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Aufgaben und Bedeutung des Wissensmanagements

Hausarbeit 2010 27 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung Wissensmanagement
2.1 Zeichen, Daten, Informationen und Wissen
2.2 Wissensarten
2.3 Definition Wissensmanagement

3. Aufgaben des Wissensmanagements
3.1 Ansätze des Wissensmanagements
3.2 Konzepte des Wissensmanagements
3.2.1 Konzept nach Nonaka und Takeuchi
3.2.2 Konzept von Probst et al

4. Bedeutung des Wissensmanagements
4.1 Wissen als Produktionsfaktor
4.2 Entwicklung der Wissensgesellschaft
4.2.1 Wissensarbeiter
4.2.2 Problem der Informationsflut
4.3 Wissensmanagement im demographischen Wandel
4.4 Empirische Studie zum Wissensmanagement
4.5 Wissensmanagement als Wettbewerbsvorteil

5. Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Die organisationale Wissensbasis

Abb. 2: Die Wissensspirale auf epistemologischer Ebene (Nonaka/Takeuchi 1997)

Abb. 3: Die Bausteine des Wissensmanagements (Probst et al. 2010)

Abb. 4: Wissen als Produktionsfaktor

1. Einleitung

Problemstellung

Das Wissen einer Organisation ist im Zuge immer kürzer werdender Produktions- und Entwicklungszeiten, Rationalisierungsbestrebungen und eines intensiven globalen Wettbewerbs zu einem wichtigen Innovations- und Wettbewerbsfaktor aufgestiegen.[1] Wissen wird in der Volkswirtschaftslehre neben Arbeit, Boden und Kapital als weiterer bedeutender volkswirtschaftlicher Faktor angesiedelt. Schon der bekannte englische Philosoph Francis Bacon (1561-1626) sagte im Jahre 1597: „Wissen ist Macht“.

Für Organisationen wird es also unumgänglich, wenn nicht sogar überlebensnotwendig, sich rechtzeitig und ausführlich mit der Ressource Wissen zu beschäftigen. Die Erhal­tung des Wissens erfordert neue Ideen, Konzepte und vor allem neue Betrachtungswei­sen der ursprünglichen Kernprozesse der Organisationen.[2]

Doch was versteht man in diesem Zusammenhang unter Wissensmanagement? Was ist eigentlich Wissen und wie entsteht es? Was sind die Aufgaben des Wissensmanage­ments und wie bedeutsam ist es insbesondere für Organisationen? Diese Fragestellun­gen sollen in der folgenden Hausarbeit durch eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Thema erarbeitet werden.

Zielsetzung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Aufgaben und der Bedeutung des Wissens­managements. Die primäre Zielsetzung besteht darin, dessen Bedeutung und Nutzen im Kontext zu Organisationen zu betrachten. Zunächst erfolgt daher eine kurze begriffliche Bestimmung von Zeichen, Daten, Informationen und Wissen. Außerdem werden für das tiefere Verständnis die wichtigsten Wissensarten kurz erläutert. Danach wird die organi- sationale Wissensbasis vorgestellt. Nach den Grundlagen folgen Abschnitte über die Aufgaben des Wissensmanagements sowie ein Ausblick auf ausgewählte Ansätze. An­schließend wird die Bedeutung des Wissensmanagements für Organisationen darge­stellt. In einem Fazit werden am Ende der Hausarbeit die wichtigsten Inhalte kurz zu­sammengefasst und kritisch gewürdigt.

2. Begriffsbestimmung Wissensmanagement

Der Wissensbegriff wird schon seit langer Zeit in der Literatur verwendet, ohne das bisher eine einheitliche und allgemein gültige Klärung des Begriffes erreicht werden konnte. Ein erster Ansatz zu einem besseren Verständnis von Wissen ist die folgende Darstellung wichtiger Grundbegriffe.

