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Kinderarmut und Chancengleichheit - Ansätze für den Grundschulalltag

Examensarbeit 2010 93 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung
1.1 Gegenstand und Relevanz
1.2 Fragestellung und Herangehensweise

2 Armut und Kinderarmut
2.1 Armut: Diskurs und Definition
2.1.1 Ressourcenansätze
2.1.2 Prekärer Wohlstand und neue Armut
2.1.3 Lebenslagenansatz
2.1.4 Lebensstandardansatz
2.1.5 Dynamische Armutsforschung
2.1.6 Duale Armutsforschung
2.1.7 Armut als soziale Ausgrenzung
2.1.8 Armut als soziale Behinderung
2.2 Kinderarmut
2.2.1 Kinderarmut in Zahlen
2.2.1.1 Risikofaktoren
2.2.1.2 Regionale Unterschiede
2.2.1.3 Armutsentwicklung im Laufe der
Kindheit
2.2.3 Armutskonzepte und Kinderarmut
2.2.4 Ursachen von Kinderarmut

3 Chancengleichheit
3.1 Chancengleichheit vs.
Chancengerechtigkeit
3.2 Chancengleichheit in der Schule
3.3 Ergebnisse aktueller Bildungsberichte
3.3.1 Ergebnisse der PISA-Studie
3.3.2 Ergebnisse der IGLU-Studie
3.3.3 Ergebnisse der AWO-ISS-Studie
3.3.4 Ergebnisse der World Vision
Kinderstudie

4 Kinderarmut in der Grundschule
4.1 Dimensionen von Armut im Grundschulalter
4.1.1 Materielle Grundversorgung
4.1.2 Kulturelle Partizipation
4.1.3 Soziale Teilhabe
4.1.4 Gesundheitliche Situation
4.1.5 Entwicklung über die Zeit
Exkurs: Hartz IV im Grundschulalter
4.2 Kindliche Bewältigungsstrategien
4.2.2 Jungen und Mädchen
4.2.3 Familiäre Situation und externe
Institutionen
4.3 Benachteiligte Kinder in der Schule
4.4 Leistungsbeurteilung als sozialer Filter
4.5 Konsequenzen

5 Chancengleichheit: Ansätze für den
Grundschulalltag
5.1 Einfluss der Lehrkräfte
5.1.1 Zur Zuverlässigkeit der Beurteilung
5.1.1.1 Die Herkunft der Lehrkräfte
5.1.1.2 Die Auswirkungen von Vorurteilen
5.1.2 Der Rosenthal-Effekt
5.2 Interventionsmöglichkeiten
5.2.1 Verbesserung des Kontextwissens
5.2.2 Supervision
5.3 Ganztagsschulen
5.3.1 Was ist eine Ganztagsschule?
5.3.2 Ganztagsschulen und Chancen­gleichheit
5.4 Vernetzung mit der Kinder- und
Jugendhilfe
5.5 Resilienz
5.6 Armut als Unterrichtsthema
5.7 Möglichkeiten und Grenzen

6 Resümee und Ausblick

Literatur- und Quellenverzeichnis

Gesetze

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung der Armutsrisikoquoten von Kindern 1996 - 2006

Abbildung 2: Beitrag der Veränderung der Besetzungs­stärken von Risikogruppen zur Entwicklung der Kin­derarmut, 1996 bis 2006, in %-Punkten

Abbildung 3: Anzahl und Quoten von Kindern und Ju­gendlichen in Armut in Deutschland, nach Altersklas­sen, 2006

Abbildung 4: Unterschiede zwischen der mittleren Lesekompetenz von 15-Jährigen aus Familien des oberen und unteren Viertels der Sozialstruktur

Abbildung 5: Kinder von 8 bis 11 Jahren in Deutsch­land, angestrebter Schulabschluss nach Sozialstatus in %

Abbildung 6: Zehnjährige mit Defiziten in den Lebenslagedimensionen – 2003/04

Abbildung 7: Kinder von 8 bis 11 Jahren in Deutsch­land, Einschätzung der eigenen Leistungen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

Als Richard Hauser 1989 den Begriff der Infantili­sierung der Armut[1] prägte, gab er damit einer Ent­wicklung einen Namen, die in Deutschland und vielen anderen Industrienationen seit Beginn der 1990er Jahre von Statten ging: Der dramatischen Verschlech­terung der materiellen Sicherheit eines größer werdenden Teils der schwächsten Mitglieder dieser Gesellschaften. Armut hatte ein Kindergesicht bekom­men.

Allerdings drang die spezifische Problematik zunächst nicht in das öffentliche Bewusstsein vor. Erst die Ergebnisse des Programme for International Student Assessment (PISA) aus dem Jahr 2000 änderten daran etwas. Dem Aufschrei über das schlechte Abschneiden deutscher Schülerinnen und Schüler im internationalen Leistungsvergleich folgte ein Diskurs, in dem der Zusammenhang von Armut und schulischem Erfolg eine zentrale Rolle spielte:

„Zu den wichtigsten Befunden der PISA-Studie gehört nach Meinung des Forums Bil­dungspolitik der Zusammenhang zwischen sozia­ler Herkunft und Bildungschancen. Dies gilt insbesondere für Deutschland.“[2]

Die Schmach, nicht zu den Besten zu gehören, öffnete manches Ohr auch für unangenehme Wahrheiten. Bil­dungsmisere, Chancenungleichheit oder Selektion, um nur einige Schlagwörter der Diskussion zu nennen, waren plötzlich in aller Munde.[3]

Auf der wissenschaftlichen Ebene ist die Auseinander­setzung mit diesem Thema allerdings beileibe nicht neu. An dieser Stelle sei nur auf Bourdieus und Passerons Die Illusion der Chancengleichheit[4] oder Dahrendorfs Forderung nach Bildung als Bürgerrecht[5] verwiesen.

