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Strategien zur Prävention von Vorurteilen und Diskriminierung

Anti-Bias Ansatz – Managing Diversity

Hausarbeit 2010 17 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2 Definitionen
2.1 Vorurteile und deren Komponenten
2.1.1 affektive Komponente
2.1.2 kognitive Komponente / das Stereotyp
2.2 Diskriminierung und deren Formen
2.2.1 Strukturelle Diskriminierung
2.2.2 Interaktionelle Diskriminierungen

3 Strategien der Prävention
3.1 Diversity Management / Managing Diversity
3.1.1 Einsatz von Managing Diversity
3.1.2 Ziele / Chancen des Managing Diversity
3.2 Anti – Bias Ansatz
3.2.1 Einsatz des Anti Bias Ansatzes
3.2.2 Ziele / Chancen durch Anti – Bias

4 Fazit und Ausblick

Quellenverzeichnis.

1 Einleitung

„Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom.“ (Albert Einstein)[1]

Mit diesem Zitat möchte ich in die Hausarbeit einleiten. Vorgefasste Meinungen sprich Vorurteile sind allgegenwärtig und scheinbar universell, wie Atome. Jeder Mensch hat Vorurteile. Gute wie schlechte. Bewusste wie Unbewusste. Doch wie kann es sein, dass uns Vorurteile zu diskriminierenden Verhalten gegenüber Minderheiten führen? Warum sind die Sichtweisen vieler Menschen so eingeengt? Wie entstehen Vorurteile? – Besonders in der Erziehung von Kindern zu Heranwachsenden, wo der Einfluss der Eltern und derer Umgebung als Vorbildsfunktion am höchsten ist, sagen Wissenschaftler ist eine Übertragung von Vorurteilen durchaus möglich[2]. Doch mit zunehmender Reife sollten vorgefertigte Meinungen und Werte kritisch reflektiert und damit auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Die Geschichte hat uns die Wichtigkeit des Sachverhaltes gelehrt, da ohne einem bestehenden Vorurteilsbewusstsein Gefahr besteht, dass „totalitäre Bewegungen und ihre Propaganda […an…] erheblichem Umfang annehmen“.[3] Besonders Deutschland ist in diesem Punkt ein trauriges Beispiel. Doch was kann getan werden? Mit dieser Frage beschäftigen sich seit langen unterschiedlichsten Wissenschaften, da der Gegenstand des Vorurteilens und der Diskriminierung verschiedene Ebenen des Daseins betrifft. Demnach bestehen auch viele Ansätze zur Prävention, seien sie aus Sicht der Geschichte, Biologie, Soziologie, usw..

In der vorliegenden Hausarbeit versuche ich zwei bestimmte Ansätze zu betrachten. Zum einen „Managing Diversity“ – der in Unternehmen und Organisationen zum Einsatz kommt und zum anderen den „Anti Bias“ Ansatz, der in der Bildungsarbeit angewandt wird. Es werden die Ziele und Chancen die diese Ansätze verfolgen aufgezeigt und im Fazit auf ihre Umsetzung und Anwendbarkeit kritisch überprüft.

2 Definitionen

In der Literatur lassen sich viele verschiedene Definitionen für Vorurteile und Diskriminierung finden. Grundlegend gleichen sich die Theorien und Wissenschaften in bestimmten Eckpfeilern. Vorurteile werden als eine vorab gefasste Meinung bzw. Bewertung beschrieben, Diskriminierungen als gruppenspezifische Benachteiligungen verstanden.

Um den Hintergrund der Anwendung der zwei Ansätze im Kapitel 3 aufzuzeigen, möchte ich im Folgenden die Begriffe Vorurteil und Diskriminierung aus Sicht der Sozialpsychologie beschreiben.

2.1 Vorurteile und deren Komponenten

Im Allgemeinen sind Vorurteile als „[…] feindselige oder negative Einstellung gegenüber Menschen einer bestimmten Gruppe, die nur auf ihre bloßen Mitgliedschaft basiert […]“ gefasst. Sozialpsychologisch werden Vorurteile als Faktor des Menschseins betrachtet, ferner von der Natur des Menschen abgeleitet. Es gibt demnach kein Leben ohne auf- oder abwertende Vorurteile. Vorurteile sind Einstellungen die zwischenmenschliche Verhaltensmuster prägen. Grundlage ist die Wahrnehmung und die daraus resultierende Bewertung. Diese basiert immer auf der abweichenden Überzeugung gegenüber anderem. Sie beschreiben das Verhalten und die Emotionen und bewerten diese vor einem gesellschaftlich – kulturell strukturierten Hintergrund.[4] Dieser kulturelle Hintergrund besteht aus Normen die zum Beispiel durch die Gemeinschaft, Eltern oder Medien vorgelebt und weitervermittelt werden. Die Weitergabe kann absichtlich wie unabsichtlich erfolgen und führt dazu, dass man Menschen die sich von unserer geprägten Norm / Einstellung unterscheiden, negative wie positive Eigenschaften und Qualitäten zuschreibt.

Um den Prozess der Unterscheidung zu verstehen ist es sinnvoll die affektiven Komponenten von Vorurteilen aufzuzeigen. Sie geben die Möglichkeit die Vorurteilsentstehung bewusster zu betrachten.

