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Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft

Beschreibung, Umsetzung und Reflexion einer eigenen Weblogidee

Hausarbeit 2010 24 Seiten

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bedarfsanalyse

3 Planung und Konzeption

4 Entwicklung von Inhalten

5 Einsatz und Implementation
5.1 Header
5.2 Blog-Beiträge
5.3 Seitenleisten mit Widgets

6 Evaluation
6.1 Bewertung

7 Zusammenfassende Bewertung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang 1: Blogger’s Code of Conduct

1 Einleitung

Der Autor startete das „LernenHeute“-Blog im Jänner 2007 begleitend zu seiner Diplomarbeit „Der Einsatz von Weblogs und Wikis im Berufsschulunterricht“ (Prüher, 2007) als Lernjournal. Ab September 2008 wurde es begleitend zur Lehrtätigkeit an der Berufsschule weitergeführt. DasKnowledge-Blog „Lernen Heute“ wird genutzt, um Lernen aus der Sicht eines Pädagogen zu dokumentieren.

Im Zuge der Aufgabenstellung des Moduls 1 „Lehren und Lernen in der Wissensgesellschaft“ wurde diesem organisch gewachsenen Blog nachträglich ein Konzept zugrunde gelegt und die weitere Stil- und Zielrichtung fixiert.

Die Vorgehensweise beim Lösen dieser Aufgabenstellung war eng an die Verfahrensschritte des Instructional Designs (=ID), insbesondere an das ADDIE-Modell, angelehnt. ID lässt sich sowohl auf der Ebene der Planung und Organisation anwenden, als auch auf die Gestaltung von Lernumgebungen (Reinmann, 2009, S. 39).

Das ADDIE-Modell besteht aus 5 Phasen (Niegemann, Domagk, Hessel, Hein, Hupfer, Zobel, 2008, S. 20):

1. A nalyse (Bedarfsanalyse)
2. D esign (Planung, Konzeption)
3. D evelopment (Entwicklung im engeren Sinne)
4. I mplementation (Einsatz)
5. E valuation (Revision; zweckmäßig wäre es, den umfassenderen Begriff „Qualitätssicherung“ zu verwenden)

2 Bedarfsanalyse

Reinmann (2009, S. 39) beschreibt die Bedarfsanalyse als ersten Verfahrensschritt vor der Planung, der Entwicklung, dem Einsatz und der Evaluation bei der Entwicklung von Lernumgebungen. Die Bandbreite des möglichen Bedarfs bzw. des eigentlichen Lernzwecks geht von der freien Entfaltung der Persönlichkeit bis zur unmittelbaren Verwertung von Fertigkeiten der Arbeitswelt.

Deshalb ist vorab zu klären, was ein Blog als Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft leisten kann und wer diese Leistungen in Anspruch nehmen würde.

Rüddigkeit (2006, S. 11) beschreibt Blogs als leistungsfähige Content-Management-Systeme, die kein spezielles Know-how benötigen, um mit Texten, Bildern und multimedialen Inhalten gefüllt zu werden. In der ursprünglichen Ausprägung lässt sich ein Blog aus einer Mischung von Tagebuch und Gästebuch auf einer spartanischen Homepage beschreiben. Dabei entfällt der organisatorische Aufwand, der üblicherweise mit der Erstellung einer Homepage verbunden ist, da eine Grundstruktur bei den gängigsten Blog-Systemen vorgegeben ist und der angehende Blogger in der Regel nach einer kostenlosen Anmeldung sofort mit seinem persönliches Online-Tagebuch starten kann.

Blog-Beiträge oder Kommentare dazu können mittels RSS-Feed abonniert werden. Wenn anschließend in diesen Blogs Veröffentlichungen stattfinden, werden die Blog-Beiträge in die Feedreader der Abonnenten übermittelt, ohne dass diese jede einzelne Blog-Seite separat besuchen müssen (Bastiaens, Schrader, Deimann, 2009, S. 47).

