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Akrobatik: Wir erarbeiten und präsentieren akrobatische Pyramiden im Herbstzirkus

Lehramt Grund- und Hauptschulen

Unterrichtsentwurf 2010 19 Seiten

Sport - Sportpädagogik, Didaktik

Leseprobe

Inhalt

1. Thema der Unterrichtseinheit / Thema der Unterrichtsstunde

2. Didaktische Entscheidungen und Begründungen
2.1 Zielsetzungen der Unterrichtseinheit / der Unterrichtsstunde
2.2 Begründung für die Auswahl des Inhaltes
2.3 Sachanalyse
2.4 Stellung des Unterrichtsinhalts in der Unterrichtseinheit

3. Voraussetzungen für den Unterricht
3.1 Voraussetzungen bei den Schülern
3.2 Äußere Voraussetzungen

4. Überlegungen zur Unterrichtsmethode
4.1 Einstiegssituation
4.3 Erwärmung
4.4 Erarbeitung
4.5 Sicherung
4.7 Sozialformen und Aktionsformen
4.8 Medien
4.9 Unterrichtsgrundsätze

5. Verknüpfung der Wissens- und Kompetenzentwicklung mit geplanten Handlungssituationen

6. Geplanter Unterrichtsverlauf

Literatur

Anhang

1. Thema der Unterrichtseinheit / Thema der Unterrichtsstunde

Thema der Unterrichtseinheit: Akrobatik

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Didaktische Entscheidungen und Begründungen

2.1 Zielsetzungen der Unterrichtseinheit / der Unterrichtsstunde

Ziel dieser Unterrichtseinheit ist es, im Rahmen des regulären Sportunterrichts eine kleine „Zirkusaufführung“ zu realisieren, die aus der Erarbeitung und Präsentation von akrobatischen Pyramiden besteht. Im Rahmen dieser Einheit werden die Kinder nicht nur die Grundkenntnisse der Akrobatik, sondern sie werden auch einiges über ihren Körper und über den Umgang mit den Klassenkameraden kennen lernen. Durch das ständige Arbeiten mit dem Partner, beziehungsweise mit der Gruppe ist es wichtig von Beginn an Berührungsängste der Schüler untereinander zu reduzieren. Die Kinder sind es nicht gewohnt, sich mit ihrem gesamten Körpergewicht auf eine andere Person zu stellen oder andere Kinder in akrobatischer Art und Weise anzufassen. Diese Problematik wird mit Hilfe vorbereitender Spiele und Aufgaben in den ersten beiden Stunden angegangen.

Ein weiteres Ziel dieser Einheit ist es, allen Kindern einen positiven Zugang zur Akrobatik zur ermöglichen. Die unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen mit kräftigen und weniger kräftigen Kindern, großen und kleinen Kindern, schweren und weniger schweren Kindern stellen eine einzigartige Chance der Akrobatik dar. Es werden zwei unterschiedliche Typen Akrobaten benötigt. Zum einen die stabilen Unterleute, zum anderen die beweglichen und geschickten Oberleute. Allen Kindern sollte im Laufe dieser Einheit klar werden, dass sie sich mit ihren individuellen Stärken einbringen und die Bewegungsherausforderungen nur gemeinsam aufgrund unterschiedlicher Stärken und Schwächen gemeistert werden kann.

In dieser Einheit soll zudem die Körperkraft und die Körperspannung gefordert und gefördert werden. Um das Gewicht des Klassenkameraden halten oder tragen zu können, erfordert es eine gewisse Kraft, die nach und nach wächst. Die verschiedenen Übungen, aber auch die verschiedenen Rollen bei diesen Übungen beanspruchen unterschiedliche Muskelpartien.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Erweiterung der Balance bzw. Gleichgewichtsfähigkeit. Da die Gleichgewichtsfähigkeit bei akrobatischen Übungen sehr wichtig ist, soll sie weiter geschult und ausgebaut werden.

Auch die Entwicklung von Vertrauen spielt eine wichtige Rolle. Wenn man von anderen Kindern getragen oder auch gehalten wird, wie es bei vielen Übungen im Bereich der Akrobatik vorkommt, ist es wichtig, dass man sich gegenseitig vertraut.

In dieser Unterrichtseinheit bzw. dieser Unterrichtsstunde sollen die Kinder unter anderem folgende Kompetenzen erwerben:

- Die Schüler sind in der Lage, Kooperationsbereitschaft zu zeigen.
- Die Schüler sind in der Lage, ihre Koordination zu verbessern.
- Die Schüler sind in der Lage, ein Gemeinschaftsgefühl zu erleben.
- Die Schüler sind in der Lage, Vertrauen in sich und andere aufzubauen.
- Die Schüler sind in der Lage, behutsam miteinander umzugehen und sich aufeinander abzustimmen.
- Die Schüler sind in der Lage, den Arbeitskarten die nötigen Informationen zum Aufbau der verschiedenen akrobatischen Aufgabenstellungen zu entnehmen.
- Die Schüler sind in der Lage, in Teams oder in Dreier-, bzw. Vierergruppen die vorgegebenen akrobatischen Aufgaben einzuüben.
- Die Schüler sind in der Lage, Körperspannung zu erleben und aufzubauen.
- Die Schüler wissen, dass Körperspannung in der Akrobatik wichtig ist.
- Die Schüler sind in der Lage, verschiedene Übungen zu verstehen und richtig auszuführen.
- Die Schüler sind in der Lage, die akrobatischen Grundformen zu zweit selbständig einzuüben.
- Die Schüler sind in der Lage, ihr Spannungsgefühl und ihre Balancefähigkeit zu verbessern
- Die Schüler sind in der Lage vorgegebene Pyramiden einzuüben und eine davon zu präsentieren.

