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Der soziologische Neo-Institutionalismus: Überblick über die verschiedenen Ausrichtungen und Ansätze

Seminararbeit 2008 36 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Klärung der Begriffe „Institution“, „Institutionalismus“ und „Institutionalisierung“
2.2 Ansätze des Neo-Institutionalismus
2.2.1 Der Makroinstitutionalismus
2.2.1.1 John W. Meyer und Brian Rowan: Der Zusammenhang zwischen Rationalitätsmythen und Organisationsstruktur
2.2.1.2 Paul J. DiMaggio und Walter W. Powell: Institutioneller Isomorphismus und Wandel von Organisationen
2.2.1.3 Kritische Reflexion des Makroinstitutionalismus
2.2.2 Der Mikroinstitutionalismus
2.2.2.1 Lynne Zucker: Institutionen als soziales Faktum
2.2.2.2 Lynne Zucker und Marshall W. Meyer: Überlebensstrategien bei unzureichender organisationaler Performanz
2.2.2.3 Kritische Reflexion des Mikroinstitutionalismus
2.3 Vergleich der neo-institutionalistischen Ansätze auf das implizite und explizite Akteurs- und Rationalitätsverständnis

3. Resümee

1. Einleitung

Mit Hilfe der vorliegenden Arbeit „Der soziologische Neo-Institutionalismus: Überblick über die verschiedenen Ausrichtungen und Ansätze“ soll eine Theorierichtung näher untersucht werden, die vor allem in den letzten 30 bis 25 Jahren zunehmend an Relevanz gewonnen hat. Die neo-institutionalistische Bewegung kam insbesondere in den Vereinigten Staaten von Amerika Ende der siebziger Jahre auf (vgl. Türk: 2000, S. 269). Sie ist gekennzeichnet durch eine enorme Vielfalt an unterschiedlichen Ausprägungen, so dass es relativ schwer erscheint, alle Vertreter und Strömungen gleichermaßen zu betrachten und zu beleuchten. Aus diesem Grund werde Ich mich inhaltlich auf die bis heute bedeutendsten Vertreter, darunter John W. Meyer, Brian Rowan, Paul J. DiMaggio, Walter W. Powell als Vertreter des makroinstitutionalistischen Ansatzes und Lynne Zucker sowie Marshall W. Meyer als Vertreter des mikrofundierten Neo-Institutionalismus beschränken.

Auffallend an der neo-institutionalistischen Ausrichtung ist bei allen Vertretern, dass sie die Erscheinung der Institution oder Organisation aus einem anderen Blickwinkel als bisher in der Organisationstheorie und –Soziologie üblich, betrachten. „Leitidee dieser Herangehensweise ist, dass Organisationen weit weniger von kulturell neutralen Effizienzüberlegungen abhängen als vielmehr von einem institutionalisierten Umfeld, in dem bestimmte kulturelle Werte präsent sind“ (Türk: 2000, S. 269). Klassischerweise wurde in der Organisationstheorie bis dahin ein etwas anderer Standpunkt dazu eingenommen: Als Erklärungsfaktor für Organisationsstrukturen wurde deren Legitimität fast vollständig ausgeleuchtet und stattdessen wurden diese von einer rationalen und effizienten Abstimmung der Arbeitsaktivitäten abhängig gemacht.

Um die genauen Wirkungszusammenhänge innerhalb der einzelnen Theorieansätze besser zu verstehen, soll nun im Anschluss für eine gemeinsame Wissensbasis zuerst einmal der Neo-Institutionalismus mit Hilfe der Begriffe „Institution“, „Institutionalismus“ und „Institutionalisierung“ noch stärker eingegrenzt und umrissen werden. Daran schließt sich eine Abhandlung über die jeweiligen spezifischen Theorieansätze sowie deren kritische Reflexion an. Zusammenfassend erfolgt ein Vergleich der neo-institutionalistischen Ansätze auf das implizite und explizite Akteurs- und Rationalitätsverständnis in ihrer Relevanz bezüglich Institutionalisierungsprozessen. Das Ende der Arbeit bildet ein persönliches Resümee mit einer eigenen ausblickenden Einschätzung der behandelten Thematik.

