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Die Analyse von Wandelanleihen

Seminararbeit 2011 32 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Gang der Untersuchung
1.2 Problemstellung und Zielsetzung

2 Grundlagen und theoretische Fundierung
2.1 Mezzanine-Kapital
2.2 Grundlegende Eigenschaften von Wandelanleihen
2.3 Ausstattungsmerkmale
2.3.1 Laufzeit
2.3.2 Wandlungsfrist
2.3.3 Zinskupon
2.3.4 Wandlungspreis
2.3.5 Wandlungsverhältnis
2.3.6 Wandlungsprämie
2.4 Das Ausgabeverfahren von Wandelanleihen
2.5 Erscheinungsformen von Wandelanleihen
2.5.1 Synthetische Wandelanleihen (Umtauschanleihen)
2.5.2 Pflichtwandelanleihen

3 Die Motive für den Einsatz von Wandelanleihen
3.1 Die Motive für den Anleger

4 Kritische Auseinandersetzung und Deduktion

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Jährliches Emissionsvolumen zwischen 1995 und

Abbildung 2: Mezzanine versus Eigen- und Fremdkapital

Abbildung 3: Vergleich zwischen Optionsanleihe und Wandelanleihe

Abbildung 4: Die Wandelanleihe während der Kontraktlaufzeit

Abbildung 5: Mögliche Erscheinungsformen von Wandelanleihen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Überblick Mezzanine-Kapital

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„Bei der Wandelanleihe, dem sogenannten ‚Convertible Bond’, handelt es sich um eine von Aktiengesellschaften am Eurokapitalmarkt ausgegebene, festverzinsliche Anleihe, die dem Inhaber das Recht einräumt, sie zu genau festgelegten Konditionen innerhalb einer bestimmten Frist, die im Regelfall fünf bis zehn Jahre beträgt, in Aktien der emittierenden Gesellschaft einzutauschen.“[1]

Wandelanleihen wurden erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA von Eisenbahnunternehmen emittiert und können als eines der ältesten Kapitalmarktinnovationen angesehen werden.[2] Anfang des 20. Jahrhunderts erschienen einzelne von Ihnen auf dem Schweizer Kapitalmarkt. In Deutschland erhielten Wandelanleihen erst nach dem Ersten Weltkrieg langsam an Zustimmung und erhielten 1937 gesetzliche Anerkennung im Aktiengesetz.[3] Häufiger genutzt wurden sie in Deutschland und den anderen europäischen Staaten erst in den Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg. Danach wurde jedoch weitestgehend auf Optionsanleihen zurückgegriffen, so dass Wandelanleihen erst wieder um die Jahrtausendwende an Bedeutung gewannen.[4] Der vorläufige Höhepunkt der Emissionen von Wandelanleihen wurde im Jahre 2003 mit einem weltweiten Volumen von 175 Milliarden Dollar erreicht. Hiervon gingen 92,7 Milliarden Dollar auf den amerikanischen und 49,2 Milliarden Dollar auf den europäischen Markt.[5] Trotz späterer Rückläufigkeit der Emissionen hat sich neben dem Hauptemittenten der USA (Anteil über 40%) gerade auch in Kontinentaleuropa eine eigene Investorenbasis herausgebildet, so dass es mittlerweile eine eigene Vermögensklasse für Wandelanleihen gibt. Zur Veranschaulichung der weltweiten Entwicklung des Wandelanleihenmarktes seit 1995 die folgende Abbildung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Jährliches Emissionsvolumen zwischen 1995 und 2004[6]

In den vergangenen 15 Jahren haben zahlreiche Unternehmen die Wandelanleihe als Kapitalbeschaffungsinstrument entdeckt. Somit stellt sich die grundsätzliche Fragestellung, warum Unternehmen Wandelanleihen emittieren und wie die dazu gehörenden Motive der Investoren aussehen.[7]

1.1 Gang der Untersuchung

Zu Beginn dieser Arbeit (Kapitel 1) wird zunächst die historische Entwicklung von Wandelanleihen betrachtet. Die genaueren Hintergründe bis zur heutigen Anwendung des Finanzinstruments werden hierbei erörtert. Abschließend wird auf die Problemstellung dieser Arbeit eingegangen und die Zielsetzung dargestellt.

