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Mediendidaktische Theorien in der Erwachsenenbildung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 13 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Ansätze in der Mediendidaktik
2.1 Behaviorismus
2.2 Kognitivismus
2.3 Konstruktivismus
2.4 Pragmatismus

3 Die Theorie in der Praxis

1 Einleitung

Medien können [...] das Verfolgen pädagogischer Ziele wie Bildung und Aufklärung befördern und behindern, sie können aber auch als Mittel eingesetzt und als Machtfaktor bekämpft werden oder als Gegenstand pädagogischen Räsonnements dienen. (Nolda 2004, S. 7)

Vor knapp 30 Jahren begann der Siegeszug des Computers auch in privaten Haus­halten. Nun, da Computer vernetzt und multimedial sind, stellt sich die Frage nach deren Brauchbarkeit in der Bildung. Vor allem Konzepte, die komplett computerge­stütztes Lernen propagieren, betreten hierbei Neuland. Neu bewertet werden muss demnach auch die Rolle des Lehrenden: Inwieweit wird er durch Computer ersetzt werden können? So fragt Klimsa im Zusammenhang mit der technologischen Wen­dung in der Didaktik: „Welche Tätigkeiten können nun einer Maschine übertragen werden?“ (Klimsa S. 139). Flechsig[1] zitierend fordert er, dass die physische Prä­senz eines Lehrenden objektiviert und einem Medium übertragen werden solle (ebd.). Dieser Transfer-Prozess -ob komplett oder nur teilweise- benötigt neue Theorien (beziehungsweise die Anpassung bereits vorhandener), die die Möglich­keiten der Neuen Medien in Lehr-Lern-Prozessen optimal ausnutzen.

Die Rolle der Neuen Medien[2] in der Erwachsenenbildung ist noch nicht eindeutig festgelegt, deren Potenzial noch nicht 100%ig ausgelotet. Nolda differenziert in die­sem Zusammenhang einerseits Massenmedien, die als Sozialisationsfaktoren so­wohl Informationen als auch Einstellungen vermitteln und andererseits elektroni­sche Medien, die in den Händen von Lehrenden Vermittlungsaufgaben übernehmen können - allerdings an und für sich lediglich als Wissensspeicher dienen können (Nolda 2004, S. 7). Gerade Letzteres ist auch in den Augen Höflings und Mandls ein zentraler Punkt: Die Neuen Medien müssen mehr als nur den Unterricht ergän- zen, sie sollen als Werkzeuge verstanden und in die Lehre integriert werden (Höf­ling/Mandl 2007, S. 10f.). In dieser Arbeit soll der Fokus auf der Bildung mit Hilfe elektronischer Medien liegen, der Einsatz von Massenmedien -Fernsehen, Radio und Printmedien- verliert im Angesicht des computerisierten Bürgers von heute in der Bildung an Bedeutung.

Es werden zunächst ausgewählte theoretische Ansätze zur Arbeit mit den Neuen Medien in der Bildung vorgestellt. Da es jedoch noch keine rein mediendidakti­schen Modelle gibt, wird auf Theorien der Psychologie zurückgegriffen, denen in der Mediendidaktik allerdings nicht uneingeschränkt entsprochen werden kann (de Witt/Czerwionka 2007, S. 53). Höfling und Mandl nehmen die Kernpunkte adäqua­ter Lerntheorien vorweg und fassen die Erwartungen an die Rolle der Neuen Medi­en in der Bildung wie folgt zusammen:

Die neuen Informations- und Kommunikationstechniken mit ihren vielfältigen Multimedia- und Internet-Anwendungen können in hohem Maße dazu beitragen, dass der Lernende aktiv und konstruktiv mit komplexer Information umgeht, dass er Wissen nicht in Form abstrakter Fakten aufnimmt, sondern innerhalb konkreter Kontexte entwickelt, und dass er dies sowohl selbstgesteuert als auch interaktiv und in Kooperation mit anderen tut. (meine Hervorhebung, Höfling/Mandl 2007, S. 11)

Die fett gedruckten Satzteile dieses Zitats sollen auf die Schwerpunkte der im Fol­genden vorgestellten theoretischen Ansätze von Lehr-Lern-Prozessen in der Weiter­bildung mit Hilfe der Neuen Medien hinweisen. Sie bilden die Schnittmenge der verschiedenen Theorien und stellen somit den Dreh- und Angelpunkt dar, den die unterschiedlichen Ansätze auf spezielle Art und Weise als Ausgangspunkt ihrer Ge­wichtung psychischer, sozialer, didaktischer oder gar neuronaler Erkenntnisse her­nehmen. Im nächsten Kapitel -im Wesentlichen eine Synthese von de Witt/Czer- wionka 2001 und Klimsa 1993- werden die vier einflussreichsten[3] Lemtheorien knapp vorgestellt und auf deren Umsetzbarkeit hin überprüft.

2 Theoretische Ansätze in der Mediendidaktik

2.1 Behaviorismus

Im Behaviorismus spielt allein das beobachtbare Verhalten einer Person eine Rolle. Der Lernprozess wird verstanden, als eine Änderung dieses Verhaltens aufgrund äu­ßerer Reize - unabhängig vom Individuum (de Witt/Czerwionka 2007, S. 53). Auf dieser Annahme aufbauend, entwickelte Burrhus F. Skinner gegen Mitte des 20. Jahrhunderts den Ansatz der Operanten Konditionierung (oder Vestärkungslernen): Um eine gewünschte Änderung des Verhaltens (Response) durch einen bestimmten äußeren Einfluss (Stimulus) zu erreichen, müssen die Konsequenzen dieses Verhal­tens von der betrachteten Person als positiv wahrgenommen werden (Reinforce­ment, kann auch wiederum als Stimulus dienen, ebd.).

Die Weiterentwicklung der Operanten Konditionierung zur Programmierten In- struktion[4] in den 1960er Jahren sah eine erste Anwendung im Computerbereich vor und hätte -laut Skinner- den traditionellen Unterricht ersetzen können (ebd.). Dazu stellte er Gestaltungsgrundsätze für den Unterricht auf, die die systematische Unter­teilung eines Lerninhaltes (Verhaltenssequenz) in kleine Einheiten (Aufgaben) ver­langten und deren Bearbeitung durch den Lerner bei richtiger Reaktion durch Feed­back verstärkt, oder bei falscher Reaktion durch fehlende Rückmeldung sanktioniert wird (de Witt/Czerwionka 2007, S. 55).[5]

[...]


[1] K.H. Flechsig: Die technologische Wendung in der Didaktik. In: G. Domen / F. Maurer / W. Popp (Hrsg.): Unterrichtsforschung und didaktische Theorie. München 1970, S. 244.

[2] zur Schwierigkeit der Definition von Neue Medien vgl. Klimsa 1993, S. 31ff.

[3] vgl. de Witt/Czerwionka 2001, S.53.

[4] auch: Programmierter Unterricht oder Programmierte Unterweisung (de Witt/Czerwionka 2007, S. 54)

[5] vgl. in diesem Zusammenhang die Kritik an der „Nürnberger Trichterdidaktik“ in Thissen 1998, S.31.

Details

Seiten
13
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640977529
ISBN (Buch)
9783640977635
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v176486
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg – Erziehungswissenschaft
Note
1,0
Schlagworte
teoretische ansätze mediendidaktik behaviorismus kognitivismus konstruktivismus pragmatismus computer neue medien rolle des lehrenden theoretische ansätze didaktik

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