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Die Chronik des Tabari: Die Eroberung Ägyptens durch Amr ibn al-As 640/41 n. Chr. – Analyse und Interpretation

Über das Verhältnis von Muslime und Christen im frühen Mittelalter

Referat / Aufsatz (Schule) 2010 4 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Altertum

Leseprobe

Das Verhältnis von Muslimen und Christen im frühen Mittelalter

Chronik des Tabari:

Die Eroberung Ägyptens durch Amr ibn al-As 640/41 n. Chr.

Analyse und Interpretation von

Tim Blume

Die vorliegende Primärquelle aus der Chronik des Tabari erschien im Jahr 20 der islami- schen Zeitrechnung beziehungsweise im Jahr 640/641 n. Chr. Das Dokument trägt den Titel „Die Eroberung Ägyptens durch Amr ibn al-As 640/41 n. Chr.“ und beschäftigt sich mit der Eroberung Ägyptens durch die Muslime und den während dieser Eroberung ge- fangen genommenen Ägyptern, die vor die Wahl gestellt wurden, ob sie weiterhin Chris- ten bleiben oder zum Islam konvertieren wollten. Die Quelle, erschienen in einer Chro- nik, richtet sich vor allem an die Menschen, sie nach der Amtszeit (634-644 n. Chr.) des zweiten Kalifen Omar lebten und dieses Ereignis nicht erlebt hatten. Eine Chronik ist gewissermaßen mit einem Geschichtsbuch vergleichbar, dass spätere Generationen über Geschehenes informieren soll. Die Eroberung Ägyptens steht in direktem Zusammen- hang mit der Amtszeit Omars, der während dieser die arabisch-islamische Expansion vorantrieb. Bereits acht bzw. neun Jahre nach dem Tod des Propheten Mohammeds wa- ren die Muslime in Ägypten angekommen.

Die Quelle ist der Ausschnitt eines Briefes Omars, der auf die Frage eingeht, ob Amr das Angebot der Gegner, den Muslimen einen Tribut für die Freilassung der Gefangenen zu zahlen, eingehen soll.

Amr verliest den Brief, in dem es heißt, dass die Truppen bereits Alt-Kairo erobert hät- ten, den Soldaten. Omar sei ein Tribut, der an die Muslime gezahlt werde, deutlich lieber als menschliche Beute, die verteilt wird. Amr solle dem Herr von Alexandrien vorschla- gen, dass er den Tribut zahlen solle und dass die Gefangenen vor die Wahl gestellt wür- den, ob sie dem Islam oder weiterhin ihrer Religion angehören wollten. Wähle der Ge- fangene den Islam, so würde er von den Muslimen aufgenommen, dürfe an ihrem Reich- tum teilhaben, müsse gleichzeitig aber auch dazu verpflichtet werden, wozu die anderen Muslime verpflichtet seien. Entschiede sich der Gefangene für seine Religion, so würde ihm der Tribut auferlegt, der ihm gebühre. Ein Soldat Amrs beendet damit den Brief Omars und beschreibt, was dann geschah: Man hätte sich mit den Gefangenen und den Christen versammelt und sie nach vorne gerufen, um sie vor die Wahl zwischen Chris- tentum und Islam zu stellen. Die, die den Islam wählten, wären auf die Seite der Muslime gebracht worden; die, die sich für das Christentum entschieden hätten, wären auf die Seite der Christen geholt worden. Ihnen wäre der Tribut auferlegt worden und die Mus- lime wären sehr betrübt gewesen. Zuletzt berichtet Amr über einen Konflikt zwischen einem Mann, der zum Islam konvertiert wäre und seine christliche Familie: Mutter, Va- ter und Schwester seien über ich hergefallen und hätten ihn sogar seiner Kleider be- raubt.

Im Jahre 20 der islamischen Zeitrechnung, damit im Jahr 640/641 n. Chr., war Moham- med bereits seit acht beziehungsweise neun Jahren tot und sein zweiter Nachfolger Kalif Omar herrschte. Unter ihm wurde die arabisch-islamische Expansion besonders weit vorangetrieben, in Gebiete, in denen Menschen lebten, die noch nicht dem Islam ange- hörten. Die Muslime wollten diese Bewohner nicht zum Konvertieren zwingen, sondern stellten sie vor die Wahl zwischen ihrer Buchreligion (das heißt Christentum oder Ju- dentum) oder dem Übertritt zum Islam. Entschieden sie sich für ihre Religion und damit gegen den Islam, so mussten sie zwar eine höhere Steuer bezahlen, waren damit aber von der Armensteuer und dem Wehrdienst befreit. Zudem standen sie unter dem Schutz der Muslime.

Das Konzept der sogenannten „Dhimmis“ (der Andersgläubigen) findet in der Quelle Anwendung. Den „Dhimmis“ wird zwar ein „Tribut“ auferlegt, aber sie schein keine weiteren Nachteile davonzutragen.

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Details

Seiten
4
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656008194
Dateigröße
768 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v178139
Note
2+
Schlagworte
chronik tabari eroberung analyse interpretation verhältnis muslime christen mittelalter

Autor

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Titel: Die Chronik des Tabari: Die Eroberung Ägyptens durch Amr ibn al-As 640/41 n. Chr. – Analyse und Interpretation