2. Hauptteil

2.1 Klärung der Begriffe „Institution“, „Institutionalismus“ und „Institutionalisierung“

Der soziologische Neo-Institutionalismus unterscheidet sich von anderen Institutionstheorien dadurch, dass seine Vertreter der Vorstellung vom rational geleiteten Akteurshandeln nicht zustimmen und den Fokus viel stärker auf institutionalisierte Regeln, deren Merkmale und Wirkungsweisen legen und schließlich die kognitiven und kulturellen Einflussgrößen der Organisationsstruktur Berücksichtigung finden (vgl. Kieser: 2002, S. 323).

Ein wesentlicher Begriff für das Verständnis des Neo-Institutionalismus ist die „Institution“. Darunter versteht man allgemein implizite und explizite Regeln mit verbindlichem Geltungsanspruch und einer gewissen sozialen Reichweite. Es handelt sich dabei also um Normen, die mittels Sozialisation internalisiert werden und durch gesellschaftliche Sanktionen gestützt werden. Allerdings erscheint es schwierig, eine einheitliche Definition innerhalb der Soziologie zu finden, da die jeweiligen Theorien spezifischen Aspekten des Begriffes unterschiedliche Bedeutung beimessen. Die Neo-Institutionalisten betonen dabei besonders den Einfluss von Institutionen auf gesellschaftliche Prozesse und zugleich auch auf einzelne Akteure. Deshalb „sind Institutionen von zum Teil sehr lang anhaltenden kulturellen, professionellen, rechtlichen und historischen Charakteristika geprägt; räumlich und zeitlich von Kräften gebunden, die weit über spezifische Akteurs- und Interessenkonstellationen hinausreichen“ (Hasse, Krücken: 2005, S.9).

Bei dem zweiten zu klärenden Begriff handelt es sich um den „Institutionalismus“, der als „Erwartungen und Vorstellungen der Umwelt an die Gestalt und das Verhalten von Organisationen, die sich zu unabänderlichen Anforderungen verfestigen, d. h. zu Institutionen werden“ definiert wird (Jörges-Süß, Süß: 2004, S.2). Hier wird zudem der Bezug zur Organisationstheorie deutlich, indem Organisationen institutionell interpretiert werden. Folglich werden im soziologischen Neo-Institutionalismus Organisationen verstanden als

„Manifestationen, Verkörperungen institutioneller Muster der Gesellschaft, die sich nicht lediglich in den Regeln und Strukturen der Organisation, sondern darüber hinaus in regelmäßigen Praktiken, in Bewusstheitsformen und Denkgewohnheiten der Akteure wiederfinden“ (Maurer, Schmid: 2002, S. 227).

Organisationen werden demnach als wertbasierte soziale Institutionen behandelt, in denen gesellschaftliche Werte Handlungsmuster vorgeben, die das Handeln der Menschen leiten und darüber zu sozialer Realität werden.

Der letzte zentrale Begriff, der in diesem Abschnitt genauer erläutert werden soll, ist der der „Institutionalisierung“. Darunter ist sowohl ein Prozess als auch ein Zustand zu verstehen. „ Institutionalisierung als Prozess bezieht sich auf den Vorgang, durch den sich soziale Beziehungen und Handlungen zu Selbstverständlichkeiten entwickeln, die nicht mehr hinterfragt werden “ (Kieser: 2006, S. 355). Dieser prozesshafte Vorgang beinhaltet des Weiteren Zwänge und Normen, die sich im Lauf der Zeit etabliert haben und als objektive Wirklichkeit wahrgenommen werden. Der zweite Aspekt von „Institutionalisierung“ befasst sich mit sozialen Tatsachen, die gesellschaftlich verfestigt sind. „ Institutionalisierung als Zustand bezeichnet Situationen, in denen die in einer Gesellschaft bestehenden Vorstellungen bestimmen, was welche Bedeutung besitzt und welche Handlungen möglich sind “ (Kieser: 2006, S. 355). Somit werden nicht nur Organisationen, sondern auch menschliche Akteure in ihrer Handlungsweise festgelegt. Weiterhin können verschiedene Abstufungen einer Institutionalisierung herausgearbeitet werden:

