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Jean-Jacques Rousseau - Der Gesellschaftsvertrag

Hausarbeit 2010 11 Seiten

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Naturrecht

3. Der Gemeinwille

4. Der Gesellschaftsvertrag
4.1. Bürger
4.2. Staat
4.3. Souverän

5. Die Souveränität
5.1. Unveräußerlichkeit
5.2. Unrepräsentierbarkeit
5.3. Unteilbarkeit
5.4. Unfehlbarkeit
5.5. “legibus absolutus”

6. Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Jean-Jacques Rousseau war einer der berühmtesten französischen Philosophen und Staatstheoretiker überhaupt. Er veröffentlichte im Jahr 1762 sein Werk “contrat social” in dem er sich mit der Gesellschaft beschäftigt. Aus diesem Grund konstruierte er einen Vertrag indem er die bürgerliche Ordnung auf festgelegte Grundlagen für das Regieren untersucht, um Gerechtigkeit und Nutzen zu verbinden. Der Mensch wird in Freiheit geboren, dennoch liegt er in Fesseln, daher stellt sich die Frage wie sich dieser Wandel von Freiheit zu Gefangenschaft vollzogen hat.

2. Das Naturrecht

Nach Auffassung Rousseaus ist das Naturrecht, das Menschenrecht im Naturzustand. Man muss sich in diesem Gesetz wieder finden und es genügt nicht, sich nur seinem Willen unterzuordnen. Das Naturrecht ermöglicht das friedliche Zusammenleben der Menschen und die Arterhaltung. Es ist heilig und unantastbar und somit kann es von keiner legislativen Gewalt eingeschränkt werden. Innerhalb des vorgegebenen Handlungsrahmens des Naturgesetztes ist der Mensch ein vernunftbegabtes und freies Wesen.1 Die Menschheit scheitert dennoch an den Hindernissen ihrer Entwicklung und schadet somit ihrem Naturzustand. Sie sind nicht mehr in der Lage ihrem Ursprung gerecht zu werden und müssten somit untergehen, wenn sie sich nicht weiterentwickeln. Das Verlassen des Naturzustandes ist somit notwendig. Dies geschieht bei der Vorteilssuche der Menschen, sie schließen einen Vertrag ab, auf Grund der für sie relevanten Nutzenoptimierung. Man hat somit seine Verhältnisse vorteilhaft verbessert, durch gesicherte und bessere Lebensweise, Freiheit und eigene Sicherheit.2 Dieser Fortschritt der Zivilisation ist aber zugleich auch ein Fortschritt der Ungleichheit. Auch wenn Rousseau seine Zeitgenossen nicht aufforderte in den Naturzustand zurückzukehren, zeigte er ihnen dennoch den Niedergang der Gleichheit und Freiheit. Er ist der Meinung, dass es gegen das

Gesetz der Natur ist, wenn es einige Wenige gibt, die im Überfluss leben, während die breite Masse ihr Nötigstes entbehren muss. Der „gute Mensch“ des Naturzustandes kann nicht wieder hergestellt werden und somit versucht dies Rousseau auch nicht, sondern er strebt nach dem Erreichbaren. Das Erreichbare ist der Bürger. Man geht somit von einem Dualismus der Natur des Menschen aus, das bedeutet, dass der individuelle Wille gleichzeitig auch einen allgemeinen Willen beinhaltet. Daher gilt es diesen Allgemeinwillen in das politische Verhalten zu integrieren.3

