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Formen und Bedingungen schulischer Kommunikation - Das Nachrichtenquadrat von Friedemann Schulz von Thun

Essay 2009 11 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorüberlegungen

3. Das Nachrichtenquadrat als Kommunikationsmodell
3.1. Die vier Seiten einer Nachricht und ihre Botschaften
3.2. Der Empfang einer Nachricht

4. Fazit und Bewertung des Modells

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Das Organon-Modell

Abbildung 2 - Das Nachrichtenquadrat

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich in erster Linie mit bestimmten

Kommunikationsmodellen und ihrer Praxistauglichkeit. Es wird allgemein, im Rahmen der Arbeit, der Frage nachgegangen, wie eine Information bzw. Nachricht von einem Sender zu einem Empfänger gelangt und dabei beidseitig interpretiert werden kann. Im gesamte n Kontext wird der Schwerpunkt im Verlauf der Arbeit auf ein Kommunikationsmodell, dem Nachrichtenquadrat von Friedemann Schulz von Thun gelegt.

Die Arbeit ist vor diesem Hintergrund so aufgebaut, dass zunächst Vorüberlegungen zum ausgewählten Modell getroffen werden müssen, die aufzeigen, aus welchen anderen Modellen sich das Nachrichtenquadrat entwickelt hat. Im dritten Kaptitel kann dann anschließend gezielt auf das Modell des Nachrichtenquadrates eingegangen und anhand der Vorüberlegungen erläutert werden, wie das Senden und Empfangen einer Nachricht zusammenhängen. Unterstrichen wird dieser Abschnitt durch ein praxisnahes Beispiel, dass das Modell erfahrbarer machen soll. Mit der Arbeit abschließend folgt am Ende dann ein kleines Fazit des ausgewählten Modells, welches mit Hilfe aller Erläuterungen gezogen werden kann.

2. Vorüberlegungen

Das Kommunikationsmodell des Nachrichtenquadrates von Friedemann Schulz von Thun basiert auf zwei älteren Ansätzen im Bereich der Kommunikationsforschung. Als Grundlage beinhaltet es die Axiome der Kommunikation von Paul Watzlawick1, hier vor allem die Unterscheidung in Inhalts- und Beziehungsaspekt, ist dabei aber vor allem eine Weiterentwicklung des „Organon-Modells der Sprache“ von Karl Bühler. Dieses Modell versteht Sprache als ein komplexes Phänomen und versucht in erster Linie, die Vermittlungsfunktion, welche mit Sprache einhergeht, darzustellen. Bühler betrachtet Sprache als „Werkzeug“, bei dem mit Hilfe von sprachlichen Zeichen, eine Person einer anderen etwas mitteilen kann. Entsprechend werden im Organon-Modell (s. Abbildung 1) drei konstituierende Faktoren unterschieden, nämlich die drei „semantischen Funktionen des (komplexen) Sprachzeichens. Es ist Symbol kraft seiner Zuordnung zu Gegenständen und

Sachverhalten, Symptom (Anzeichen, Indicium) kraft seiner Abhängigkeit vom Sender, dessen Innerlichkeit es ausdrückt, und Signal kraft seines Appells an den Hörer, dessen äußeres oder inneres Verhalten es steuert wie andere Verkehrszeichen.“2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - Das Organon-Modell3

Sprache ist demnach ein Symbol in Bezug auf die Gegenstände dieser Welt, wodurch Sachverhalte sprachlich abzubilden / zu symbolisieren und zu übermitteln sind. Jede Äußerung eines Sprechers ist für diesen, also den Produzenten, auch als ein Symptom bzw. symptomatisch zu sehen. Darüber hinaus bezieht sich der Appell auf den Angesprochen, da Kommunikation i.d.R. immer auch eine implizite Stellungnahme zu einer anderen Person beinhaltet, wodurch durch die Art und Weise der Kommunikation Gefühle des jeweiligen Umgangs miteinander „geweckt“ werden. Aus dem Organon-Modell heraus ist somit zu erkennen, dass Kommunikation eine vielseitige Zusammensetzung aus sprachlichen aber auch nichtsprachlichen Inhalten ist sowie eine Vielzahl an Botschaften enthält. Und genau auf diesen Aspekt bezieht sich das „Nachrichtenquadrat“ als Weiterentwicklung des Modells von Bühler. In wi efer n sich dar au s n un das Ko m m u n ikati on s m od ell von Friedemann Schulz von Thun gen a u en t wi ck elt e, wir d Geg en st an d d es n ä ch st en Ka pitels sein.

3. Das Nachrichtenquadrat als Kommunikationsmodell

Schulz von Thun unter sch ei d et in sein e m M od ell des Na ch rich ten q ua dr ates au f der ein en Seit e die Nachricht und auf der anderen Seite die Botschaft. Diese Unterscheidung soll zu Beginn dieses Kapitels näher erläutert werden, bevor dann am Ende Erklärungen zum Empfang einer Nachricht das Kapitel abschließen.

3.1. Die vier Seiten einer Nachricht und ihre Botschaften

Schulz von Thun erläutert mit de m Blick au f sein Na chrich ten q u a dr at (s. Ab bild un g 2) dr ei wichtige Aspekte vorweg, die zu beachten sind.4 Die Verständlichkeit der Kommunikation einer Nachricht, basiert auf vier Dimensionen (Seiten). Der Sachinhalt einer Nachricht erscheint im Regelfall als eindeutig, wohingegen undeutlich bleiben kann, was der Sender mitteilen will, was der Sender beim Empfänger erreichen will und was er von ihm persönlich hält. Weiterhin ist aus dem Quadrat ersichtlich, dass in einer einzigen Nachricht eine Vielzahl an Botschaften enthalten ist, die durch die vier Seiten bestimmt sind. Als letzten Aspekt spricht Schulz von Thun die Seitenlängen des Quadrates an. „Damit ist die These verbunden, daß die vier Aspekte als prinzipiell gleichrangig anzusehen sind (wenn auch in jeder einzelnen Situation der eine oder andere Aspekt im Vordergrund stehen mag).“5

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 - Das Nachrichtenquadrat

[...]


1 Vgl. Watzlawick, P. / Beaven, J.H. (1969).

2 Bühler, K. (1999), S. 28.

3 Ebenda, S. 28.

4 Vgl. im Folgenden: Schulz von Thun, F. (1981), S. 15f.

5 Ebenda, S. 16.

Details

Seiten
11
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640971411
ISBN (Buch)
9783640970711
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v175971
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
Schlagworte
Kommunikation Schule Friedemann Schulz von Thun Nachrichtenquadrat Vier Ohren Modell

Autor

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