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Das EFQM-Modell für Business Excellence zur nachhaltigen Personalentwicklung

Seminararbeit 2010 22 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Abgrenzung der Thematik

2 Definitionen
2.1 Total Quality Management und EFQM
2.2 Nachhaltige Personalentwicklung

3 Nachhaltige Personalentwicklung im Rahmen des EFQM-Modells
3.1 Das EFQM Excellence Modell
Die Grundlagen des EFQM-Modells
Die Kriterien des EFQM-Modells
Kritische Würdigung und praktische Bedeutung
3.2 Nachhaltige Personalentwicklung durch EFQM

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Abgrenzung der Thematik

Die Welt befindet sich heute sowohl wirtschaftlich als auch soziologisch in einem Wandel. Für Unternehmen bedeutet dies, sie stehen neuen Herausforderungen gegenüber, die es zu bewältigen gibt.

Auch dem Personalmanagement kommt eine neue Rolle zu, da sich die Rahmenbedingungen in den letzten Jahren drastisch verändert haben. Unsere Zeit ist geprägt von fortschreitender Globalisierung, zunehmendem Wettbewerbsdruck, rasantem Technologiewandel, abnehmender Halbwertszeit des Wissens und neuen Lebensmodellen. Das alles hat großen Einfluss auf die Märkte wie auch auf den Arbeitsmarkt.[1] Um weiterhin aktiv am Markt teilzunehmen und Gewinne zu erzielen muss es Unternehmen immer wieder gelingen zahlende Kunden von den eigenen Produkten und Dienstleistungen zu überzeugen. Dies kann beispielsweise durch Innovationen und Differenzierung erfolgen, um sich positiv von Mitbewerbern abzuheben.[2] Dazu bedarf es vor allem eines kreativen, motivierten und gut ausgebildeten Teams von Mitarbeitern und Führungskräften. Doch die Gesellschaft, aus der Unternehmen ihre Mitarbeiter rekrutieren und in die der Grundstock der bestehenden Mitarbeiter integriert ist, verändert sich seit einigen Jahren drastisch.

Die demografische Entwicklung in Deutschland zeigt, dass sich der Trend einer höheren Lebenserwartung und niedriger Geburtenzahlen weiter fortsetzt.[3] Prognosen des Statistischen Bundesamtes zufolge wird die Alterspyramide bis zum Jahre 2060 gekippt sein, was zu einem Rückgang des Potenzials an Erwerbspersonen in Deutschland führt.[4] Dies wird auch der prognostizierte Anstieg des Zuwanderungssaldos im unserem Land nicht kompensieren können.[5] Vor allem für die Personalentwicklung (PE) bedeutet das, sich neuen Aufgaben zu stellen. Dabei ist es wichtig, nicht nur kurzfristig zu handeln, sondern sich langfristig auf alternde Belegschaften und bessere Integration von zugewanderten Mitbürgen einzustellen.

Wie das EFQM-Modell für Business Excellence zur nachhaltigen Personalentwicklung unterstützend eingesetzt werden kann, soll in dieser Arbeit näher betrachtet werden. Dazu werden zunächst die wichtigsten Begriffe definiert. Danach wird das eigentliche Thema, also die nachhaltige PE im Rahmen des EFQM-Modells, bearbeitet. Dazu wird zunächst das EFQM-Modell selbst betrachtet, wobei erst die Grundlagen dargestellt, dann die einzelnen Kriterien des Modells beschrieben und zuletzt die Kritik am Modell und die praktische Bedeutung näher beleuchtet werden. Im nächsten Schritt soll dann veranschaulicht werden, was eine nachhaltige PE ausmacht und wie das EFQM-Modell eingesetzt werden kann, um dieser dienlich zu sein. Abschließend werden im Fazit eine kurze Zusammenfassung der Thematik und ein Ausblick in die Zukunft des Modells gegeben.

2 Definitionen

Zur logischen Einordnung und Klarheit der in dieser Arbeit verwendeten Begriffe ist es zunächst wichtig, grundlegende Definitionen anzugeben.

Qualität ist ein zentraler Begriff dieser Thematik und wird auch in den folgenden Definitionen genutzt. Die Norm DIN EN ISO 9000 beschreibt Qualität als „Vermögen einer Gesamtheit inhärenter Merkmale eines Produkts, eines Systems oder eines Prozesses zur Erfüllung von Forderungen von Kunden und anderen interessierten Parteien.“[6]

2.1 Total Quality Management und EFQM

Total Quality Management (TQM) wurde in den 1950er und 1960er Jahren in japanischen Firmen entwickelt.[7] TQM steht für umfassendes Qualitätsmanagement (QM) und ist weiter gefasst als traditionelle Maßnahmen zur Qualitätssicherung.[8] „Es ist eine Führungsmethode, die unter Einbeziehung aller Mitarbeiter/-innen aus allen Bereichen und Hierarchiestufen der Organisation auf die kontinuierliche Verbesserung der erbrachten Leistungen abzielt.“[9]

Die European Foundation for Quality Management, kurz EFQM, wurde 1988 von den Vorstandsvorsitzenden von 14 europäischen Unternehmen, die für bessere Managementstandards in Europa eintraten, mit Unterstützung der Europäischen Union gegründet. Ziel war die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Organisationen und die Förderung der Qualität in allen unternehmensrelevanten Bereichen.[10] Durch ihre Zusammenarbeit in der EFQM vereinten sie ihr Wissen und konnten so ihr eigenes europäisches Qualitätsmodell erarbeiten.[11] Das EFQM Excellence Modell ist ein Umsetzungs- und Bewertungsmodell, mit dem TQM in der Praxis angewandt wird.[12] Die EFQM mit ihrem Sitz in Brüssel zählt mittlerweile etwa 850 Mitglieder und arbeitet als gemeinnützige Organisation an der Förderung von Qualität.[13]

