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Szeneninterpretation des bürgerlichen Trauerspiels Kabale und Liebe

Szene 1,1

Seminararbeit 2009 4 Seiten

Leseprobe

Szeneninterpretation des bürgerlichen Trauerspiels „Kabale und Liebe“

Szene:1,1

von: Genevieve Mulack

Bei der Szene 2,5 handelt es sich um einen Abschnitt des bürgerlichen Trauerspiels „Kabale und Liebe“, von Friedrich Schiller. Das Trauerspiel wurde am 13. April 1784 in Frankfurt am Main uraufgeführt und lässt sich literaturgeschichtlich in die Sturm und Drang – Zeit einordnen. Das Thema des Trauerspiels ist gerade für diese Epoche typisch, es handelt sich um einen Ständekonflikt, da der Sohn des Präsidenten der Tochter eines Musikers den Hof macht, der Liebe stehen jedoch noch weitere Hindernisse im Weg.

Bei dem Inhalt der Szene 2,5 wird eine Diskussion zwischen dem Musiker Miller, seiner Frau, ihrer Tochter Luise und deren Geliebten Ferdinand von Walter dargestellt. Das Thema der Diskussion ist die Liebe zwischen Ferdinand und Luise, aber auch die Heiratspläne des Majors Ferdinand mit einer anderen Frau, nämlich mit Lady Milford.

In dem Handlungsverlauf stellt die Szene eine Steigerung dar, denn Konflikte aus vorhergehenden Szenen, wie Ständekonflikte, Ehre und Liebe werden erneut thematisch aufgefasst und weitergeführt. Somit werden auch Intrigen weitergeführt.

Die Arbeitshypothese könnte somit lauten, dass in der Szene 2,5, des bürgerlichen Trauerspiels Kabale und Liebe der Anfang vom Ende, bezüglich der Liebe zwischen Ferdinand und Luise, beginnt.

Die Szene lässt sich in drei Sinnesabschnitte einteilen, der erste dieser Sinnesabschnitte erhält der Leser einen kurzen Einblick in die Problematik der Szene (vgl. S.41, Z.4– S.41, Z.10), nach diesem Abschnitt folgt ein Dialog zwischen Ferdinand und Luise, welcher schließlich mit einer Offenbarung endet (vgl.S.41, Z.11 – S.42, Z.5), danach folgt ein Wortwechseln, an welchem alle vorhandenen Personen teilnehmen und welcher von der Liebe zwischen Ferdinand und Luise thematisiert wird (vgl. S.42, Z.6 – S.43 , Z.17).

Den Handlungsort der Szene stellt das Haus der Familie Miller dar, nachdem es sich bei der vorherige Szene um ein Gespräch, alleine zwischen den Mitgliedern der Familie, gehandelt hat, kommt in der Szene 2,5 nun Ferdinand von Walter, der Sohn des Präsidenten, zu Miller, seiner Frau und Luise hinzu (vgl. S.41, Z.1 f.). Der Major, Ferdinand, ist erschrocken und außer Atem, als er in das Zimmer stürzt (vgl. S.41, Z.1 f.). Zeitgleich mit seiner Ankunft eröffnet er mit seiner Frage, ob sein Vater da war (vgl. S.41, Z.4) eine Diskussion. Scheinbar ohne auseinander zuhören gibt ihm jedes Familienmitglied der Familie Miller eine Antwort auf seine Frage (vgl. S.41, Z.5 ff.) eine andere Antwort, all dies geschieht zeitgleich.

Luise, welche mit Schrecken aufgefahren ist, vergewissert sich in einem Ausruf noch einmal, ob es sich wirklich um seinen Vater handelt (vgl. S.41, Z.5), darauf folgt ein weiterer Ausruf von ihr, in welchem sie jedoch den allmächtigen Gott erwähnt (vgl. S.41, Z.5).

Luises Reaktion lässt darauf schließen, dass sie in keinem guten Verhältnis zu dem Vater ihres Geliebten steht, da sie nicht erfreut reagiert, sondern erschrocken ist und gleich zu Gott spricht. Es scheint, als ob sie etwas zu verheimlichen hat oder etwas Verbotenes getan hat. Ihr Ausruf zu Gott erscheint, als eine Art Hilferuf und somit scheint es, als ob sie der Lage alleine nicht gewachsen ist und schutzbedürftig ist.

Die Mutter von Luise antwortet Ferdinand ebenfalls mit zwei Ausrufen auf seine Frage (vgl. S.41, Z.7 f.) Nach dem sie in ihrem ersten Antwortsatz den Präsidenten erwähnt hat, folgt darauf der Ausruf „Es ist aus mit uns!“ (vgl. S.41, Z.8), dies sagt sie, während sie ihre Hände zusammenschlägt. Ähnlich wie ihre Tochter, scheint auch sie Angst vor dem Präsidenten zu haben. Aus ihren Worten kann man schließen, dass eine Katastrophe folgen könnte.

Der Musiker Miller antwortet ebenfalls wie seine Vorgängerinnen nicht direkt auf die Frage Ferdinands, sondern lacht voll Bosheit und sagt „Gottlob! Gottlob! Da haben wir die Bescherung!“ (vgl. S.41, Z.9 f.). Genau so wie seine Tochter denkt auch er sofort an Gott und so scheint es als ob auch dem Präsidenten bei einer direkten Begegnung schutzlos ausgeliefert wäre und somit auf Hilfe angewiesen wäre. Sein Ausruf „Da haben wir die Bescherung!“ (vgl. S.41, Z.10) erinnert an Weihnachten oder andere friedliche Momenten, aber in Anbetracht auf Millers bösartiges Lachen, kann man darauf schließen, dass der Musiker in seinem Satz das Stielmittel Ironie verwendet. Mit dem Wort „Bescherung“ denkt er wahrscheinlich, genau so wie seine Frau, an eine folgende Katastrophe und spricht somit aus, an was alle Mitglieder der Familie Miller denken. Dass er in diesem Teil der Diskussion das letzte Wort hat, lässt darauf schließen, dass er als Vater das Oberhaupt der Familie ist und auch bei seinen Gedanken die Realität vor Augen hat, da er zwar auch wie Luise und seine Frau eine mögliche Katastrophe nicht direkt ausspricht, aber die Folge eines Zusammentreffens zwischen dem Präsidenten und der Familie Miller am treffendsten umschreibt (vgl. S.41, Z.9 f.)

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Details

Seiten
4
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640947003
DOI
10.3239/9783640947003
Dateigröße
381 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Erscheinungsdatum
2011 (Juni)
Note
2,0
Schlagworte
szeneninterpretation trauerspiels kabale liebe szene

Autor

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Titel: Szeneninterpretation des bürgerlichen Trauerspiels Kabale und Liebe