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Jugendkulturen junger Muslime

Jung und Moslem in Deutschland

Hausarbeit 2009 11 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Lebenssituation junger Muslime in Deutschland

3. Religion, Sitten und Bräuche sowie Verständnislosigkeit

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Wer einen Menschen bessern will, muss ihn erst einmal respektieren“ (Ronner, M. zit. n. Romano Guardini. S. 237, 2003). Mit diesem Zitat von Romano Guardini soll die schriftliche Ausarbeitung zum Thema „Jung und Moslem in Deutschland“ eingeleitet werden. Es verweist auf ein immer größer werdendes Problem in der Bundesrepublik Deutschland, welches in Form von spannungsvollen Beziehungen zwischen den Religionenbzw. Glaubensrichtungen, aber auch in Bezug auf die unterschiedlich gelebten Werte und Normen des Islams auf der einen Seite und der westlichen Welt auf der anderen Seite zum Ausdruck kommt. Gegenseitiger Respekt, ein friedvolles Zusammenleben und Vorurteilslosigkeit scheinen in Deutschland deshalb immer weniger Bestätigung zu finden.

Die vorliegende schriftliche Ausarbeitung nimmt sich der Analyse dieses Problems an und geht speziell auf die jüngere Generation, der in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Muslime ein.

Im ersten Kapitel wird auf die Struktur, Sprachkenntnis, Wohnverhältnis, schulische Ausbildung sowie der Arbeitssituation der in Deutschland wohnhaften Muslime eingegangen. Die Basis der dafür notwendigen Daten zur weiteren Veranschaulichung liefert hauptsächlich das Sammelband „Junge Muslime in Deutschland“ von Claudia Lübcke, welches sich auf Ergebnisse aktueller, empirischer Untersuchungen zu diesem Themenbereich bezieht. Ein erster Überblick und die Beschreibung von relevanten Hintergrundinformationen sollen in diesem Teil aufgezeigt werden, wobei die Bedeutung der Glaubensrichtung noch unbeachtet bleibt und erst im anschließenden Kapitel aufgegriffen wird.Die Problemstellung der Diskriminierung, soziale Benachteiligung und unzureichende Integration werden folgend im zweiten Kapitel eingeleitet und später weiter behandelt. Die Frage der herrschenden Verständnislosigkeit auf deutscher bzw. nichtmuslimischer Seite soll hier hervorgehoben werden. Aufgrund dessen werden provozierende und sogenannte „Reizthemen“, wie die Zwangsheirat, das Tragen des Kopftuches oder der Ehrenmord, die ihre Legitimation dem islamischen Glauben verdanken und das alltägliche Leben junger Muslime in Deutschland beeinflussen, untersucht sowie diskutiert (vgl. Lübcke, C. S. 7, 2007).Im Anschluss findet sich das Fazit, welches meinepersönlich geleitete und kritische Stellungnahme zu dem Vorangegangenen veranschaulicht.

Zusätzlich ist anzumerken, dass sich die vorliegende Arbeit als eine schriftliche Ausarbeitung des bereits vorgetragenen Referatsthemas vom 05.03.2009 bei Frau Dr. Ulrike Ofner der Helmut-Schmidt Universität Hamburg „Jugendkulturen junger Muslime“ versteht. Auch hier wurde die oben bereits erwähnte Lektüre von Frau Claudia Lübcke verstärkt genutzt, weshalb diese bei der Verschriftlichung des Themenbereiches ebenfalls Verwendung findet.

