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Regionalismus in Spanien

Hausarbeit 2009 14 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Westeuropa

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Geschichte des Regionalismus

3. Allgemeine Probleme

4.1 Beispiele: Katalonien und Galicien
4.2 Katalonien
Wirtschaft
Kultur und Sprache
Politik
4.2 Galicien
Wirtschaft
Kultur und Sprache
Politik

5. Das Problem der Kompetenzen

6. Schluss

Literaturverzeichnis

1.Einleitung

In dieser Arbeit möchte ich mich mit dem spanischen Regionalismusprozess beschäftigen.

Dieser Prozess wirft einige Besonderheiten im Vergleich zu anderen schon abgeschlossenen Regionalisierungen auf. Zum einen geschah er nicht, wie z.B. in Deutschland, direkt nach dem 2. Weltkrieg, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt und hatte somit die Möglichkeit von anderen Prozessen zu lernen.

Des Weiteren ist die Bevölkerungsstruktur und Identifikation mit der eigenen Nation in Spanien höchst eigentümlich, da es ein starkes regionales Bewusstsein gibt, dass in der Geschichte schon zu autonomen Bewegungen und Abspaltungsvorhaben führte.

Insgesamt bietet Spanien ein Beispiel, für einen aktuell durchgeführten Regionalismusprozess, eingebettet in starke regionale Identitäten und ist somit im Moment ein einmaliger Vorgang.

Um mich diesem Problem zu nähern, werde ich zunächst einen kurzen Einblick in die Geschichte dieses Prozesses geben, um danach die aktuellen Probleme aufzuwerfen und aufzeigen inwieweit die Besonderheiten der spanischen Nation hier eine Rolle spielen.

Um dies zu konkretisieren werde ich zwei Regionen, die in ihrem Ursprung und aktueller Entwicklung höchst unterschiedlich sind, genauer betrachten.

Diese beiden Regionen sind Katalonien, welches einen sehr positiven Verlauf genommen hat und Galicien das in der Entwicklung noch zurücksteht.

2. Geschichte des Regionalismus

Zu Zeiten der 1. Republik (1873/74) entstanden erste Ansätze für Regionalismus. Diese wurden vor allem von Katalonien vorangetrieben, die ein Modell für 14 Nationalstaaten innerhalb Spaniens entwarfen

Während der 2. Republik (1931-1936) wurden diese Ideen noch vertieft und es gab erste autonome Bestrebungen einzelner Regionen.

„Nach Ende des Bürgerkrieges 1939, wurden alle Bestrebungen von Regionalismus hinfällig, da das nun an der Macht stehende Franco-Regime jegliche autonome und regionale Tendenzen im Kein erstickte und auf zentralistische Staatsordnung setzte“ (vgl. S 42 Breuer: 2008).

Trotz dieser Unterdrückung der regionalen Bestrebungen, wurden diese in den einzelnen Regionen am Leben erhalten. Dies hatte verschiedene Beweggründe.

„Während Katalonien durch ihre industrielle Vormachtstellung eine bevorzugte Stellung in Spanien anstrebte, resultierten in Galicien die regionalen Tendenzen aus ihrer wirtschaftlichen Schwäche und der verbundenen Antipathie gegenüber dem Nationalstaat“. (vgl. S 42 Breuer: 2008).

Als das Franco-Regime im Jahre 1975 zerfallen ist, galt es nun, die nun wieder in die Öffentlichkeit tretenden regionalen Bestrebungen in einem demokratischen System zu vereinen.

„Um dies zu ermöglichen wurde ein föderales System entworfen das unter dem König Juan Carlos III als Symbol der spanischen Einheit fungieren soll“. (vgl. S 42 Breuer: 2008).

Zu Beginn des Demokratisierungsprozesses 1977 galt es nun, die vorherrschenden autonomen Tendenzen zu befriedigen, aber gleichzeitig die Kontrolle über die Regionen zu behalten.

Um dies zu bewerkstelligen wurden sogenannte Autonomieregime in den Regionen eingeführt. „Diese sollten zum einen verwaltungstechnische Aufgaben übernehmen und zum anderen den Selbstregierungen in bestimmten Regionen (Baskenland; Katalonien) den Wind aus den Segeln nehmen (vgl. S 26 Nohlen/Encinar: 1992). Diese Autonomieregime bereiteten zudem die Bildung der autonomen Gemeinschaften vor.

„Diese wurden dann in zwischen den Jahren 1979 und 1983 installiert“. (vgl. Nohlen/Encinar: 1992).

Es gibt 17 dieser Gemeinschaften die alle bestimmte Rechte haben und über gewisse politische Organe verfügen: Parlament, Regierung, Präsident.

Von 1979 bis 1983 gewannen die einzelnen Regionen durch die schrittweise stattfindenden regionalen Wahlen und der damit verbundenen Etablierung der regionalen Institutionen mehr und mehr Macht.

Am Ende dieses Prozesses waren alle 17 Gemeinschaften in der politischen Landkarte Spaniens verankert.

Auch von der Bevölkerung wird die neue politische Ordnung akzeptiert.

Abzulesen ist dies an der zwar schwindenden aber immer noch hohen Wahlbeteiligung. (vgl. Nohlen/Encinar: 1992).

Nichtsdestotrotz gibt es auch Kritik am neuen System. Durch die föderale Struktur sind Entscheidungsprozesse oft langwierig und kompliziert, zudem ist der bürokratische Apparat schwerfällig.

Die Parteienlandschaft ist durch viele regionale Parteien undurchsichtiger geworden. (vgl. Nohlen/Encinar: 1992).

Ein Beispiel für die wachsende politische Bedeutung der Regionen und ihrer Parteien bildet Jose maria Aznar, der ehemalige Ministerpräsident Spaniens war vor seiner nationalen Karriere Präsident der autonomen Gemeinschaft Castilla-Leon. (vgl. Nohlen/Encinar: 1992).

Dieses System sorgt zwar für eine stabile Struktur im Lande, es bestehen aber weiterhin Probleme in den ökonomisch unterschiedlich ausgeprägten Regionen.

3. Allgemeine Probleme

Während die schon in der Franco-Zeit führenden wirtschaftlichen Zentren ihre Macht halten und ausbauen konnten, fristen die rückständigen und eher agrarisch orientierte Regionen ein Schattendasein, dass nur schwer zu beseitigen ist.

Auch im Kulturellen gibt es sehr große Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen.

Ein Beispiel hierfür ist die Sprache. Die vier in Spanien gesprochenen Sprachen (Kastillisch (die offizielle Amstssprache); Katalanisch; Galizisch und Baskisch) sind sehr unterschiedlich verteilt. Während die Amtssprache Kastillisch überall gesprochen wird, ist die Verbreitung der regionalen Sprachen in den betroffenen Regionen sehr unregelmäßig.

Nach der kurzen Darstellung der allgemeinen Situation möchte ich nun auf Katalonien und Galizien im speziellen eingehen.

[...]

Details

Seiten
14
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640970117
ISBN (Buch)
9783640970360
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v175885
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
3
Schlagworte
regionalismus spanien

Autor

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Titel: Regionalismus in Spanien