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Einführung in das Kulturmanagement

Studienarbeit 2009 10 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

1. Stellen Sie das Konzept des Kulturtourismus im Kontext von Au- thentizität und Inszenierung dar (Stichwort: Erlebnismarkt).

Ein erfolgreiches Konzept des Kulturtourismus besteht aus der optimalen Kombination von Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Wertschöpfung. Damit gemeint sind, zum einen die „schonende Nutzung kulturhistorischer Elemente und Relikte“ (Eder 1993; S. 165 /166) und zum anderen die günstige Positio- nierung der Region im Wettbewerb durch entsprechende Kommunikations- und Informationspolitik.

Um den Markt zu erschließen, müssen mit dem kulturtouristischen Angebot verschiedene und möglichst viele Zielgruppen angesprochen werden: darunter fallen v.a. erlebnisorientierte BesucherInnen, kultur- und bildungsorientierte BesucherInnen sowie NaturliebhaberInnen aber auch die einheimische Bevöl- kerung.

Der Erlebnistourismus hat aufgrund seiner Größenordnung oftmals keinen direkten Bezug zur Tourismusregion. Die spezifische Freizeitinfrastruktur für Aktivitäten in künstlichen Erlebniswelten begünstigt den Verschleiß des „kultu- rellen Erbes“ (Eder, 1997, S. 165), aber auch der Naturlandschaft durch Um- weltzerstörung. Damit geht insbesondere für die einheimische Bevölkerung ein Stück Authentizität verloren. Aber auch die Zielgruppe der kultur- und bil- dungsorientierten BesucherInnen bzw. der NaturliebhaberInnen wird von in- szenierten Erlebniswelten durch den Erlebnistourismus als Massenphänomen abgeschreckt.

Denn die Gruppe der kultur- und bildungsorientierten BesucherInnen bzw. der NaturliebhaberInnen erfasst und schätzt die Eigenart und den Eigenwert einer Region. Die Angebote auf den Erlebnismarkt, sprich die „angebotenen Erleb- nisse“ selbst, lassen sich nicht in einen Dauerzustand verwandeln und sind daher von ihrer Art eher kurzfristig angelegt. Dadurch wird oftmals der Aspekt der Nachhaltigkeit für die Region vernachlässigt. Ziel eines authentischen Kul- turtourismus muss es sein, vorhandene Ressourcen vor zu großen Belastun- gen zu schützen - um die kulturelle Identität der Region nachhaltig zu erhal- ten.

Für den dauerhaften kulturtouristischen Erfolg einer Region ist der Erhalt der kulturellen Identität sowie der Naturlandschaft wichtig, d.h. dass v.a. auf ökologische ebenso wie sozioökonomische als auch soziokulturelle Aspekte geachtet werden muss. Eine gelungene Konzeption ist daher darauf ausgerichtet, dass die positiven die negativen Auswirkungen touristischer Nutzung - v.a. des inszenierten Erlebnistourismus - übersteigen.

2. Beschreiben Sie die Instrumente eines besucherorientierten Muse- umsmarketing (Stichwort: Marketing-Mix).

Mit einem optimalen Marketing-Mix, d.h. der optimalen Kombination der Marketinginstrumente können die verfolgten Marketingziele am effizientesten erreicht werden. Für ein besucherorientiertes Museumsmarketing bedeutet dies den Produkt-Mix, den Kommunikations-Mix, den Kontrahierungs-Mix sowie den Distributions-Mix entsprechend auszugestalten:

Die Sammlung und die Art ihrer Präsentation in der Dauerausstellung sowie darüber hinausgehende Sonderausstellungen beeinflussen die Attraktivität und den Erlebnisgehalt eines Museumsbesuchs. (Produkt-Mix) Dabei können sowohl Angebote der Museumspädagogik als auch wechselnde Ausstellun- gen, verschiedenste Variationen von Museumsführungen oder mit dem Muse- umsbesuch kombinierte Veranstaltungen zu einem Anstieg der Besucherzah- len führen.

Der Kommunikations-Mix beinhaltet vor allem die Werbung, die Verkaufsförderung und die Öffentlichkeitsarbeit (Nieschlag u.a. 1991, S. 441). Dabei soll mit diesen klassischen Kommunikationsinstrumenten das Image des Museums aufgebaut und über eine entsprechende Informationspolitik (z.B. Veranstaltungskalender, Museumszeitung) zielgruppengenau der Bekanntheitsgrad und damit die Besucherzahlen gesteigert werden.