2. Lebenssituationjunger Muslime in Deutschland

Anlässlich der Anwerbung und Einreise muslimischer Arbeitnehmer und ihrer Familien gehört der Islam heutzutage zur drittgrößten Glaubensgemeinschaft in Deutschland (vgl. Lemmen, T. S. 11, 2001). Insgesamt liegt die Zahl der in Deutschland lebenden Muslime bei knapp 3,3 Millionen. Dies entspricht der Hälfte aller in Deutschland ansässigen Ausländer, die sich der Religion des Islams verbunden fühlen (vgl. Lübcke, C. S. 33, 2007). Nimmt man folglich eine Gliederung der vorliegenden Zahlen vor, so fällt auf, dass der wesentliche Teil der Muslime aus der Türkei stammt. Mit 60% bilden sie somit den Hauptanteil der Muslime. Die restlichen 40% der in Deutschland wohnhaften Muslime geht aus den Nationalitäten, wie dem Iran (2%), Afghanistan (2%), Marokko (2%), kleine Teile des Libanon (1%), Pakistan (1%), Tunesien (1%) sowie aus 26% deutscher Muslime hervor, die in erster Linie eingebürgert wurden. Diese Daten und Zahlen sind aus dem statistischen Bundesamt von 2005 entnommen, wodurch aus heutiger Sicht keinerlei große Differenz besteht. Trotzdem muss das Problem verdeutlicht werden, dass kaum Daten zur Sozialstruktur der jungen Muslime in Deutschland vorhanden sind (vgl. Lübcke, C. S. 33, 2007). Jedoch können weiter Aussagen über die Wohnverhältnisse von Migranten getroffen werden. Eine ausländische Familie beansprucht im Gegensatz zu einer deutschen Familie bei gleichgroßem Haushalt eine geringere Wohnfläche. „Trotz der kleineren Wohnungen und größeren Haushalte sind Ausländer von einer relativ höheren Mietbelastung betroffen“ (Lübcke, C. S. 35, 2007). Diese Tatsache soll nur die aktuellen Begebenheiten aufzeigen und wird an dieser Stelle unkommentiert stehen gelassen.

Auch wenn angenommen wird, dass muslimische Kinder und Jugendliche bei der Integration in die Gesellschaft durch die fehlenden Sprachkenntnisse, als eine der zentralen Handlungskompetenzen, Probleme und Schwierigkeiten erfahren, so widerlegen Untersuchungen diese Annahmen (vgl. Lübcke, C. S. 35, 2007). Verschiedene Ergebnisse einer großangelegtenUntersuchung von Migranten türkischer Herkunft beweisen, dass z.B. 92% der 15- bis 24-Jährigen keine Probleme beim Einkauf in deutschen Geschäften haben. Interviewer dieser Untersuchung bestätigen des Weiteren, knapp die Hälfte, genauer 46,9% der türkischen Befragten verfügen über gute bis perfekte Deutschkenntnisse. Diese Untersuchung und Analyse kann im Wesentlichen auch auf den Rest der Muslime in Deutschland bezogen werden, welche 1996 durchgeführt worden ist (vgl. Lübcke, C. S. 35, 2007).

In den letzten Jahren hat sichnebenbei bestätigt, dass die berufliche Ausbildung von ausländischen Jugendlichen im Allgemeinen durchschnittlich geringer qualifizierend ist, als die von deutschen (vgl. Lübcke, C. S. 35, 2007). Dies wird durch eine Analyse der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Maria Böhmer bestätigt. 2002/ 2003 besuchten 43,8% der Migranten die Hauptschule und nur 13,9% das Gymnasium. Im Gegensatz dazu besuchten nur 18,6% die Hauptschule und 32,3% das Gymnasium (vgl. Lübcke, C. S. 36, 2007). Der signifikante Unterschied wird deshalb schon durch das alleinige Betrachten der Prozentwerte ersichtlich. An dieser Stelle ist wiederum anzumerken, dass die erwähnten amtlichen Statistiken zur Bildungsbeteiligung von Migranten die Staatsangehörigkeit zwar berücksichtigen, die genauere Beschreibung sowie Analyse der muslimischen Migranten jedoch nach wie vor als unbefriedigend anzusehen ist, da eingebürgerte Schüler mit Migrationshintergrund und junge Aussiedler nicht beachtet werden. Diese Meinung wird ebenfalls von mehreren Autoren vertreten. Trotz dieser Erkenntnis kann die Tendenz einer stetigen Verbesserung der schulischen Situation junger Migranten in den vergangenen Jahren aufgezeigt werden, obwohl der Unterschied zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen immer noch vorhanden, aber stabil ist (vgl. Lübcke, C. S. 36, 2007).

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Details

Seiten
11
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640984428
ISBN (Buch)
9783640984541
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177008
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
2,7
Schlagworte
jugendkulturen muslime jung moslem deutschland

Autor

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Titel: Jugendkulturen junger Muslime