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Soziale Gruppenarbeit: Die Rolle der Gruppenleitung / Gruppenbegleitung

Hausarbeit 2011 11 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsbestimmungen
2.1 Soziale Gruppe
2.2 Soziale Gruppenarbeit

3 Die Rolle der Gruppenbegleitung (Gruppenleitung)
3.1 Vierdimensionales Funktionsmodell der Gruppenleitung
3.2 Aufgabe der Gruppenleitung

4 Exemplarische Darstellung einer sozialen Gruppenarbeit
4.1 Konzept ( Thema/ Ziel/ Bezugsgruppe/ Organisation)
4.2 Methode
4.3 Erste Gruppensitzung

5 Fazit

6 Literatur

Merisa Omerovic

1 Einleitung

Was ist eine soziale Gruppe bzw. eine soziale Gruppenarbeit?

Die Kombination der Worte sozial und Gruppe lässt eine Gruppe von Menschen vermuten, die sozial miteinander umgehen. Von Geburt an leben Menschen in einer sozialen Gruppe. Eine der größten so- zialen Gruppen ist die Gesellschaft. Innerhalb der Gesellschaft gibt es wiederum viele unterschiedliche kleinere soziale Gruppen, wie beispielsweise die Familie, der Freundeskreis, Vereine, Kindergarten- gruppen und viele mehr. Die soziale Gruppe bzw. soziale Gruppenarbeit spielt in der Sozialen Arbeit eine sehr große Rolle.

Ein Sozialarbeiter muss diverse Schlüsselkompetenzen beherrschen, um im Tätigkeitsfeld Sozialarbeit/Sozialpädagogik arbeiten zu können. Eine der Schlüsselkompetenzen ist die Methodenkompetenz. In der Methodenkompetenz geht es um die Vorgehensweise mit dem Klienten. Darunter fällt auch die soziale Gruppenarbeit.

In dieser Hausarbeit werde ich auf die Begriffsbestimmung der sozialen Gruppe und sozialen Gruppenarbeit eingehen. Im nächsten Schritt werde ich die Rolle und die Aufgabe des Gruppenleiters erläutern. Um sich eine Vorstellung über eine soziale Gruppenarbeit machen zu können, werde ich ein mögliches Projekt vorstellen. Dazu werde ich das Konzept, die Methode und die erste Gruppensitzung präsentieren. Ein kurzes Fazit schließt die Arbeit ab.

2 Begriffsbestimmungen

2.1 Soziale Gruppe

Unter einer sozialen Gruppe versteht man ein Zusammenfinden von mindestens drei Menschen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen (s.10, Handbuch, alles über Gruppen). In der Literatur ist diese Defi- nition nicht einheitlich. Andere Quellen (Skript,s.7) lassen bereits eine Gruppe mit zwei Menschen zu. Die Interaktion und die Kommunikation steht im Vordergrund, da dies wichtig für die Zusammenarbeit ist. Durch die gemeinsamen Sitzungen entsteht mit der Zeit ein Gemeinschaftsgefühl (Wir-Gefühl). Durch dieses Gemeinschaftsgefühl fühlt man sich nicht alleine, sondern man gehört einer Gruppe an, in der die gleichen Interessen geteilt werden. Desweiteren wirkt sich das Gemeinschaftsgefühl positiv auf die Qualität der sozialen Gruppenarbeit aus, die im nächsten Abschnitt erklärt wird.

2.2 Soziale Gruppenarbeit

Die Soziale Gruppenarbeit ist neben der Einzellfallhilfe und Gemeinwesenarbeit eine mögliche Methode in der Sozialen Arbeit. Der Gedanke von Sozialer Gruppenarbeit ist es, dass Menschen mehr als nur wirtschaftliche Mittel benötigen. Den Menschen sollten vielmehr Möglichkeiten gegeben werden, die Ursachen ihrer Probleme anzugehen. Für die Soziale Gruppenarbeit stehen die Bedürfnisse des Menschen im Vordergrund, die durch die Gruppenzugehörigkeit befriedigt werden können, wie zum Beispiel das Gefühl wertvoll zu sein. Ein weiterer wichtiger Punkt der sozialen Gruppenarbeit ist es, die Kooperations-, Entscheidungs- und Verantwortungsfähigkeit zu fördern.