Im Mittelpunkt des Kontrahierungs-Mix stehen preispolitische Überlegungen. Entscheidungen in diesem Bereich betreffen die Eintrittsgelder und die Strate- gien der Preisdifferenzierung. (Schenker, 1990, S. 99) Damit gemeint sind ermäßigter oder freier Eintritt, Mengenrabatte, Kombitickets, Museumspässe, Abonnements, Kombipreise für Eintritt und Führung oder Veranstaltungsrei- hen. Sie können einen besonderen Anreiz zum Besuch einer Ausstellung lie- fern.

Wichtigste und am einfachsten veränderbare Variable des Distributions-Mix sind für ein Museum die Öffnungszeiten. Eine Ausweitung oder Verlegung der Öffnungszeiten in die Abendstunden ermöglicht es auch Berufstätigen das Museum nicht nur am Wochenende zu besuchen. Darüber hinaus spielen auch eine günstige Verkehrsverbindung, die zentrale Lage oder Wegweiser im Stadtbild eine entscheidende Rolle.

Außerdem kann der Verkauf von Eintrittskarten auch durch sog. Absatzmittlern erhöht werden. Dabei handelt es ich beispielsweise um Agenturen, Vorverkaufsstellen, Verkehrsvereine oder Reiseveranstalter.

3. Setzen Sie sich am Beispiel einer Kulturinstitution (z. B. Theater) mit dem Konzept des Controlling auseinander.

Ein systematisches Controlling kann durch die Implementierung betriebswirt- schaftlichen Denkens und Handelns als Führungsunterstützungssystem der Sicherung eines Unternehmens dienen. Bei der Umsetzung in öffentlich ge- förderten Theaterbetrieben ist allerdings zu berücksichtigen, dass diese die typischen Charakteristika eines Non-Profit-Unternehmens aufweisen. Dabei ist es nicht nur Ziel eines Theaters die finanzielle Überlebensfähigkeit zu sichern, sondern auch den künstlerischen Handlungsspielraum zu maximieren.

Entsprechend der Zieldefinition müssen bei der Bewertung des Erfolgs auch künstlerische Erfolgsindikatoren einbezogen werden: Auszeichnungen/Preisverleihungen, Theaterkritiken, Medienübertragungen von Inszenierungen, Publikumsbefragungen, Gastspiele aber auch die Stellung des Theaters in der Region insgesamt.

Das Controlling eines Theaters beinhaltet die betriebswirtschaftlichen Aspekte des Beschaffungscontrolling, des Produktionscontrolling und des Marketingcontrolling unter Berücksichtigung der theaterspezifischen Besonderheiten: ein zentrales Beschaffungscontrolling kann die einzelnen Werkstätten und technischen Teilbereiche überwachen und durch Kontrolle und Koordination für eine effiziente zeitliche, lokale, quantitative, qualitative und finanzielle Beschaffungsplanung sorgen (Stichwort: Synergieeffekte).

Mit dem Produktionscontrolling soll die Wirtschaftlichkeit des Produktionsprozesses optimiert werden. Damit eine optimale Auslastung der eigenen Kapazitäten erreicht wird, sind nicht nur die Angemessenheit der Produktionskosten - quantitativ als auch finanziell - sondern auch die Terminierung der Arbeitsabläufe ständig zu prüfen.

Das Marketingcontrolling ist darauf ausgerichtet, einen möglichst optimalen Marketing-Mix (d.h. einen möglichst optimale Kombination der Marketinginstrumente) zu gewährleisten. Die eingesetzten Marketingelemente und - methoden müssen dabei nicht nur im Hinblick auf ihre Wirksamkeit und auf die umsatzorientierten Zielvorgaben sondern auch auf die künstlerischen und gesellschaftlichen Zielvorgaben bewertet werden.

4. Wie lässt sich Organisationswissen managen? (Beispiel: Wissensmanagement im Betrieb)

Wissen als die zentrale Ressource in der Wissensgesellschaft kann zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens einen wichtigen Betrag leisten.

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Details

Seiten
10
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640982974
ISBN (Buch)
9783640982820
Dateigröße
404 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v176850
Institution / Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern
Note
1,0
Schlagworte
Kulturtourismus Erlebnismarkt Erlebnistourismus Marketing-Mix besucherorientiertes Museumsmarketing Theatercontrolling Wissensmanagement Kunstverein Kunstvermittlung

Autor

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