„Totale Institutionalisierung bedeutet die vollständige Abwesenheit der reflexiven und intentionalen Dimension des Handelns. Unter dieser Bedingung sind alle Handlungen und Interessen bestimmt, wird keine Handlung hinterfragt, wird jede Handlung als richtig und jedes Verfahren als angemessen betrachtet“ (Kieser: 2002, S. 322).

Damit wird demzufolge eine Art Automatismus, der auf das Verhalten konstitutiv einwirkt, beschrieben. In der gewohnheitsmäßigen Routine spiegelt sich also die institutionelle Umwelt von Organisationen und Personen wider. Dies trifft in abgemildertem Maße logischerweise ebenfalls auf die schwächeren Formen der Institutionalisierung, nämlich der so genannten „unvollständigen Institutionalisierung“ zu.

Anhand dieser definitorischen Erläuterungen wird bereits jetzt die immense Bedeutung von Institutionen im Alltag absehbar, die die Neo-Institutionalisten herausstellen möchten. Institutionen „schaffen, legitimieren und transformieren die grundlegenden Einheiten der Gesellschaft, ihre Identität, sowie ihre gesellschaftliche Verteilung“ (Hasse, Krücken: 2005, S. 9). Aus diesen Feststellungen lässt sich außerdem nun auch das wichtigste Erkenntnisinteresse der Neo-Institutionalisten ableiten: Sie wollen Erklärungen dafür finden, „wie formal freie und eigenwillige Akteure Institutionen etablieren, mit deren Hilfe sie ihren Handlungsbereich zugleich einschränken und erweitern, und infolge welcher Vorkehrungen die damit entstandenen Abstimmungsmechanismen reproduziert bzw. für den Fall verändert werden können, dass sich unhaltbare Externalitäten einstellen oder externe Umweltveränderungen auf eine adaptive Regeländerungen drängen“ (Maurer, Schmid: 2003, S. 10).

Was sich im Detail hinter dem Begriff „Neo-Institutionalismus“ verbirgt, soll im kommenden Abschnitt anhand ausgewählter Vertreter und Ausrichtungen behandelt werden. Diese Vorgehensweise erlaubt einen relativ breiten Überblick über die facettenreichen Perspektiven, die innerhalb des neo-institutionalistischen Ansatzes eingenommen werden können. Zunächst werde Ich mich dabei den makroinstitutionalistischen Ansätzen widmen.

2.2 Ansätze des Neo-Institutionalismus

2.2.1 Der Makroinstitutionalismus

Den makroinstitutionalistischen Ansätzen ist gemeinsam, dass sie den Einfluss der Umwelt auf die Bildung und Existenzsicherung von Organisationen stark fokussieren. Da sich Organisationen an ihrer Umwelt ausrichten, führt dies zu diversen Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen. „Probleme ergeben sich, da Organisationen nicht von einer homogenen Umwelt, sondern von verschiedenartigen Umweltsegmenten umgeben sind (z. B. Kunden, Zulieferer, Kapitalgeber, Konkurrenten, Berater)“ (Jörges-Süß, Süß: 2004, S. 3). Daraus resultiert wiederum, dass Organisationen, die stets darauf bedacht sind, ihr Überleben zu sichern, also sich einerseits legitim zu verhalten und andererseits effiziente Arbeitsaktivitäten zu leisten, nicht immer kompatible Zielrichtungen in allen entsprechenden Bereichen haben. Somit kann festgehalten werden, dass die Umwelt eine entscheidende implizite und explizite Einflussgröße bei organisationalen Entscheidungen und Handlungen darstellt.