Doch auch in den 1990er Jahren wurde in erziehungs­wissenschaftlichen Kreisen über den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg debat­tiert, nur wurde die breite Öffentlichkeit mit dieser Thematik noch nicht erreicht.[6]

1.1 Gegenstand und Relevanz

Die zentralen Aspekte der vorliegenden Arbeit sind damit bereits benannt. Die Auswirkungen der sich ausbreitenden Verarmung von Kindern auf ihre schuli­schen Erfolgsaussichten und die Herausforderungen, die sich daraus für die Grundschule ergeben, stehen hier im Fokus.

Die Relevanz dieses Zusammenhangs ergibt sich zu­nächst aus der besonderen Brisanz des Phänomens Kinderarmut. Die mangelhafte Sicherung eines soliden Lebensstandards für Kinder, die ihre Armut nicht ein­mal selbst verschuldet haben können, betrifft einen unter den Altersgruppen überdurchschnittlichen Teil der schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft. Neben dieser offensichtlichen Ungerechtigkeit offen­baren sich aber auch zunehmend Konsequenzen durch die mangelnde Fähigkeit vieler Jugendlicher, den Einstieg in die Leistungsgesellschaft zu schaffen:

„Kinderarmut gefährdet in dieser Sichtweise die Reproduktion des Humankapitals und somit die ökonomische Wettbewerbsfähigkeit im Glo­balisierungsprozess.“[7]

Die Problematik dringt also nicht nur wegen des schlechten Abschneidens in internationalen Schulleis­tungsstudien in das öffentliche Bewusstsein. Vielmehr verweisen auch die wiederkehrenden Hinweise aus der Wirtschaft bezüglich der mangelhaften Ausbildungs­fähigkeit einer wachsenden Zahl Jugendlicher auf ein fundamentales Problem in der schulischen Ausbildung hin.[8]

Aus pädagogischer Sicht kommt dem Zusammenhang von Kinderarmut und Chancengleichheit angesichts der Ergebnisse der jüngeren Forschung, wie in den folgen­den Kapiteln zu erläutern sein wird, eine zukunfts­weisende Bedeutung zu. Obwohl Kinderarmut primär auf sozialpolitischer Ebene entgegengewirkt werden muss, kann man aus pädagogischer Sicht wohl kaum die Augen davor verschließen, dass auch für den Schulalltag Handlungsbedarf besteht: Empirische Erkenntnisse be­legen die mangelhafte korrigierende Wirkung der Institution Schule hinsichtlich der Benachteiligung armer Kinder. Darüber hinaus offenbaren sie den destruktiven Einfluss, der in Deutschland in besonderer Weise durch die vorgegebenen Strukturen des Schulsystems, aber auch durch die Einschätzungs- und Bewertungspraxis vieler Lehrerinnen und Lehrer im Umgang mit armen Kindern ausgeübt wird.

1.2 Fragestellung und Herangehens- weise

Ziel der Arbeit soll es sein, zu untersuchen, welchen Einfluss Armut auf die schulischen Erfolgsaussichten der betroffenen Kinder hat, und welche Möglichkeiten sich im Grundschulalltag bieten, dem entgegenzu­wirken.

In Kapitel 2 und 3 sollen die Voraussetzungen und Grundlagen der Problematik erfasst werden. Zunächst werden dazu der Begriff Armut definiert sowie Fakten und Entwicklungen der letzten Jahre diskutiert. Wel­chen Armutsrisiken sind Kinder in der Bundesrepublik Deutschland ausgesetzt? Wie lässt sich das Phänomen Kinderarmut adäquat erfassen?

Sodann steht in Kapitel 3 das Konzept der Chancen­gleichheit im Fokus. Wie lässt sich Chancengleichheit erfassen? Welche Bedeutung hat das Konzept für die Grundschule? Ausgehend von der Erkenntnis, dass es sich in diesem Zusammenhang eher um eine Chancenun­gleichheit handelt, soll aufgezeigt werden, wie das Thema im wissenschaftlichen Diskurs erscheint. Welche Positionen und Ansätze werden vertreten?

Kapitel 4 widmet sich den konkreten Deprivationen armer Kinder im Grundschulalter. Welche Nachteile hinsichtlich der Entfaltung ihrer Fähigkeiten ergeben sich für Kinder aus benachteiligten Familien gegen­über ihren wohlhabenden Mitschülerinnen und Mitschülern? Wie gelingt es Kindern, mit der Armuts­situation umzugehen? Wie reagiert die Institution Schule auf diese Wettbewerbsnachteile? Wie verhalten sich Lehrerinnen und Lehrer gegenüber benachteiligten Kindern?