Werden zusätzlich noch Blogrolls und Trackbacks genutzt, so entsteht zusammen mit anderen Blogs die „Blogosphäre“. Kalz, Specht, Klamma, Chatti&Koper (2007, S. 5) beschreiben eineBlogroll als Linkliste von Blogs, die sich meist mit ähnlichen Themen wie der Ursprungsblog befassen, auf dem die Blogroll veröffentlicht ist.

Wenn ein Blogbeitrag im Blog A auf einen anderen Blogbeitrags des Blogs B verlinkt, so wird automatisch ein Kommentar im Blogbeitrag des Blogs B erzeugt, der wiederum einen Link zurück zum Beitrag des Blogs A enthält. Dieser Mechanismus wird Trackback genannt. Dadurch entsteht Kommunikation nach dem Prinzip „Viele-zu-vielen“ zwischen Blog-Autoren, die sich mit ähnlichen Themen beschäftigen.

Die RSS-Feeds können auch dazu dienen, Inhalte aus verschiedensten Quellen, nicht nur Blogs, zu aggregieren. Diese Zusammenführung nennt man Mashup. Mashups folgen dem Trend hin zu verteilten Web-Services, die miteinander kombiniert werden können und bieten Lernern die Möglichkeit, sich individuelle Lernumgebungen zu schaffen (Kalz et atl., 2007, S. 9).

Zu klären ist, ob diese Mechanismen geeignet und nützlich für die Weiterbildung im Informationszeitalter sind. Kuhlmann und Sauter (2008, S. 11ff) verweisen auf die Relevanz neuer Lernkonzepte, die sich durch das Zusammenwachsen von Lernen und Arbeit zwangsweise entwickeln müssen. Kompetenzentwicklung wird mittlerweile als Verantwortungsbereich des einzelnen Mitarbeiters gesehen. Der Mensch soll, geht es nach der Vision des lebenslangen Lernens, eigenständig über die gesamte Lebensspanne Lernkompetenz erwerben. Dieses Konzept durchbricht die Grenzen vorhandener Bildungssysteme, die strikt aufeinander folgen: Bildung wird zunehmend in den Freizeitbereich verlagert.

Wenn Rosenbladt&Bilger (2008) in einer Umfrage unter deutschen Arbeitnehmern herausgefunden haben, dass 39 % des beruflichen Lernens bereits außerhalb der Arbeitszeit und 61 % außerhalb formeller Lernsettings stattfinden, dann scheint der Bedarf für Empfehlungen und Konzepte gegeben, wie dieses Lernen effizient, zielgerichtet und möglichst ressourcensparend stattfinden kann.

Ein mögliches Konzept für diese Art von lebenslangem Lernen stellen Koper, Rusman&Sloep (2003) mit dem Lernnetzwerk vor: Ein Lernnetzwerk ist eine Verbindung zwischen Personen, Organisationen und Lernressourcen. Die Kommunikation im Lernnetzwerk wird durch Technologien so unterstützt, dass dadurch ein hoher Grad an Selbstorganisation entsteht und lebenslanges Lernen verstärkt unterstützt wird. In diesen Lernnetzwerken gibt es keine zentrale Kontrollinstanz, auch nicht was die Qualität betrifft. Kontrolle wird ausschließlich über vereinbarte Richtlinien ausgeübt. Der Lerner organisiert, erstellt, verteilt, diskutiert, bewertet und verändert Lerninhalte und stellt so seine Bedürfnisse und Interessen in den Mittelpunkt.

Johnson, Levine& Smith (2009, S. 21ff) erklären im „Horizon Report“ das personenbezogene Web, das in etwa auch einem Lernnetzwerk entsprechen kann, zu einem Trend,derin den nächsten zwei bis drei Jahren relevant wird. Das personenbezogene Web ist dadurch gekennzeichnet, dass die zugrunde liegende Technologie in den Hintergrund tritt und der Nutzer durch triviales Anklicken und Auswählen von verschiedenen Web-Diensten sich seine maßgeschneiderte, individuelle Umgebung im Internet zusammenstellt.

