Lade Inhalt...

Methodisches Arbeiten in der sozialen Arbeit unter Berücksichtigung theoretischer Modelle zur Gruppenentwicklung und zugrunde liegender Wertvorstellungen der sozialen Arbeit

Hausarbeit 2001 27 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Umfang und Inhalt der sozialen Gruppenarbeit
2.1. Erläuterungen zum Begriff „Methode“ in Bezug auf methodisches Arbeiten mit Gruppen
2.2. Definition „soziale Gruppenarbeit“
2.3. Wissenschaftliche Grundlagen der sozialen Gruppenarbeit
2.4. Zu Grunde liegende Wertvorstellungen der sozialen Arbeit
2.5. Inhalte und Ziele der sozialen Gruppenarbeit

3. Ein Handlungsmodell zur Organisation methodischer Planungsschritte der Gruppenarbeit
3.1. Die Informationsebene - „vom Phänomen zur Systematik“
3.2. Die Konzeptionsebene - „von der Systematik zur Idee“
3.3. Die Gestaltungsebene - „von der Idee zur Aktion“
3.4. Die Evaluationsebene - „von der Aktion zur Reflexion“

4. Das Stufenmodell zur Entwicklung von Sozialarbeitsgruppen
4.1. Voranschluß und Orientierung
4.2. Machtkampf und Kontrolle
4.3. Vertrautheit und Intimität
4.4. Differenzierung
4.5. Trennung

5. Die Rolle des Gruppenarbeiters in der Arbeit mit Gruppen
5.1. Aufgabe und Funktion des Gruppenarbeiters

6. Fazit der Studentin zur Thematik

7. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema meiner Hausarbeit ist „Soziale Gruppenarbeit“. Da dies ein sehr umfangreiches Themengebiet ist, habe ich mich auf bestimmte inhaltliche Schwerpunkte konzentriert. Zu diesem Thema interessierten mich vor allem die wissenschaftlichen Grundlagen, sowie die moralischen und ethischen Wertvorstellungen auf denen die soziale Gruppenarbeit basiert bzw. von denen die methodischen Handlungsschritte und anzustrebenden Ziele abgeleitet werden. Dabei möchte ich mir ein möglichst umfangreiches Bild über Inhalte, Ziele, methodische Handlungsansätze und den gesellschaftlichen Bezug dieser Form der Sozialarbeit aneignen. Weiterhin gehe ich im letzten Teil dieser Arbeit auf die Aufgabe und Rolle des Gruppenleiters in sozialen Arbeitsgruppen ein, da ich die darin enthaltenen Informationen für meine zukünftige Arbeit als SozialarbeiterIn für wichtig halte.

Ich habe meine Arbeit in 4 inhaltlich aufeinander aufgebaute Themengebiete gegliedert: Beginnen werde ich mit einem kurzen Überblick über den Inhalt und Umfang der sozialen Gruppenarbeit (die einzelnen inhalt-lichen Schwerpunkte entnehmen Sie bitte aus dem Inhaltsverzeichnis Gliederungspunkt 2), um einen theoretischen Ausgangspunkt für die anschließenden methodischen Handlungsschritte (siehe bitte Gliederungspunkte 3.) zu schaffen. Um die theoretischen Grundlagen der sozialen Gruppenarbeit noch tiefgehender zu untermauern, habe ich das Stufen-Modell zur Entwicklung von Gruppen innerhalb des sozialen Arbeitsprozesses mit in meine Hausarbeit einbezogen, da ich es für das Arbeiten mit Gruppen für notwendig halte, über die in diesem Modell geschilderten gruppendynamische Prozesse und Strukturveränderungen der Gruppe, Kenntnisse zu haben.

Im Anschluß daran gehe ich - wie schon erwähnt - ganz speziell auf die Aufgabe und Rolle des Gruppenleiters ein. Abschließend zu dieser Hausarbeit möchte in einem Fazit meine persönlichen Gedanken zu diesem Thema formulieren. Die genutzten literarischen Quellen finden Sie im Quellenverzeichnis am Ende dieser Arbeit.

2. Umfang und Inhalt der sozialen Gruppenarbeit

„Soziale Gruppenarbeit ist eine Methode der Sozialarbeit, die den Einzelnen hilft, ihre soziale Funktionsfähigkeit durch zweckvolle Gruppen-Erlebnisse zu steigern und ihren persönlichen Gruppen- oder gesellschaftlichen Problemen besser gewachsen zu sein.“ (Zitat Schiller 1966, S.89 aus Schmidt - Grunert)

Diese Definition enthält mehrere wichtige Begriffe, die ich für notwendig

erhalte näher zu erläutern, da sie weitere Informationen zur sozialen

Gruppenarbeit enthalten.

2.1. Erläuterungen zum Begriff ‘Methode’ in Bezug auf methodisches Arbeiten mit Gruppen

Das Wort ‘Methode’ stammt aus der griechischen Sprache und bedeutet soviel, wie „der Weg zu etwas“. Methoden sind planmäßige Verfahren und Techniken, um zu einem gesetzten Ziel zu gelangen.

