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Sexuelle Gewalt und die Nachbetreuung von Sexualstraftätern

Hausarbeit 2011 17 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist ein Sexualstraftäter?

3 Daten und Fakten

4 Folgen für die Opfer

5 Prävention

6 Was steckt eigentlich hinter dem Begriff der „Behandlung“ im Zusammenhang mit Sexualstraftätern?

7 Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen für Sexualstraftäter?

8 Erwartungen einer Behandlungsmöglichkeit für Sexualstraftäter

9 Kognitiv-Behavioristische Trainings Methode in Verbindung des Rückfall- Verhü- tungs Trainings

10 Ist eine nachsorgende Behandlung von Sexualstraftätern durch Niedergelassene Therapeuten umsetzbar?

11 Erwartungshaltung an das Behandlungspersonal in der Arbeit mit Sexualstraftä- tern

12 Schlussfolgerung und eigene Meinung des Verfassers

13 Literatur

1 Einleitung

Insbesondere sexuelle Gewalt steht in der Bundesrepublik Deutschland im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Dies wird durch die Medien (Zeitung, Fernsehen, Internet), die es möglich machen Informationen sofort zu verbreiten, begünstigt. Dabei lösen besonders sexuelle Gewalt an Kindern große Anteilnahme aus.

Als Beispiel ist hier der in letzter Zeit bekannt gewordene sexuelle Missbrauch von Kindern durch Priester der katholischen Kirche zu nennen. Diese Vorfälle sind auf großes Interesse in der Öffentlichkeit gestoßen und haben dem Image der Kirche sehr geschadet. Durch diese Fälle wurde die Diskussion über Sexualstraftäter neu entfacht (siehe Jäger (2003)). Erst jüngst wurde von einem Familienvater berichtet, der seine Kinder sexuell missbraucht hat und sie sogar für sexuelle Handlungen anderen Männern angeboten hat. Dieser Mann hat sogar acht Kinder mit seiner Stieftochter gezeugt. In der Öffentlichkeit werden die Forderungen nach härteren Strafen bis zu einer lebenslangen Inhaftierung immer lauter, um die Gesellschaft vor solchen Tätern zu schützen und eventuelle Rückfälle zu vermeiden.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Prävention von Sexualstraftätern. Zunächst wird die Be- griffsbestimmung des Sexualstraftäters erläutert und dabei herausgestellt, dass eine eindeutige Typisierung des Sexualstraftäters nicht möglich ist. Desweiteren stehen nicht primär sexuelle Triebe im Vordergrund. Weiterhin werden die Konsequenzen für die Opfer beleuchtet und da- mit die Notwendigkeit von Präventionen unterstrichen. Danach werden einige Daten und Fakten aufgezählt gefolgt von einer allgemeinen Erläuterung der Prävention. In den nächsten Kapiteln werden Behandlungsmöglichkeiten von Sexualstraftätern erläutert. Dabei geht es auch um Er- wartungen einer Behandlungsmöglichkeit für Sexualstraftäter und Trainingsmethoden. Deswei- teren wird auf die Frage eingegangen, ob eine nachsorgende Behandlung von Sexualstraftätern durch niedergelassene Therapeuten umsetzbar ist. Hinzu kommt die Erwartungshaltung an das Behandlungspersonal in der Arbeit mit Sexualstraftätern. Ein kurzes Fazit bildet den Abschluss der Arbeit.

2 Was ist ein Sexualstraftäter?

In diesem Kapitel wird der Begriff des Sexualstraftäters näher beleuchtet. Die Ausführungen basieren auf Schaser und Stierle (2005), Jäger (2003) und Klehm (2003). Sexualstraftäter weisen häufig ein derart komplexes Störungsbild auf, dass zu deren Ent-schlüsselung eine einzelne Theorie nicht ausreichen kann. Der Strafbestand der Sexualdelin-quenz wird heute als Angriff gegen das Selbstbestimmungsrecht auf den eigenen Körper und die eigene Seele verstanden. Es ist nicht möglich, den Sexualstraftäter als solches zu typisieren. Es gibt eine Vielzahl von sozialen und psychischen Problematiken der Täter. Folglich stellt der Begriff Sexualstraftäter eher einen juristischen Sammelbegriff dar. Darunter zählen Straftaten wie beispielsweise Exhibitionismus, Sexualmord, Vergewaltigung oder Nöti-gung. Diese unterscheiden sich bezüglich

- ihrer Schwere,
- Gewaltanteils,
- Tatmotivs
- sowie der Schadensfolgen für die Opfer.

Als problematisch erweist sich auch die juristische Unterscheidung der sexuellen Straftaten, wie etwa sexueller Nötigung und Vergewaltigung.

Hinsichtlich ihrer Persönlichkeitsstrukturen sowie des Krankheitsbildes stellen die Sexualstraftäter eine sehr heterogene Gruppe dar. Hier gibt es eine große Vielfalt der Erscheinungsbilder von Sexualstraftätern, die nicht eindeutig klassifiziert werden können.