Im zweiten Kapitel wird das Finanzinstrument der Convertible Bonds vorgestellt. Nach der Einordnung von „Mezzanine-Kapital“ werden im Anschluss die Ausstattungsmerkmale von Wandelanleihen erläutert und die praktische Ausgabe in Form der bedingten Kapitalerhöhung erörtert. Zum Schluss dieses Kapitels werden verschiedene Gestaltungsformen von Wandelanleihen genannt und deren Unterschied zur klassischen Wandelanleihe betrachtet.

Im folgenden Kapitel rücken die Motive für die Ausgabe von Wandelanleihen in den Vordergrund. Es werden ausführlich die verschiedenen Argumente der Emission erläutert und kritisch hinterfragt. Es wird zudem auf die Motive anderer Gestaltungsformen von Wandelanleihen eingegangen. Zusätzlich werden die Motive des Anlegers erläutert.

Im vierten Kapital kommt es zu einer kritischen Betrachtung der Emission in Wandelanleihen. Es wird das Argument der günstigen Eigenkapital- und Fremdkapitalbeschaffung in Augenschein genommen, bevor es abschließend zu einem Fazit mit einem Ausblick in die Zukunft kommt.

1.2 Problemstellung und Zielsetzung

Vor genau diesem Hintergrund gewinnt eine Fragestellung besonders an Bedeutung. Wie sieht die Motivation von Emittenten und Investoren aus, die sich hinter der Anlage in Wandelanleihen verbirgt? Genau dies soll im Laufe dieser Arbeit analysiert werden.

Wandelanleihen bieten für Unternehmen eine sehr gute Kombination aus „günstigem“ Fremdkapital mit einer zusätzlich möglicherweise „günstigen“ Eigenkapitalaufnahme an. Das Fremdkapital ist deshalb günstig, weil der Kuponzinssatz deutlich niedriger ausfällt, als bei herkömmlich ausgestalteten Anleihen. Als Gegenleistung wird dem Investor ein Wandlungsrecht zugesagt. Er kann, im Gegensatz zu einer genehmigten Kapitalerhöhung, Aktien zu einem Wandelpreis beziehen, der über dem aktuellen Aktienkurs und somit auch über dem Emissionspreis liegt.[8]

In dieser Arbeit wird das Wesen der Wandelanleihe als Finanzinstrument analysiert und kritisch beurteilt. Dies geschieht in einem Überblick über die wesentlichen Erscheinungsformen und besonderen Bestimmungen über Wandelanleihen. Weiter ist das für Wandelanleihen typische Kursverhalten in Abhängigkeit des Aktienkurses zu diskutieren.

Insgesamt geht es in der vorliegenden Arbeit darum, das Finanzinstrument der Wandelanleihe zu beschreiben und die Beziehung zwischen dem Emittenten der Wandelanleihe und den Investoren zu analysieren. Hieraus sollen dann die beiderseitigen Motivationsgründe untersucht und kritisch betrachtet werden.

2 Grundlagen und theoretische Fundierung

2.1 Mezzanine-Kapital

Wandelanleihen sind Finanzinstrumente, die einen hybriden Charakter haben. Hybride Anlageformen beschreiben einen Wechsel des Inhabers während der Laufzeit aus der Position des Fremdkapitalgebers zum Eigenkapitalgeber, d.h. sie können vom Gläubiger zum Aktionär werden.[9]

„Mezzanine Finanzinstrumente nehmen eine Zwitterstellung zwischen reinem Eigenkapital und reinem Fremdkapital ein, da sie im Hinblick auf Rendite und Risiko zwischen Eigen- und Fremdkapital einzuordnen sind und Elemente beider Finanztitel in sich vereinen.“[10] Sowohl steuerlich und bilanzrechtlich wird Mezzanine-Kapital häufig als Fremdkapital (mit Eigenkapitalmerkmalen) behandelt. Besonderes Merkmal des Eigenkapitals ist die Nachrangigkeit gegenüber Fremdkapitalansprüchen.[11] Für Mezzanine-Kapital gibt es weder in der Ökonomie, noch in der Rechtswissenschaft eine einheitliche Definition. „Das Wort Mezzanine ist eigentlich ein Begriff aus der Architektur und bedeutet Zwischengeschoss.“[12]

