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Forschungsdesigns in der qualitativen Sozialforschung

Hausarbeit 2011 16 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhalt

1. Vorbemerkungen

2. Einleitung

3. Basisdesigns qualitativer Forschung
3.1. Formale Aspekte
3.2. Basisdesigns in der qualitativen Forschung
3.2.1. Fallstudien
3.2.2. Vergleichsstudie
3.2.3. Retrospektive Studien
3.2.4. Momentaufnahmen
3.2.5. Längsschnittstudien

4. Anhaltspunkte für die Auswahl von Forschungsdesigns

5. Schluss

Literatur

1. Vorbemerkungen

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Basisdesigns qualitativer Sozialforschung. Dabei stützt sich die inhaltliche und strukturelle Form der Arbeit auf die Literatur Flick 2007: Qualitative Sozialforschung, Kapitel 12 Designs qualitativer Forschung – Ein Überblick. Die Inhalte wurden aufgearbeitet, wesentliche Teilaspekte durch Hinzuziehen weiterer Literatur in ihrer Bedeutung hinterfragt und in der vorliegenden Arbeit beschrieben. Die weiterführende Literaturrecherche, d. h. über den zugrunde gelegten Text hinaus, erfolgte an den Punkten, an denen es aus meiner Sicht Verständnisprobleme gab. Eine Bewertung der vorgestellten Forschungsdesigns außerhalb der hinzugezogenen Literatur erfolgt nicht.

2. Einleitung

Qualitative Sozialforschung ist der empirischen Sozialforschung zugehörig. Empirische Sozialforschung meint eine systematische Auseinandersetzung und Deutung sozialer Erscheinungen. Unter empirisch ist zu verstehen, dass theoretisch formulierte Aussagen oder Thesen an spezifischen Wirklichkeiten überprüft werden (vgl. Atteslander 2003, in: Unterrichtsmaterial Studiendesign, Fr. Prof. Dr. Wolff-Ostermann, 20.04.2011, Folie 3). Neben der qualitativen Ausrichtung ist die quantitative Sozialforschung zu unterscheiden. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist, dass bei der Quantitativen Sozial­forschung bereits die Idee einer Theorie zu Beginn eines Forschungsprozesses vorhanden ist und anhand der Forschungsergebnisse bestätigt werden soll (theoriebasierendes Verfahren), während diese bei der qualitativen Sozialforschung erst mittels Erhebung und Auswertung relevanter Daten im Feld entwickelt wird und das Ergebnis der Forschung ist (theoriegenerierendes Verfahren) (ebd., Folie 5). Methodisch erfolgt die Datenerhebung durch ein zugrunde gelegtes Forschungsdesign. Es soll den Forscher in die Lage versetzen, die formulierte Fragestellung zu beantworten. So gesehen bestimmt die Fragestellung das Design. Weiterhin muss sich der Forscher fragen, wie die Gestaltung der Datenerhebung/ -analyse sein soll und wie die Auswahl des empirischen Materials erfolgt. Zentrales Ziel bei allen Entscheidungen ist, dass die formulierte Forschungsfrage in der vorgegebenen Zeit und mit den vorgegebenen Mitteln beantwortet werden kann (vgl. Flick 2007, S. 173).

3. Basisdesigns qualitativer Forschung

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Forschungsdesign wird in der zugrunde gelegten Literatur unter zwei wesentlichen Blickpunkten betrachtet. Zum einen gibt es Basisdesigns qualitativer Forschung, die man für die eigene Studie übernehmen kann oder an denen sich der Forscher orientiert oder es erfolgt eine Darstellung jener Teilaspekte, aus denen sich die Erstellung eines Forschungsdesigns zusammensetzt (Flick 2007, S. 173). Bei der Gestaltung eines konkreten Forschungsdesigns in der qualitativen Forschung spielen außerdem die Ziel­setzung der Studie, die Formulierung der Fragestellung, Generalisierungs- und Darstellungs­ziele, der erforderliche Grad an Standardisierung und Kontrolle, das Sampling (Stichproben­auswahl) inklusive Vergleichsgruppenbildung und die vorhandenen Ressourcen eine wesentliche Rolle. Auf diese Punkte wird nachfolgend vertiefend eingegangen.

