen Umgang mit der Gruppe ausgesetzt und hatte sich im Vorfeld mit einer schwierigen Kontaktaufnahme auseinander zu setzen.

Nachdem aber das Misstrauen verschwunden war, vergaßen die Jugendlichen das Forschungsanliegen weitgehend und verhielten sich ihm gegenüber völlig frei und offen.

Herman Tertilt selbst, beschreibt sein Werk als eine kulturanthropologische Feldstudie1, „[…] in der exemplarisch die Lebensformen, Überzeugungen und Verhaltensweisen einer delinquenten Jugendbande dargestellt und analysiert werden“ (Tertilt, 1996, Seite 9).

Durch die eigene Darstellung der türkischen Jugendlichen, was ihr Verhalten und Verständnis in Bezug auf die deutsche Gesellschaft angeht, erfährt der Leser eine authentische Beschreibung ohne hierbei auf Interpretationswege des Autors geleitet zu werden.

Im Gegensatz dazu ist die Forschungsmethode von Sven Sauter die, eines selbstreflexiven Gruppengespräches2. Die Gruppengespräche innerhalb der Folkloregruppe sollen so ausgerichtet sein, „dass alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen unzensiert und offen ihre Themen ansprechen können“ (Sauter, 2000, Seite 103).

Zwar verfolgen beide Autoren die teilnehmende Beobachtung als Methode der Datenerhebung. Während Sauter jedoch ausschließlich im Migrantentreff mit den Jugendlichen Gespräche und Einzelinterviews führt, ist Tertilt täglich mit der Gruppe der „Turkish Power Boys“ in verschiedensten Institutionen und Lebenssituationen unterwegs und beobachtet das Verhalten ohne durch Fragen die Richtung der Gruppenaktivitäten zu beeinflussen.

1.2 Perspektive und Augenmerk der Autoren

Die Interpretierung der Problemlagen der türkischen Einwandergeneration ist das Hauptaugenmerk von Tertils „Turkish Power Boys“. Der Zusammenhang von Bandendelinquenz und gesellschaftlichem Status sowie die Analyse des Männlichkeitsbewusstseins aus ethnologischer Perspektive sollen mit Hilfe von Erklärungsansätzen nachgewiesen werden. Hierzu bedient sich der Autor nicht nur bestehenden Erklärungsansätzen um das Verhalten einer ethnischen Gruppierung zu begründen, sondern verdeutlicht anhand seines empirischen Materials die gängigen Theorieansätze um eine eigene Interpretation zu entwickeln. Unter anderem befasst sich Tertilt auch mit dem Problem der Stigmatisierung („Labeling Approach“), worauf ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal explizit eingehen werde.

Tertilt war im Laufe seiner Feldforschung dem Problem ausgesetzt, dass seine „[…] Rolle als teilnehmender Beobachter […] keineswegs eine neutrale, in der Teilnahme rein beobachtende sein“ konnte (Tertilt, 1996, Seite 12). Weiterhin bemerkt er: „Auch wenn ich im Unterschied zu Sozialarbeitern davon absah, einen pädagogischen

Einfluss auf sie [die Power Boys] auszuüben, versuchte ich, mit den Jugendlichen ihre Probleme und Perspektiven oder aber die Konsequenzen ihrer Straftaten für ihr eigenes Leben zu diskutieren. Mit einer wissenschaftlichen distanzierten Haltung alleine wäre diese Auseinandersetzung nicht zu bewältigen gewesen; sie forderte vielmehr einen über mein Forschungsinteresse hinausgehenden persönlichen Einsatz“ (Tertilt, 1996, Seite 12).

Durch die intensivierte Auseinandersetzung mit den Jugendlichen, entwickelte der Autor eine tiefere Bindung zu seinen Forschungsobjekten, welche unter anderem daraus resultierte, dass Tertilt im Vorfeld seiner Forschung einen mehrwöchigen Intensivkurs an der Universität von Ankara belegte und sich somit viele Sympathien bei den Jugendlichen eroberte. Daraus resultierte nach anfänglichen Startproblemen eine engere Beziehung zu seinen „Forschungsobjekten“, die sich sogar in Familienbesuchen in der Türkei, äußerte.

