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Die Pressefreiheit als treibende Kraft für die Verwandlung Deutschlands im 19. Jahrhundert

Hausarbeit 2010 10 Seiten

Medien / Kommunikation - Printmedien, Presse

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

1. Einleitung

2. Jacob Burckhardt und die drei Potenzen

3. Die Presse im 19. Jahrhundert
3.1 Die Pressefreiheit im Verhältnis zu den drei Potenzen
3.2 Situation der Presse zu Beginn des 20. Jahrhunderts und in der Gegenwart

4. Ein Ausschnitt von gegenwärtigen Situation der Pressewelt in Europa

5. Konklusion

Quellenverzeichnis

Literatur:

Internet:

Abstract

The paper „The freedom of press as a driving power for the transformation of Germany in the 19th century“ gives an overview of the development of the history of press in Germany in the 19th century. A central reference for the description and explanation of the history of press are the three potencies: culture, state and religion, which were founded by the universal-historian Jacob Burckhardt. The relation of these potencies to each other are always essential for describing, explaining or even understand history. The topic freedom of press is important until today, because press is an endangered property even in the presence. So there is also given a short insight into the development of the freedom of press in the beginning of the 20th century and the present situation of press in Germany today.

1. Einleitung

In seinem Panorama globaler Geschichte des 19. Jahrhunderts beschreibt der deutsche Historiker Jürgen Osterhammel unter anderem Kräfte, welche die Welt bewegten und noch immer bewegen. Diese als Motor fungierenden Kräfte eröffneten neue, noch unbeschrittene Wege in unterschiedliche Richtungen. Das erste Kapitel „Gedächtnis und Selbstbeobachtung“ umfasst unter anderem den Abschnitt „Nachrichten“. In diesem Abschnitt werden auch die Presse und ihre Freiheit beschrieben. Die Pressefreiheit kann als eine dieser Triebkräfte des 19. Jahrhunderts bezeichnet werden, doch im Allgemeinen ist sie ein gefährdetes Gut. Allein in den Monaten Januar bis Juli des Jahres 2010 wurden 21 Journalisten und ein Medien-Assistent getötet. Außerdem wurden 160 Journalisten, 9 Medien-Assistenten und 112 Online-Dissidenten inhaftiert. Diese Zahlen zeigen, dass die Freiheit, beziehungsweise Unfreiheit der Presse auch heute noch immer von höchster Aktualität ist. Aus diesem Grunde bedarf es einer Auseinandersetzung mit diesem Thema.

In dieser Hausarbeit wird ein europäischer Kulturkreis, und zwar am Beispiel von Deutschland, herangezogen, um an diesem die Presse und ihre Freiheit oder Unfreiheit und vor allem ihre Kräfte zu erläutern. Den zeitlichen Rahmen dieser Erläuterung bilden das 19. Jahrhundert und die Anfänge des 20. Jahrhunderts. Als Eckpfeiler für die Erläuterung dienen die drei Potenzen Staat, Religion und Kultur. Entworfen wurden sie von dem Kulturhistoriker Jacob Burckhardt (1818-1897). Im Folgenden werden jene Potenzen genauer erläutert.

2. Jacob Burckhardt und die drei Potenzen

Der Prozesscharakter der Geschichte im Historismus leitet Geschichte als Prozess aus den inhaltlich bestimmten Zwecken gegenwärtigen Handelns ab. Im Gegensatz dazu steht Jacob Burckhardt, welcher Geschichte aus den Bedingungen zweckhaften menschlichen Handelns überhaupt ableitet. Die drei Potenzen Staat, Religion und Kultur und ihre systematische Beziehung zueinander bilden bei Burckhardt den Prozesscharakter der Geschichte. Diese drei anthropologisch begründeten Handlungsbedingungen, also Potenzen, sind so aufeinander bezogen, dass sie zusammen einen System ergeben, in welchem sie ihre Prozesse der Veränderung repräsentieren. Die Potenzen sind demnach Grundlage für das Geschichtsdenken Burckhardts, da sie die Geschichte in ihren Wechselbeziehungen erklären und Geschichte als Veränderungsprozess bezeichnen.

Kultur ist der Kern im Geschichtsdenken Burckhardts, da sie in den Wechselbeziehungen der Potenzen das eigentlich Historische im zeitlichen Entwicklungsprozess der Menschheit ausmacht. Nach Burckhardt gibt es jedoch keine Kultur, welche von selbst entsteht. Kultur hat die Möglichkeit die anderen Potenzen zu reflektieren und dient gleichzeitig der Weiterentwicklung der Menschengeschichte. Kultur bedeutet für Burckhardt „Geselligkeit“ und diese „Geselligkeit“ als ein zentraler Begriff der Kultur für die Weiterentwicklung des Menschen ist „eine Hauptbedingung aller vollendeten Cultur“.

Staat und Religion neigen nach Burckhardt zur Beharrlichkeit und zur Statik. Im Gegensatz dazu ist Kultur im Sinne von Burckhardt eine treibende Kraft, die nicht verordnet ist und sich frei bewegt. Nach Burckhardt repräsentiert Kultur das soziale, aber auch individuelle Bedürfnis nach Freiheit: „Der Geist ist ein Wühler.“

3. Die Presse im 19. Jahrhundert

Die Presse umfasst das gesamte Zeitungs-, Zeitschriften,- und Nachrichtenwesen, einschließlich der Journalisten. Sie ist als das älteste der Massenmedien durch periodisches Erscheinen, Aktualität, vielseitige Information mit Rundfunk, Fernsehen und Internet das wichtigste Instrument für die Struktur und (politische) Meinungsbildung der Öffentlichkeit.

„Sobald sich irgendwo die Presse verwurzelte, verändert sie die Bedingungen politischer Kommunikation.“ Im 19. Jahrhundert verbreitete sich die Presse noch universaler als der realistische Roman, die Statistik und die empirische Gesellschaftsschreibung. Zeitungen, Zeitschriften und Magazine öffneten oder erschufen Kommunikationsräume aller möglichen Dimensionen. Zeitungen ermöglichten ihren Lesern die Aufnahme von Nachrichten, die weit über deren regionalen und sozialen Erfahrungshorizont hinausgingen. Der Raum, den die Presse öffnete kann „als neue Ebene gesellschaftlicher Selbstreflexion“ bezeichnet werden. Die Kraft der Presse begann zu wirken. Teilweise wurde aus aller Welt berichtet und umgekehrt wurden diese Berichte ebenso auf allen Kontinenten gelesen. Die Forderung nach Pressefreiheit, also nach dauerhaft gesicherten Chancen zur legitimen und öffentlichen Meinungsäußerung, wurde in allen Ländern der Welt zu einem verändernden, zu einem kulturellen Impuls.

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Details

Seiten
10
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640933211
ISBN (Buch)
9783640933334
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v173153
Institution / Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) – Kulturwissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
Pressefreiheit Osterhammel Jakob Burkhardt drei potenzen staat macht kultur presse 19.jahrhundert

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