Im fünften Kapitel sollen Handlungsoptionen für die Grundschule im Mittelpunkt stehen. Welche Möglich­keiten tun sich auf bzw. welche Maßnahmen sollten zum Wohl der Kinder aus benachteiligten Familien er­griffen werden?

2 Armut und Kinderarmut

Das Anliegen dieser Arbeit ist es, Herausforderungen erkennbar zu machen, die sich aus der Armut eines zunehmend größeren Teils der Bevölkerung der Bundes­republik Deutschland (BRD) für die Arbeit der Lehre­rinnen und Lehrer an Grundschulen ergeben. Daraus sollen dann entsprechende Handlungsoptionen abge­leitet werden.

Als Grundlage des weiteren Vorgehens bedarf es dafür zunächst einer Klärung des zu Grunde gelegten Ver­ständnisses des Phänomens Armut. Dazu sollen hier unterschiedliche Definitionen und Forschungsansätze erläutert, abgegrenzt und abgewogen werden. Besonde­res Augenmerk wird in einem zweiten Schritt dem Ausmaß, den spezifischen Charakteristiken und Ursa­chen der Verarmung von Kindern gewidmet.

2.1 Armut: Diskurs und Definition

Die Ursachen und Folgen von Armut sind nicht erst in den letzten Jahren ein viel diskutierter Forschungs­gegenstand der Geistes- und Sozialwissenschaften geworden. Deutschland ist dabei allerdings nicht ge­rade das Zentrum des Diskurses:

„Gegenüber der traditionsreichen und zum Teil – theoretisch wie empirisch – weit ent­wickelten Armutsforschung vor allem im anglo­amerikanischen und im skandinavischen Sprach­raum ist deren deutschsprachiges Pendant noch immer ein Stiefkind der Fachwissenschaft.“[9]

Inhaltlich grundlegend für den Diskurs ist die Unterscheidung zwischen absoluter und relativer Armut. Der Terminus der absoluten Armut wird dann gebraucht, wenn Menschen nicht mehr in der Lage sind, die Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse zu gewähr­leisten. Hierzu zählen Wasser, Nahrung, Klei­dung, eine Unterkunft sowie die notwendige medizinische Versorgung.[10] Im internationalen Vergleich werden Ar­mutsgrenzen nicht selten in absoluten Zahlen defi­niert, nach denen Menschen als arm gelten, wenn ihnen kaufkraftbereinigt weniger als 2$ täglich zur Verfü­gung stehen.[11] Armut wird nach diesem Verständnis also ausschließlich in Relation zu den unmittelbar zum Überleben benötigten Gütern verstanden.

Als allgemeine Größe ist die absolute Armut jedoch ohne weiteres nicht zu bestimmen. So hat beispiels­weise das Klima eines Landes direkte Auswirkungen auf das physische Existenzminimum, indem es den Bedarf an Kleidung und der Beschaffenheit der Unterkunft ganz massiv beeinflusst.

„Selbst eine absolute Armutsgrenze kann also nur relativ im Hinblick auf die natür­liche Umgebung und die Gesell­schaft, in der die Menschen leben, bestimmt werden.“[12]

Diese Feststellung weist bereits auf ein grundlegend anderes Armutsverständnis hin. Im Unterschied zur absoluten Armut werden für Konzepte relativer Armut gesamtgesellschaftliche Einkommens-Referenzwerte als Vergleich herangezogen. Ein solcher Ansatz, der individuelle und historische Umstände sowie den Lebensstandard von Gesellschaften berücksichtigt, hat sich für die Definition von Armut in Industriege­sellschaften durchgesetzt. Es gilt hier allerdings zu beachten, dass die Auswahl der konkreten Referenz­größen auch immer eine Wertentscheidung sein muss.[13]

2.1.1 Ressourcenansätze

Im Spektrum der Konzepte relativer Armut bieten Ansätze eine griffige Definition, in denen die zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen im Ver­hältnis zu klaren, gesellschaftlich definierten Gren­zen erfasst werden. Gängige Bezugsgrößen sind hier der Sozialhilfe-, Sozialgeld- oder Arbeitslosengeld-II-Bezug bzw. das Nettoäquivalenzeinkommen in Relati­on zum gesellschaftlichen Durchschnitt. Je nach Definition gilt als arm, wem monatlich weniger als die Hälfte bzw. 60% des durchschnitt­lichen, gewichte­ten Pro-Kopf-Einkommens zur Verfügung steht. Wer über weniger als 40% verfügt, lebt in strenger Armut.[14]

Amtliche statistische Erfassungen basieren in der Regel auf einem solchen Ressourcenansatz. Ein derar­tiges Vorgehen ist allerdings mit Nachteilen und Ungenauigkeiten verbunden und ruft dementsprechend Kritik hervor. So werden eine Reihe offensichtlich armer Menschen durch das Kriterium des Bezugs von Sozialleistungen nicht erfasst. Dies betrifft in Deutschland lebende Menschen mit illegalem Aufent­haltsstatus ebenso wie Personen, die aus unterschied­lichsten Gründen keine staatlichen Transferleistungen beantragen wollen, nicht um ihre Rechte wissen oder nicht in der Lage sind, entsprechend tätig zu werden.[15]