Sven Sauter interpretiert in seiner Studie „die Herkunftsmatrix der Gruppe als Minderheitensubkultur in einer Mehrheitskultur […]“ und betrachtet als Ausgangspunkt die Adoleszenten aus Immigrantenfamilien in einem verleugneten Einwanderungsland (Sauter, 2000, Seite 111).

Sauter selbst betitelt seine Arbeit als: „eine kritische, distanzierte Betrachtung - ein Infragestellen der Begrifflichkeit oder besser: Entkategorisierung und keine Neudefinition der von mir kritisierten Begriffe und Kategorien“ (Sauter, 2000, Seite 34). Insbesondere bezieht sich Sauter auf politische und soziale Situationen und kritisiert gleichzeitig die bestehende wissenschaftliche Beschreibung der Adoleszenz sowie die Theoriebildung der Migrations- und Minderheitenforschung.

Sauter hält die Ethnizitätsforschung als wichtig und unterteilt diese in 3 Ebenen, die aufeinander aufbauen:

1. „Selbstreflexive Ebene: Die eigene Nähe oder Fremde zur Adoleszenz kann selbstreflexiv als Zugangsweg genutzt werden, um die Spannungen, die sich durch den Forschungsgegenstand Adoleszenz unanwendbar herstellt, verstehend und erkenntnisleitend auflösen.
2. Kulturanalytische Ebene: Die Kultur, die der Adoleszenz spezifische Räume zur Verfügung stellt oder verweigert, kann hierdurch einer profunden Analyse unterzogen werden und
3. auf der Ebene der Generationsspannung kann das nachhaltige Interesse einer professionellen Wissenschaftskultur an Jugend, Jugendsubkulturen und Adoleszenzformen auch verstanden werden als Suche nach Möglichkeiten, in einem scheinbar unverbindlich gewordenen Generationsvertrag und einer unüberschaubaren Segmentierung moderner Lebenswirklichkeiten

Orientierungspunkte einer hybriden Jugendkultur zu markieren, um eigene Unzulänglichkeiten und festgefahrene Standpunkte überwinden zu können. Neue Fragen werden da entwickelt, wo sonst starre Antworten angesiedelt waren“ (Sauter, 2000, Seite 296f).

Der Autor misst ethnografischen Studien und somit der Wissenschaft über Adoleszenz eine große Bedeutung zu. Kulturen, Generationen und damit verbundene Konflikte ändern sich im Laufe der Zeit, und müssen somit durch immer wiederkehrende Studien dazu beitragen, Entwicklungsprozesse verstehen und deuten zu können.

2. Was bedeutet „Jugend“?

Um dieser Frage im weiteren Kontext näher zu kommen, verwende ich zunächst zwei weitere Texte, welche sich mit der Historik der Jugend und deren Bedeutung in der heutigen Zeit beschäftigen. Einerseits gehe ich auf Peter Dudek „Geschichte der Jugend“ ein, um die Entstehung von Jugendbildern und deren Kategorisierung darzustellen. Des Weiteren möchte ich durch die Arbeit von Pierre Bourdieu „Jugend ist nur ein Wort“ aufzeigen, welche Spannungsverhältnisse zwischen den Generationen bestehen.

Im Anschluss möchte ich mit Hilfe von Peter Gstettners Buch „Die Eroberung des Kindes durch die Wissenschaft. Aus der Geschichte der Disziplinierung“ aufzeigen, wie der Mensch zum Objekt für wissenschaftliche Forschung wurde.

2.1 Welche Rolle spielt sie in unserer Gesellschaft?

Der 2002 entstandene Text von Peter Dudek befasst sich mit der Geschichte von Jugend in der Bundesrepublik. Blickpunkt ist hierbei die Jahrhundertwende bis hin in die fünfziger Jahre.