2.2 Nachhaltige Personalentwicklung

Der Begriff Personalentwicklung wird nach Becker folgendermaßen definiert: „Personalentwicklung ist eine nicht-delegierbare Führungsaufgabe von hoher Priorität und umfasst inhaltlich alle geplanten Maßnahmen der Bildung, der Förderung und der Organisationsentwicklung, die von einer Person oder Organisation zur Erreichung spezieller Zwecke zielgerichtet, systematisch und methodisch geplant, realisiert und evaluiert werden.“[14] Der Wortsinn von Nachhaltigkeit wurde dagegen ursprünglich im Bereich der Ökologie gebildet, wo man von „Sustainability“ spricht. Dieses im Original verwendete englische Wort ist von „sustainable“ abgeleitet, was im Deutschen mit dauerhaft oder nachhaltig übersetzt wird.[15] Die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung definierte 1987 im Brundtland-Bericht Nachhaltigkeit folgendermaßen: „Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, daß künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“[16] Übertragen auf die PE bedeutet dies, dass den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (MA) eines Unternehmens neues Fachwissen übertragen wird, wodurch sie ihre Arbeitsweisen ändern und dadurch die Kompetenz gewinnen, dieses neue Wissen auf zukünftige, bisher noch unbekannte Situationen anzuwenden.[17] Die Werte des Unternehmens werden weiterentwickelt und die Mitarbeiter verpflichtet, auf diese Werte bezogen zu denken und zu handeln.[18] Damit sichert nachhaltige Personalentwicklung die Wettbewerbsfähigkeit und somit den Fortbestand des Unternehmens.

3 Nachhaltige Personalentwicklung im Rahmen des EFQM-Modells

Das Ziel nachhaltiger PE ist, dass die Entwicklung der MA langfristig, sozial verantwortlich sowie wirtschaftlich zweckmäßig erfolgt.[19] Da die Qualität dabei stark von den verfügbaren Informationen abhängt, ist es wichtig, zunächst Qualifikationsdefizite und Entwicklungsbedürfnisse im Gespräch aufzudecken, um die MA beurteilen zu können.[20] Hier kann das EFQM Excellence Modell, welches dank seiner Flexibilität in unterschiedlichen Organisationen anwendbar ist, eingesetzt werden, um den aktuellen Qualitätsstand in der PE selbst zu bewerten. Darüber hinaus zeigt es langfristig Leistungsveränderungen sowie Verbesserungspotenziale auf.[21]

3.1 Das EFQM Excellence Modell

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges arbeiteten Manager in Japan daran, die Produktion zielstrebig zu verbessern. So gelangte man zum TQM, welches die Qualität als zentrales Managementziel in allen Arbeitsabläufen und Strukturen in den Mittelpunkt rückt.[22] Außerdem beruht diese Führungsmethode auf der Mitwirkung aller Mitglieder der Organisation, also sowohl von Führungskräften als auch MA und stellt neben der Qualität hohe Ansprüche an Kundenzufriedenheit, langfristigen Geschäftserfolg, aber auch an den Nutzen für Organisationsangehörige und die Gesellschaft.[23] Aufgrund der großen Erfolge, die japanische Betriebe erzielten, wuchs das Interesse an deren Management- und Organisationsmethoden schnell auch in den westlichen Ländern, wo man nun auch begann, TQM zu implementieren.[24]

[...]


[1] Vgl. Zaugg, R. J. (2009), S. 3.

[2] Vgl. Schäppi, B. u. a. (2005), S. 680.

[3] Vgl. Egeler, R. (2009), S. 1.

[4] Vgl. ebenda, S. 11 f.; ebenda S. 15.

[5] Vgl. ebenda, S. 5 ff.

[6] Hohmann, K. (2009), S. 5.

[7] Vgl. ebenda, S. 6.

[8] Vgl. Engelhardt, H. D. (2001), S. 8.

[9] Ebenda, S. 8.

[10] Vgl. Zink, K. J./Bäuerle, T./Steimle, U. (2009), S. 375.

[11] Vgl. Engelhardt, H. D. (2001), S. 22.

[12] Vgl. Hohmann, K. (2009), S. 6.

[13] Vgl. Hohmann, K. (2009), S. 12.

[14] Becker, M. (2007), S. 136.

[15] Vgl. Messinger, H. u. a. (2001), S. 622.

[16] Hauff, V. (1987), S. 46.

[17] Vgl. Schüßler, I. (2007), S. 13.

[18] Vgl. Becker, M. (2009), S. 129.

[19] Vgl. Zaugg, R. J. (2007), S. 21.

[20] Vgl. ebenda, S. 24.

[21] Vgl. Engelhardt, H. D. (2001), S. 26.; vgl. Glanzmann, P. (2008), S. 5.

[22] Vgl. Engelhardt, H. D. (2001), S. 17.

[23] Vgl. Deutsche Gesellschaft für Qualität e. V. (DGQ) (1999), S. 12.

[24] Vgl. Engelhardt, H. D. (2001), S. 17

Details

Seiten
22
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640978694
ISBN (Buch)
9783640978885
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v176596
Institution / Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – Wirtschaftswissenschaftliche und Juristische Fakultät
Note
1,3
Schlagworte
EFQM EFQM-Modell Business Excellence Personalentwicklung

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Titel: Das EFQM-Modell für Business Excellence zur nachhaltigen  Personalentwicklung