Besondere Relevanz für die hier entscheidende Ein­schätzung der Auswirkungen von Armut auf Kinder kommt der Gewichtung der Haushaltsmitglieder für die Be­rechnung des Nettoäquivalenzeinkommens zu. Kinder unter 14 Jahren werden mit dem Faktor 0,3 gewichtet, während die älteste Person den Faktor 1,0 und weitere Haushaltsangehörige den Faktor 0,5 zugewiesen bekom­men. Dieses statistische Mittel steht allerdings in keinem Zusammenhang mit der tatsächlichen Verteilung der Ressourcen innerhalb der Haushalte.[16]

Zusammenfassend kommt Butterwegge daher zu dem Ergeb­nis, entsprechende Statistiken würden

„über das wirkliche Ausmaß der Armut häufig wenig Auskunft geben, vielmehr nicht selten der Verschleierung und Beschönigung uner­freulicher gesellschaftlicher Zustände die­nen.“[17]

2.1.2 Prekärer Wohlstand und neue Armut

Die Ausbreitung und Diffusion von Armut in den Indus­trienationen hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem erweiterten wissenschaftlichen Verständnis der von Armut betroffenen Gruppen geführt. In diesem Zusammenhang wurde sowohl der Begriff des prekären Wohlstands als auch derjenige der neuen Armut ge­prägt.

Das Konzept des prekären Wohlstands wurde Mitte der 1990er Jahre von Werner Hübinger entwickelt. Es be­zieht sich auf all die Menschen, welche in wirtschaftlicher Nähe zur Armutsgrenze von 50% des gewichteten Haushaltsnettoeinkommens leben und dem Risiko ausgesetzt sind, unter diese Grenze zu fallen. Hübinger machte darauf aufmerksam, dass ein beacht­licher Teil der Bevölkerung im prekären Wohlstand lebt:

„Schaut die Ungleichheitsforschung zu ein­seitig auf die sozialen »Mittellagen«, so verengt sich der Blick der Armutsforschung auf das unterste Bevölkerungssegment und ver­kürzt auf diese Weise das Spektrum sozialer Ungleichheit.“[18]

In jüngster Zeit sind zunehmend mehr Menschen von Prekarität betroffen, wofür im Wesentlichen zwei Entwicklungen verantwortlich gemacht werden. Zunächst führt die Ausbreitung irregulärer, befristeter und gering entlohnter, mithin prekärer Beschäftigungs­verhältnisse zu einer schnell größer werdenden Gruppe von Menschen, deren Lebensumstände sich nicht mehr mit dem Begriff Wohlstand verbinden lassen. Diese Beschäftigungsstrukturen entwickeln sich zudem vor dem Hintergrund beständig hoher Arbeitslosigkeit, womit das zweite ursächliche Problem benannt ist.[19]

Deutlicher noch wird die fatale Entwicklung der Ein­kommensverteilung durch die Unterscheidung zwischen a lter und neuer Armut erfasst. Alte Armut betraf im Wesentlichen die schwächsten Gruppen der Bevölkerung: Arbeitsunfähige, kranke und alte Menschen. In den vergangenen Jahrzehnten aber hat sich das Bild der Armut in der BRD, aber auch europaweit, weitgehend gewandelt. Gesellschaftliche, politische und ökono­mische Strukturen haben sich in kurzer Zeit dahin­gehend verändert, dass auch eine neue Struktur der Armut sichtbar wurde. Heute sind auch vermehrt junge, arbeitsfähige Menschen von Armut betroffen.[20]

Erwerbslosigkeit stellt dabei die wichtigste Ursache für die Diffusion des Verarmungsrisikos dar. Dadurch betrifft Armut zunehmend auch Angehörige der Mittelschicht. Allerdings grenzen Chassé, Zander und Rasch das Armutsrisiko der Mittelschicht ein, indem sie es als „transistorische Lebenserfahrung“[21] bezeichnen. Menschen aus der Mittelschicht gelingt es also meist relativ schnell, sich aus der Armut zu befreien.

2.1.3 Lebenslagenansatz

Die ausschließliche Definition von Armut über das zu Verfügung stehende Einkommen wird von einer Vielzahl von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller­dings kritisch gesehen. Das umfassendere Konzept der Lebenslage verweist daher auf die „Multidimensionali­tät des Armutsphänomens“[22]. Danach sollte Unterver­sorgung in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Ausbildung, Gesundheit, Ernährung, soziale Integration und kultu­relle Teilhabe ebenso berücksichtigt werden.[23] In diesem Sinne erfasst der Lebenslagenansatz die Gesamtheit der Spielräume, die sich dem Individuum zu Verwirklichung seiner Interessen bieten. Es geht also um „Qualität von Chancen, zu Wohlbefinden zu gelangen.“[24]

Armut liegt in diesem Verständnis dann vor,

„wenn in verschiedenen Lebensbereichen ein gesellschaftlich festgelegtes Niveau oder be­stimmter Standard unterschritten wird.“[25]

Obwohl amtliche Statistiken die gesellschaftliche Ausbreitung von Armut nach wie vor entlang monetärer Ressourcen quantifizieren, hat sich das Konzept der Lebenslage zur Erfassung der Problematik weitgehend durchgesetzt und beispielsweise auch in der Heran­gehensweise der offiziellen Armuts- und Reichtums­berichte der Bundesregierung Niederschlag gefunden.[26]