Dudek zeigt auf, wie sich im Laufe der Zeit Jugendbilder und Kategorisierungen änderten, wie sich Jugendbünde und Jugendbewegung zusammenschlossen und welchen Einfluss die Erwachsenengesellschaft auf die Etiketten der Jugend hatte.

Das Jugendalter selbst, ist laut Dudek, eine Phase der Identitätsfindung, welche zeitlich nicht exakt festgelegt werden kann: „Jugend ist einmal Zeit der Ideal-Bildung, in der der junge Mensch seine Zukunftspläne entwirft, seine sexuelle Reifung erfährt, Mitmenschlichkeit und Verantwortung ausbildet. Sie ist andererseits auch die Zeit eines sozialen Moratoriums3, an dessen Ende mit der Familiengründung die ökonomische Selbstständigkeit steht“ (Dudek, 2002, Seite 336). Diese Abfolge von Lebensphasen, scheint für den Autor ein festes Gerüst des Heranwachsens eines Jugendlichen darzustellen. Dennoch verweist er darauf, dass „Jugend und jugendtheoretisches Wissen selbst einem historischen Funktionswandel unterliegen“ (vgl. Dudek 2002, Seite 333). Das Heranwachsen ist somit ebenfalls durch äußere

Einflüsse bestimmt, die sich im Laufe der Zeit stetig änderten, aber auch weiter entwickelten. So wurde in „vorindustriellen europäischen Gesellschaften“ die Lebenslagen der Jugendlichen „durch Stand und Status bestimmt“; Im „19. Jahrhundert durch die soziale Schicht“ und eines „staatlichen Bildungssystems, das gegen Ende des Jahrhunderts“ alle Heranwachsenden erfasste und „differenzierte Bildungsangebote“ bereitstellte (vgl. Dudek, 2002, Seite 334).

Dudek verdeutlicht weiter, dass es „die Jugend“ an sich nicht gibt. Mit dieser Begrifflichkeit sei eine Alterskohorte bzw. eine Entwicklungsphase oder gesell- schaftliche Gruppe gemeint, die jedoch zwischen Geschlecht, Land- und Stadt-, Arbeiter- und Bürgerjugend, Schülern und Auszubildenden, unterschieden werden muss.

Es ist somit nicht möglich die Frage zu beantworten was Jugend eigentlich ist. Viel mehr ist die Definition von Jugend im Bezug auf Kultur und Natur in einem stetigen Wandel der Zeit. Eine Jugend- oder Adoleszenzphase bestimmt heute auch die jeweiligen Lebenshorizonte Heranwachsender und deren diversen

„Sozialisationsinstanzen (Familie, Schule, Arbeitswelt, peer-groups) und variiert die zeitliche Dauer, den Verlauf, die Struktur, die Autonomie und selbst den biologischen Determinanten (Geschlechtsreife, Körperwachstum)“ (Dudek, 2002, Seite 334).

Ähnlich wie Peter Dudek beschreibt auch Pierre Bourdieu in seinen Ausführungen, dass Jugend keine „natürliche Kategorie“ darstellt, die vom Lebensalter abhängt, sondern es sowohl als auch gesellschaftlich variierende Festlegungen von Lebensphasen gibt.

Bourdieu beschreibt, wie anhand des Einstiegs in das Berufsleben, aus einem eben noch „Jungen“ mit zotteligen Haaren und Jeans, innerhalb kürzester Zeit ein verantwortungsbewusster „Alter“ im Nadelstreifenanzug werden kann. Im weiteren Verlauf zeigt der Autor das Macht- und Herrschaftsverhältnis zwischen „jung und alt“ auf: „Ich will damit nur sagen, dass Jugend und Alter keine festen Größen sind, sondern sich sozial konstituieren, im Kampf zwischen Jungen und Alten“ (Bourdieu, 1993, Seite 137). Aus diesem Machtspiel der Generationen resultiert nach Bourdieu eine klare Spezifikation und Einteilung. So werden „in der ideologischen Vorstellung von der Aufteilung in jung und alt […] den Jungen bestimmte Dinge gewährt, für die sie im Gegenzug eine Menge anderer Dinge den Alten überlassen müssen“ (Bourdieu, 1993, Seite 136).