In der Sozialen Arbeit geht man davon aus, dass die Persönlichkeit und Identität durch soziale Interaktionen gebildet und aufrecht gehalten werden kann. Somit wird die soziale Gruppenarbeit als Mittel der Sozialisation und zur Förderung der persönlichen Entwicklung der Gruppenmitglieder eingesetzt. Diese Art von Gruppenarbeit fördert die Entscheidungs- und Verantwortungsfähigkeit, da Interaktionsund Kommunikationssysteme angewendet werden müssen. (Maus,Skripts.7)

Gemäß § 29 SGB VIII soll die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen an sozialer Gruppenarbeit bei der Überwindung von Verhaltensproblemen und Entwicklungsschwierigkeiten helfen. Die Förde- rung der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen soll auf Grundlage eines gruppenpädagogischen Konzepts durch soziales Lernen geschehen. (http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbviii/29.html)

Soziales bzw. psychosoziales Lernen kann in unterschiedlichen Bereichen stattfinden, wie zum Beispiel in Familien oder in der Schule. Laut Klaus W. Vopel kann psychosoziales Lernen spontan oder durch kulturelle/soziale Muster entstehen. (vopel,s49) Dadurch ist den Gruppenmitgliedern nicht bewusst, auf welche Weise und dass sie lernen.

„Soziales Lernen ist der aktive Erwerb von kulturellen und sozialen Fähigkeiten, Verhaltensweisen und Denkweisen. Soziales Lernen bezeichnet demnach die durch soziale Erfahrung herbeigeführten, auf die Interaktion mit Personen und Gruppen bezogenen, komplexen Prozesse der Verhaltens und Einstellungsänderung.“ ( Zitat Skript s.6)

Der wesentliche Unterschied zu einer Selbsthilfegruppe besteht darin, dass die Gruppe von einem kompetenten Gruppenpädagogen geleitet wird.

3 Die Rolle der Gruppenbegleitung (Gruppenleitung)

Einen wesentlichen Bestandteil der sozialen Gruppenarbeit bildet der/die Gruppenleiter/in. In diesem Abschnitt wird das vierdimensionale Funktionsmodell vorgestellt und die Aufgaben beschrieben, die einen effektiven Gruppenleiter ausmacht.

3.1 Vierdimensionales Funktionsmodell der Gruppenleitung

Laut Klaus W. Vopel in dem Buch „Handbuch für Gruppenleiter/innen“ wird ein Modell erläutert, das die Funktion eines Gruppenleiters beschreibt. Dieses Modell wurde im Jahre 1973 von I.D Yalom, M.A. Liberman und M.B. Miles anhand einer Untersuchung über interaktionelle Gruppen entwickelt. (Vopel, S.78) Die vier grundlegenden Funktionen (Dimensionen) sind emotionale Stimulation, Ausdruck persönlicher Wertschätzung, Anbieten von Erklärungen und Strukturierung.

Dieses Modell stellt den Idealtypus für das Verhalten des Gruppenleiters/in dar. Man soll sich nicht auf die einzelnen Dimensionen versteifen, sondern diese in Kombination betrachten. Jeder/e Gruppenleiter/in kann dieses Modell als Anregung für seine eigene Arbeit sehen oder auf diese Weise sein/ihr eigenes Verhalten reflektieren. Im folgende werden die vier Dimensionen näher erläutert.

Emotionale Stimulation

Hier geht es darum Verhaltensweisen (z.B. Gefühle, Ansichten) zu äußern, um somit die Gruppen- mitglieder herauszufordern oder zu konfrontieren. Weitere Verhaltensweisen sollen aber auch die Auf- merksamkeit auf den Gruppenleiter ziehen. Durch dieses Verhalten dient der Gruppenleiter als Mo- dellpartizipant. Der/die Gruppenleitung soll durch Vorangehen die Gefühle der Gruppe in Bewegung setzen. Dieses Vorangehen dient auch dazu, die Bedürfnisse der Selbstdarstellung des Gruppenleiters zu befriedigen. Dadurch fühlt sich der Gruppenleiter teilweise als Teilnehmer der Gruppe.

Die emotionale Stimulation in Kombination mit der persönlichen Ausstrahlung des Gruppenleiters wird für die Gruppe als positiv empfunden. Die Gruppe nimmt den Leiter als charismatisch und als Quelle der Inspiration wahr.

Ausdruck persönlicher Wertschätzung

Die persönliche Wertschätzung ist die wichtigste Funktionsdimension, da es die Bedürfnisse der Gruppe befriedigt. Der/Die Gruppenleiter/in sollen Zuneigung, Unterstützung, Anerkennung, Ermutigung oder freundschaftliche Gefühle gegenüber dem Teilnehmer ausdrücken. Die Grundlage für diese Verhaltensweise ist die persönliche Wärme, Akzeptanz des Teilnehmers und Interesse an dem Menschen. Durch die persönliche Wertschätzung fühlt sich der Teilnehmer zugehörig und bekommt das Gefühl anerkannt und respektiert zu werden. Es ist wichtig, dass die persönliche Wertschätzung nicht oberflächlich vermittelt oder vorgetäuscht wird.

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Details

Seiten
11
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640992720
ISBN (Buch)
9783640992621
Dateigröße
416 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177506
Institution / Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Note
1,3
Schlagworte
Gruppenarbeit Gruppenleitung Gruppenbegleitung Soziale Gruppe

Autor

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Titel: Soziale Gruppenarbeit: Die Rolle der Gruppenleitung / Gruppenbegleitung