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Geschichte der Erwachsenenbildung

Hausarbeit 2008 15 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Gliederung

1. Einführung

2. Erwachsenenbildung- allgemeiner Überblick

3. Geschichte der Erwachsenenbildung

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einführung

In dieser Hausarbeit wird auf die geschichtliche Entwicklung der Erwachsenenbildung eingegangen. Diese werden chronologisch geordnet erwähnt und in ihrer Funktion beschrieben. Wolfgang Seitter macht in seiner Arbeit „Geschichte der Erwachsenenbildung“ deutlich, dass eine einheitliche festgeschriebene Geschichte der Erwachsenenbildung nicht existiert (vgl. Seitter, W. 2000 S. 7). Dieser Meinung schließe ich mich nur zum Teil an, nachdem ich mich vorab mit diesem Thema befasst habe. Schon aufgrund der eigentlichen Unstrukturiertheit oder der Vielfältigkeit der Erwachsenenbildung ist es nicht einfach die historische Entwicklung der Erwachsenenbildung darzustellen. Trotzdem ist es mir gelungen einen allgemeinen Überblick über die Institutionen der Erwachsenenbildung aufzuzeigen.

Ich bin durch einen Text von Rolf Arnold über die Erwachsenenbildung und die jeweiligen Probleme und Perspektiven, welcher im Seminar „Struktur und Transformation der Weiterbildung“ behandelt worden ist, auf dieses Thema, bzw. auf die Institutionen der Erwachsenenbildung aufmerksam geworden (vgl. Arnold, R. 2006 S.96-107). Jedoch war es auch für mich eine Art Herausforderung eine Hausarbeit über dieses Thema zu verfassen, nachdem mir mein Dozent Dr. Peter Kossack einen kleinen Denkanstoß zur Themenauswahl gegeben hat.

In Punkt zwei wird als erstes auf die Erwachsenenbildung eingegangen. Hier soll dem Leser in einfachen und kürzen Zügen die Erwachsenenbildung im Allgemeinen vorgestellt werden. Darin enthalten ist die Definition der Erwachsenenbildung und die Struktur bzw. wird speziell auf das Strukturbild von Rolf Arnold eingegangen, da dieses die Erwachsenenbildung am ehesten erfasst und beschreibt. Anschließend wird die allgemeine Geschichte der Erwachsenenbildung vorgestellt. Damit wird eine Art „postulierte Chronologie“ der Erwachsenenbildung geschaffen, was der Kern dieser Arbeit sein soll. In Punkt vier findet sich nun das Fazit, in dem meine eigene Meinung, sowie ein Resümee zu diesem Thema die Arbeit abschließen soll.

2. Erwachsenenbildung- allgemeiner Überblick

Um die Institutionen der Erwachsenenbildung und die geschichtliche Entwicklung erläutern zu können, muss der Begriff Erwachsenenbildung erklärt und definiert werden. Was versteht man darunter und gibt es Unterschiede zum Begriff der Weiterbildung? Ist die Erwachsenenbildung mit dem Bildungssystem Deutschlands zu vergleichen oder sogar ein Teil von diesem und was ist unter den Trägern der Erwachsenenbildung zu verstehen? Viele Fragen, die nun hier ihre Antwort finden.

