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Das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell am Beispiel des Bildungswissenschaftlers in der Personal- und Organisationsentwicklung

Hausarbeit 2010 19 Seiten

Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Ziel der Arbeit
1.2. Struktur der Arbeit

2. Praktischer Teil zur Anwendung des 4CID-Modells; Lehrplanentwurf „Personal- / Organisationsentwickler“
2.1. Fertigkeitenhierarchie der ganzheitlichen, komplexen Kompetenzen
2.2. Entwurf von Lernaufgaben
2.2.1. Sequenzialisierung von Aufgabenklassen
2.2.2. Beschreibung von Lernaufgaben
2.3. Unterstützung des Lernenden zur Kompetenzerweiterung
2.3.1. Unterstützende Informationen
2.3.2. Just-in-Time Informationen
2.3.3. Part-task Practice

3. Theoretischer Teil zum 4CID-Modell; Didaktische / Mediendidaktische Betrachtungen
3.1. Lerntheoretische Überlegungen
3.2. Situiertes Lernen
3.3. Didaktische Szenarien zur Integration in das 4CID-Modell
3.4. Erläuterung von Medien zur Unterstützung des Blueprints

4. Zusammenfassung

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„In Lehre und Studium sowie der Weiterbildung sollten die Hochschulen bei ihren Studierenden Wissen und Kompetenzen fördern, die es ihnen ermöglichen, die Probleme nachhaltiger Entwicklung in den interdisziplinären Zusammenhängen zu erkennen und zu beurteilen, um in ihren Disziplinen und beruflichen Arbeitszu- sammenhängen informiert und verantwortlich handeln zu können. Fach- und Spezialwissen muss sich dazu mit kommunikativen Kompetenzen für partizipative Entscheidungs- und Konfliktlösungsprozesse verbinden.“ (HRK/DUK, 2010) Dieser Ausschnitt aus der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) vom 22. Januar 2010 spricht für sich: eine komple- xe kompetenzbasierte Ausbildung soll Nachhaltigkeit bedingen, um so „zur zu- kunftsorientierten Entwicklung der Gesellschaft beizutragen“. (HRK/DUK, 2010)

1.1. Ziel der Arbeit

Mit dieser Arbeit wird ein Blueprint für den Bildungswissenschaftler in der Perso- nal- /Organisationsentwicklung (PE/OE) an Allgemeinbildenden Schulen zur Er- weiterung der Lehrerqualifikation entwickelt. Nachhaltigkeit zur Entwicklung und Stärkung der Gesellschaft wird in erster Linie durch eine gute Bildung der Kinder erreicht. Laut Zahlen der International Dyslexia Association sind jedoch mindes- tens 10 % der Weltbevölkerung Legastheniker. Eine pädagogische Definition stammt von Dr. Astrid Kopp-Duller aus dem Jahr 1995: „Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert an- ders wahr, seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Symbole wie Buchstaben oder Zahlen trifft, nach, da er sich durch seine differenzierten Teilleistungen an- ders empfindet als nicht legasthene Menschen. Dadurch ergeben sich Schwie- rigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens.“ (Kopp-Duller, 2003, S. 17) Diese Wahrnehmungsstörung bzw. -schwäche wird in den Fokus dieses Blueprints gerückt, in dem der hier vorgestellte Bildungswissenschaftler durch Personal- und Organisationsentwicklung befähigt werden soll, Kompeten- zen und Ressourcen an Schulen zu erkennen, zu fördern und zu entwickeln.

1.2. Struktur der Arbeit

Zunächst wird ein Kompetenz-Lehrplan nach dem 4CID-Modell von Jeroen van Merriënboer (2007) entworfen, der die Qualifikation des Lehrpersonals, speziell im Bereich der Lernförderung von Legasthenikern, steuert und durchsetzt. Dies beinhaltet sowohl die Aufschlüsselung in ganzheitliche Fertigkeiten, als auch das Erstellen einzelner Lernaufgaben und die Erläuterung zu den Möglichkeiten der Unterstützung des angehenden Bildungswissenschaftlers.

Im theoretischen Teil werden lerntheoretische Überlegungen und Aspekte des situierten Lernens in Bezug zum 4CID-Modell gebracht. Außerdem wird darge- stellt, wie didaktische Szenarien sich zur Integration in dieses Modell eignen und welche Medien zur Unterstützung des Lehrplans genutzt werden können.

2. Praktischer Teil zur Anwendung des 4CID-Modells; Lehrplanentwurf „Personal- / Organisationsentwickler“

Instructional Design (ID) ist eine interdisziplinäre, wissenschaftliche Technik, die durch Analyse und Synthese grundlegender Erkenntnisse das Lernen in authentischen Anwendungsfeldern ganzheitlich organisieren will. Es versucht, generalisierende und nicht kontextgebundene Kompetenzen hervorzubringen, indem verschiedene Lerntheorien praktikabel verknüpft werden.