Methodisches Vorgehen vollzieht sich in einzelnen Schritten, die logisch aufeinander aufbauen, um ein gewünschtes Ziel zu erreichen. Methodisches Arbeiten bedeutet planmäßiges Durchdringen und Erforschen eines Erkenntnis-oder Handlungsbereichs.

Die Methoden in der Sozialarbeit sind gegenstandsbezogen, problem-und handlungsorientiert und an der Praxis orientiert. Sie werden auch als „Wege“ bezeichnet mitttels derer unterschiedliche Lebenssituationen beeinflußt werden sollen. Sie dienen als Hilfsmittel zur Erreichung des gewünschten Handlungsziels. Handlungsgegenstand in der Sozialarbeit sind Menschen. Sie benötigen Hilfe, da sie Notwendigkeiten und Anforderungen des täglichen Lebens alleine nicht bewältigen. Das methodische Handeln ist ausgerichtet auf die jeweiligen Lebensbezüge des hilfesuchenden Menschens (zum Bsp.auf ganzheitliche Gesellschaftsbezüge, auf Gruppenbezüge, in Bezug auf den einzelnen Menschen).Daraus resultieren die seit dem 2. Weltkrieg entwickelten klassischen Methodensystematiken der Sozialarbeit: Gemeinwesenarbeit (community work), Gruppenarbeit (social group work) und Einzelfallhilfe (case work). Die gegenwärtige Sozialarbeit beschränkt sich jedoch nicht mehr nur auf diese klassischen methodischen Systeme, sie entwickelt eine Vielfalt der Methoden und differenziert diese immer mehr.

Auch heute werden die drei klassischen Fragen gestellt:

1. Was ist zu tun? (Das beinhaltet die exakte Bestimmung des Handlungsgegenstandes und der Zielgruppe der geplanten Handlung.)
2. Warum ist dies zu tun? (Die enthaltenen Probleme werden erfasst.)
3. Worauf zielt unser Tun ab? ( Damit sind Rechtfertigungen und Begründungen für die Handlungsausrichtung gemeint.)

Methodisches Arbeiten mit Gruppen ist handlungsbezogen, das heißt an der Praxis ausgerichtet (meist in Form eines an der Praxis orientierten Gruppenprogramms). Der Handlungsgegenstand ist die soziale Gruppe. Darum ist für das methodische Arbeiten notwendig, Kenntnisse über den gesellschaftlichen Zusammenhang der Gruppe und Kentnisse über die einzelnen unterschiedlichen Mitglieder zu erwerben. Die wissenschaftlichen Grundlagen auf denen methodisches Arbeiten basiert sind in Punkt 2.3. näher erläutert.

2.2. Definition „soziale Gruppenarbeit“

Der Begriff „soziale Gruppenarbeit“ enthält die Gemeinsamkeit im Tun und der Zielbestimmung aus der Gruppenarbeit, aber auch erzieherische Absichten aus der Gruppenpädagogik. Soziale Gruppenarbeit beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Wahrnehmung von Sozialisationsaufgaben, sondern richtet sich auf Sozialisationsdefizite verändernd aus. Diese Methode ist auf eine Gruppe von Menschen ausgerichtet, die mit ganz individuellen Beschädigungen leben müssen. Dabei sollen Defizite und Unzulänglichkeiten, die der Alltagsbewältigung hinderlich sind bearbeitet werden. Soziale Gruppenarbeit hat mit uns selbst als Personen und mit Mechanismen gesellschaftlicher Ausgrenzung zu tun.

Ziel der sozialen Gruppenarbeit ist es den einzelnen Menschen in der Gruppe Hilfestellungen zu geben, um sie zu befähigen alltägliche Lebenssituationen und Beziehungen in Familie, Schule, Beruf, etc. zukünftig auch ohne außenstehende Hilfe zu meistern. Kurz und knapp gesagt zielt die soziale Grupenarbeit auf Vermittlung, Erweiterung und Festigung sozialer Kompetenzen für und mit anderen Menschen ab.

Hier ein praktischer Bezug zur Anwendung sozialer Gruppenarbeit im

Kinder-und Jugendhilfegesetz §29 SGB :Soziale Gruppenarbeit „Die Teilnahme an sozialer Gruppenarbeit soll älteren Kindern und Jugendlichen bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen helfen.

Soziale Gruppenarbeit soll auf der Grundlage eines gruppenpädagogischen Konzepts die Entwicklung älterer Kinder und Jugendlicher durch soziales Lernen in der Gruppe fördern.“

2.3. Wissenschaftliche Grundlagen der sozialen Gruppenarbeit

Methodisches Arbeiten in der Sozialen Arbeit ist - wie bereits erwähnt -gegenstandsbezogen (auf Gemeinwesen, Gruppe bzw. den Einzelnen), problembezogen (auf persönliche und gesellschaftliche problematische Lebenslagen) und handlungsbezogen (über die Aktivierung der BürgerInnen im Stadtteil, über ein Gruppenprogramm, über einen Hilfeplan).