2.2 Begründung für die Auswahl des Inhaltes

Spitzenakrobaten im Zirkus begeistern Kinder wie Erwachsene. Die Gesetze der Schwerkraft sind scheinbar aufgehoben, da die Körper der Akrobaten ungewöhnlichste Balanceposition einnehmen. Für den normalen Menschen sind solche akrobatischen Übungen unerreichbar. Allerdings kann man ohne weiteres akrobatische Grundelemente in den Rahmen des regulären Sportunterrichts mit aufnehmen. Die erarbeiteten Elemente kann man ebenso aufführen wie die Spitzenakrobaten ihre im Zirkus. Im schulischen Rahmen sind es jedoch nicht die ungewöhnlichen Bewegungen, die den Reiz der Akrobatik ausmachen, vielmehr ist es das gemeinsame Handeln, welches grundlegend dafür ist, eine Figur zu erreichen. Das Miteinander und das Vertrauen sind Grundvoraussetzungen für das Gelingen der Kunststücke.

Dober meint 2004, dass es für Schüler eine besondere Herausforderung ist mit dem eigenen Körper Figuren zu erstellen, dabei mit dem Gleichgewicht und der Schwerkraft zu spielen. Daher wird die Akrobatik meist auch mit mehr Freude und dadurch auch mit mehr Motivation aufgenommen, als das Gerätturnen. „Die Akrobatik arbeitet mit dem „Gerät Körper“ und ist ein idealer Ansatzpunkt für Lern- und Entwicklungsprozesse im Sportunterricht Durch das gemeinsame Bewegungshandeln entstehen aus den gestellten Aufgaben kleine Kunststücke sowie vielfältige Bewegungserfahrungen. Durch die Akrobatik ergeben sich nun Möglichkeiten, kreativ mit dem eigenen Körper umzugehen und auch Grenzen zu erkennen (Lehrer-Online.de, Zugriff am 17.09.2010).

Im Teilrahmenplan Sport lässt sich die Akrobatik in das Bewegungsfeld „Bewegen an Geräten“ einordnen. Hier steht die Entwicklung der Koordination und der Kraft im Vordergrund, allerdings bietet dieses Bewegungsfeld auch Raum für die Entwicklung und Erfahrungen im Bereich Schwerkraft, Gleichgewicht und Raumlagen (vgl. Rahmenplan Grundschule, Teilrahmenplan Sport 2008, S. 11). Im Orientierungsrahmen des Teilrahmenplans ist weiterhin die Rede von „Körperspannung bewusst aufbauen“, „Lösen von Bewegungsaufgaben in themenbezogenen Arrangements“ sowie „Kunststücke (…) darbieten“ (vgl. Rahmenplan Grundschule, Teilrahmenplan Sport 2008, S. 19). Daneben werden bei der Akrobatik auch noch die sozialen Kompetenzen wie Vertrauen, Verantwortungsbewusstsein u.a. gefördert. Dies sind ausreichende Gründe, um eine Unterrichtseinheit zum Thema Akrobatik durchzuführen.

2.3 Sachanalyse

Die Akrobatik, wie wir sie z. B. aus dem Zirkus kennen, untergliedert sich in unterschiedliche Bereiche. Einerseits wäre das die Luftakrobatik, zu der u. a. der Seiltanz und die Akrobatik am Trapez zählt, andererseits aber auch die Bodenakrobatik. Die letztgenannte Form der Akrobatik bildet die Grundlage der Unterrichtseinheit „Akrobatik“ in der Klasse 3.

Einfache Figuren für zwei Personen bis hin zu Pyramiden mit zwölf oder mehr Personen werden von der Bodenakrobatik umfasst. Dieses breite Spektrum ermöglicht es die Akrobatik schon im Grundschulbereich durchzuführen. Die Kunst der Bodenakrobatik liegt darin, den eigenen Körper als auch andere Körper in verschiedenen Lagen, Haltungen und Situationen zu balancieren (vgl. Blume. 1992, S. 7).

Die Bodenakrobatik lässt sich wiederum in statische und dynamische Akrobatik (z. B. Wurf- und Schleuderakrobatik) unterteilen. Die statische Akrobatik ist durch den gezielten Einsatz von Techniken und Körperkräften gekennzeichnet, die dazu dienen, bestehende Positionen der Akrobatik zu erhalten. Unter der dynamischen Akrobatik versteht man die Kräfte und Techniken, die nötig sind um akrobatische Bewegungsabläufe zu steuern (z. B. der Aufbau von Pyramiden). Die Grenzen zwischen statischer und dynamischer Akrobatik sind fließend (vgl. Melczer-Lukacs, 1989, S. 16).