Die am zutreffendste Definition der Erwachsenenbildung lautet: „Erwachsenenbildung ist die organisierte, zielgerichtete Fortsetzung des Lernprozesses neben oder nach der Berufstätigkeit“ (Siebert, H. 1972 S.10). Aus dieser Definition, welche zugleich auch ein Definitionsvorschlag des Deutschen Bildungsrates von 1970 ist, wird deutlich, dass die Erwachsenenbildung eine Art Lernen ist, welches weiter geführt wird. Dieses weitergeführte Lernen knüpft sich an das Lernen, welches in Schulen und Universitäten, also in den primären, sekundären oder tertiären Bereichen des Bildungssystems stattfand, an. Meist dann, wenn man einen Beruf nachgeht und sich aufgrund dessen weiterbilden muss, was vom Arbeitgeber veranlasst und somit als Fortbildung bezeichnet wird. Durch eine vom Arbeitgeber veranlasste Fortbildung, erhält die Person, der Arbeitnehmer, eine spezifische Qualifikation, die entscheidend und wichtig für die weitere Ausführung seiner Arbeit in dem Unternehmen ist. Dieses Beispiel veranschaulicht nun den Qualifikations- und Kompetenzerwerb bezogen auf die Verbindlichkeit zu lernen, die der Arbeitgeber von seinem Arbeitnehmer verlangt. Trotzdem kann man allgemein sagen, dass die Erwachsenenbildung zu bestimmten Qualifikationen führt. „Die Bevölkerung nimmt die Erwachsenenbildung in erster Linie als ein Angebot von Veranstaltungen zur Kenntnis“ (Knoll, J. 1979 S.6). Die Veranstaltungen führen anschließend zu Qualifikationen und neuem Wissen in einem bestimmten Bereich.

Erwachsenenbildung unterteilt man in ein dreigliedriges Gefüge. Der Träger der Erwachsenenbildung, die Einrichtung und die Veranstaltung (vgl. Knoll, J. 1979, S.6). Der Unterschied zwischen den Trägern und den Einrichtungen ist nur sehr schwierig aufzuzeigen. Unter einem Träger der Erwachsenenbildung versteht man den „Verantwortlichen“, der die formalrechtlichen und finanziellen Voraussetzungen schafft, dass eine Einrichtung der Erwachsenenbildung vernünftig arbeiten kann (vgl. Knoll, J. 1979 S.6). Ein Mitarbeiter der Erwachsenenbildung ist somit von einem Träger angestellt, arbeitet in einer Einrichtung und ist mitverantwortlich für die Veranstaltungen, die angeboten werden (vgl. Knoll, J. 1979 S.6). Die Institutionen der Erwachsenenbildung, auf die im weiteren Verlauf eingegangen wird, können nun Träger oder auch Einrichtungen sein. Der Begriff Institutionen kompensiert demnach beide Begriffe und gilt eher als Oberbegriff (vgl. Knoll, J 1979 S.7).

Nachdem nun erläutert wurde, was man unter Erwachsenenbildung allgemein versteht und was eine Institution der Erwachsenenbildung ist, wird jetzt auf Hauptnachfrager der Erwachsenenbildung eingegangen. Diese sind die Individuen, die Betriebe und der Staat. Die Individuen versuchen über die Erwachsenenbildung die Probleme ihrer Lebensbewältigung zu bearbeiten und demnach die Wünsche und Anliegen an diese zu richten (vgl. Kaiser, F., Pätzold, G. 2006 S.237). Die Betriebe fordern von der Erwachsenenbildung, dass diese den Arbeitnehmern und Beschäftigten der Betriebe gewisse Qualifikationen vermitteln. Aufgrund des technologischen und wirtschaftlichen Wandels ist daher die Nachfrage der Betriebe enorm gestiegen. Der Staat ist der letzte „Nachfrager“, welcher zum Beispiel über die Erwachsenenbildung gesellschaftliche Probleme behandelt sehen will. Er versucht damit das Konfliktpotenzial der Bevölkerung zu reduzieren. Auf der anderen Seite subventioniert der Staat die Erwachsenenbildung und gibt die rechtlichen Rahmenbedingungen vor (vgl. Kaiser, F., Pätzold, G. 2006 S.237).