Zudem gehen die makroinstitutionalistischen Vertreter davon aus, dass vor allem gesellschaftliche Einflüsse in Gestalt von institutionalisierten Regeln oder so genannten Rationalitätsmythen bestimmte Anforderungen an Organisationen stellen. „Indem Organisationen diese Mythen aufgreifen, kopieren und zeremoniell zur Geltung bringen, wird eine Strukturähnlichkeit (,Isomorphie´) zwischen Organisation und Gesellschaft hergestellt“ (Hasse, Krücken: 2005, S. 23). Diese Angleichungsprozesse finden gewöhnlicherweise in organisationalen Feldern statt. Diese Felder werden vielfach als neuartige, intermediäre Analyseebenen zwischen gesellschaftlichen Strukturen und einzelnen Organisationen angegeben (vgl. Türk: 2000, S. 270). Ferner können verschiedene Arten und Mechanismen des Isomorphismus benannt werden, wie im weiteren Verlauf dieser Arbeit noch ersichtlich wird.

Trotzdem sind die makrofundierten Neo-Institutionalisten davon überzeugt, dass die Entstehung solcher Mythen/ Normen schlussendlich aus rational gewählten Handlungen einzelner Akteure mit einem gewissen Eigeninteresse innerhalb bestimmter Kultursysteme erwachsen. Die schwindende Heterogenität von Organisationen wird somit in der Verbreitung einer universalistischen Kultur begründet. „Neben der Ablehnung des handlungstheoretischen Akteurskonzepts wenden sich die Verf. (sic) ebenso gegen Ressourcenzusammenlegungsmodelle und ein Verständnis von Organisation als Produkt politischer Aushandlungsprozesse“ (Türk: 2000, S. 203). Nachdem die wichtigsten Zentralannahmen des makroinstitutionalistischen Neo-Institutionalismus erarbeitet sind, möchte Ich im nächsten Abschnitt auf einzelne Vertreter und ihre spezifischen Theorieansätze im einzelnen Bezug nehmen.

2.2.1.1 John W. Meyer und Brian Rowan: Der Zusammenhang zwischen Rationalitätsmythen und Organisationsstruktur

Wie bereits im Abschnitt zuvor bereits angerissen, existieren laut Meyer und Rowan hochgradig institutionalisierte Kontexte, in denen Organisationen agieren müssen. Zudem werden über die Gesellschaft Ansichten über die soziale Wirklichkeit expandiert. Dabei handelt es sich um kollektiv anerkannte Definitionen, die festlegen, was als rational und was als organisatorisch sinnvoll anzusehen ist. Diese vorherrschenden Konzepte von Rationalität (unabhängig davon, ob damit real Rationalität vorliegt oder nicht,) werden von Meyer und Rowan als „Rationalitätsmythen“ bezeichnet. Sie zeichnen sich durch zwei markante Eigenschaften aus. Zum einen handelt es sich um rationalisierte, unpersönliche Beschreibungen, die soziale Zwecke in technische Zwecke umwandeln und die Mittel zur rationalen Erreichung dieser Zwecke bereitstellen. Zum zweiten liegen diese aufgrund ihrer hohen Institutionalisiertheit außerhalb des Urteils des Einzelnen (vgl. Powell, DiMaggio: 1991, S. 44).

Daneben definieren institutionelle Regeln neue Organisationssituationen und redefinieren bereits existierende (vgl. Powell, DiMaggio: 1991, S. 45). Demgemäß kann dieser Sachverhalt als Ursache für den Wandel und die Entstehung von Organisationen determiniert werden. Des Weiteren stellt eine Organisation das effektivste Mittel zur Koordination von Handlungen dar, was ebenfalls deren Entstehung und Fortbestand begünstigt. Außerdem vergrößern die modernen Organisationsausmaße und Technologien die Komplexität der existierenden Beziehungen, womit ein steigender Koordinationsbedarf aufkommt. Diese Koordination lässt sich am besten bewältigen, wenn Organisationen rationalisierte, formale Strukturen einhalten, zumal so auch Skalen- und Verbundeffekte möglich werden. Auch die Entstehung großer, zentralisierter Flächenstaaten hat zu einer steigenden Komplexität geführt, die es durch eine formale Organisationsstruktur, also Koordination und Routine, zu bewältigen galt. Als Hauptgrund für den Wandel und die Entstehung formaler Strukturen sehen Meyer und Rowan jedoch das Streben nach Legitimität und Ressourcen, das jede Organisation ausmacht. Neue institutionelle Regeln werden also von der Organisation einverleibt und als formelle Strukturelemente übernommen, womit eine zunehmende Angleichung zwischen Organisation und institutioneller Umwelt in Gang gesetzt wird (vgl. Powell, DiMaggio: 1991, S. 42f). Es handelt sich hierbei um die bereits erwähnten isomorphen Prozesse.