2.1.4 Lebensstandardansatz

Andreß' und Lipsmeiers sog. Lebensstandardansatz erfasst Armut in ähnlicher Weise, nämlich über den „Ausschluss vom gesellschaftlich allgemein akzeptier­ten Lebensstandard“[27] und die daraus folgende Ein­schränkung der Lebenschancen der Betroffenen. Dieses Konzept, dessen Erhebungspraxis auf den Selbst­einschätzungen der betroffenen Personen basiert, fand allerdings „in den Reihen der ArmutsforscherInnen nur wenig Anklang.“[28]

2.1.5 Dynamische Armutsforschung

Insbesondere in den späten 1990er Jahren nahm das Konzept der dynamischen Armutsforschung erheblichen Einfluss auf den entsprechenden wissenschaftlichen Diskurs. Anhand individueller Lebensläufe erkannte man hier bestimmte Entwicklungsmuster und konstatier­te neben dem Phänomen der Entgrenzung des Armuts­risikos (vgl. Kap. 2.1.2) einen zunehmend temporären Charakter der Verarmung. Besonderes Augenmerk wurde zudem der subjektiven Wahrnehmung der Armut und ihres zeitlichen Verlaufs zuteil.[29]

Butterwegge weist darauf hin, dass diese Erkenntnisse zwar eine Bereicherung für den wissenschaftlichen Diskurs darstellen, kritisiert aber die Verschleie­rung des Armutsausmaßes, da die Begründer des An­satzes Armut lediglich über den Bezug staatlicher Transferleistungen erfassen. Dadurch verschwindet beispielsweise die Gruppe derer aus der Betrachtung, die aus welchen Gründen auch immer keinen Antrag auf laufende Hilfe zum Lebensunterhalt stellen.[30]

Ein weiteres Problem beschreibt Butterwegge folgen­dermaßen:

„Die bis heute ungebrochene Beschränkung der dynamischen Armutsforschung auf das Phä­nomen 'Kurzzeitarmut' hat dazu beigetragen, dass andere Formen der sozialen Ausgrenzung sowie das immer noch bzw. wieder prekäre Problem der Langzeitarmut aus dem Blickfeld geriet.“[31]

2.1.6 Duale Armutsforschung

Vor dem Hintergrund des globalen sozio-ökonomischen Wandels und der sich daraus ergebenden Dynamiken der Verarmung[32] entwickelte sich in den vergangenen Jah­ren die sog. duale Armutsforschung. Der Begriff bezieht sich sowohl auf Menschen, die von andauernder Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit betroffen sind als auch auf sog. Working Poor, also Menschen, die auf Grund niedriger Löhne trotz Arbeit von Armut betroffen oder bedroht sind. Über die Erfassung die­ser zweifachen Struktur hinaus soll duale Armuts­forschung „eine fundierte Gesellschaftskritik mit anspruchsvoller Empirie verbinden“[33] und die Ausbrei­tung der Verarmung in einen Zusammenhang mit den glo­balen sozio-ökonomischen Entwicklungen unserer Zeit leisten. Unter Berücksichtigung lebenslagenorientier­ter Ansätze zielt sie letztendlich sowohl auf die Entwicklung sozialpolitischer als auch subjekt­orientierter Handlungsperspektiven ab.[34]

2.1.7 Armut als soziale Ausgrenzung

Ein weiterer Ansatz der Armutsforschung bezieht sich maßgeblich auf die abnehmende Fähigkeit moderner Gesellschaften, Menschen ein adäquates Einkommen zu ermöglichen. In Gesellschaften, die sich als moderne Leistungs- und Erwerbsarbeitsgesellschaften definie­ren, bedeuten der Verlust des Arbeitsplatzes und die schwindende Perspektive zur Aufnahme einer neuen Tätigkeit für einen wachsenden Teil der Bevölkerung einen Prozess der sozialen Ausgrenzung. Neben der unmittelbaren Arbeitslosigkeit kommen gerade in jüngster Zeit eine rapide Abnahme der regulären Arbeitsverhältnisse und die Verbreitung befristeter, irregulärer Beschäftigungsformen hinzu.[35]

2.1.8 Armut als soziale Behinderung

In Kontrast zu Ansätzen, die Armut vor dem Hinter­grund gesellschaftlicher Standards und Normen begrei­fen, wendet sich das Konzept von Armut als soziale Behinderung gegen einen solchen Zugang. Nach dem Verständnis Walter Krämers, wäre der Blick vielmehr darauf zu lenken, was das betroffene Individuum aus seinen Möglichkeiten macht. Die Sozialleistungen der BRD gäben Betroffenen die nötige materielle Basis zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse und zur sozialen und kulturellen Teilhabe. In Fällen, in denen dies den­noch nicht gelingt, lägen eklatante Mängel bzgl. der soziale Kompetenzen vor, welche dann die Grundlage der sozialen Behinderung und damit der Armut aus­machten. Ein derartiger Zugang zur Thematik hat in der Wissenschaft kaum Zuspruch, jedoch harsche Kritik erfahren.[36]

2.2 Kinderarmut

Innerhalb der generellen Armutsproblematik ist für diese Arbeit die Betroffenheit der Kinder von beson­derem Interesse. Daher soll im Folgenden geklärt werden, in welchem Maße Kinder in Deutschland von Armut betroffen sind, welche besonderen Anforderungen und Schwierigkeiten sich hinsichtlich der Erfassung ihrer Armut ergeben, welche Ursachen erkennbar sind und welche Probleme und Fragen daraus folgen.