Die Struktur der Erwachsenenbildung lässt sich in diesem Abschnitt gut aufzeigen. Wie schon am Anfang kurz erwähnt, gibt es die offene Erwachsenenbildung. Das Gegenteil dazu ist die geschlossene Erwachsenenbildung oder Weiterbildung. An dieser Stelle bietet sich jedoch ein Exkurs an, den Unterschied zwischen der Erwachsenenbildung und Weiterbildung zu erläutern, da beide Begriffe oft verwendet werden. Viele Autoren, die sich mit der Erwachsenenbildung befassen, behaaren darauf, dass man Erwachsenenbildung voneinander trennen muss. Jedoch gibt es auf der anderen Seite Autoren, welche beide Begriffe anwenden, weil sie inhaltlich und auch praktisch dasselbe aussagen und bewirken. Weiterbildung ist aus Sicht von Franz-Josef Kaiser und Günther Pätzold in ihrem Wörterbuch der „Berufs- und Betriebspädagogik“ nur ein paralleler Begriff zur Erwachsenenbildung mit gleichem Sinngehalt, der ausschließlich in Bezug auf die Betriebe verwendet wird, da diese zwar ihre Angestellten durch Erwachsenenbildung weiterbilden, aber in diesem Fall den Begriff der Weiterbildung verwenden (vgl. . Kaiser, F., Pätzold, G. 2006 S.237).

Weiter nun mit der geschlossenen Weiter- bzw. Erwachsenenbildung. Die ist, wie der Name schon sagt, ausschließlich für die in einem Unternehmen oder Betrieb angestellten Mitarbeiter bestimmt. Somit sind die offene-, welche für Jedermann zugänglich ist und die geschlossene Erwachsenenbildung die beiden entscheidenden Formen der Weiterbildung. Die offene Erwachsenenbildung besitzt jedoch im Gegensatz zur geschlossenen Erwachsenenbildung zwei unterschiedliche Träger. Auf der einen Seite stehen die öffentlichen Träger, die durch Medien kontrolliert werden können und die offene Weiterbildung finanzieren. Auf der anderen Seite stehen dementsprechend die nichtöffentlichen Träger, welche sich wiederrum unterteilen in gemeinnützige und kommerzielle Träger. Eine weitere Form und somit die Dritte ist die informelle Erwachsenenbildung. Diese hat eine Besonderheit, weil sie meist nicht von einer Institution getragen, sondern vielmehr eine Gegenthese zu der geschlossenen und offenen Weiterbildung ist. Sie ist selbstorganisiert und findet im Schatten der Öffentlichkeit statt (vgl. Arnold, R. 2006 S. 97).

Da die Strukturbeschreibung sehr schwierig zu verstehen ist, bietet es sich an, dieses nochmals zusammenfassend zu wiederholen. Fangen wir bei den nichtöffentlichen Trägern an, die zum Einen gemeinnützig oder kommerziell sein können. Das bedeutet in anderen Worten, sie dienen dem Gemeinwohl oder sind ausschließlich auf den finanziellen Gewinn gerichtet. Beide „Arten“ dieser nichtöffentlichen Träger, stehen den öffentlichen Trägern gegenüber. Die öffentlichen Träger sind zum Beispiel die Agenturen für Arbeit, Sozialamt oder Bundesversicherungsanstalt für Angestellte.[1] Somit finanzieren die öffentlichen und nichtöffentlichen Träger die offene Weiterbildung. Die geschlossene Weiterbildung auf der anderen Seite wird hauptsächlich von Betrieben, Unternehmen, öffentlichen Diensten und Verbänden finanziert, welche natürlich auch gewisse Trägerschaften sind (vgl. Arnold, R. 2006 S. 96-97).

Auch wenn Arnold in seiner Beschreibung der Struktur der Erwachsenenbildung noch weitere Schaubilder und Definitionen hervorbringt, so beinhaltet diese alle wichtigen Komponenten (vgl. Arnold, R. 2006 S.95-107).

[...]


[1] vgl. Handwerkskammer Mannheim (2006): Förderung durch öffentliche Träger[online] URL: http://www.hwk-mannheim.de/65,276,413.html [Stand: 03.04.2008]

Details

Seiten
15
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640984497
ISBN (Buch)
9783640984596
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177015
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
2,3
Schlagworte
geschichte erwachsenenbildung

Autor

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Titel: Geschichte der Erwachsenenbildung