2.1 Zeichen, Daten, Informationen und Wissen

Zeichen werden durch Syntaxregeln zu Daten.[3] Daten sind Angaben über die verschie­densten Sachverhalte in gespeicherter, visueller, gedruckter, akustischer oder sonstiger Form. Daten können objektiv wahrgenommen und verwertet werden. Man spricht von Informationen, wenn Daten eine Bedeutung zugewiesen wird.[4] Informationen sind im Gegensatz zu Daten subjektiv wahrnehm- und verwertbar.[5] Die Vernetzung und Verar­beitung von Informationen in einem bestimmten Handlungskontext führt schließlich zu Wissen.[6] Wissen bezeichnet die Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die Indivi­duen zur Lösung ihrer Probleme einsetzen. Dies umfasst sowohl theoretische Erkennt­nisse als auch praktische Alltagsregeln und Handlungsanweisungen. Wissen stützt sich auf Daten und Informationen und ist im Gegensatz zu diesen immer an Personen ge­bunden. Aus diesem Grund müssen Daten-, Informations- und Wissensmanagement stets miteinander verknüpft sein.[7]

2.2 Wissensarten

Grundsätzlich lassen sich verschiedene Arten von Wissen identifizieren. Im Folgenden werden die wichtigsten Wissensarten und die organisationale Wissensbasis vorgestellt.

Explizites und implizites Wissen

Explizites Wissen ist Wissen, das sich verbalisieren lässt und eindeutig sprachlich ver­mittelbar ist.[8] Es kann relativ einfach genutzt und durch elektronische Daten verarbei­tung an andere Personen weitergeben werden. Beispiele in Form von explizitem Wissen sind Datenbanken, Handbücher oder festgelegte Verfahrensweisen. Implizites Wissen hingegen ist tief verankert in den Erfahrungen und Tätigkeiten des Einzelnen und daher
persönlich an den Wissensträger gebunden.[9] Implizites Wissen wird aus diesem Grund auch als verborgenes Wissen bezeichnet, da dieses nicht vollständig in Worten ausge­drückt oder erfasst werden kann.[10]

Individuelles und kollektives Wissen

Individuelles Wissen ist an einzelne Personen gebunden. Kollektives Wissen hingegen wird von mehreren Menschen geteilt. Dieses Wissen setzt sich in der Regel aus ver­schiedenen Wissensbeständen und Wissensträgern zusammen und ergibt die kollektive Wissensbasis. Diese kann aufgrund Ihrer Definition nicht frei auf externen Märkten erworben werben und bietet daher einen besonderen Wert gegenüber anderen Wettbe­werbern.[11]

Organisational Wissensbasis

Die folgende Abbildung zeigt die bereits vorgestellte Verknüpfung von Daten und In­formationen zu Wissen. Die individuellen und kollektiven Wissensbestände einer Orga­nisation ergeben zusammen die organisationale Wissensbasis.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die organisationale Wissensbasis[12]

Die organisationale Wissensbasis unterliegt regelmäßigen Veränderungen, welche unter dem Begriff organisationales Lernen zusammengefasst werden können.[13] Das Wis­sensmanagement bildet ein integratives Interventionskonzept, das sich mit den Mög­lichkeiten zur Gestaltung der organisationalen Wissensbasis befasst.[14]

2.3 Definition Wissensmanagement

Die Literatur formuliert die unterschiedlichsten Definitionen des Wissensmanagements. Im Allgemeinen ist es der bewusste und systematische Umgang mit der Ressource Wis­sen und der zielgerichtete Einsatz von Wissen in der Organisation. Wissensmanagement umfasst die Gesamtheit aller Konzepte, Strategien und Methoden zur Schaffung einer intelligenten, also lernenden Organisation.[15]