In Übereinstimmung mit §1 des Jugendschutzgesetzes der BRD werden hier diejenigen als Kinder definiert, die noch nicht das 14. Lebensjahr vollendet haben. Menschen zwischen dem 14. und dem 18. Geburtstag gel­ten als Jugendliche.[37]

2.2.1 Kinderarmut in Zahlen

Das besondere Armutsrisiko, dem Kinder ausgesetzt sind, ist kein Phänomen der heutigen Zeit:

„Betrachtet man die Sozialgeschichte der Armut, waren junge und alte Menschen fast immer überproportional davon [von Armut, Anm. d. V.] betroffen, was mit ihrer im Vergleich zu den erwerbsfähigen mittleren Generationen größeren Vulnerabilität zu erklären ist.[38]

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt eine deutliche gesamtgesellschaftliche Verschlechterung der sozialen Sicherheit für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Sie sind nach wie vor die am häufigsten von Armut betroffene Altersgruppe.[39]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entwicklung der Armutsrisikoquoten von Kindern 1996 - 2006

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (Hrsg): Dossier Armutsrisiken von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, Berlin, 2008, S. 3

Laut Butterwegge, der hier Bezug auf Angaben der Bundesagentur für Arbeit nimmt, sieht die Verbreitung der Kinderarmut in absoluten Zahlen wie folgt aus:

„Auf dem Höhepunkt des konjunkturellen Auf­schwungs lebten […] im März 2007 fast 1,929 Mio. Kinder unter 15 Jahren (von ca. 11,44 Mio. dieser Altersgruppe insgesamt) in SGB-II-Bedarfsgemeinschaften, landläufig »Hartz-IV-Haushalte« genannt.“[40]

Eine realistische Einschätzung der absoluten Zahlen ergibt sich allerdings erst dann, wenn man neben den Kindern in Haushalten mit Sozialhilfebezug auch die Gruppe der illegal in Deutschland lebenden Kinder mit einbezieht. Hinzu kommen anerkannte Flüchtlings­familien, deren Leistungsansprüche gegenüber den re­gulären Transferleistungen noch einmal um ein Drittel niedriger ausfallen. Insgesamt würde sich die Zahl der Kinder in Armut daher auf 2,8 Millionen summie­ren. Damit lebte zu diesem Zeitpunkt jedes fünfte Kind auf dem Niveau der Sozialhilfe oder darunter.[41]

2.2.1.1 Risikofaktoren

Neben dem Bezug von Arbeitslosengeld II lassen sich der Armut von Kindern drei weitere Faktoren zuordnen. Kinder in nicht-deutschen Familien, Kinder von Alleinerziehenden und Kinder in der zunehmend größe­ren Gruppe der Familien, in denen kein Mitglied einer Vollzeit-Erwerbstätigkeit nachgeht, sind am häufigs­ten von Armut betroffen.[42]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Beitrag der Veränderung der Besetzungs­stärken von Risikogruppen zur Entwicklung der Kin­derarmut, 1996 bis 2006, in %-Punkten

Quelle: BMFSFJ, Dossier Armutsrisiken 2008, S. 3

Dabei steigt die Bedeutung der Faktoren Arbeits­losengeld II (ALG-II)/Sozial­hilfe-Bezug, allein­erziehend und fehlende Vollzeit-Erwerbstätigkeit an, während die Relevanz des Faktors Migrationshinter­grund für den Anstieg in den Jahren 2002 bis 2006 sogar nachließ.[43]

2.2.1.2 Regionale Unterschiede

Regionale Ungleichverteilungen verschärfen das Pro­blem mancherorts dramatisch. Beispielhaft verweist Butterwegge hier auf mehr als 44% aller Kinder unter 15 Jahren in Görlitz, die in ALG-II-Bedarfsgemein­schaften lebten, während im Landkreis Starnberg lediglich 3,9% betroffen waren.[44]

Insgesamt ergibt sich ein starkes Ost-West- und Nord-Süd-Gefälle. Während die sog. neuen Bundesländer durchschnittlich ein Armutsrisiko für Kinder von 25% aufweisen, ist der entsprechende Wert für die sog. alten Länder mit 15% deutlich niedriger. Kinder in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind mit 30% einem fast dreimal so hohen Armutsrisiko ausgesetzt wie in Baden-Württemberg (11%). Berechnet man die entsprechenden Quoten allerdings nicht in Relation zum Durchschnittseinkommen der Haushalte der gesamten BRD, sondern zum entsprechenden Wert des jeweiligen Bundeslandes, liegt Hessen nicht mehr in der Spitzengruppe, sondern mit 20% gemeinsam mit Bremen auf dem letzten Platz, während Mecklenburg Vorpommern mit 14% hinter Bayern (13%) den zweiten Platz belegt.[45]

2.2.1.3 Armutsentwicklung im Laufe der Kindheit

Hinsichtlich der Entwicklung des Armutsrisikos lässt sich ein ansteigender Verlauf mit zunehmendem Lebensalter der Kinder feststellen. Nach offiziellen Angaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sind innerhalb der hier relevanten Gruppe der 6-14 jährigen 1,1 Mio. Kinder von Armut betroffen, was einem Anteil von 16,4% der entsprechenden Altersgruppe entspricht. Die Vertei­lung des Armutsrisikos unter Kindern und Jugendlichen insgesamt sieht dabei wie folgt aus.[46]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Anzahl und Quoten von Kindern und Ju­gendlichen in Armut in Deutschland, nach Altersklas­sen, 2006