3.1. Formale Aspekte

Die Zielsetzungen bei der Durchführung qualitativer Studien können vielschichtig sein. Wissen­schaftliche Zielsetzungen können unter anderem die Generierung eines theoretischen Modells zum Hintergrund haben; persönliche Ziele liegen vor, wenn die Forschungsarbeit Grundlage eines akademischen Abschlusses darstellt. Von der Formulierung der Frage­stellung ist im Wesentlichen das Gelingen der Forschungsarbeit abhängig. Außerdem hat sie einen bedeutenden Einfluss auf die Auswahl des Studiendesigns (Flick 2007, S. 173f). Bei der Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Studiendesign sollte weiterhin berücksichtigt werden, welche Form der Generalisierung angestrebt wird (ebd., S. 174). Generalisierung im Feld qualitativer Forschung meint die Auseinandersetzung mit den Fragen danach, auf welche sozialen Einheiten die Ergebnisse übertragen werden, ob sie verallgemeinert werden können und wo die Grenzen der Ergebnisse sind. In diesem Zusammenhang spielen die Ziele, die mit der Studie verbunden sind, eine wesentliche Rolle (ebd., S. 529). Dem­entsprechend muss sich der Forscher Klarheit darüber verschaffen, ob das Ziel der Forschungsarbeit ist, allgemein­gültige Aussagen über menschliches Verhalten zu machen oder ob die Forschungsergebnisse nur Gültigkeit für eine bestimmte Gruppe Menschen haben sollen. Neben den genannten Aspekten spielt auch der erforderliche Grad an Standardisierung und Kontrolle bei der Gestaltung eines konkreten Designs eine wesentliche Rolle. Hier sind unterschiedliche Ausprägungen/ Grade der Standardisierung und Kontrolle zu unterscheiden (vgl. Flick 2007, S. 174). Exemplarisch ist zu nennen, dass der Forscher darauf achten wird, dass allen Befragten dieselben Fragen gestellt werden, um darüber die Vergleichbarkeit der Antworten zu gewährleisten oder zumindest zu erhöhen (ebd.). Außerdem stellt sich die Frage, inwieweit Kontextbedingungen konstant sein sollten (ebd.). Kontext meint im Allgemeinen Zusammen­hänge zwischen mit einander verbundenen Teilen. Nach meinem Verständnis ist demzufolge unter Kontextbedingungen zu verstehen, dass gleichzeitig mit der eigentlichen Daten­erhebung, basierend auf der Forschungsfrage, weitere Daten erhoben werden. Sie sind vom Feld bzw. von der untersuchten Person abhängig (ebd.). Methodisch sind äußere und innere Kontextbedingungen zu unterscheiden: äußere Kontextbedingungen sind „fallunspezifische Bedingungen, die einen physischen Zwang ausüben“; innere Kontextbedingungen sind „sozialstrukturell induzierte objektive Zwänge, der individualisierte Fall“ (Lamnek 2005, S. 214). Im Weiteren spielen Sampling und Vergleichsgruppenbildung für die Gestaltung des konkreten Designs eine wesentliche Rolle (vgl. Flick 2007, S. 175). Es ist zu erwähnen, dass Auswahlentscheidungen in der qualitativen Forschung Personen oder Situationen fokussieren, zu denen Daten erhoben werden. Auch können Ausschnitte des erhobenen Materials fokussiert werden, an denen weiterführende Interpretationen vor­genommen bzw. mittels derer Ergebnisse exemplarisch dargestellt werden. Methodisch gilt dabei das Theoretische Sampling als besonders aufschlussreich (vgl. Flick 2007, S. 175). Theoretisches Sampling ist ein „iterativ-zyklisches Prozessmodell der Grounded Theory“ (Strübing 2008, S. 30), eine theoriegenerierende Methode der qualitativen Sozialforschung, die in der Entwicklung auf Glaser und Strauss zurück geht. Sie bietet ein enges zeitliches Ineinandergreifen von Datengewinnung, Datenanalyse und Theoriebildung (ebd.). Einen weiteren wesentlichen Bestandteil der Auswahlentscheidung stellt die Vergleichsgruppen­bildung dar (vgl. Flick 2007, S. 175). Die zentrale Frage, die sich hier stellt ist, auf welcher Ebene Vergleiche angestellt werden sollten, zwischen Personen, zwischen Situationen, zwischen Institutionen oder zwischen Phänomenen (ebd.). Dabei ist die Auswahl der Vergleichsgruppe ist so zu treffen, dass jeweils mehrere Fälle in einer Vergleichsgruppe ent­halten sind. Der letzte Punkt, der bei der Gestaltung des Designs Berücksichtigung finden muss, sind die vorhandenen Ressourcen. Hier muss sich der Forscher die Frage stellen, ob Zeit, Technik, Personen und deren Kompetenzen und Erfahrungen in dem Maß vorhanden sind, dass die Durchführung der Forschungsarbeit die Beantwortung der Forschungsfrage mittels zugrunde gelegten Forschungsdesign ermöglicht (ebd.).

3.2. Basisdesigns in der qualitativen Forschung

In der qualitativen Sozialforschung gibt es eine Reihe von Designs, an denen sich der Forscher orientieren kann. Mittels zugrunde gelegten Forschungsdesign werden die zeitliche Perspektive der Datenerhebung und die Vergleichsperspektive und damit der zentrale Fokus der Forschungsarbeit festgelegt (vgl. Flick 2007, S. 176). Nachfolgend werden verschiedene Forschungsdesigns der qualitativen Sozialforschung dargestellt, die methodische Heran­gehensweise beleuchtet und die zentralen Probleme werden herausgestellt.

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Details

Seiten
16
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640962068
ISBN (Buch)
9783640962372
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v175299
Institution / Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Note
2.3
Schlagworte
forschungsdesigns sozialforschung

Autor

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Titel: Forschungsdesigns in der qualitativen Sozialforschung