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Beschreibung und konzeptioneller Vergleich der Informationsverarbeitung der B.Braun AG und der Lufthansa Systems

Hausarbeit 2006 38 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die B.Braun AG
2.1 Eckdaten der Firma B.Braun AG
2.2 Konzept der Informationsverarbeitung
2.3. Organisation der IT-Abteilung
2.4 Dienstleistungen der IT
2.5 Technische Ausstattung und Rechenzentrumsdetails

3. Die Lufthansa AG
3.1.1 Eckdaten der Firma Lufthansa AG
3.1.2 Eckdaten der Firma Lufthansa Systems
3.2 Konzepte der Informationsverarbeitung
3.3 Dienstleistungen
3.4 DV- Organisationsstruktur
3.5 Maschinen - Ausstattung
3.6 Umfang der IV

4. Vergleich der beiden IV beider Unternehmen
4.1 Strukturaufbau
4.2 Dienstleistungen beider IV´s im Vergleich
4.3 Technische Unterschiede / Gemeinsamkeiten

5. Fazit / Schlussbetrachtung

6. Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Standorte der B.Braun AG

Abbildung 2: Umsätze der einzelnen Sparten

Abbildung 3: Organisation B.Braun AG

Abbildung 4: Organisation der IT-Abteilung Deutschland in Melsungen

Abbildung 5: IT weltweit

Abbildung 6: Standorte der Lufthansa Systems global

Abbildung 7: Umsatzzahlen 2005 (in Mio. Euro)

Abbildung 8: Umsatzentwicklung der Jahre 2001- 2005

Abbildung 9: Aviation – IT – Provider (Analyse A/CE)

Abbildung 10: Beratungsunternehmen 2004

Abbildung 11: Aufbauorganisation Lufthansa Systems Infratec

Abbildung 12: Sicherheitskonzept RZ

1. Einleitung

Im Wintersemester 2005/2006 wurde im Rahmen der Veranstaltung „Betrieb und Organisa­tion der Informationsverarbeitung“ die Problematik der betrieblichen IV und deren Aufbau in der Theorie besprochen und erarbeitet. Als Ergänzung zur klassischen Lehre wurde im Sommersemester 2006 die verschiedenen Umsetzungen von Namenhaften Betrieben anhand von Exkursionen in der Umgebung der Kassler Universität und der Lufthansa Systems aufgezeigt. Der Schwerpunkt lag hierbei im Aufbau sowie den Aufgaben der betrieblichen Informationsverarbeitung (im Folgenden IV genannt), der Aufbauorganisation der Datenver­arbeitung und Besichtigung des Rechenzentrums.

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Beschreibung und dem konzeptionellem Vergleich zweier IV´s. Dies soll am Beispiel der B.Braun AG und der Lufthansa Systems dargestellt werden.

Im ersten und zweiten Kapitel werden die beiden Unternehmen einzeln vorgestellt, um einen kurzen Überblick zu erhalten und um den Aufbau der IV wiederzugeben. Dabei spielt das Konzept der IV eine entscheidende Rolle und es sollen folgende Fragen beantwortet werden: Ist das Rechenzentrum ins Unternehmen eingebettet, welche Arten von Dienstleistungen werden erbraucht und welcher Kundenkreis soll bedient werden? Wie ist die DV-Organisationsstruktur aufgebaut, welche Maschinen-Ausstattung ist vor Ort und welche Sicherheitsas­pekte werden berücksichtigt?

Im dritten Kapitel sollen danach die beiden IV´s vergleichen werden, welche wesentlichen Unterschiede bestehen und welche Gemeinsamkeiten sind herauszustellen? Gibt es eventuell Schwächen oder Stärken für die Unternehmen durch die gewählte Art der IV?

Im vierten Kapitel erfolgen abschließend eine Schlussbetrachtung und ein Kommentar zur Veranstaltung.

2. Die B.Braun AG

2.1 Eckdaten der Firma B.Braun AG

Im Folgenden sollen die Eckdaten der Firma B.Braun AG dargestellt werden. Dabei liegt der Fokus auf die wichtigsten Daten, da eine umfangreichere Darstellung des Unternehmens den Rahmen der Arbeit übersteigen würde.

Die Geschichte der Firma B.Braun AG beginnt bereits im Jahre 1839 als Herr Julius Wilhelm Braun in Melsungen eine Apotheke erwirbt und sie um einen Versandhandel für heimische Kräuter erweitert. Was früher als kleiner Familienbetrieb begann wurde in 1971 in eine Akti­engesellschaft umgewandelt. Die Aktien befinden sich komplett in Familienbesitz. Seit 1977 ist der Vorsitzende der AG Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun.

Heute gehört die B.Braun AG zu den weltweit führenden Gesundheitsversorgern. Aktuell arbeiten 30.973 (Stand Ende 2005) Mitarbeiter in mehr als 50 Ländern (siehe Abbildung 1) für das Unternehmen. Davon entfallen auf Deutschland 8.683 Mitarbeiter.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Standorte der B.Braun AG

Die Konzernzentrale ist die Werksanlage Pfieffewiesen in Melsungen (siehe Bild auf Seite 5), wo die zentrale Verwaltung sowie die hochmoderne Fertigung von Infusionsüberleitungsgeräten und Infusionslösungen untergebracht ist[1].