Quelle: BMFSFJ, Dossier Armutsrisiken 2008, S. 3

2.2.3 Armutskonzepte und Kinderarmut

Die in Kapitel 2.1 analysierten konzeptuellen Schwie­rigkeiten der Erfassung von Armut gelten für Kinder in besonderer Weise. Hinsichtlich der statistischen Erfassung des gesellschaftlichen Ausmaßes kindlicher Verarmung ist hier primär festzuhalten, dass die Armut bei Kindern auf der Basis der finanziellen Si­tuation der Eltern oder durch deren Bezug von Sozialhilfe ermittelt wird. Solche ressourcen­zentrierte Ansätze zeigen allerdings nicht auf, wieviel Geld letztendlich für das Kind tatsächlich zur Verfügung steht.[47]

[...]


[1] Butterwegge, Christoph: Rezension zu Klagge, Britta: Armut in westdeutschen Städten. Strukturen und Trends aus stadtteilorientierter Perspektive – eine vergleichende Langzeitstudie der Städte Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hannover und Stuttgart. Stuttgart: Steiner, 2005. In: Geographische Revue 8 (2006), Heft 1, S. 51

[2] Bliemetsrieder, Sandro Thomas: Kinderarmut und krisenhafter Grundschulalltag. Sozioanalytische Fallrekonstruktionen als Orientierungshilfe für die Grundschulpädagogik und Soziale Arbeit/Sozialpädagogik. München: Herbert Utz, 2007, S. 24

[3] Butterwegge, Christoph: Armut in einem reichen Land. Wie das Problem verharmlost und verdrängt wird. Frankfurt/Main: Campus, 2009, S. 90

[4] Bourdieu, Pierre; Passeron, Jean-Claude: Die Illusion der Chancengleichheit. Untersuchungen zur Soziologie des Bildungswesens am Beispiel Frankreichs. Stuttgart: Ernst Klett, 1971

[5] Vgl. Dahrendorf, Ralf: Arbeiterkinder an deutschen Universitäten. Tübingen: Mohr, 1965

[6] Beispielhaft sei hier verwiesen auf Iben, Gerd (Hrsg.): Kindheit und Armut. Analysen und Projekte, Münster: LIT Verlag, 1998

[7] Beisenherz, Gerhard: Keine Knete, keine Bildung. Familienarmut und kulturelles Kapital der Kinder. In: Schüler. Wissen für Lehrer 13 (2008), S. 40

[8] Vgl. dazu exemplarisch Borstel, Stefan von: Generation kann nix. In: WELT online [21.04.2004]

URL: http://www.welt.de/print-welt/article308214/Generation_kann_nix.html (24.05.2010)

[9] Butterwegge, Christoph; Klundt, Michael; Zeng, Matthias: Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2005, S.101

Vgl. dazu auch Zander, Margherita: Kindliche Bewältigungsstrategien von Armut im Grundschulalter – Ein Forschungsbericht. In: Zander, Margherita (Hrsg.): Kinderarmut. Einführendes Handbuch für Forschung und soziale Praxis. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2005, S. 111

[10] Vgl. Butterwegge, Armut in einem reichen Land 2009, S. 18

[11] Vgl. dazu The World Bank (Hrsg.): Poverty gap at $2 a day (PPP)(%), URL: http://data.worldbank.org/indicator/SI.POV.GAP2 (20.05.2010)

[12] Vgl. Hauser, Richard: Das Maß der Armut: Armutsgrenzen im sozialstaatlichen Kontext. Der sozialstatistische Diskurs. In: Huster, Ernst-Ullrich; Boeckh, Jürgen; Mogge-Grotjahn, Hildegard (Hrsg.): Handbuch Armut und soziale Ausgrenzung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2008, S. 68

[13] Vgl. Andreß, Hans-Jürgen: Leben in Armut. Analysen der Verhaltensweisen armer Haushalte mit Umfragedaten. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1999, S. 72

[14] Vgl. Butterwegge et al., Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland 2005, S. 101 und Chassé, Karl August; Zander, Margherita; Rasch, Konstanze: Meine Familie ist arm. Wie Kinder im Grundschulalter Armut erleben und bewältigen. Opladen: Leske + Budrich, 2003, S. 17 sowie Toppe, Sabine: Kinderarmut in Deutschland. In: Grundschule 33 (2001) Heft 1, S. 16

[15] Vgl. Butterwegge, Armut in einem reichen Land 2009, S. 40

[16] Vgl. Bundesregierung (Hrsg.): Lebenslagen in Deutschland – Der 1. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Bonn, 2001, S. 9 und

Butterwegge, Armut in einem reichen Land 2009, S. 40-41 sowie Andreß, Leben in Armut 2005, S. 74-75

[17] Butterwegge, Armut in einem reichen Land 2009, S. 39

[18] Hübinger, Werner: Prekärer Wohlstand. Neue Befunde zu Armut und sozialer Ungleichheit. Freiburg i. Br.: Lambertus, 1996, S. 18