Im Rahmen der heutigen Unterrichtsstunde wird die statische Bodenakrobatik im Mittelpunkt stehen. Die Stunde setzt sich im Wesentlichen aus Partnerakrobatik und Pyramiden zusammen, wobei aber auch hier der Übergang bei einzelnen Übungen dynamisch sein kann. Grundlegend für die akrobatischen Übungen ist eine gerade, linienförmige Körperhaltung (vgl. Blume, 2001, S. 24).

Ausgangspunkt bzw. Grundlage der akrobatischen Übungen in der heutigen Stunde ist die Bankstellung. Bei der Bankstellung müssen Arme und Beine je senkrecht zum Boden aufgestellt werden. Es ist darauf zu achten, dass weder ein Hohlkreuz noch ein Katzenbuckel gebildet wird. Die Belastung darf ausschließlich im Bereich der Schulterblätter und des Beckens erfolgen. Eine Belastung der Wirbelsäule muss ausgeschlossen sein. Aus dem Grund ist es auch sinnvoll, dass bei den verschiedenen Übungen die jeweils größeren, bzw. stärkeren Schüler den Unterbau übernehmen. Bei den Pyramiden, die im Mittelpunkt dieser Stunde stehen, handelt es sich um akrobatische Figuren, die sich aus mehreren Personen zusammensetzten. Ausgehend vom Aufbau und dem Erscheinungsbild lassen sich verschiedene Typen von Pyramiden unterscheiden:

a) Flächenpyramiden: ihr Grundriss besteht aus einer Linie, ihr Erscheinungsbild ist wand-, fächer- oder dreiecksförmig.
b) Kreispyramiden: sie haben einen Kreis als Grundriss. Durch ihren säulen- oder kegelförmigen Aufbau sind Pyramiden in sich sehr stabil.
c) Kreuzpyramiden: sie weisen ein liegendes Kreuz als Grundriss auf (vgl. Blume, 2001, S. 64)

Folgende sechs Flächenpyramiden sollen in der heutigen Stunde eingeübt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 „Bank auf Bank Abb. 2 „Grätschstand auf der Bank“ Abb. 3 „Bankbrücke“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 „Fachwerk“ Abb. 5 „Römischen Wagen“ Abb. 6 „Stand auf dem Römischer Wagen“ (Curt,B., Medler, M. & Räupke, R., 1998, S.63ff.)

Pyramiden:

a) Bank auf Bank: Ein Schüler begibt sich in die Bankstellung. Die Arme werden dabei schulterbreit und die Beine hüftbreit voneinander aufgesetzt. Der Rücken bleibt gerade und die Bauchmuskeln sind angespannt. Ein zweiter Schüler kniet sich als zweite Bank auf den Rücken des ersten Kindes. Die Hände werden auf die Schultern und die Knie auf dem Becken des unteren Schülers aufgesetzt. (s. Abb. 1).
b) Grätschstand auf der Bank: Ein Schüler begibt sich in die Bankstellung. Ein weiterer Schüler stellt sich nun seitlich auf den Rücken des unteren Schülers. Ein Fuß wird zwischen den Schulterblättern und der Andere auf dem Becken aufgesetzt. Die Arme des oberen Schülers werden zu den Seiten ausgestreckt (s. Abb. 2).
c) Bankbrü> d) Fachwerk: Ein Schüler begibt sich in die Bankstellung. Ein zweiter Schüler steht mit leicht gegrätschten Beinen und mit Blickrichtung zum Schüler in Bankstellung vor diesem. Mit den Händen stützt es sich auf dessen Schultern ab. Ein dritter Schüler stellt sich nun mit Blickrichtung zu Schüler 2 auf das Becken des Schülers in Bankstellung. Die Hände werden auf den Schultern des zweiten Schülers abgestützt (s. Abb. 4).
e) Römischer Wagen: Zwei Schüler begeben sich parallel nebeneinander in Bankstellung. Ein dritter Schüler steigt nun mit einem Knie auf den Beckenkamm des einen Schülers und danach mit dem anderen Knie auf den Beckenkamm des anderen Schülers und geht letztlich ebenfalls in eine Bankstellung über. Die Blickrichtung der drei Schüler ist die gleiche. (s. Abb. 5).
f) Stand auf dem römischen Wagen: Zwei Schüler begeben sich parallel nebeneinander in Bankstellung. Ein dritter Schüler steigt nun mit einem Fuß über den Beckenkamm zuerst auf den einen Schüler und danach mit dem anderen Fuß auf den anderen Schüler. Die Blickrichtung der drei Schüler ist die gleiche. Langsam kommt der dritte Schüler in den Stand und streckt die Arme seitlich nach oben. (s. Abb. 6).

[...]

Details

Seiten
19
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640994243
ISBN (Buch)
9783640995462
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177649
Institution / Hochschule
Staatliches Studienseminar für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen in Kusel
Note
1,0
Schlagworte
akrobatik pyramiden herbstzirkus lehramt grund- hauptschulen

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