Wenn Organisationen diese „Regeln“, die beispielsweise durch das Erziehungssystem, Gesetze oder die öffentliche Meinung in ihrer Bedeutung intensiviert werden, befolgen, erhöhen sie gleichzeitig ihre Legitimität und ihre Überlebenschancen. Meyer und Rowan drücken diesen Sachverhalt wie folgt aus: „Organizations that do so increase their legitimacy and their survival prospects, independent of the immediate efficacy of the acquired practices and procedures“ (Powell, DiMaggio: 1991, S. 41). Den Zusammenhang zwischen Rationalitätsmythen, organisationaler Effizienz, Legitimität und dem Überleben von Organisationen verdeutlicht nochmals Abbildung 1.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Organisationales Überleben (in Anlehnung an Powell, DiMaggio, 1991, S. 53)

Hier drängt sich allerdings zunehmend die Frage auf, wie diese Mythen überhaupt erst entstehen und weiter verbreitet werden. Auf der einen Seite geschieht die Verbreitung über angesehene, korporative Akteure, die zum Teil zusätzlich eine spezifische Eigenheit, Expertise oder ähnliches vorweisen können und so ihre Prinzipien als Universalia etablieren können. Meyer und Rowan führen dazu folgendes an: „(…) a particularly effective practice, occupational speciality, or principle of coordination can be codified into mythlike form“ (Powell, DiMaggio: 1991, S. 48). Auf der anderen Seite verbreiten sich institutionelle Regeln mittels lokaler Vorbilder und Netzwerken, die diese stützen und konkurrierende Organisationen parallel dazu zwingen, sich anzupassen, um so wettbewerbsfähig zu bleiben und dieselben Standards zu erfüllen. Ferner wird die Ausbreitung bestimmter Mythen durch die kognitive Entlastung, die sie dank der aufkommenden Stabilisierung und Standardisierung schaffen, begünstigt. Hinzu kommt, dass viele Organisationen auf externe Berater vertrauen und ihre Leistungen in Anspruch nehmen, womit sich deren Methoden und Ratschläge ständig in einer permanent größer werdenden Anzahl von Organisationen implementieren können (vgl. Powell, DiMaggio: 1991, S. 48ff).

Daneben wird ersichtlich, dass eine bestehende Konformität mit institutionalisierten Regeln keineswegs mit den (bisher für Legitimitätsgarantierend gehaltenen) Effizienzkriterien im Einklang stehen muss. Oftmals kommt es daher zu einem so genannten „Trade-Off“, also einer negativen Wechselwirkung zwischen den beiden Momenten, wie folgend ersichtlich wird: „Thus the organization must struggle to link the requirements of ceremonial elements to technical activities and to link inconsistent ceremonial elements to each other“ (Powell, DiMaggio: 1991, S. 56). Um ihr Überleben und ihre Legitimität gegenüber dem Gesellschaftssystem dennoch sicherzustellen, wenden Organisationen die Strategie der Entkoppelung an. Dabei wird die Formalstruktur, auch als Blaupause für die Arbeitsaktivität bezeichnet, von der tatsächlichen organisatorischen Arbeitsaktivität, also der informellen Struktur, losgelöst (vgl. Powell, DiMaggio: 1991, S. 57).

[...]

Details

Seiten
36
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640967049
ISBN (Buch)
9783640966967
Dateigröße
617 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v175690
Institution / Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Note
Schlagworte
neo-institutionalismus ausrichtungen ansätze

Autor

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