Unterteilung der Unternehmensbereiche in Sparten

Die verschiedenen Produkte und Dienstleistungen sind in 4 Sparten aufgegliedert, die im folgendem kurz erläutert werden[2]:

Sparte Hospital Care (Klinikbereich):

Die Sparte Hospital Care bietet als Systemanbieter Ärzten, Pflegekräften, Apotheken und Krankenhausmanagern zuverlässige Lösung für die best möglichste stationäre Versorgung. Ziel ist es, den Patienten optimal zu versorgen. Schwerpunkte dieser Sparte liegen bei: Intensivmedizin, Akutmedizin, Infusionstherapie, Anästesie, Urologie, Drainage, und Absaugen

Sparte Aesculap (Chirurgiebereich):

Diese Sparte ist auf Produkte und Dienstleistungen für chirurgische Kernprozesse ausgerichtet: Chirurgische Instrumente, Implantate (z.B. Wirbelsäulenchirurgie), Endoskope, Chirurgische Motorensysteme, Nahtmaterial und Container- und Lagersysteme.

Weiterhin bietet die Aesculap mit ihrer Akademie ein umfangreiches Trainings- und Ausbildungsprogramm. Dort bieten Referenten den Veranstaltungsteilnehmern Workshops über die neusten Techniken und schulen den Umgang mit chirurgischen Instrumenten und medi­zinischen Geräten.

Sparte Out Patient Marke (Anbieter für Praxis und Home Care):

Die Sparte OPM fokussiert niedergelassene Ärzte und den ambulanten und stationären Pflegesektor. Produkt- und Dienstleistungskonzepte berücksichtigen Ursachen und deren Begleiterscheinungen der zu behandelten Erkrankungen. Dabei wird sich besonders auf Produkte für das Haut- und Wundmanagement und den Diabetespatienten konzentriert.

Sparte Medizintechnik

In dieser Sparte werden Systeme für die extrakorporale Blutbehandlung hergestellt und ver­trieben. Hier stehen beispielsweise Behandlungssysteme für die Akutdialyse und die Hämodialyse im Mittelpunkt. Patienten mit chronischen Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen kann somit mehr Lebensqualität gegeben werden. Weltweit betreibt B. Braun mehr als 70 Dialysestationen im europäischen und auch im asiatischem Raum, was z .B. den Patien­ten auch längere Aufenthalte im Ausland ermöglicht.

Umsatz der Firma B.Braun AG

Im Jahre 2005 konnte die B.Braun AG einen Umsatz von 3.026 Mrd. Euro erwirtschaften, was einer Umsatzsteigerung von 8,3 % entsprach[3]. Welche Anteile dazu die verschiedenen Sparten geleistet haben, soll die nachfolgende Darstellung verdeutlichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Umsätze der einzelnen Sparten[4]

Wie man der Darstellung entnehmen kann fällt fast die Hälfte des erwirtschafteten Umsatzes auf die Sparte Hospital Care. Die andere Hälfte setzt sich aus den verschiedenen Sparten zusammen.

Bürokonzept 2010

Weiterhin ist die B.Braun AG auch für Ihr „Bürokonzept 2010“ bekannt, wo sie den Vorreiter in der Schaffung einer kreativen und prozessorientierten Arbeitswelt übernommen hat. Auf der Homepage beschreibt das Unternehmen das Konzept wie folgt: „Digitale Technologien verändern auch die Arbeit im Büro. Moderne Informations- und Kommunikationsinstrumente gestatten es, alte Führungshierarchien aufzulösen und verfestigte Strukturen der Büro-Organisation zu flexibilisieren: Unternehmen wie Mitarbeitern eröffnen sich neue Gestaltungsspielräume.“[5]

Die Mitarbeiter haben im Werkt Pfieffewiesen auf verschiedenen Ebenen keinen festen Arbeitsplatz. Ein Rollcontainer steht den Mitarbeitern zur Verfügung, wo Arbeitsutensilien und Arbeitsunterlagen aufbewahrt werden. So kann man seinen Arbeitsplatz morgens frei wählen und bei Bedarf in sogenannte Cockpits gehen, wenn man Besprechungen mit anderen Mitarbeitern oder Kunden hat, um in Ruhe die Themen zu besprechen. Dadurch konnten Bildschirmarbeitsplätze eingespart werden, da weniger Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, als Mitarbeiter angestellt sind, da erfahrungsgemäß immer eine gewisse Anzahl nicht vor Ort sein kann und auf Dienstreisen sind, Urlaub eingereicht haben oder erkrankt sind. Das Grundprinzip soll dabei die Werte Eigeninitiative, Teamgeist - und die Wahlfreiheit von Ar­beitsplatz und -umgebung vermitteln. Weiterhin heißt es auf der Homepage: „Mit dem neuem Bürokonzept 2010 binden wir die heutigen Informations- und Kommunikationstechnologien konsequent in den Arbeitsprozess ein. Wir beschreiben neue Wege, die eine neue Führungskultur verlangen. Teamwork statt Einzelkampf, Abbau von Hierarchien, eine offene Kommunikation in transparenten Räumen.“