2.1.1 affektive Komponente

Vorurteile sind gesellschaftlich meist nur im Zusammenhang mit negativen Effekten in Gebrauch. Im Umkehrschluss besteht neben diesem Effekt auch eine positive kognitive Ebene / Seite auf denen Vorurteile gebildet werden können. Für alle Situationen haben Menschen schon im Vorhinein subtile Erwartungen, die beim eintreffen in diese entweder erfüllt oder widerlegt werden. Die Urteilsbildung die dem folgt ist die affektive Komponente von Vorurteilen. Sie kann demnach positiv wie negativ eintreten. In beiden Fällen werden weitergehend Eigenschaften, Muster und neue Erwartungen gestellt.[5]

2.1.2 kognitive Komponente / das Stereotyp

Geprägt durch die Kultur in der man lebt betrachtet man alle Menschen nach einer Norm. Wie sieht ein / eine typische / r RentnerIn, VerkäuferIn oder SängerIn aus. Wir besitzen schon ein Bild darüber im Kopf und neigen dazu dieses ohne der Erkenntnis der bestehenden Vielfalt zu generalisieren. Das heißt, dass allen Menschen die der Gruppe zugehören gleiche Eigenschaften zugeschrieben werden wie dem Menschen, den wir schon als stereotypisches Bild im Kopf haben. Wird der Stereotyp erst einmal bestätigt ist keine Veränderung des Bildes aufgrund neuer Informationen möglich. In unserer hochkomplexen Welt ist es schwierig neue Informationen aufzunehmen. Stereotype die Erfahrungen beruhen, erleichtern uns die weitere Denkweise indem sie uns die Betrachtung auf komplexe Felder vereinfachen. Wenn sie aber die Vielfalt in den Gruppen unbeachtet lässt, führt sie zu zur Generalisierung und damit zu Ungleichbehandlungen und Missbrauch.[6] Eine bekannte Karikatur (siehe Anhang 1) in der ein Hund, eine Robbe, ein Goldfisch, ein Elefant, zwei Vögel und ein Affe von einem Lehrer die Anweisung bekommen: "Zum Ziele einer gerechten Auslese lautet die Prüfungsaufgabe für sie alle gleich: Klettern sie auf den Baum!"[7], verdeutlicht die Ungleichbehandlung und damit die Gefahr die in einer Kategorisierung von Gruppen anhand eines Typen sich verbergen.

2.2 Diskriminierung und deren Formen

Diskriminierung leitet sich von dem lateinischen Wort „discriminare“ ab und bedeutet im eigentlichen Sinne „trennen“ oder „unterscheiden, absondern“. Diese drei Begriffe sind in Bezug auf den Menschen wichtige Wahrnehmungsmechanismen um sich in der Welt orientieren zu können. Man unterscheidet zwischen Heiß und Kalt, um nicht zu verbrennen oder zu erfrieren. Man trennt Menschen in gute Freunde und Bekanntschaften, nah und fern, um zu wissen wie wir uns ihnen gegenüber verhalten können. Dieses Verhalten wird im Allgemeinen nicht als Diskriminierung verstanden. Gesellschaftlich betrachtet versteht man unter dem Begriff der Diskriminierungen etwas anderes. Zum Beispiel wenn jemanden sein Ansehen durch unzutreffende Äußerung oder Behauptung in der Öffentlichkeit herabgesetzt wird oder wenn man Menschen nur anhand gruppenspezifischer Merkmale unterscheidet.[8]

Um die Formen im Zusammenhang von Strategien zur Prävention von Diskriminierungen erkennen zu können, werden im folgenden Kapitel die strukturelle und individuelle Diskriminierung näher betrachtet.

2.2.1 Strukturelle Diskriminierung

Diese Form beschreibt die Diskriminierung von ganzen „[…] Bevölkerungsgruppen aufgrund von Geschlecht, sozialer oder ethnischer Herkunft, körperlicher Konstitution oder sexueller Orientierung[…]“. Besonders bekannte Formen sind zum Beispiel Antisemitismus oder Sexismus. Der Menschen in der Gruppe werden dabei nicht als besondere oder selbstbestimmungsfähige Individuen gesehen. Vielmehr werden ihnen gruppenspezifische Merkmale zugeschrieben die immer durch eine gesellschaftliche Mehrheit definiert werden. Diskriminierung resultiert dabei aus dem Normalvollzug etablierter gesellschaftlicher, politischer und ökonomischer Strukturen.[9]

[...]


[1] http://zitate.net/vorurteile.html

[2] Allport, G.-W.; Die Natur des Vorurteils ; Graumann, C.-F. (Hrsg.);(1997); S. 299

[3] Soziologische Exkurse, Nach Vorträgen und Diskussionen, Vorurteil , Hrsg. Von Institut für Sozialforschung,(1991); S.151

[4] Behlmann, Andreas ; Jonas, Kai-J. (Hrsg .); Diskriminierung und Toleranz: Psychologische Grundlagen und Anwendungsperspektiven , (2009) S. 47 f

[5] Vgl. Aronson, E.;Wilson, T.;Akert, R.-M.; Sozialpsychologie ; 4. Auflage, (2008); S.485

[6] Ebd. S. 486

[7] Traxler, H., in: Klant, M.: SchulSpott , Karikaturen aus 2500 Jahren Pädagogik

[8] http://www.basisundwoge.de/wogeev/downloads/info/DiskriminierungErkennen.pdf

[9] Hormel, U.;Scherr, A.; Bildung für die Einwanderungsgesellschaft: Perspektiven der Auseinandersetzung mit struktureller, institutioneller und interaktioneller Diskriminierung ; S. 20 f

Details

Seiten
17
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640984282
ISBN (Buch)
9783640984190
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v176916
Institution / Hochschule
Fachhochschule Erfurt
Note
1,7
Schlagworte
Soziale Arbeit Diskriminierung Vorurteil Managing Diversity Anti Bias Ansatz

Autor

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