Das 4-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell für E-Learning (4CID) von Jeroen van Merriënboer ist eine komplexe Lernstrategie zur Förderung von kompetenz- basiertem Lernen. Die 4 Komponenten (1)„Lernaufgaben“, (2)„Unterstützende Informationen“, (3)„Just-in-time Informationen“ und (4)„Part-task Practice“ sollen den Erwerb von Handlungswissen sowohl für wiederkehrende als auch für nicht wiederkehrende Aufgaben unterstützen. Das Modell will der didaktischen Forde- rung nachkommen, die Ausgebildeten zu befähigen, „sich ein Leben lang weiter- zuentwickeln und neue, während der Ausbildung noch gar nicht in den Blick gera- tene Aufgaben zu bewältigen.“ (Jank & Meyer, 2009, S. 27)

2.1. Fertigkeitenhierarchie der ganzheitlichen, komplexen Kompetenzen

Zur Darstellung der zu erwerbenden Kompetenz des Bildungswissenschaftlers in der PE/OE müssen Fertigkeiten formuliert werden, mit denen „sofort ein griffiges Strukturierungsprinzip für den Schwerpunkt gewonnen werden“ kann (Blankertz, 1977, S. 220) und für die eine „Formulierungsdisziplinierung...unerläßlich“ ist (ebd.). Statt ritualisierten Wendungen wie Wissen, Verstehen, Lösen etc. werden konkrete Lernziele abstrahiert.

Im Folgenden wird abgebildet, wie sich die konditionalen Relationen von unten nach oben aufbauen; die Vertikale zeigt also die Zusammenhänge der einzelnen Fertigkeiten. Gleichzeitig gibt die Horizontale die sequentiell oder auch zeitgleich auszuübenden temporären Fertigkeiten an.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1, Fertigkeitenhierarchie

Die Hierarchie zeigt deutlich, dass für temporär auszuübende Fertigkeiten, jede einzelne konditional aufgebaut werden muss, um zu einer ganzheitlichen Kompe- tenz zu gelangen. Um z.B. das Rektorat/Direktorat beraten zu können, muss der Personal-/Organisationsentwickler in der Lage sein, sich einen detaillierten Über- blick über die Ausstattung der Schule zu verschaffen und seine Ergebnisse be- wertend in die Analyse über die vorhandenen Systeme mit einfließen zu lassen. Dann erst kann er, in Verbindung mit seinen Fertigkeiten zur Ermittlung des Per- sonal- und Qualifikationsbedarfs, die zu erwartenden Kosten kalkulieren. Um eine gute Beratung zu erreichen, muss er nun erlernen, die fachlichen und betriebs- wirtschaftlichen Komponenten zu verbinden.

Parallel dazu müssen auch die temporären Relationen der weiteren vertikalen Stränge im Blick bleiben und konditional erarbeitet werden.

2.2. Entwurf von Lernaufgaben

Die Umgebung, in der die hierarchisierten Fertigkeiten erlernt werden, ist ein pri- märes Medium (s. Absatz 3.4.). Unabhängig davon, ob es sich um eine echte oder simulierte Lernumgebung handelt, müssen Lernaufgaben formuliert werden, die eine hohe Authentizität aufweisen und dem Lernenden einen realen Bezug suggerieren; dies ist zwingend notwendig, um die „Kompetenzentwicklung als Professionalisierungsprozess“ (Jank & Meyer, 2009, S. 159) ganzheitlich voran- zutreiben.

2.2.1. Sequenzialisierung von Aufgabenklassen

Die Organisation von Lernaufgaben wird hier nach dem Sequenzprinzip der vereinfachenden Annahmen vorgenommen (weitere Prinzipien vgl. Bastiaens, Deimann, Schrader & Orth, 2010, S. 97). Dabei steigt die Komplexität der Aufgabenklassen von einem niedrigem zu einem hohen Niveau an; immer unter der Prämisse der Ganzheitlichkeit. Den vereinfachenden Annahmen werden insgesamt Situationen zunehmenden Komplexitätsgrades zugeordnet.

Innerhalb der ersten Aufgabenklasse wird eine schlichte Bewältigungsstrategie impliziert, bei der der angehende Bildungswissenschaftler erste Grundfertigkeiten in der PE/OE erwerben kann, die es ihm ermöglichen sollen, auch die komplexe- ren Aufgabenklassen erfolgreich zu absolvieren. Dabei sind die noch zu erklären- den Unterstützungen (s. Absatz 2.3.) ein zusätzlicher Faktor zur Steigerung des Anspruchs der Lernaufgaben, welche dem „Scaffolding“ unterliegen. Scaffolding meint den didaktischen Vorgang der abnehmenden Unterstützung beim Ausfüh- ren bzw. Erarbeiten der Lernaufgaben in Verbindung mit Vygotsky´s Theorie der zone of proximal development, die „...besagt, dass Lehrende mit zunehmender Kompetenz der Lernenden auch zunehmend Verantwortung für den Lernprozess an die Lernenden übertragen.“ (Heyer/Nowaczyk, 2005)

Dies führt zu einer Emanzipation des Lernenden!

Anhand der folgenden Tabelle wird die Aufteilung der Aufgabenklassen deutlich:

[...]

Details

Seiten
19
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640953691
ISBN (Buch)
9783640953936
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v174713
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,7
Schlagworte
4 CID Personalentwicklung Organisationsentwicklung Bildungswissenschaftler Legasthenie Mediendidaktik 4CID 4CID-Modell 4C/ID

Autor

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