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Das Lerntempoduett als Methode kooperativen Lernens

Hausarbeit 2009 15 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Lerntempoduett
2.1. Vorstellung der Methode
2.2. Vorüberlegungen
2.3. Anwendungsgebiete
2.4. Warum mit dem Lerntempoduett arbeiten?
2.5 Kritik

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Hausarbeit behandelt das Lerntempobrett als Methode kooperativen Lernens. Da im Rahmen des zugehörigen Seminars ausgiebig über kooperatives Lernen und dessen Vorteile, die es für den Unterricht birgt, thematisiert wurden, werde ich mich hier auf die Methode Lerntempobrett im speziellen konzentrieren.

Der Fokus dieser Arbeit liegt darauf diese Methode zu erläutern und auf eine Durchführung vorzubereiten. Zu diesem Zweck gebe ich zunächst einen zusammenfassenden Überblick über den Ablauf des Lerntempobretts, bevor ich auf die theoretischen Vor- und Nachbereitungen eingehe. Weiterhin werde ich die geeigneten Anwendungsgebiete aber auch Kritik an der Methode aufzeigen. Am Ende soll noch einmal auf den Nutzen und die Wirkung hingewiesen werden.

2. Lerntempoduett

2.1 Vorstellung der Methode

Der Begriff Lerntempobrett ist für die im Folgenden beschriebene Methode des kooperativen Lernens etwas irreführend, da diese nicht allein in Paaren, sondern auch in größeren Gruppierungen durchgeführt werden kann. Das Lerntempobrett lässt sich leicht, wie jede andere Methode des kooperativen Lernens, in verschiedene Phasen aufspalten, über welche ich im Folgenden zunächst anhand eines Rasters einen Überblick verschaffen werde, bevor ich vertieft auf den Lernprozess eingehe.

1. Organisation bzw. Einleitung des Prozesses

Zunächst wird die Vorgehensweise im Plenum erläutert und das notwendige Material ausgehändigt.

2. erste Aneignungsphase

Die Schüler bearbeiten unterschiedliche Aufgabenstellungen eines Hauptthemas. Sie werden zu so genannten Experten ihrer Aspekte des Themas.

3. Austauschphase

Schüler, die ähnlich schnell die Bearbeitung ihrer Aufgaben beenden und unterschiedliche Aufgabenstellungen bearbeiteten, schließen sich zu Duetts (oder je nach Organisation auch größeren Gruppen) zusammen. In Partnerarbeit bearbeiten, besprechen und präsentieren sich die Schüler nun wechselseitig ihre Ergebnisse.

4. zweite Aneignungsphase

Anschließend werden wiederum in Einzelarbeit die unterschiedlichen Inhalte bearbeitet, in Zusammenhang gestellt und gelernt.

5. Verarbeitungsphase

Dem Schema der Austauschphase folgend werden nach Abschluss der Aneignungsphase wieder Duette nach Lerntempo gebildet. In diesen Duetten werden weitere, vertiefte Aufgabenstellungen bearbeitet, um das bisher gelernte Wissen zu festigen und um sich gegenseitig über das Gelernte auszutauschen.

6. Anschlussgespräch

Abschließend werden nun im Rahmen eines Reflexionsgesprächs wieder im Plenum eventuelle Fragen und Probleme, die sich während der Arbeit ergeben haben, aufgegriffen. Hier kann aber auch der Lernprozess weitergeführt werden.

Der Inhalt der Arbeiten in der ersten Aneignungsphase kann variiert werden. Es kann sich dabei um einfache Textarbeit aber auch um leichte Experimente, Rechenaufgaben oder auch Dialoge handeln. Allerdings müssen die vorbereiteten Aufgaben so auf das Lerntempobrett zugeschnitten sein, dass jeweils zwei1 Aufgaben sich komplementär ergänzen und zusammengenommen eine höhere Einheit bilden. Die individuellen Ausarbeitungen werden visuell mit Hilfe von zuvor erläuterten Mitteln dargestellt. Es entstehen so genannte kognitive Lanbkarten, welche über Schrift, Symbole, Bilder u.ä. den gewonnenen Lernzuwachs durch die Arbeit darstellen.

EXKURS: KOGNITIVE LANDKARTEN

Kognitiven Lanbkarten (mental maps) sind in diesem Falle mentale Repräsentationen der in Aneignungsphase des Lerntempoduetts vermittelten Inhalte des Lernstoffs. Sie dienen dem vereinfachten Merken komplexer Zusammenhänge. Es wird angenommen, dass der Mensch „Information über Räume und Landschaften in landkarten-ähnliche Bilder“ umsetzt, sprich eine kognitive Landkarte anlegt. Dieses Phänomen kann jedoch auch genutzt werden um bisher Gelerntes zu visualisieren, indem eine Zeichnung direkt aus dem Gedächtnis heraus erstellt wird. An dem jeweiligen Detaillierungsgrad der Zeichnung ist hervorragend absehbar, welche Teilaspekte der Lernende besonders gut verinnerlichte und wo weiterer Vertiefungsbedarf herrscht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 drei bei Terzetten usw.

Beendet ein Schüler diese Phase, signalisiert er dies mit einem zuvor ausgemachten Zeichen, oder begibt sich in eine zuvor festgelegte Zone. Dort wartet er, bis ein Schüler mit dem passenden „Puzzlestück“, den zu seinen Aufgaben komplementären Aufgaben, ebenfalls fertig wird.

Es folgt die Austauschphase. Die Schüler präsentieren sich wechselseitig ihre kognitiven Lanbkarten, die die Bearbeitung der Aufgaben erleichtern sollen. Durch zusätzliche verbale Erläuterungen der Landkarten wird das angeeignete Wissen weiterhin gefestigt2 . Der Fokus dieser Phase liegt darin einen Überblick über die Lerninhalte zu bekommen, keineswegs um eine vollständige Wissensvermittlung. Es sollen vielmehr die Grundgedanken und Grundprinzipien herausgefiltert und weitergegeben werden, was die Aneignung des Lernstoffes durch eine Vorstrukturierung erheblich erleichtert. Diese Methode wird auch abvance organizer genannt.

EXKURS: ADVANCE ORGANIZER

Ein abvance Organizer ist ein knappes Textelement, dass einem zu lernenden Text vorangestellt wird. Der Inhalt des Textelementes bezieht ich auf den Inhalt des folgenden Lerntextes, gibt einen Überblick über die dort abgehandelten Themen. Dies ist nützlich, da der abvance organizer, als Einstimmung auf den Lerntext, das Gedächtnis aktivieren kann, um bereits vorhandenes Vorwissen aus dem Langzeitgedächtnis für den nachfolgenden Lernprozess nutzbar zu machen. Er kann demnach helfen den Inhalt eines Textes effizienter und schneller zu erfassen.

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Details

Seiten
15
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640987139
ISBN (Buch)
9783640987016
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177196
Institution / Hochschule
Universität Bremen
Note
1,3
Schlagworte
kooperative Lernmethoden Lernmethoden Lerntempoduett

Autor

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Titel: Das Lerntempoduett als Methode kooperativen Lernens