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Der Begriff der identitären Demokratie mit Anlehnung an J.J. Rousseau

Essay 2009 7 Seiten

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Hauptteil.
2.1 Der Begriff „identitäre Demokratie“
2.2 Die „identitäre Demokratie“ in Anlehnung an J.J. Rousseau

3. Schluss

1. Einleitung

In diesem Essay soll der Begriff der „identitären Demokratie“ vorgestellt werden Der Begriff der „identitären Demokratie“ ist von Rousseau geprägt und wird in seinem Gesellschaftsvertrag abgehandelt. Die „identitäre Demokratie“ ist aus der Demokratietheorie heute nicht mehr wegzudenken.

Im Folgenden soll zunächst der Begriff der „identitären Demokratie“ kurz erläutert werden und anschließend ein direkter Bezug zu J.J. Rousseau und seinem Gesellschaftsvertrag hergestellt werden.

2. Hauptteil

In diesem Teil des Essays soll näher auf den Begriff der „identitären Demokratie“ eingegangen werden und besonders der Begriff im Zusammenhang mit Rousseaus Gesellschaftsvertrag vorgestellt werden.

2.1 Der Begriff „identitäre Demokratie“

Die grundsätzliche Idee der „identitären Demokratie“ ist das Paradigma der Abschaffung der Differenz zwischen den Herrschenden und den Beherrschten,1 indem die gesamte Gesellschaft einheitlich über jeden Beschluss entscheiden muss. Man geht hierbei von einer a priori homogenen Gesellschaft aus,2 die in jedem Falle dasselbe Interesse vertreten muss und das Allgemeinwohl anstrebt.3 Im Gegenzug zu diesem Gesellschaftskonzept steht die pluralistische Demokratie, bei der die Gesellschaft durch die Verschiedenheit der Interessen geprägt ist.4

2.2 Die „identitäre Demokratie“ in Anlehnung an J.J. Rousseau

Rousseau schildert in seinem Gesellschaftsvertrag seine Idee des Zusammenschluss als einzige Möglichkeit, dem Naturzustand zu entkommen und sich dadurch zu erhalten. Um erfolgreichen Widerstand leisten zu können, müssten die Kräfte aller vereint werden, es entstehe dadurch eine Summe an Kräften.

Die Werkzeuge zur Erhaltung des Menschen seien Kraft und Freiheit. Nun müsse ein Weg gefunden werden, bei dem der Mensch durch seine Kraft das Leben jedes Mitglieds des Zusammenschlusses und dessen Besitz schützt, gleichzeitig aber seine eigene Freiheit nicht abgibt und durch seine Vereinigung mit den anderen nur sich selber untergeben ist. Dies sei das Grundgerüst des Gesellschaftsvertrages, der solange gültig sei, bis er verletzt wird, dann gehe die Gesellschaft wieder zurück in den Naturzustand.5

Jedes Mitglied gebe sich der Gemeinschaft her, dadurch entstehe eine Art von Gerechtigkeit, da jeder gleich viel beiträgt und so käme auch keine Situation zustande, durch die jemand eine andere Option verlangen könnte. Rousseau schließt aus der Enteignung eines jeden für jeden die Logik, dass sich dadurch niemand dem anderen hingibt, man bekommt genau das zurück, was man hergibt.

Diesen Zusammenschluss versteht Rousseau als Einheit, jedes Mitglied der Gemeinschaft sei Teil des Ganzen.

Jeder sei als Glied des Souveräns dem Einzelnen verpflichtet und als Einzelner, also als Glied des Staates, dem Souverän.6

[...]


1 Vgl. Nohlen, Dieter; Schultze, Rainer-Olaf (Hrsg.): Artikel „Demokratie, Demokratietheorie, in: Nohlen, Dieter: Lexikon der Politik, Band I. Politische Theorie, C.H. Beck, München 2001, S. 40.

2 Vgl. Nohlen, Dieter (Hrsg.): Artikel „Demokratie“, in: Kleines Lexikon der Politik, C.H. Beck, München 1995, S. 53.

3 Vgl. Waschkuhn, Arno: Die Ambivalenz Rousseaus, in: Demokratietheorien: politiktheoretische und ideengeschichtliche Grundzüge, Oldenbourg, München 1998, S. 219f.

4 Vgl. Nohlen, D.: a.a.O., S. 53.

5 Vgl. Rousseau, Jean Jaques: Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatrechts, Reclam, Stuttgart 2003, S. 16 f.

6 Vgl. ebd., S. 17 f.

Details

Seiten
7
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640993680
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177679
Institution / Hochschule
Universität Osnabrück
Schlagworte
Jean-Jaque Rousseau Demokratietheorien Pluralismus Gesellschaftsvertrag

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Titel: Der Begriff der identitären Demokratie mit Anlehnung an J.J. Rousseau