Organisatorisches

Organisatorisch gliedert sich das Unternehmen in zwei Bereiche. Der eine unterteilt sich in die bereits oben erwähnten vier operativen Sparten, der die Kernkompetenzen abbilden. Der andere bildet den funktionalen Bereich ab. Dieser umfasst das Personal- und Rechtswesen des Konzerns, Finanzen, Steuern & Controlling und den zentralen Servicebereich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Organisation B.Braun AG[6]

Die Informationsverarbeitung und Ihre Aufgaben, die ebenfalls im funktionalen Bereich eingegliedert ist, soll im nächsten Abschnitt erläutert werden.

2.2 Konzept der Informationsverarbeitung

In diesem Abschnitt soll betrachtet werden, welchem Konzept die IV der B.Braun AG unter­liegt und welche Einbettung im Unternehmen geben ist.

Die Aufgaben der betrieblichen IV bestehen darin, die informationsverarbeitenden, informati­onsspeichernden und informationsübertragenden Vorgänge, die während betrieblichen Aktivitäten anfallen, möglichst effizient zu automatisieren. Typische Beispiele sind hierzu etwa die Lohn- und Gehaltsabrechnung, Lagerhaltung, Produktionsplanung- und Steuerung. Die Definition des Begriffs des RZ kann lauf Graef und Greiller in 1975 als Fertigungsbetrieb aufgefasst werden: „Rechenzentrum: Organisationseinheit zur Bereitstellung von Speicher- und Verarbeitungs-Kapazität und zur Durchführung der automatisierten Speicherung und Verarbeitung von Daten, einschließlich aller dazu notwendigen Hilfsfunktionen (u.a. Kommunikationsnetz). Beachte: Die Durchführung erfolgt mittels eines DV-Systems. Der DV-Einsatz ist ein signifikantes Merkmal.“[7]

Alle IV-Strukturen der B.Braun AG sind im Unternehmen verblieben. Das Rechenzentrum (im folgenden RZ genannt) ist in Melsungen im Werk Pfieffewiesen untergebracht. Es handelt sich also um den hier betrachteten Beispielfall um ein InHouse-RZ. Von dort aus wird die gesamte Abwicklung weltweit gesteuert, zurzeit sind weltweit ca. 600-700 Mitarbeiter in der IT des Unternehmens beschäftigt. Allein in Melsungen sind ca. 280 Mitarbeiter in der IT beschäftigt. Im RZ in der Werksanlage Pfieffewiesen arbeiten derzeit ca. 30 Mitarbeiter.[8] Laut Angabe von Angestellten der IT belaufen sich die Kosten pro Bildschirmarbeitsplatz auf ca. 300 Euro. Das Unternehmen stellt seinen Mitarbeitern in Melsungen ca. 1000 Bildschirmarbeitsplätze (Anwendende User ca. 3000) zur Verfügung, weltweit ca. 15.000[9].

Kunden der IT-Abteilung sind in dem Sinne die verschiedenen Abteilungen und Tochterun­ternehmen des Unternehmens, das Rechenzentrum von B.Braun betreut keine weiteren Unternehmen. Daher lässt sich sagen, dass die Kunden die Mitarbeiter, bzw. Kollegen im Unternehmen sind. Weltweit sind das ca. 30.973 Mitarbeiter (Stand 2005 Homepage B.Braun AG). Während der Informationsveranstaltung wurde genannt, dass sich der Jahresetat für die IV mit ca. 2 % des Unternehmensumsatzes beziffern lässt. Umgerechnet würde sich im Falle des Jahres 2005 der Jahresetat auf ca. 60,520 Millionen belaufen[10]. Wie viel von diesem Etat auf das Rechnzentrum und die einzelnen Bestandteile umlegen lässt, wurde leider nicht konkret benannt[11].

[...]


[1] Homepage der B.Braun AG

[2] Unternehmensbroschüre B.Braun AG

[3] Homepage B.Braun AG

[4] Eigene Darstellung

[5] Homepage B.Braun AG

[6] Eigene Darstellung

[7] Skript zur Veranstaltung „Betrieb und Organisation der Informationsverarbeitung“ WS 05/06

[8] Unternehmensbesichtigung B.Braun

[9] Zahlenangabe durch Mitarbeiter der IT nach Rücksprache

[10] Eigene Berechnung

[11] Entnommen aus dem Geschäftsbereicht B.Braun AG des Jahres 2005

Details

Seiten
38
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640999897
ISBN (Buch)
9783656023371
DOI
10.3239/9783640999897
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Universität Kassel – Wirtschaftswissenschaften
Erscheinungsdatum
2011 (Oktober)
Note
1,0
Schlagworte
beschreibung vergleich informationsverarbeitung braun lufthansa systems

Autor

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