Die vielfältigen und unterschiedlichen Handlungsbereiche der Sozialen Arbeit beziehen ihre theoretischen Grundlagen aus den Geisteswissenschaften, es sind sogenannte „Bezugswissenschaften“. Dazu gehören die Psychologie (im besonderen die Sozialpsychologie), welche wichtige Erkenntnise zur Gruppe bzw. zur Person herausarbeitet; die Erziehungswissenschaften, deren Hauptschwerpunkt in der Erforschung der Sozialisation liegt; sowie die Soziologie , die die Gesellschaft erforscht. Zu diesen Bezugswissenschaften Sozialer Arbeit zählen noch weitere ergänzende- oder auch als Ergänzungswissenschaften bezeichnete-

Wissenschaften dazu. Als Ergänzungswissenschaften werden zum Beispiel die Anthropologie, die Philosophie, die Theologie, die Ökonomie und auch die Medizin bezeichnet.

Aus diesen Bezugswissenschaften lassen sich für das methodische Handeln in Gruppen folgende Punkte ableiten:

- Personenbezogenheit; abgeleitet aus der Psychologie (Individuum= Untersuchungsgegenstand, Hauptthema: innerpsychische Befindlich- keit) und der Sozialpsychologie (die das Verhalten der einzelnen Mit- glieder einer Gruppe als Sozietät zu-und untereinander beleuchtet)

- Sozialisations- Problem - und Kompensationsbezogenheit; in Bezug auf Erziehungswissenschaften /Pädagogik ( Gruppe wird dabei als ein Feld für soziale Erziehung mit unterschiedlichen Einflüssen begriffen, For- schungen zum sozialen Lernen mittels Gruppe); Sozial-und Sonderpä- dagogik ( diese erforscht Problemgruppen im sozialen Miteinander); und Behindertenpädagogik ( diese beschäftigt sich mit vielfältigen Be- schädigungen individueller Biographien und bemüht sich Wege zur Förderung und Kompensation aufzuzeigen)

- Gesellschaftsbezogenheit, durch Kenntnisse aus der Soziologie (die Un- tersuchungen zur Gruppe im Verhältnis zur Gesamtgesellschaft durch- führt und dabei Strukturen, Systeme, Rollen und Positionen in Gruppen findet).

- Methodisches Handeln vollzieht sich innerhalb des gesetzlichen Rahm- ens,der rechtliche Bedingungen vermittelt, die in jede Arbeit mit Grupp- en berücksichtigt werden müssen.

Diese hier aufgezeigten Bezüge zu einzelnen Wissenschaften sind Informationsquellen, die für die soziale Gruppenarbeit erkenntnisleitend und handlungsweisend sein können.

2.4. Zu Grunde liegende Wertvorstellungen der sozialen Gruppenarbeit

„Jede Intervention professioneller Art ist zielgerichtet, ob sie sich nun mit leblosen Objekten oder mit Menschen befaßt. Eine Intervention, die zwischenmenschliche Beziehungen betrifft, muß bei der Bestimmung ihrer Ziele ethische Werte in Betracht ziehen. Der helfende Prozeß der Sozialarbeit wird durch die Wertmaßstäbe des Berufs und seine Auffassung vom Menschen, mit dem er sich befaßt, stark beeinflußt.“(Zitat Gisela Konopka, s. 78,1970)

Die Grundwerte der Sozialarbeit werden in der Literatur auch als„primäre Wertvorstellungen“ bezeichnet, sind gleichzeitig ethische Grundforderungen. Sie lauten: Gerechtigkeit, Verantwortlichkeit und „geistig-seelische Gesundheit “.

Gerechtigkeit beinhaltet die grundlegende Anerkennung der Würde eines jeden Menschens (unabhängig von Rasse, Geschlecht, wirtschaftlicher Stellung, intellektueller Begabung, körperlicher Kraft¼die ihn von anderen Menschen unterscheiden mögen). Das bedeutet allen Menschen wird die gleiche Beachtung, das gleiche Angenommensein, die gleiche Liebe und die gleichen Möglichkeiten gewährt.

Verantwortlichkeit umfaßt das Bewußtsein der gegenseitigen Abhängigkeit der Menschen, das Bejahen der Rechte der anderen ebenso wie der eigenen.

Unter der „geistig-seelischen Gesundheit“ versteht man die Auffassung, daß jeder Mensch ein Gefühl innerer Befriedigung und innerer Kraft haben muß, um anderen etwas geben zu können.

[...]

Details

Seiten
27
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638110761
ISBN (Buch)
9783638908382
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v1755
Institution / Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin – Fachbereich Sozialbereich
Note
1,7
Schlagworte
Methoden Stufenmodell Hilfe zur Selbsthilfe Gruppen Gruppendynamik Werte Jugendliche Ziele Analyse soziales Umfeld setting Planung Ausgrenzung Rollen

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Methodisches Arbeiten in der sozialen Arbeit unter Berücksichtigung theoretischer Modelle zur Gruppenentwicklung und zugrunde liegender Wertvorstellungen der sozialen Arbeit