Beispiele für Mezzanine sind Optionsanleihen, Genussrechte oder Wandelanleihen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Mezzanine versus Eigen- und Fremdkapital[13]

Folgende Merkmale sind wesentlich für Mezzanine:[14]

- Nachrangigkeit gegenüber anderen Gläubigern im Falle der Insolvenz
- Vorrangigkeit gegenüber „echten“ Eigenkapital
- Zeitliche Befristung der Kapitalüberlassung (i.d.R. fünf bis zehn Jahre)
- Flexibilität und Vielseitigkeit hinsichtlich der Ausgestaltung der Vertragskonditionen
- Steuerliche Abzugsfähigkeit der Zinsen als handels- und steuerrechtlicher Betriebsaufwand[15]

2.2 Grundlegende Eigenschaften von Wandelanleihen

„Wandelanleihen (auch Convertible Bonds genannt) sind festverzinsliche Wertpapiere, die während einer bestimmten Wandelfrist zu den im Emissionsprospekt festgelegten Wandelbedingungen in Beteiligungspapiere des Schuldners umgetauscht werden können.“[16] Bei der Wandelanleihe handelt es sich um eine Schuldverschreibung, die neben den klassischen Anleiherechten, der Verzinsung der Forderung und Kapitalrückzahlung bei Laufzeitende, über ein zusätzliches, unabtrennbares Wandelrecht verfügt.

Die Wandlungsfrist ist größtenteils identisch mit der Laufzeit der Wandelanleihe. Sie kann aber auch kürzer sein, bsp. bei einem Börsengang (IPO) einer Aktiengesellschaft.[17] Der Inhaber der Wandelanleihe kann sein Wandlungsrecht jederzeit ausüben. Diese Form der Wandelanleihe wird als amerikanische Option bezeichnet. Es gibt allerdings auch Formen von Wandelanleihen, wo es einen festen Wandeltermin gibt. In diesem Fall erfolgt die Wandlung der Anleihe in Aktien nur zum Verfallszeitpunkt der Wandelanleihe. Hierbei handelt es sich um die europäische Option.[18]

Wird das Wandelrecht seitens des Inhabers ausgeübt, werden seine Gläubigerrechte zu Gunsten der Beteiligungsrechte ersetzt. In der Bilanz des Emittenten kommt es somit zu einer Verschiebung der Positionen auf der Passivseite. Das bisher durch die Wandelanleihe repräsentierte Fremdkapital wird in Eigenkapital gewandelt.

[...]


[1] Matschke, M., Olbrich, M. (2000), S. 135

[2] Vgl. Kolb, P. (2005), S. 18

[3] Vgl. Häger, M., Elkemann-Reusch, M. (2007), S. 300

[4] Vgl. Schulz, M. (2006) , S. 1

[5] Vgl. Schulz, M. (2006), S. 1

[6] Entnommen aus Nartea, R. (2005), S. 1

[7] Vgl. Kolb, P. (2005), S. 2

[8] Vgl. Kolb, P. (2005), S. 2

[9] Vgl. Schulz, M. (2006), S. 10

[10] Schulz, M. (2006), S. 9

[11] Vgl. Schulz, M. (2006), S. 9

[12] Häger, M., Elkemann-Reusch, M. (2007), S. 22

[13] Entnommen aus Kolb, P. (2005) , S. 10

[14] Häger, M., Elkemann-Reusch, M. (2007), S. 23

[15] Gilt nicht für die atypisch stille Beteiligung

[16] Kolb, P. (2005), S. 13

[17] Vgl. Kolb, P. (2005), S. 13

[18] Vgl. Kolb, P. (2005), S. 13

Details

Seiten
32
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640952250
ISBN (Buch)
9783640952038
DOI
10.3239/9783640952250
Dateigröße
651 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Köln
Erscheinungsdatum
2011 (Juli)
Note
1,7
Schlagworte
analyse wandelanleihen mezzanine

Autor

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Titel: Die Analyse von Wandelanleihen