3. Der Gemeinwille

Dieser Gemeinwille muss aber zuerst herausgebildet werden, damit er dann die Motivation des Handelns wird und zur Identifikation des Individuums mit den Gewohnheiten und Sitten der Gesellschaft führt.4 Dieser Gemeinwille ist für alle verbindlich, da es eine öffentliche und geltende Erklärung ist, die im Sinne der gemeinsamen Interessen handeln soll.5 Der Gemeinwille kann nicht über ein Verfahren, sondern nur über seinen Inhalt identifiziert werden. Der Inhalt des Gemeinwillens, ist das Gemeinwohl und in ihm vereint sich die Gemeinsamkeit der Gemeinschaft, die im Interesse der Selbsterhaltung handelt. Nur wenn der politische Wille, der eigene der Bürger ist, kann sich in der Ausbildung des allgemeinen Willens zugleich individuelle Selbstbestimmung vollziehen.6 Die Bedingungen des Gemeinwillens sind: “Alle Mitglieder der Gemeinschaft nehmen an den Versammlungen zu seiner Ermittlung teil, dabei muß «der Gemeinwille immer befragt werden und auch immer eine Antwort erteilen»; die Versammelten werden also eigentlich nicht gefragt, ob sie dem Antrag zustimmen, «sondern ob er dem Gemeinwillen entspricht»; die Mitglieder sagen dabei ihre Meinung und keine andere, nur opportune oder in Vorabsprachen festgelegte; sie erörtern die Punkte, die strittig bleiben, solange, bis sie ein gemeinsames Verständnis davon haben.“7 Sind die Bedingungen erfüllt, kommt es zu einem Zusammenschluss, den sie vorantreiben müssen, um die Gegenwirkung zu überwinden. Eine solche Summe von Kräften”8 kann nur durch Viele entstehen. Diese Kräfte sind Stärke und Freiheit, wenn man diese aufgibt, schadet man sich selbst. Dieses Problem versucht Rousseau durch eine Frage mit Lösungsvorschlag zu beantworten, indem er fragt: „Finde eine Form des Zusammenschlusses, die mit ihrer ganzen gemeinsamen Kraft die Person und das Vermögen jedes einzelnen Mitglieds verteidigt und schützt und durch die doch jeder, indem er sich mit allen vereinigt, nur sich selbst gehorcht und genauso frei bleibt wie zuvor.“9 Somit ist das Problem die Lösung, nämlich der Gesellschaftsvertrag.

[...]


1 Fischer, Klaus H. (1991): Jean-Jacques Rousseau, Die soziologischen und rechtsphilosophischen Grundlagen seines Denkens, Schutterwald: wissenschaftlicher Verlag. S. 144-147

2 Kersting, Wolfgang (2002): Jean-Jacques Rousseau > Gesellschaftsvertrag<, Darmstadt: wissenschaftlicher Buchgesellschaft. S. 56

3 Röhrich, Wilfried (1972): Sozialvertrag und bürgerliche Emanzipation von Hobbes bis Hegel, Darmstadt: wissenschaftliche Buchgesellschaft. S. 46-51

4 Gaul, Jens-Peter (2001): Jean-Jacques Rousseau, München: Deutscher Taschenbuch Verlag. S. 104

5 Fischer, Klaus H. (1991): Jean-Jacques Rousseau, Die soziologischen und rechtsphilosophischen Grundlagen seines Denkens, Schutterwald: wissenschaftlicher Verlag. S. 148

6 Kersting, Wolfgang (2002): Jean-Jacques Rousseau > Gesellschaftsvertrag<, Darmstadt: wissenschaftlicher Buchgesellschaft. S. 81f

7 von Henting, Hartmut (2003): Rousseau oder die wohlgeordnete Freiheit, München: C. H. Beck. S11-21

8 Rousseau, Jean-Jacques (1977): Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts, Zus. mit Eva Pietzcker neu übers. und hrsg. v. Hans Brockard, Stuttgart: Reclam. S. 16

9 Rousseau, Jean-Jacques (1977): Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts, Zus. mit Eva Pietzcker neu übers. und hrsg. v. Hans Brockard, Stuttgart: Reclam. S. 17

10 Gaul, Jens-Peter (2001): Jean-Jacques Rousseau, München: Deutscher Taschenbuch Verlag. S. 104

11 Fischer, Klaus H. (1991): Jean-Jacques Rousseau, Die soziologischen und rechtsphilosophischen Grundlagen seines Denkens, Schutterwald: wissenschaftlicher Verlag. S. 150ff

12 Kersting, Wolfgang (2002): Jean-Jacques Rousseau > Gesellschaftsvertrag<, Darmstadt: wissenschaftlicher Buchgesellschaft. S. 56 Zeile 7-9

Details

Seiten
11
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656007043
ISBN (Buch)
9783656008323
Dateigröße
397 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v178602
Institution / Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,7
Schlagworte
Rousseau Gesellschaftsvertrag

Autor

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Titel: Jean-Jacques Rousseau - Der Gesellschaftsvertrag