[19] Vgl. Butterwegge, Armut in einem reichen Land 2009, S. 25-28

[20] Vgl. Chassé et al., Meine Familie ist arm 2003, S. 18

[21] Chassé et al., Meine Familie ist arm 2003, S. 18

[22] Chassé et al., Meine Familie ist arm 2003, S. 18

[23] Vgl. Butterwegge et al., Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland 2005, S. 101 und Chassé et al., Meine Familie ist arm 2003, S. 102

[24] Holz, Gerda: Lebenslagen und Chancen. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 56 (2006), Heft 26, S. 4

[25] Zander, Kindliche Bewältigungsstrategien 2005, S. 123

[26] Vgl. Bundesregierung, Lebenslagen in Deutschland 2001 und Bundesregierung (Hrsg.): Lebenslagen in Deutschland – Der 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Berlin, 2005 sowie Bundesregierung (Hrsg.): Lebenslagen in Deutschland – Der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Berlin, 2009

[27] Chassé et al., Meine Familie ist arm 2003, S. 19

[28] Chassé et al., Meine Familie ist arm 2003, S. 19

[29] Vgl. Chassé et al., Meine Familie ist arm 2003, S. 20, 102 und Butterwegge et al., Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland 2005, S. 101

[30] Vgl. Butterwegge et al., Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland 2005, S. 104

[31] Butterwegge et al., Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland 2005, S. 104

[32] Zum Zusammenhang der unter dem Schlagwort Globalisierung zusammengefassten Prozesse und der Entwicklung neuer Armutsdynamiken in den Industrienationen vgl. Butterwegge, Armut in einem reichen Land 2009, S. 38-66, 120-215.

[33] Butterwegge et al., Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland 2005, S. 101 und Chassé et al., Meine Familie ist Arm 2003, S. 105

[34] Vgl. Butterwegge et al., Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland 2005, S. 101 und Chassé et al., Meine Familie ist Arm 2003, S. 105-106, 110-111

[35] Vgl. Chassé et al., Meine Familie ist Arm 2003, S. 22

[36] Vgl. Chassé et al., Meine Familie ist Arm 2003, S. 22-23

Zur Kritik dieses Verständnisses vgl. Butterwegge, Armut in einem reichen Land 2009, S. 22-24

[37] § 1 Jugendschutzgesetz, Absatz 1, Satz 1 und 2

[38] Butterwegge, Armut in einem reichen Land 2009, S. 87

[39] Vgl. Holz, Lebenslagen und Chancen 2006, S. 3 und Beisenherz, Keine Knete, keine Bildung 2008, S. 40

[40] Butterwegge, Armut in einem reichen Land 2009, S. 91

[41] Vgl. Butterwegge, Armut in einem reichen Land 2009, S. 91

Die Autoren der AWO-ISS-Studie geben in Abhängigkeit von der Armutsdefinition eine Kinderarmutsquote von 13-19% an. Beisenherz nennt dagegen deutlich höhere Werte. Auf der Basis eigener Erhebungen und der Daten von Becker/Hauser läge die Armutsquote unter Kindern für 2005 bei mehr als 28%. Vgl. dazu Beisenherz, Keine Knete, keine Bildung 2008, S. 40-41

[42] Vgl. Holz, Lebenslagen und Chancen 2006, S. 7

[43] Die dargestellte Entwicklung kann jedoch keinesfalls im Sinne einer Entspannung im Zusammenhang von Armut und nicht-deutscher Staatsangehörigkeit interpretiert werden. Die Aussage begrenzt sich vielmehr auf eine unterproportionale Betroffenheit der genannten Gruppe durch die nochmalige Verschlechterung der gesamtgesellschaftlichen Armutsproblematik für Kinder. Nach wie vor sind Kinder mit einer anderen Nationalität als der deutschen bzw. mit Migrationshintergrund sehr häufig betroffen, insbesondere wenn ihre Familien einen der o.g. anderen Faktoren aufweisen. Vgl. dazu Holz, Lebenslagen und Chancen 2006, S. 7

[44] Vgl. Butterwegge, Armut in einem reichen Land 2009, S. 91 und Chassé et al., Meine Familie ist Arm 2003, S. 26-30

[45] Vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)(Hrsg.): Dossier Armutsrisiken von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Berlin, 2008, S. 10

[46] Der gezeigte Risikoverlauf ist hier allerdings keineswegs unwidersprochen bzw. über die Jahre stabil. So verweist Beisenherz auf Zahlen von Becker/Hauser nach denen für den Zeitraum 1998 bis 2003, das Armutsrisiko für jüngere Kinder besonders hoch anzusetzen sei. Vgl. dazu Beisenherz, Keine Knete, keine Bildung 2008, S. 40. Nach Einschätzung von Holz sind Kinder im Vor- und Grundschulalter dem höchsten Armutsrisiko ausgesetzt. Vgl. dazu Holz, Lebenslagen und Chancen 2006, S. 3

[47] Vgl. Butterwegge et al., Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland 2005, S. 101

Details

Seiten
93
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640934195
ISBN (Buch)
9783640934072
Dateigröße
723 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v173223
Institution / Hochschule
Universität Osnabrück – Erziehungswissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
kinderarmut chancengleichheit ansätze grundschulalltag

Autor

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Titel: Kinderarmut und Chancengleichheit - Ansätze für den Grundschulalltag