3. Aufgaben des Wissensmanagements

3.1 Ansätze des Wissensmanagements

Aufgrund der vielschichtigen Betrachtungsweise des Wissensbegriffes haben sich in der Literatur zwei unterschiedliche Ansätze des Wissensmanagements herausgebildet. Man unterscheidet zum einen den humanorientierten Ansatz, welcher die Person oder das Individuum als zentralen Wissensträger betrachtet und zum anderen den technologi­schen Ansatz. Dieser Ansatz erkennt Wissen als teilbares Objekt, welches mit Hilfe von IT-gestützten Systemen Organisationsmitglieder in ihrer Aufgabenerfüllung unter­stützen soll.[16] Die Literatur der letzten Jahre verbindet zunehmend den humanorientier­ten mit dem technologischen Ansatz zu einem ganzheitlichen, also integrativen An- satz.[17] Die ausschließliche Betrachtung des einen oder anderen Ansatzes gilt heute als zu einseitig. Die integrative Betrachtung soll die kreativen und intellektuellen Fähigkei­ten eines Individuums bei dem Umgang mit Wissen mit den daten- und informations­verarbeitenden Kapazitäten der Computertechnologie verbinden.[18]

3.2 Konzepte des Wissensmanagements

Es gibt in der Literatur zahlreiche Wissensmanagements-Konzepte. Konzepte des be­reits vorgestellten integrativen Ansatzes sind beispielsweise:[19]

- Die Wissensspirale (Nonaka/Takeuchi 1997)
- Die Bausteine des Wissensmanagements (Probst et al. 1997)
- Das systematische Wissensmanagement (Wilke 1998)
- Die Wissenstreppe (North 2002)[20]

Im Folgenden werden die Wissensspirale von Nonaka und Takeuchi (1997) sowie die Bausteine des Wissensmanagements von Probst et al. (1997) näher erläutert. Aus diesen beiden bekannten Konzepten werden zunächst der Prozess der Wissensschaffung und anschließend die Aufgaben des Wissensmanagements abgeleitet.[21]

3.2.1 Konzept nach Nonaka und Takeuchi

Mit ihrem Buch „Die Organisation des Wissens“ stellten die Japaner Nonaka und Ta­keuchi bereits im Jahr 1997 ein Modell für die Wissensschaffung in Unternehmen vor, das auch als Modell der lernenden Organisation betrachtet werden kann.[22] Mittlerweile gilt die „Wissensspirale“ als eines der zentralen Modelle des Wissensmanagements.

Das Modell stellt die epistemologische und die ontologische Dimension dar, die ge­meinsam zu vier Hauptprozessen der Wissensumwandlung führen. Die epistemologi- sche Ebene beschreibt die verschiedenen Arten des expliziten und impliziten Wissens, während die ontologische Ebene die Schichten der Wissenserzeugung bzw. der Wis­sensentstehung charakterisiert.[23] Die folgende Abbildung zeigt die Wissensspirale auf epistemologischer Ebene.[24]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Die Wissensspirale auf epistemologischer Ebene (Nonaka/Takeuchi 1997)[25]

Die Wissensspirale beruht auf der Annahme, dass Wissen durch die Interaktion zwi­schen impliziten und expliziten Wissen geschaffen wird und dass die Umwandlung des Wissens nur in einem sozialen Prozess zwischen Menschen möglich ist.[26]

Prozess der Wissensumwandlung auf epistemologischer Ebene

Die Wissensspirale beginnt mit der Sozialisation (implizit zu implizit).[27] Sozialisation liegt vor, wenn zwei Personen beispielsweise durch einen persönlichen Dialog oder durch Beobachtung ihr implizites Wissen direkt miteinander austauschen.[28] Darauf folgt die Externalisierung (von implizit zu explizit) und es wird das implizite Wissen, wel­ches bereits durch die Sozialisation erworben wurde, in explizites Wissen umgewandelt. Metaphern und Analogien sollen den beteiligten Personen helfen, ihr verborgenes im­plizites Wissen zu artikulieren.[29] Die Externalisierung ist die wichtigste Aufgabe der Wissensumwandlung und stellt zugleich die Aufgabe der Wissensschaffung dar.[30] Durch Kombination (von explizit zu explizit) wird das bereits bekannte explizite Wis­sen zusammengefügt, um neues explizites Wissen zu erzeugen. Unterstützt wird diese Form der Wissensumwandlung durch Dokumente, Netzwerke und Kommunikationsmit- tel.[31] Im letzten Schritt, der Internalisierung (von explizit zu implizit), wird explizites Wissen in neues implizites Wissen umgewandelt. Bei diesem Prozess werden die expli­ziten Informationen in die Grundeinstellung von Menschen und Organisationen aufge­nommen. Personen verinnerlichen diese und fügen sie mit der schon vorhandenen Wis­sensbasis zusammen. Das verinnerlichte Wissen ist wiederum als implizit anzusehen und die Wissensspirale wird auf einer höheren Ebene erneut in Gang gesetzt.[32]

