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Die menschliche Stimme als Gesamtkunstwerk

Hausarbeit 2010 10 Seiten

Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Anatomie der Stimme

3. Die Bedeutung der Stimme in der Interaktion

4. Die Pathologie der Stimme

5. Die Bedeutung der Stimme in wichtigen Redesituationen

6. Schlussbetrachtung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Sie kann säuseln und donnern, flöten und schmettern, sie kann schneiden wie Metall, klirren wie Glas und streicheln wie eine warme Hand. Die menschliche Stimme ist das stärkste, vielfältigste und wundersamste Instrument, das die Natur hervorgebracht hat.“[1]

Dieses Zitat vermittelt eindrucksvoll, welch enorme Bedeutung die menschliche Stimme als Kunstwerk unserer Natur im Laufe der Evolution gewonnen hat. Doch auch unser Alltag wäre ohne Stimme schlicht undenkbar: keine tollen Gespräche mit Freundinnen oder Freunden, keine Stimmen aus dem Radio oder dem Fernseher, keine Telefonate – es würde einfach überall absolute Stille herrschen.

Doch die menschliche Stimme ist nicht nur hinsichtlich ihrer Anatomie und ihres Ursprungs interessant und bedeutsam.

Auch der Klang der Stimme, der sofort unbewusst einen ersten Eindruck auf andere erzeugt, wird zwar oft diskutiert und analysiert, doch genau definierbar ist er nicht. Die Stimme kann brüllen, schreien, flüstern, krächzen, brummen. Sie kann monoton und flach klingen oder mit Resonanz und Volumen schwingen. Ihr Klang ist also weit mehr als ein Zusammenwirken von Lippen, Zunge und Kehlkopf.

In der folgenden Hausarbeit möchte ich zu versuchen, einen Überblick über den Ursprung der Stimme zu geben und welchen Eindruck eine bestimmte Stimmlage auf den Gesprächspartner in einer Interaktion machen kann. Außerdem möchte ich auf die Wichtigkeit einer guten Stimme in wichtigen Redesituationen eingehen.

Doch leider schätzen viele Menschen ihre Stimme und deren Wert zu wenig und zerstören sie unbewusst oder gar bewusst. Aus diesem Grund möchte ich außerdem auf Faktoren eingehen, die einen negativen Einfluss auf die stimmgebenden Organe und die Stimme selbst haben.

2. Die Anatomie der Stimme

Bevor ich auf die Bedeutung der menschlichen Stimme eingehen möchte, ist ein kurzer Exkurs in die Anatomie und Entstehung der Stimme nötig.

Die Stimme entsteht durch das Zusammenwirken der beiden Stimmlippen im Kehlkopf. Der Kehlkopf befindet sich am oberen Ende der Luftröhre und hat zum Ersten die Funktion, dass er die unteren Luftwege vor Fremdkörpern schützt und ist außerdem maßgeblich an der Stimmgebung beteiligt.[2]Die im Kehlkopf befindlichen Stimmlippen können die Luftröhre bis auf einen kleinen Spalt schließen, der als Stimmritze bezeichnet wird. Bei der Atmung werden die Stimmlippen weit geöffnet, damit die Luft ein- und ausströmen kann. Bevor eine Stimmerzeugung möglich ist, „muss zunächst eingeatmet werden“[3]. Für die Stimmerzeugung selbst wird dann schließlich die Stimmritze geschlossen. Dabei versetzt die ausströmende Ausatemluft die Stimmlippen in Schwingung, sodass der sogenannte Kehlkopfklang entsteht, der in den Ansatzräumen oberhalb der Stimmlippen verändert und geformt wird.[4]Die Stimmlippen schwingen dabei etwa 100-1000 mal pro Sekunde gegeneinander.[5]

Die eigentliche Lautbildung geschieht durch die Bewegungen der Zunge und des Mundes. Hierbei sind vor allem die Ansatzräume, die umliegende Muskulatur und die Knochen als sogenannte Resonatoren maßgeblich am individuellen Klang der Stimme beteiligt.[6]Unser Körper dient dabei als Verstärker der entstehenden Schwingungen und je „besser ein Ton verstärkt wird, desto lauter und fülliger hört er sich an“[7].

Die gesamte Klangerzeugung wird dabei durch die Nasenhöhle, den Nasenrachen, den Mundrachen, den Kehlkopf, die Luftröhre und mehr als 100 Muskeln, wie Zwerchfell und Zwischenrippenmuskulatur, erzeugt. Dies verdeutlicht, dass ein enorm komplexer organischer Aufbau hinter dem Kunstwerk Stimme steht, der in der Natur wohl einmalig ist.

[...]


[1]Romberg, Johanna „Die Stimme, Instrument unserer Seele“, in:GEO, Nr. 12 (1998), S. 49.

[2]Vgl. Vocalis Projekt, Die Stimme. Anatomie und Physiologie, in: http://www.vocalis-projekt.de/html/stimme/anatomie.htm (letzter Zugriff: 29.04.2010).

[3]Ebd.

[4]Vgl. Ebd.

[5]Vgl. Romberg 1998, S. 54.

[6]Vgl. Vocalis Projekt.

[7]Vocalis Projekt.

Details

Seiten
10
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640958849
ISBN (Buch)
9783640958467
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v175008
Institution / Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
1,3
Schlagworte
stimme gesamtkunstwerk Stimmtraining

Autor

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Titel: Die menschliche Stimme als Gesamtkunstwerk