Trotz der vielen Unterschiede weisen Sexualstraftäter auch Gemeinsamkeiten auf. Diese ma- nifestieren sich in Defiziten in der Persönlichkeit und sozialen Kompetenz. Desweiteren neigen sie dazu ihre Tat zu verharmlosen und sogar zu verschönern, um sich auf diese Weise vor Leid zu schützen. Sie lehnen oft ihre Verantwortung für die Tat ab und benennen dafür äußere Ein- flüsse. Hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten bei Persönlichkeitsdefiziten sind zu nennen

- Beziehungsstörungen,
- Störungen des Selbstwertgefühls,
- Störungen der Impulskontrolle
- sowie Störungen der männlichen Identität.

Hinzu kommt, dass es oft an Bezugspersonen mangelt. Somit steht bei Sexualstraftätern nicht primär die gestörte Sexualität im Vordergrund, sondern vielmehr seelische Störungen. Sexual- straftäter begehen die Tat selten aufgrund von erhöhtem Sexualtrieb, sondern häufiger wegen Aggressivität, Angstabwehr und Beziehungsstörungen. Folglich unterscheiden sie sich wenig von Gewalttätern.

3 Daten und Fakten

In Abbildung 1 sind Häufigkeitszahlen (Fälle pro 100.000 Einwohner) von Fällen sexuellen Miss- brauchs, sexuellen Missbrauchs von Kindern und sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener zu sehen. Auffälig ist dabei, dass die Häufigkeitszahlen von sexuellem Missbrauch und sexuel- lem Missbrauch von Kindern seit 1987 zurückgegangen sind. Diese Zahlen sind sogar seit den 1950er Jahren zurückgegangen (vgl. Volpert und Galow (2010)). Anfang der 90er waren die größten Häufigkeitszahlen zu beobachten. In Bezug auf sexuellen Missbrauch von Kindern lag die Anzeigen der Anzeigen zwischen 1955 und 1965 jährlich bei etwa 30 und mehr Fällen pro 100.000 Einwohner. Im Jahr 2009 waren 15 angezeigte Fälle pro 100.000 Einwohner zu ver- zeichnen (vgl. Volpert und Galow (2010)).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Häufigkeitszahlen ausgewählter Deliktsbereiche, vgl. Volpert und Galow (2010)

Die Aufklärungsquote bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung ist seit den 1970er Jahren von 75 % auf 81,6 % im Jahr 2009 gestiegen.

Bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden im Jahr 2009 weit überwiegend männliche Erwachsene ab 21 Jahren mit einem Anteil von 78,4 % ermittelt. Dabei bilden die männlichen Erwachsenen ab 21 den deutlich größeren Anteil an Tatverdächtigen für jeglichen sexuellen Missbrauch. Die Zahlen variieren zwischen 67,2 % bei sexuellem Missbrauch von Kindern und 97,8 % bei sexuellem Misbrauch von Schutzbefohlenen im Jahr 2009. Jugendliche Tatverdächtige wurden am häufigsten bei sexuellem Missbrauch von Kindern mit einem Anteil von 17,2 %, sonstiger sexueller Nötigung gemäß § 177 Abs. 1 und 5 StGB mit einem Anteil von 12,7 % und Vergewaltigung und sexuelle Nötigung mit einem Anteil von 11,5 % registriert (vgl. Polizeiliche Kriminalstatistik 2009).

Sexueller Missbrauch von Kindern wird häufig nicht von fremden Tätern, sondern von Personen aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis verübt. Die Abbildung 2 verdeutlicht diese Tatsache. Im Jahr 2009 wurden über 50 % der angezeigten Taten des sexuellen Kindesmissbrauchs von Personen im sozialen Nahraum begangen (vgl. Volpert und Galow (2010)).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Täter-Opfer Beziehung, vgl. Volpert und Galow (2010)

Zu beachten ist hierbei, dass die Dunkelziffern jedoch deutlich höher liegen können (vgl. Vol- pert und Galow (2010)). Im nächsten Kapitel wird auf mögliche Folgen für die Opfer eingegan- gen.

4 Folgen für die Opfer

In diesem Kapitel werden die Folgen für die Opfer sexueller Gewalt erläutert. Diese Ausfüh- rungen basieren weitestgehend auf Hartwig und Hensen (2008). Jungen werden häufig durch Bekannte und Fremde sexuell missbraucht, wobei Mädchen eher von von Mitgliedern innerhalb der Familie wie eigenen Vätern oder Brüdern missbraucht. Diese Vorfälle hinterlassen häufig schwere Schäden und äussern sich in Traumatisierungen oder auch körperlichen Folgen.

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Details

Seiten
17
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640991754
ISBN (Buch)
9783640991921
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177479
Institution / Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Note
2,3
Schlagworte
sexuelle gewalt nachbetreuung sexualstraftätern

Autoren

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