Diese Umgebungen sind hochgradig flexibel und somit einzigartig und unterstützen damit persönliche und soziale Formen des Lernens ohne technische Hürden. Die riesige Ansammlung von Content im Web kann somit individuell organisiert werden und jeder Lernende kann beispielsweise durch Blogs seine Ansichten, Ideen, Forschungsergebnisse, etc. öffentlich machen.

Denn für Siemens (2006, S. 27) ist der heutige Wissenserwerb vor allem durch sechs Merkmale geprägt:

1. Unser heutiges Wissen ist chaotisch verteilt, nicht nett verpackt und angeordnet.
2. Wir lernen, wenn wir Wissen benötigen. Kursmodelle haben ausgedient.
3. Experten und Amateure sind Wissenserzeuger anstatt passive Wissenskonsumenten.
4. Lernen ist ein vielschichtiger, integrierter Prozess, wo die Änderung eines Elementes das größere Netzwerk verändert.
5. Komplexität und Spezialisierung bilden viele spezialisierte Wissens-Knoten. Einer allein kann nie alle Wissens-Knoten kennen.
6. Die Tolerierung von Mehrdeutigkeit und Ungewissheit ist notwendig. Gesichertes Wissen gibt es nicht für die Lebenszeit, sondern nur für eine bestimmte Zeitspanne.

Aus diesen Perspektiven betrachtet scheinen Blogs den Bedarf nach individualisiertem und gleichzeitig sozialem Lernen in einem längerfristigen Prozess berufsbegleitend abdecken zu können.

3 Planung und Konzeption

Bei der Planung und Konzeption einer Lernumgebung, die in diesem Fall, ein Blog ist, sind nach Reinmann (2009, S. 39) überprüfbare Lehrziele und Lernergebnisse zu formulieren und notwendige Tätigkeiten und Inhalte auszuwählen.

Bastiaens, Schrader, Deimann (2009, S. 48) beschreiben Blogs als Werkzeug, um persönliche Gefühle, Gedanken und Erfahrungen niederzuschreiben, als Informationsspeicher, zur Selbstdarstellung und zum kommunikativen Austausch. Diese Motive finden sich alle in den Beiträgen des „Lernen Heute“-Blogswieder:

- Persönliche Gefühle, Gedanken und Erfahrungen: Als persönliche Komponenten werden in den Beiträgen Gedanken und Erfahrungen zum Lernen festgehalten. In Blog-Beiträgen zu Unterrichtsprojekten wird allerdings darauf geachtet, dass beteiligte Schülerinnen und Schüler anonym bleiben und keinerlei subjektive Bewertung über deren Wissen und deren Leistung erfolgt.
- Informationsspeicher: Das Blog wird als Informationsspeicher benutzt, um in Zukunft Rückgriff auf gemachte Erfahrungen nehmen zu können. Damit besteht in weiterer Folge für den Rezipienten und den Autor selbst die Möglichkeit, den Erfolg geplanter Lernszenarien aufgrund bereits durchgeführter Szenarien beurteilen zu können (Reinmann, 2009, S. 40).
- Selbstdarstellung: Das Blog dient neben der Selbstdarstellung der Lern- und Lehrtätigkeit des Autors auch der Selbstdarstellung der Schule, an der der Autor beschäftigt ist. Von einem „Corporate-Blog“ kann zwar hier nur im weitesten Sinne gesprochen werden, da es kein offizieller Schul-Blog ist. Jedoch wird im Impressum nach Absprache mit der Schulleitung darauf verwiesen, dass der Autor an der Berufsschule in Rohrbach, Oberösterreich, unterrichtet. Im Erlass über Ganzheitlich-kreative Lernkultur in den Schulen des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht und Kunst (2009) ist unter dem Punkt „Öffentlichkeitsarbeit“ folgendes zu lesen:

[...]

Details

Seiten
24
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656004691
ISBN (Buch)
9783656005230
Dateigröße
587 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v178425
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
Weblog Blog Addie Wissensgesellschaft Lehrer eEducation Reflexion Bedarfsanalyse Konzeption Implementation Evaluation Blogger Lehrerblog

Autor

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