Bourdieu beschreibt, ähnlich wie Dudek, den Konflikt der Generationen durch die Entstehung eines Bildungssystems und den daraus entstehenden Karrieremöglichkeiten: “Die Alten, die nicht mehr einfach aufgrund ihres Alters sagen können: “wir sind hier die Chefs“, pochen auf die Erfahrung, die sie mit ihren Dienstjahren erworben haben, während sich die Jungen auf ihre durch die Bildungstitel beglaubigte Kompetenz berufen. […] Daher werden in vielen Fällen Konflikte, die als Generationskonflikte erlebt werden, in Wirklichkeit zwischen Personen oder Altersgruppen ausgetragen, die sich über ihr jeweils anderes Verhältnis zum Schulsystem konstituieren“ (Bourdieu, 1993, Seite 145).

Das daraus resultierende Spannungsfeld zwischen Jung und Alt entsteht aber ebenfalls durch den kulturellen Wandel der Zeit und der Natur des Menschen, alle Phasen der Entstehung, des Daseins und der Zukunft zu kategorisieren und den sozialen Akteuren somit eine Zwangs-Identität aufzudrücken.

Diese Art der Stigmatisierung einer sozialen Gruppe, sei es in diesem Fall die Jugend allgemein oder spezifisch die Generation von türkischen Migrantenjugendlichen, zeigt die Problematik innerhalb der Bundesrepublik Deutschland auf, Verhaltensweisen und kulturelle Verbundenheit zu verstehen, sofern jedes Individuum nur auf seinen eigenen Horizont wertschätzt.

2.2 Wie sie zum Spielball der Wissenschaft wurde

In diesem Unterpunkt möchte ich einen Überblick über die Jugend und die Jugendforschung geben, wohl wissend, dass im Kontext dieser Arbeit nur eine kurze Einführung gegeben werden kann, die den Blickpunkt auf Heranwachsende und deren Entwicklung aufzeigen soll.

Die Entstehung des Kindes bzw. Jugendlichen als Objekt der Wissenschaft behandelt Peter Gstettner in seinem Buch „Die Eroberung des Kindes durch die Wissenschaft. Aus der Geschichte der Disziplinierung“.

[...]


1 Tertilt nutzt die Methode der kulturanthropologischen Feldstudie um zu fundierten Erkenntnissen zu kommen. Hierbei liegt das Augenmerk auf der Erforschung verschiedener kultureller Gebräuche und Sitten.

2 Sauter folgt dem hermeneutischen Ansatzes, welcher aus der Ethnoanalyse abgeleitet ist. Sein methodischer Zugang ist aus bestehenden Forschungsansätzen abgeleitet und beinhaltet die teilnehmende Beobachtung, die Verfertigung von Feldnotizen sowie Einzelgesprächen und einer relativ langen Feldphase.

3 Mit dem Begriff Moratorium beschreibt Dudek den Aufschub vor dem endgültigen Schritt ins Leben eines Erwachsenen, den die Jugendphase bietet.

Details

Seiten
32
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640931408
ISBN (Buch)
9783640931507
Dateigröße
652 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v173029
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2,0
Schlagworte
Stigmatisierung Migranten ethnografische Studien Jugend Norm Abweichung Labeling Approach Delinquenz Power Boys Frankfurter Türken

Autor

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Titel: Welche Stigmatisierungsprobleme bestehen für Jugendliche der 2. und 3. Migrantengeneration in Deutschland und welche Konsequenzen resultieren daraus?