3.2.2 Konzept von Probst et al.

Probst et al. stellten im Jahr 1997 mit ihrem Buch „Wissen managen“[33] ein Modell vor, das inzwischen neben der Wissensspirale als ein weiteres zentrales Modell des Wis­sensmanagements anzusehen ist. Es setzt sich aus einzelnen Bausteinen zusammen, die jeweils einen Teilaspekt des Wissensmanagements beschreiben.

[...]


[1] Vgl. Gaßen (1999), S. 7.

[2] Vgl. Hentzschel (2008), S. 3.

[3] Vgl. Probst et al. (2010), S. 16.

[4] Vgl. Surenbrock (2008), S. 7.

[5] Vgl. Hentzschel (2008), S. 24.

[6] Vgl. Gaßen (1999), S. 6.

[7] Vgl. Probst et al. (2010), S. 24.

[8] Vgl. Lehner (2009), S. 53.

[9] Vgl. Sauer et al. (2007), S. 61.

[10] Vgl. Lehner (2009), S. 53.

[11] Vgl. Sauer et al. (2007), S. 62.

[12] Eigene Darstellung in enger Anlehnung an Probst et al. (2010), S. 25.

[13] Vgl. Hentzschel (2008), S. 24.

[14] Vgl. Probst et al. (2010), S. 24.

[15] Vgl. Wiater (2007), S. 96.

[16] Vgl. Surenbrock (2008), S. 16.

[17] Vgl. Lehner (2009), S. 36.

[18] Vgl. Hentzschel (2008), S. 54.

[19] Ein Überblick über weitere Wissensmanagementkonzepte befindet sich im Anhang auf Seite 18.

[20] Vgl. Surenbrock (2008), S. 17.

[21] Eine ausführliche Darstellung weiterer Konzepte ist aufgrund der begrenzten Länge nicht möglich.

[22] Vgl. Hasler Roumois (2007), S. 213.

[23] Vgl. Lehner (2009), S. 67.

[24] Hinweis: An dieser Stelle wird nur die Wissensspirale auf epistemologischer Ebene vorgestellt. Auf Seite 19 im Anhang befindet sich die gesamte Spirale der Wissensschaffung.

[25] Vgl. Wissensgarten (2010) (o.V.): http://www.wissensgarten.com/wordpress/wp-content/uploads/wissensspirale.jpg, Abruf am 01.12.2010, entnommen aus Nonaka/Takeuchi (1997).

[26] Vgl. Hasler Roumois (2007), S. 213.

[27] Vgl. Renzl (2003), S. 81.

[28] Vgl. Lehner (2009), S. 68.

[29] Vgl. Renzl (2003), S. 81.

[30] Vgl. Bodrow/Bergmann (2003), S. 45.

[31] Vgl. Lehner (2009), S. 68.

[32] Vgl. Bodrow/Bergmann (2003), S. 45 f.

[33] In dieser Hausarbeit wird jeweils die 6. Auflage von „Wissen managen“ aus dem Jahr 2010 zitiert.

Details

Seiten
27
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640979264
ISBN (Buch)
9783640979066
DOI
10.3239/9783640979264
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v176558
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie und Management gemeinnützige GmbH, Hochschulstudienzentrum Hamburg
Note
1,0
Schlagworte
Wissensmanagement Wissen Controlling Wissensspirale Aufgaben des Wissensmanagements Bedeutung des Wissensmanagements Wissensgesellschaft Probst et al Nonaka und Takeuchi

Autor

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