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Förderung des selbstbestimmten Lernprozesses unter Anwendung visueller Medien durch Schüler

Hausarbeit (Hauptseminar) 2002 18 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Möglichkeiten der Erhöhung des Lernerfolgs
2.1 Erhöhen des Lernerfolgs durch visuelle Medien
2.2 Erhöhen des Lernerfolgs durch selbständige Verarbeitung
2.3 Erhöhen des Lernerfolgs durch Methodenkompetenz

3. Betrachtung von Medien
3.1 Modelle der Medienverwendung im Unterricht
3.1.1 Das Enrichment-Modell
3.1.2 das Medium als Operationsobjekt
3.2 Darstellung visueller Medien

4. Warum sollten Schüler selber Medien einsetzen?

5. Fazit

6. Kritik

7. Literatur

8. Bildnachweis

1. Einleitung

Um dem Anspruch eines konstruktivistischen Lernkonzeptes gerecht zu wer­den, ist es notwendig, dass sich Schüler[1] mit Lerninhalten selbständig ausein­andersetzen. Hierfür eignet sich der Einsatz visueller Medien durch die Schüler sehr gut. Sie werden ermuntert, sich bei der Erstellung solcher Me­dien intensiver mit dem Stoff zu beschäftigen und durchdringen die Inhalte bei einer erklärenden Umsetzung in Schaubilder, Grafiken oder Computer­präsentationen tiefer.

In dieser Arbeit möchte ich die lernpsychologischen und methodischen Hin­tergründe für den Einsatz visueller Medien beleuchten und mich mit einigen Möglichkeiten der Visualisierung auseinandersetzen.

Da der Einsatz visueller Medien in jedem Unterrichtsfach möglich ist, habe ich auf fachspezifische Ausführungen verzichtet.

Die Arbeit gliedert sich in drei Hauptbereiche. Im ersten Bereich möchte ich meiner Argumentation die nötigen lernpsychologischen und methodologi­schen Hintergründe geben. Im Folgenden werde ich eine kurze Betrachtung von visuellen Medien und Sichtweisen auf deren Einsatzmöglichkeiten ge­ben. Abschließend werde ich die dargestellten Theorien verknüpfen, um die Bedeutung des Einsatzes visueller Medien durch Schüler zu unterstreichen.

2. Möglichkeiten der Erhöhung des Lernerfolgs

Um meiner Betrachtung der visuellen Medien einen lernpsychologischen Hintergrund zu geben, werde ich in diesem Kapitel beleuchten, wie und wa­rum die Lernleistung durch diese Medien erhöht werden kann.

Da in der Fachliteratur fast ausschließlich der Lerneffekt durch den Einsatz von visuellen Medien von der Lehrerseite aus betrachtet wird, möchte ich hier kurz darauf eingehen. Eigentliches Thema ist aber der selbständige Um­gang mit diesen Medien und der Lerntheorien, die dahinter stehen.

2.1 Erhöhen des Lernerfolgs durch visuelle Medien

In seiner Definition von multimedialem Lernen betrachtet BERND WEIDEN­MANN (1997, S.68) die in Abbildung 1 dargestellte naive Darstellung der Be­haltensleistung beim Einsatz verschiedener Medien. Nach WEIDENMANN gibt es keine wissenschaftliche Quelle für diese in der Medien- und Instrukti­onspsychologie sehr populäre Darstellung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Behaltensleistung (in %) in Abhängigkeit der beteiligten Sinneskanäle.

Die in Abbildung 1 dargestellte Grafik basiert auf einer Summierungstheorie. Hier werden die Behaltensleistungen der verschiedenen Sinneskanäle auf­summiert, zum Beispiel „Hören und Sehen“ führen zu einer Behaltensleistung von 50 %, da sie sich aus den Werten für Hören (20%) und Sehen (30%) zusammensetzen. Diese Summierungstheorie lässt sich auf die deutlich äl­tere Realismustheorie zurückführen. Hier wird der reale Gegenstand wesent­lich höherwertiger als seine symbolische Darstellung eingeschätzt. Nach WEIDENMANN (1997) illustriert DALE (1946) die Realismustheorie gut in seinem „Erfahrungskegel“ (Ab­bildung 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Der „Erfahrungskegel“ von Dale.

Auch wenn Realismus- und Summierungstheorie kritisch zu betrachten sind, stellen sie doch nachweisbare Tendenzen dar. Nach WEIDENMANN (1997, S.69 f.) unterstützen die Doppelcodierungs-Theorie von Paivio (1986) und die Theorie der Hemisphären-Spezialisierung die oben dargestellten Theo­rien. Diese beiden Theorien gehen von der Annahme aus, dass Informatio­nen je nach Codierung von verschiedenen kognitiven Systemen verarbeitet werden und somit zu verschiedenen Ausprägungen des Lerneffektes führen. Man kann also davon ausgehen, dass der Lerneffekt mit visuellen Medien höher ist, als mit rein text- oder sprachbasierten Medien.

2.2 Erhöhen des Lernerfolgs durch selbständige Verarbeitung

Im vorhergegangenen Abschnitt habe ich dargestellt, dass der Lerneffekt durch den Einsatz visueller Medien erhöht wird. Dies bezog sich jedoch auf den Einsatz dieser Medien durch den Lehrer. Ich möchte nun betrachten, wie der Wissenserwerb durch die selbständige Auseinandersetzung des Schü­lers mit den Lerninhalten unterstützt werden kann. Dabei beziehe ich mich auf das psychologische Netzwerkmodell und die konstruktivistische Sicht­weise in der Lernpsychologie.

In der Netzwerktheorie geht man davon aus, dass neue Informationen immer mit vorherigem Wissen verknüpft werden. Je nach dem wie gut diese Ver­knüpfung erfolgt, ist das neu erlernte Wissen besser oder schlechter abruf­bar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Das Netzwerkmodell in schematischer Darstellung.

Abbildung 3 zeigt schematisch ein solches Netzwerk. „Die kleinen Kreise (auch Knoten oder nodes genannt) entsprechen Propositionen, bildlichen Vorstellungen und Ereignis-Schemata. Die größeren Kreise stellen Schemata dar, die aus mehreren Wissenseinheiten bestehen.“ (MIETZEL, 2001, S.215). Die Propositionen sind Wissenseinheiten, wie zum Beispiel „Vitamin C bekämpft Erkältungen“. Neue Informationen können mit einem oder meh­reren bestehenden Knoten verknüpft werden. Die Information „Vitamin C er­höht die Anzahl der weißen Blutkörperchen.“ würde also zu einer Verknüp­fung schon bestehenden Wissens führen und einen Zusammenhang zwi­schen den zwei bisher unabhängigen Wissenseinheiten „Vitamin C bekämpft Erkältungen“ und „Weiße Blutkörperchen zerstören Viren“ schaffen. Die bei­den zuvor schon bestehenden Informationen würden also zu einem sinnvol­len Ganzen verknüpft. Das Netzwerkmodell verdeutlicht sehr gut, dass Ler­nen immer auf der Basis von Vorwissen geschieht, also ein individueller Pro­zess ist.

[...]


[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden der Begriff Schüler als geschlechtsneutraler Oberbegriff „Schülerinnen und Schüler“ Verwendung finden.

Details

Seiten
18
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638219112
Dateigröße
761 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v17309
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Erziehungswissenschaft
Note
1,7
Schlagworte
Förderung Lernprozesses Anwendung Medien Schüler Einführung Mediendidaktik

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